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  • [Repost des Betrags von bacalhhau ]

    Beim Stöbern in diverser Webliteratur bin ich wiederholt auf die "Top-Bar-Hive" bzw. Oberträgerbeute gestoßen, die offenbar bevorzugt in Entwicklungspojekten eingesetzt wird.

    Die "kenianische" Variante fällt durch schräge Seitenwände auf, deren Sinn lt. Erklärung ist, dass die Immen bei schräg abfallenden Wänden wie auf dem Boden nicht anbauen. (Vergl.http://www.top-bar-hive.de/page2.php ). Dies hat sich im übrigen unfreiwillig bestätigt, als ich letzte Woche meine Futterschüssel wieder aus dem Brutraum operiert habe:
    Vorher...


    ...und nachher:

    - es wurde sauber von draußen angebaut, aber nich an der schräg abfallenden Fläche innen.

    Aufgrund meiner diversen Probleme mit der Flüssigfütterung habe ich für meine BK nun bei einem Zubehörlieferanten 4l-Adamsfütterermodule bestellt, die -hoffentlich!! - fast exakt in den Honigraum passen (Maße lt. Angaben: 325x380x55mm).
    Da meine beiden Völker ebenfalls beide das Trennschied verbaut haben, hab ich vor, die Adamsfütterer auf Beine zu stellen (so dass in der Höhe der Honigraum ausgefüllt wird), das Trennschied ganz heraus zunehmen und durch eine schräg geneigte Platte gleicher Breite zu ersetzen, die dann dauerhaft am Adamsmodul befestigt wird und in den Brutraum ragt. Der Abstand zur Erde soll 2cm betragen - was die Immen systemetatisch an Bodenfreiheit belassen.
    Davon verspreche ich mir mehr Wartungsfreundlichkeit, keine abgesoffenen Bienen und verklebte Trennwand mehr. Andrerseits gehen natürlich ein paar cm an Brutraum verloren, jedoch nicht soviele wie bei der Oberträgerbeute.

    Ob der Theorie eine verwertbare Praxis folgt, muss sich noch zeigen - ich werde berichten.
      Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
    • 24.06.2013
      ...und weiter geht es mit dem Adams-TBH-Trennschiedprojekt.

      Nach Ankunft der Adamfütterer alias "Jumbofütterer" musste zunächst der Unterbau gezimmert werden - im wahrsten Sinne "Rohbau", aber so, dass es gleichzeitig die schräge Wand nach Prinzip der Top Bar Hive umsetzt und möglichst wenig Durchgang für die Bienen hat, wo man diesen nicht möchte.


      Der Adamsfütterer setzt auf zwei 5cm hohen Trägern auf. Unten ist der Zugang für die Immen. Dieser wird in Richtung Rückbrett durch eine Querleiste abgeschlossen. Ich habe sie etwas angeschrägt, um den Zugang zum Aufstieg in den Fütterer zu erleichtern.
      Nach vorne hin werden die TBH-Schräge und Abschluss für den Fütterer gebaut. Die Fühler ("Wiener Vorreiber" oder Haken) verhindern, dass das Modul zu weit in den Brutraum geschoben wird und Anfangsstreifen abreißt. Für die Schräge und Abschluss wurde "Dünnbrett" (Kleiderschrankrückwand aus dem Sperrmüll, 3mm) verwendet. Hier kommt es nicht auf Stabilität an, aber es muss Platz eingespart werden, weil Materialstärke zu Lasten des Wabenraums geht. In meinem Fall war das leider schon einiges. Bei der ersten BK in Unwissenheit war ich nur mit Messer und Stockmeißel ausgestattet, bei der zweiten dann mit Schere und Spagettizange, was deutlich schonender geht.

      Angeschrägte Waben im Brutraum

      Es war ein Gemetzel.
      In beiden BK hatten die Bienen unter dem Trennschied durchgebaut, und leider war in diesem Randbezirk aller Theorie zum Trotz kaum Honig eingelagert, sondern Brut in allen Reifestadien - ich wäre besser zwei Wochen früher gewesen!! Aber wenn das TBH-Prinzip mit der Schräge dazu führt, dass hier nicht mehr angebaut wird, hoffe ich demnächst auf weniger "Kollateralschäden".

