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  • Permanent wird vorm Honigkonsum gewarnt. Mich regt das inzwischen sehr auf. In den Mütterforen überschlagen sie sich wieder.

    Meiner Erfahrung nach gibts da gern irgendeine 'Studie' eines a b h ä n g i g e n wissenschaftlichen Instituts,
    das irgendeine lächerliche Versuchsreihe angestellt hat.
    Irgendein Pressefuzzi liest die quer und produziert daraus eine reißerische Story.
    Die wird wiederum gierig von den anderen Medien aufgegriffen und am Ende von der Masse der Sensationssüchtigen kolportiert,
    als neues Gesetz verstanden und Anders-/Selberdenkende mit missionarischem Eifer verfolgt und bedroht.

    Et voíla - der Schaden ist angerichtet.
    Mittelalter pur!
    Kaum einer kennt die Originalstudie und keiner hat sie gelesen.
    (Ich hab beim 'plötzlichen Kindstod' mal versucht an die Quellen zu kommen; es war nicht möglich.
    Was ich fand, rechtfertigte in keiner Weise das strikte Verbot, Kinder auf dem Bauch schlafen zu lassen^^)

    Kennt irgendeiner die Grundlage für den momentanen Hype?
    Und wer profitiert davon?
      sapere aude
    • Hallo,

      in diese Schublade würde ich das nicht einordnen.

      Soweit ich weiß, geht es nicht darum Honig allgemein als schädlich für Kleinkinder einzuordnen. Es geht um bestimmte Bakterien, die im Honig (ein hoffentlich unbehandeltes Naturprodukt)enthalten sein können und für jeden Erwachsenen ungefährlich sind. Der Darm von Säuglingen und Kleinkindern ist noch nicht in der Lage diese Bakterien abzuwehren und sie können sich sehr stark vermehren und entsprechend schweren Schaden anrichten.

      Als einen Hype würde ich es also nicht bezeichnen.

      LG
      • Es ist nicht der Darm, sondern die Magensäurekonzentration, die das entscheidet. Säuglinge unter einem Jahr haben eine weniger starke Magensäure und die Bakterien Clostridium botulinum können darin überleben. Sehr selten, falls es aber dazu kommt gibt es leider keine wirksame Behandlung.
        Da wir nicht auf Honig angewiesen sind, kann man ja bei Kindrn gut ein Jahr mit dem Genuss von Honig warten. Ich hab das leider erst erfahren als unsere Kids schon älter waren. Ich finde das nicht mittelalterlich, solch Wissen ist doch ein Luxusgut. Kratzt ja nicht am Image des Honigs, mjamm!
        • Danke für eure Einschätzung.
          Honigwabe vertritt hier genau die politisch korrekte Meinung; auch ohne den Ursprung zu kennen.
          Ein Hype ist das sehr wohl, -wie jeder gleich erfährt, wenn er es wagt in einem Elternforum zu erzählen, dass er seinem Baby Honig füttert wink

          Aber: Wie kommt Clostridium botulinum in den Honig?
          Wer hat das Zeuch wann und in Honig aus welcher Gegend gefunden? WOHER kommt die Info?
          DAS ist was ich mich frage.

          Und ich frage mich auch, WIEviele Fälle bisher bekannt sind - wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Kind dran erkrankt.
          Natürlich können wir versuchen jegliche bekannte Gefährdung -aus welchem Lebensbereich auch immer- zu eliminieren.
          Es wird uns nicht gelingen!
          Mittelalterlich ist die Verfolgungsjagd, die Leute erleben die es wagen, solche 'Bedrohungen' zu ignorieren.

          Aber wir schränken unser Leben für solche oft verschwindend geringen Risiken immer mehr ein,
          haben immer mehr 'Gesetze' zu befolgen, leben ein immer eingeschränkteres Leben.
          Wer drauf achtet, wird das überall bestätigt finden. Und keiner fragt mehr nach!

          Das Luxusgut ist nicht losgelöstes theoretisches Wissen. Das wertvolle Gut ist die Fähigkeit, soetwas in RELATION stellen zu können.
          Könnte ja zB sein, dass gestillte Kinder damit klar kommen, Kunstmilch ernährte aber nicht.

          Und es bleibt die Frage, wem nützen all die in jeder Richtung besorgten Menschen?
          Wer profitiert?
            sapere aude
          • Hallo junge Mütter smiley

            Die Untersuchungen zur Übertragung von Botulismus durch Honig und die folgende Erkrankung von Säuglingen stammen schon aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts (s.a. Arnon, Stephen S., et al. "Honey and other environmental risk factors for infant botulism." The Journal of pediatrics 94.2 (1979): 331-336.)! Damals sind die Ergebnisse aber dank der langsameren Informationsverbreitung nicht bis zu uns jungen Eltern gedrungen, sodass wir nichtsahnend und völlig unbesorgt unsere Babys mit Honig gefüttert haben. Die Kinder sind natürlich auch alle gesund groß geworden.

            Seit 5 Wochen bin ich Großmutter und sehe mit Entsetzen, was für schreckliche Sorgen sich meine völlig überinformierte Tochter ständig um ihr Kind macht... So viele mögliche Gefahren zu kennen, macht das Leben nicht sicherer, sondern einen selbst verrückt vor Sorge. Wir haben das alles nicht gewußt und es ging uns und unseren Kindern eher besser als schlechter, auch wenn vielleicht durch das Nichtwissen eins von 10.000 Kindern mal eher unnötigerweise krank wurde :-/
              Bienen machen glücklich!
            • Ich weiss, was ihr meint, Fleischkonserven sind ja historisch gesehen mehr davon betroffen als Honig. Honig ist aber das emotionalere "Heile Welt Gut", für Medien also interessanter.
              Es profitieren leider ganz viele, wenn Konsumenten verunsichert sind, die kaufen dann fast alles. V.a. junge Eltern, die können ja nicht auf eigene Erfahrungen in dieser Aufgabe zurückgreifen.

              Am besten nicht drüber ärgern und bei (Enkel)Kindern: Unbedingt ganz viele gefährliche Erfahrungen sammeln lassen (Nicht Strasse, Wasser oder Fenster etc), sondern Klettern, Schneiden, Fahrrad... Stärken erleben, statt immer diese Angstmacherei, die vieles verunmöglicht. Bienen sind super dazu! Ich sammle auch Speisepilze, oder Beeren mit den Kids, da lernen sie grundsätzlich zu unterscheiden, was gefährlich ist und was nicht, wann sich ein Risiko lohnt und wann eben nicht. Zum Glück sind wenigstens Kinder noch neugierig. Das ist dem Leben doch irgendwie am nächsten.


              [Hinweis: bindi hat den Beitrag zuletzt am vor 5 Jahren, 6 Monaten geändert.]
              • Ich hoffe ja auch beruhigend auf meine Tochter einwirken zu können ohne dass sie denkt "ach, das war ja früher auch alles einfacher und die Alte hat ja keine Ahnung vom heutigen Leben!"

                Zum Glück halten Kinder aber eine Menge aus und die meisten überleben selbst übervorsichtige Eltern! ;-)

                Wobei mich diese Ängste und Sorgen meiner Tochter sehr wundern, da meine Kinder ganz relaxed, frei und in Dreck und Speck aufgewachsen sind, aber das hat sie offenbar verdrängt.