      Die letzten Abbildung zeigt den eingeschobenen Träger ohne und mit Fütterer. Den werde ich im übrigen auf probeweise im Sommer nur mit Wasser als Tränke betreiben.

      Eingeschobenes Modul ohne Fütterer. Im Vordergrund die Abschluss-Querleiste für den Aufstieg.


      Aufgesetzter geöffneter Fütterer/Tränke

      Update 01.07.2013
      Die letzte Juniwoche bescherte dem Bergischen Land einige Tage mit Temperaturen um 12°C, an denen es "nur einmal" geregnet hat. Da die Tracht im Reich der Ponyhöfe eh nicht so üppig ist und der Honig für den Winter da sein soll, habe ich daher am Siebenschläfertag zwischengefüttert und in beiden BK die Adamfütterer mit je 2,5l Zuckerwasser eingeweiht. Bange Anfängerfrage - finden denn die Immen den l a n g e n Weg unter dem Trennschied durch zum Aufstieg...??
      Nach drei Tagen war die Frage geklärt: Fütterer leer, keine Wasserleichen, "kein Bienenkontakt" beim Öffnen des Honigraums. Das Nachfüttern ist jetzt ein Kinderspiel, da nur der Deckel des Fütterers anzuheben ist und nicht auf einsitzende Bienen geachtet werden muss.

      Es gibt bislang auch keinen Wabenbau mehr an ungewünschter Stelle. Lediglich eine Wabe wurde am schrägen Trennschied angebaut, was aber daran liegen kann, dass ich beim Abschrägen zuwenig weggeschnitten habe und sich Trennschied und Waben noch berührt haben.
      Ich schau's mir noch eine Weile weiter an. Wenn alles so bleibt, gibt's demnächst eine (eigentlich überflüssige) Bauanleitung.








      [Hinweis: bacalhau hat den Beitrag zuletzt am vor 5 Jahren, 10 Monaten geändert.]
      • Hallo bacalhau,

        gibt es ein Update zu deiner Modifikation? Wie ist es eigentlich, wenn du den Honigraum freigibts? Nach der Honigernte müsstest du die Waben dann doch wieder schräg anschneiden, oder?

        Viele Grüße

        Markus
        • Hallo Markus,

          das Update (Bauanleitung etc) steht mangels Zeit noch aus.

          Die Adamsfütterer haben sich aber in allen drei Völkern gut bewährt; ich habe die Wintereinfütterung im August/September, und Zwischenfütterung (Februar/März) damit gemacht.

          Mit dem schräg anschneiden nach Honigentnahme hast Du leider recht. Das wurde auch im Frühjahr schon zum Problem, da die Bienen in einem Volk schon im März an zu bauen fingen. Da konnte ich die jungen Neuwaben aber durch vorsichtigen Druck noch zurückschieben.

          Insgesamt bin ich recht zufrieden mit der Konstruktion.
          Evtl. muss mir noch eine herausziebare Führungsschiene für das Futtergefäß einfallen, damit es bei zu weitem Herausziehen beim Nachfüllen nicht herauspurzelt, oder das Zuckerwasser raus schwappt. Weiteres Argument für Führungsschiene: Man muss aufpassen, dass der Deckel des Adamfütterers wirklich aufliegt. Sonst nehmen die Bienen den falschen Eingang, und der Schuss geht nach hinten los, da keine davon mehr aus dem Gefäß lebend herauskommt.

          VG Daniel / Bacalhau


          markus schrieb am 24.04.2014, 12:28
          Hallo bacalhau,

          gibt es ein Update zu deiner Modifikation? Wie ist es eigentlich, wenn du den Honigraum freigibts? Nach der Honigernte müsstest du die Waben dann doch wieder schräg anschneiden, oder?

          Viele Grüße

          Markus
          • Hallo zusammen.

            Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen interessant. Nachdem ich einmal die Bienen vom Honigraum nach dem Einlogieren und einmal eine zweite Bienentraube aus dem Honigraum entfernen musste (hatte wohl ein Schwarm mit zwei Königinnen erwischt - die zweite lag tot unter der Traube im Honigraum), verschließe ich nun anfangs den Honigraum komplett mit einem Stück Pappe. Um Füttern zu können habe ich auch eine Lösung gefunden.