                  Bienen machen glücklich!
                • Jutta50 schrieb am 15.07.2013, 11:50
                  ...
                  Seit 5 Wochen bin ich Großmutter und sehe mit Entsetzen, was für schreckliche Sorgen sich meine völlig überinformierte Tochter ständig um ihr Kind macht... So viele mögliche Gefahren zu kennen, macht das Leben nicht sicherer, sondern einen selbst verrückt vor Sorge. Wir haben das alles nicht gewußt und es ging uns und unseren Kindern eher besser als schlechter, auch wenn vielleicht durch das Nichtwissen eins von 10.000 Kindern mal eher unnötigerweise krank wurde :-/

                  Das ist genau was ich meine.
                  Man kann nicht mal wirklich überinformiert sagen, denn wirklich informiert sind die ja nicht.
                  Die übernehmen brav und komplett kritiklos eine vorgekaute Info.
                  Stellen keine der relevanten Fragen und machen sich im Netz gegenseitig irre.

                  Mich stört schon diese HALTUNG!
                  Die sind doch alle gebildet, haben aber vermutlich in diesem Anpasserschulsystem das Selberdenken komplett verlernt. *seufz*

                  >> na prima - eine veraltete amerikanische Untersuchung also.
                  Und wie kommt da der Keim in den Honig?
                  Der würde doch einen Propolisbeschuss nicht überleben, oder?

                  Ist der in D überhaupt im Honig zu finden?
                  Und wenn, wie kommt er hinein?
                  Und wieviele Kinder sterben insgesamt an so einer Infektion?

                  Und wie sind die Heilungschancen AUßERHALB der heiligen Schulmedizin?
                  Bevor ich das nicht weiß, würde ich mich nicht verrückt machen lassen.
                    sapere aude
                  • Jutta50 schrieb am 15.07.2013, 11:50
                    ... was für schreckliche Sorgen sich meine völlig überinformierte Tochter ständig um ihr Kind macht...

                    Hat man ihr mal erklärt, was dieses ständige Besorgtsein mit ihrem Kind macht?
                    DAS wäre für mich relevant. Bettelheim (Kinderpsychologe)sagt, dass die Intention entscheidet!

                    Ein Kind aufgewachsen in einer Atmosphäre ständiger ängstigender Bedrohung kann kein gesunder Erwachsener werden!

                    Ich bin auch Großmutter und genauso entsetzt.
                    Für mich begann das mit dem ersten im Krankenhaus. Ich hab mich dann mit der Plegedienstleitung dort angelegt,
                    nachdem mir eine selten dämliche Krankenschwester drastisch klarmachen wollte, dass ein Kind auf dem Bauch zu legen, Mordversuch wäre.

                    Nichts rechtfertigt das!
                    Die Untersuchungen zeigen 10 verschiedene gleichberchtigte MÖGLICHE Teilrisiken für den plötzlichen Kindstod.
                    Die Bauchlage ist schon deshalb dabei, weil die Info aus den 80ern stammen
                    - da sollten wir die Kinder ja auf den Bauch legen und keinesfalls auf den Rücken^^
                    Mehr weiß man nicht wirklich!

                    Die Orthopäden schlagen schon -vorsichtig- Alarm, weil die Kinder nicht in die Streckung kommen durch die ewige Rückenlage. Zudem schlafen viele besser auf dem Bauch, weil sie dann nicht vom MoroReflex geweckt werden.

                    Merkt denn niemand, dass wir hier in vielfacher Hinsicht einer Meinungsdiktatur unterliegen?
                    Achtet mal drauf.
                    Zusätzlich diese kritiklose Obrigkeits=Wissenschaftsgläubigkeit - das ist ne Mischung, die WIR IN DIESEM LAND SCHON MAL HATTEN! [Hinweis: digne hat den Beitrag zuletzt am vor 5 Jahren, 6 Monaten geändert.]
                      sapere aude
                    • bindi schrieb am 15.07.2013, 12:32
                      ... Unbedingt ganz viele gefährliche Erfahrungen sammeln lassen

                      Danke Bindi!
                      Ich bin immer sehr beruhigt, wenn junge Mütter so denken. Das macht mir Hoffnung für gesellschaftliche Veränderungen.
                      Die gehen nämlich NUR mit solchen Menschen.
                      Und wir brauchen die ganz dringend!

                      Ich pflanze hier auch Giftpflanzen. Menschen müssen lernen damit umzugehen!
                        sapere aude
                      • Ja, Kinder müssen Gefahren und Gefährliches - am besten unter erfahrener Anleitung - kennen lernen, ihre eigenen Fähigkeiten im Umgang damit austesten und gelegentlich auch mal etwas einstecken können, um kalkulierbare Risiken eingehen zu können und im Leben klar zu kommen. Angst vor Allem oder auf der anderen Seite Leichtsinn bringen es auf die Dauer nicht smiley

                        Ich würde meinem Neugeborenen auch nicht wirklich Honig in größeren Mengen verfüttern, dazu sind da viel zu viele bioaktive Stoffe drin, aber diese hysterische Angst vor einer Berührung mit Honig - nee, wirklich. Die Dosis macht noch immer das Gift.

                        Und digne, du hast völlig Recht, ich könnt mich auch wegschmeißen, wenn ich die allein seelig machende Bauchlage unserer Tage heute als die Wurzel allen Übels verschrien sehe! Die dauernde Rückenlage macht neben anderem auch noch scheußlich platte Hinterköpfe ;-)

                        Mein Enkelkind (5,5 Wochen) darf inzwischen auch ab und an auf dem Bauch liegen ohne daran zu sterben und natürlich schläft es so viel entspannter - immerhin stammt es aus einer langen Linie von Bauchschläfern: Urgroßmutter, Großmutter und Mutter haben Zeit ihres Lebens nie anders schlafen können. Knapp 100 Jahre positive Schlaferfahrungen und kein plötzlicher Kindstod dabei ;-)
                          Bienen machen glücklich!
                        • Die platten Hinterköppe hatte ich weggelassen, aber die wären allein schon ein Grund gegen die Rückenlage!

                          Das Ersticken an Erbrochenem hätte mich jedenfalls als Argument schon überzeugt.
                          Na, dafür werden sie jetzt gepuckt. Was ihnen natürlich sehr guttut.
                          Was wir aber damals als mittelalterlich ansahen.

                          Ich sag meinen immer, dass allein der ständige WECHSEL der Verhaltensmaßregeln
                          (meine Mutter durfte nur alle 4 Stunden füttern und die Babys NUR ABWECHSELND auf die Seiten legen^^)
                          ihnen die Augen öffnen sollte - dahin, dass sie ihr Kind ansehen und lernen selber zu entscheiden, was ihnen gut tut!

                          Zum Glück haben einige relativierende Alteltern.^^
                            sapere aude
                          • Es gibt aber auch erfahrene Frauen (bei uns hab ich z.B solche Hebammen im Geburtshaus getroffen), die das gelassen und mit Humor nehmen. Bei Fragen wie nach Schlaflage antworteten die mit einem leichten Grinsen: "Je nachdem, was aktuell gerade Mode ist. Wechselt so alle 5 Jahre." Das hat mir sehr gefallen.

                            Spannendes Thema, wenn auch weit weg von den Bienen!
                            • Das gefällt mir auch!
                              Eine meiner Töchter hat übrigens grade eben die Hebammenprüfungen hinter sich smiley

                              Ja - das Thema betrifft eigentlich das öffentliche Madigmachen des Honigs, mit einer eher fragwürdigen Grundlage.
                              Wie wir mit unserer Welt umgehen (und wie artgemäß WIR uns halten) das berührt unsere Bienenhaltung immerhin auch mit.

                              So ganz weit hergeholt ist es also nicht. Besonders wenn man weiß, dass alles Leben in Zusammenhang steht.

                              Sich politisch zu verorten ist natürlich kitzeliger als die Bienengesundheit davon losgelöst zu diskutieren.

                                sapere aude
                              • Hallo Zusammen,

                                der letzte Beitrag ist zwar etwas her, die Ursache ist auch schon genannt worden, aber vielleicht hilft die tiefergehende Erklärung ja dem ein oder anderen noch ein bissle weiter ;-). Gerade auch auf die Frage, wie die Bakterien in den Honig, aber auch in andere Lebensmittel kommen.