            Dazu habe ich einen BieneoPLAST 2L Futtertrog (rund 5 Euro von Holterm**** siehe Bild1) etwas modifiziert.

            Erstmal alle Plastikscheiben entfernen und anschließend mit der Lochkreissäge einen "Torbogen" für die Bienen schneiden (Bild2+Bild3), damit sie von Vorne rein können. Den Rest vom Trennschied habe ich wieder mit Pappe abgedeckt und den Futtertrog ganz nah dran gestellt (Bild4).

            Jetzt kann man die Bienen bequem füttern oder tränken, ohne das sie sich gestört fühlen oder im Honigraum niederlassen können. Es passen auch zwei nebeneinander, sodass man für die Wintereinfütterung ohne weiteres auch 4L (wie beim Adamsfütterer) auf einmal geben kann.

            Gruß

            David [Hinweis: DavidMaintal hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
            • Hi David,

              das ist die Idee, nach der ich gesucht habe. Den gleichen Fütterer verwende ich für meine Warrés, um ohne Stress für Bienen und Imker einfach Zuckerlösung nachkippen zu können.

              Vorne eine Öffnung reinsägen, das Teil ans Trennschied schieben und die Restöffnung einfach zu verschließen war anscheinend nicht kompliziert genug für mich. Da ich den Brutraum über den Winter eh´ komplett verschließe, habe ich schon Trennschiede, die hinten komplett zumachen. Die brauchen nur noch ein kleines Loch, das zum Fütterer passt. Nach der Auffütterung nur noch das kleine Füttererloch im Trennschied zumachen, fertig für den Winter. Sehr schön.

              Endlich ohne Schleier, Rauch und Bienengeschubse nachfüllen.

              Vielen Dank für den Tipp!
              Michael
              • Hallo David,

                ich schließe mich Michaels Ausführungen an und bedanke mich ebenfalls für diesen kreativen und hilfreichen Tipp. Ein besonders gut gelungener erster Beitrag, gratuliere.

                gruß bf
                  Abyssus abyssum invocat
                • Hallo zusammen,

                  ...ich halte die Idee von David auch für gut, insbesondere weil
                  1. der Aufwand geringer ist als bei meiner Lösung mit dem Schlitten, und insbesondere
                  2. das Anschrägen der Waben entfällt (hatte ich, um den "TBH-Effekt" zu nutzen, aber man kann ja den festgebauten Trennschied vorher lösen)

                  Einziger Zweifel liegt in dem Fütterer selbst, da die Bienen nach meinem Eindruck von der Schräge in die offene Futterlösung fallen und ertrinken können - beim Trichterkegel der Adamfütterer fallen sie nur zwischen Trichterdeckel und Steigkonus und kommen aus eigener Kraft wieder heraus.
                  Vielleicht lässt sich Davids Tunnellösung mit einem anderem Adamkegel vereinen.

                  Leider habe ich die BiKi-Haltung aufgegeben (--> Mellifera-ERB) , sonst würde ich hier noch weiter mitkreieren...

                  VG Daniel
                  • Hallo Daniel,
                    ich habe den besagten Fütterer bei sechs Warrés bereits im Einsatz und bisher keine einzige tote Biene gehabt. Beim Nachfüllen geraten einige manchmal in die Lösung, konnten aber immer wieder rauskrabbeln. Weil er bei mir so sicher ist, möchte ich ihn ja auch in der BK verwenden.
                    Viele Grüße
                    Michael
                    • Tolle Idee, aber ich will verstehen... warum hat das Futtertrog zwei Klappdeckel?

                      -K
                        Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                      • Hallo zusammen.

                        Schön das mein erster Beitrag hier gleich soviel Zuspruch erhält. Vielen Dank!

                        @Kevin
                        Der Futtertrog hat zwei Klappdeckel, da er über den einen befüllt wird und über den anderen der Trennschied (siehe Bild1) verstellt werden kann. Dieser hat drei Positionen, mit der man die Trichtergröße verkleinern oder vergrößern kann. Bei mir steht er immer wie im Bild zu sehen ganz vorne. Der zweite Deckel ist auch ganz praktisch, da man die verbliebenen Bienen so einfach vorm Flugloch abschütteln kann.