                                Das Bakterium Clostridum botulinum (welches das bekannsteste gefährlichste Nervengift produziert) ist in der Natur ein typischer Bodenbewohner und kommt vor allem in gelagerten Lebensmittel vor. Dabei begünstigt ein pH-Wert, der größer als 4,5, eine anaerobe Umgebung (eine sauerstoffarme Umgebung, was im Honigglas ja der Fall ist), ein geringer Salzgehalt, eine Lagertemperatur die größer als zehn Grad Celsius ist und Waren die nicht gepöckelt sind die Entwicklung des Bakteriums positiv. Die Bakterien bilden Sporen, die für Menschen mit gesunder Darmflora in der Regel harmlos sind und auch keine Auswirkung haben.
                                Jetzt kommt das große Aber. Bei Neugeborenen Säuglingen sind im Darm noch keine Bakterien vorhanden und die Darmflora muss erst aufgebaut werden. Kommen nun Botulinussporen/-bakterien in den Darm des Säuglings können sich diese gut vermehren, ausbreiten und zum Teil auch andere (gute) Bakterien verdrängen, da die Darmflora noch nicht (ausreichend) entwickelt ist. Diese Bakterien produzieren kontinuierlich Toxine, die dann über den Darm ins Blut resorbiert werden. Diese Toxine wirken an den Nerven und können so die Reizweiterleitung blockieren, es kann zum Erstickungstod (durch Sauerstoffmangel) mit Lähmungserscheinungen und anderen Begleiterscheinung kommen. Erwachsene/Kinder könnten nun auf sich und ihren Zustand aufmerksam machen, Säuglinge jedoch nicht, da sie noch nicht sprechen können.

                                Die Bakterien können bei allen naturbelassenen Produkten (dazu zählt auch Honig, aber auch Rohmilchkäse und Salami und andere) besonders gut überleben. Vermeiden tut man diese Bakterien, indem man die Lebensmittel mit Salz und Säure konserviert (und so die Lebensbedingungen für die Bakterien vernichtet) oder Hitze möglichst sterilisiert und die Waren kühlt und auf eine gute Arbeitshygiene während der Herstellung achtet. Die Sporen selbst können (auch nicht durch erhitzen) abgetötet werden. Auch die schon entstandenen Toxine bleiben in der Regel erhalten, da es sich um komplex aufgebaute Moleküle handelt

                                So bekommen wir es zumindest in unserer Zoologievorlesung (ich studiere Lebensmittelmanagement und bin gelernter Koch) von einer Diplombiologin gelehrt. Diese rät auch dringend von Honigverzehr bei Säuglingen ab. Unabhängig davon rät auch die Landesärztekammer Baden-Württemberg davon ab (http://www.aerztekammer-bw.de/20buerger/30patientenratgeber/g_m/honig.html). Dies kann m. E. dann aber auch auf die meisten anderen Rohprodukte übertragen werden, wie zum Beispiel Rohmilchkäse.
                                Letztes Jahr ist, soweit ich mich daran noch richtig errinnern kann, ein Säugling an den Folgen der Botulinumvergiftung nach Honigverzehr gestorben. Statistisch gesehen ist das vernachlässigbar gering, da sterben viel mehr Säuglinge durch andere Ursachen. Das wird der Mutter von dem einen Kind aber relativ egal gewesen sein.

                                Abgesehen davon finde ich es auch nicht gut, wenn Kinder vor allem vergehalten werden und in einer 99,9 Prozentig desinfezierten Umgebung aufwachsen. Dies kann nicht gesund sein für die Entwicklung des Immunsystems. Auch sollten sich (meiner Meinung nach) Kinder draußen austoben dürfen und sich leicht verletzend dürfen ohne dabei gleich ein riesen geschrei zu machen und alles zu verbieten. In meiner Kindheit sind wir noch regelmäßig in den Wald gegangen und haben Lägerle gebaut und die Natur erforscht. Heutzutage habe ich den Eindruck, dass dies nur noch wenige Ausnahmen sind. Ist ja viel zu gefährlich ;-).

                                Viele Grüße!
                                Philip [Hinweis: PeEs hat den Beitrag zuletzt am vor 4 Jahren, 6 Monaten geändert.]
                                • Danke Philipp.
                                  Mich interessiert jetzt, ob der eine gestorbene Säugling kunstmilchernährt war.
                                  Und was er sonst für Schäden hatte...
                                    Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                                    -Stefan Brotbeck
                                  • Hallo Philip,
                                    Gibt's da eine forensische Statistik. Würde mich interessieren, wie oft diese Ursache von Kindestod
                                    innerhalb von z. B. 10 Jahren festgestellt worden ist. Ich vermute mal unter 1,0 Prozent, damit
                                    verschwindend gering.

                                    bf
                                      Abyssus abyssum invocat
                                    • Und deshalb soll kein Kind mehr Honig oder Naturbelassenes essen.
                                      Das ist ähnlich willkürlich festgelegt, wie die Sache mit dem plötzlichen Kindstod, der auf einmal durch Bauchlage hervorgerufen werden soll. So ein Blödsinn.

                                      Halte die Leute in dauernder Besorgnis, dann kannste ungestört weitere idiotische Maßnahmen durchwinken.
                                        Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                                        -Stefan Brotbeck
                                      • Mir ist in den vergangenen 40 Jahren in meiner Praxis nicht ein einziger Vorgang von frühem Kindestod durch
                                        Honigkonsum bekannt geworden. Diese Erfahrung erstreckt sich auf das gesamte Saarland und den angrenzenden
                                        Bereich des rheinlanpfälzischen Landkreises Trier-Saarburg, einschließlich der Stadt Trier.

                                        Deshalb gehe ich davon aus, das eine solche Todesursache ein absoluter Ausnahmefall sein muss.



                                          Abyssus abyssum invocat
                                        • Hallo Zusammen,

                                          natürlich sind die Todeszahlen von plötzlichem Kindstod Ausnahmefälle. Dies macht es aber für die betroffenen Familien nicht weniger schlimm.

                                          Ich gehe nicht davon aus, dass die Landesärztekammer Baden-Württemberg "willkürliche" eine solche Empfehlung ausspricht. Das sind Mikrobiologische Grundlagen, diese habe ich auch oben aufgeführt. Da dies aber auch auf andere Rohkost übertragbar ist, sind diese für Babys und Kleinkinder mit geringem Immunsystem nicht zu empfehlen.
                                          Wenn Eltern dies anders sehen, dann müssen sie die Verantwortung dafür tragen und das Risiko in Kauf nehmen, auch wenn dies sehr gering ist. Es ist auf jeden Fall ein Risiko vorhanden und deshalb wird der Verzehr von Honig (aber auch anderer Rohkost) durch Babys nicht empfohlen.

                                          Es wurde nach den Grundlagen gefragt, diese habe ich genannt und sind auch an anderen Stellen nachzulesen (Internet, Fachbücher aus der Mikrobiologie, ...).

                                          Hier noch einen Artikel aus der Zeit:
                                          http://www.zeit.de/2015/15/ploetzlicher-kindstod-honig-bakterien-baby-stimmts

                                          Hier noch Meldungen des ORF:
                                          http://sciencev1.orf.at/science/news/5201

                                          Hier noch eine Stellungnahme des GEPS (Gemeinsame Elterninitiative
                                          Plötzlicher Säuglingstod Deutschland e. V., diese geben auch die Empfehlung ab, kein Honig an Babys zu verfüttern):
                                          http://www.geps.de/cms/front_content.php?path=Stellungnahmen/Stellungnahme-zu-Honig-und-Ahornsirup/

                                          Viele Grüße!
                                          Philip