                        @Daniel
                        Ich kann dich beruhigen. Man kann gefahrlos hinten nachschütten ohne die Bienen zu ertränken, da die beiden Räume durch den Trennschied getrennt sind. Sollte doch einmal eine Biene die in die Lösung fallen kommt sie problemlos wieder heraus.

                        Wäre dafür ein eigenes Thema sinnvoll?

                        Grüße

                        David
                        • Hallo,

                          wie dick darf dieser restliche Verschluss sein? Oder anders gefragt: Wie groß darf ein Spalt maximal sein, damit die Bienen nicht mehr hindurch kommen? Ich habe bei mir das Problem das sich immer wieder eine oder mehrere Bienen durchschummeln und diese seltsamerweise aber auch nicht mehr zurück finden. Habe da anscheinend eine Art Bienenflucht konstruiert. Als Verschluss habe ich eine 3mm Holzfaserplatte anstelle einer Pappe.
                          Ich dachte mir bei Pappe nagen sich die Bienen durch (siehe besiedeln der Kiste).

                          2. Frage:
                          Befüllt ihr mit Trichter ? Mit den PET Flaschen, die ich bisher zum Transport verwendet habe komme ich nicht gut ran und kann die Flasche nicht völlig entleeren (die Flasche steht beim Kippen am Deckel der Kiste an.

                          Als Nachteil möchte ich anführen das ich nicht mehr unterm Trennschied durchgucken kann. Für Anfänger sicher auch relevant.

                          Sobald ich das Teil dicht bekomme, bin ich aber voll davon überzeugt smiley

                          Vielen Dank fürs Teilen!

                          Bg,
                          Johannes [Hinweis: tryme23 hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
                          • Hallo Johannes,

                            wie klein "Bienendicht" ist weiß ich leider nicht genau. Ich meine <3mm sollte reichen.
                            Du hast recht, die Pappe wird natürlich angenagt. Deshalb ist Deine Lösung mit der Holzfaserplatte nicht verkehrt. Denkbar wäre auch ein Plexiglas Trennschied, bodentief mit Aussparrung(en) für ein oder mehrer Fütterer. Da könntest Du die Lücken mit z.B. Tesamoll (werden sie vermutlich auch annagen) schließen.

                            Bei mir haben sich bisher auch immer wieder Bienen nach hinten verirrt. Das waren bisher aber nur einzelne, die auch wieder zurück fanden. Tote lagen noch keine bei mir rum.

                            Zum befüllen nehme ich ehemalige PET Saftfalschen. Die haben eine großen Öffnung und es bleiben nur ein paar Tropfen in der Flasche übrig. Trichter ist natürlich auch eine gute Idee, wird aber unweigerlich etwas nach tropfen.
                            Ich würde einen "Öl Trichter" nehmen (z.B. https://www.amazon.de/dp/B000VD1RPI/ref=cm_sw_em_r_mt_dp_82pCxb9QE3NGR). Mit dem geht es bestimmt prima und man könnte vielleicht (besser mit etwas Hilfe) auch aus einem Kanister die Fütterer befüllen.

                            Herzliche Grüße

                            David
                            • Hallo David,

                              danke für den Hinweis mit dem Öltrichter. Was noch gehen würde, wenn ein Tricher mit zu kurzen "Rüssel" bereits voranden ist, könnte man einen Entsafterschlauch verwenden: https://www.amazon.de/Ersatzschlauch-Schlauch-Abf%C3%BCllgarnitur-Entsafter-Dampfentsafter/dp/B00E5WL7T2?tag=wwwecosiaorg-21

                              Bezüglich der Bienen die durch gekommen sind: Ich habe den Futtertrog erstmal rausgenommen um eben eine andere dünnere Abdeckung zu verwenden und dabei ist mir dann aufgefallen das der Deckel nicht 100% zu war. Klemmt auch jedesmal beim zumachen. Könnte mir vorstellen das auch da die Bienen nach oben hin durch sind.

                              Für die Abdeckung des restlichen Trennschieds probiere ich als nächstes Balsa Holz. Das gibt es bis zu 1mm im Baumarkt:

                              http://www.hornbach.de/shop/Rechteckleiste-Balsa-3x100x1000-mm/7845547/artikel.html

                              Bg,
                              Johannes