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  • Hallo allerseits,

    ich lese nun schon seit langem still mit und imkere seit 2 Jahren mit einer BiKi und bin glücklich, dass mir bisher meine Mädels den einen oder anderen Fauxpas verziehen haben, da sie sich dennoch gut entwickelt haben.

    Nun habe ich diesen Winter die Oxalsäurebehandlung erst sehr spät durchführen können, den Lehrbüchern zufolge bereits zu spät. Dennoch habe ich sie gemacht und befürchte nun, dass ich die angebene Konzentration pro Volksstärke falsch eingeschätzt habe und dabei die Königin zu Schaden genommen sein könnte.

    Das Volk sitzt dicht in der Traube und braust beim Klopftest kurz auf und beruhigt sich recht schnell wieder - gutes Anzeichen. Aber ich bilde mir ein ein leises durchgehendes Summen / Heulen zu hören, wenn mein Ohr an der Wand klebt.

    Nun ist der Winter hier in Berlin bisher auch recht mild gewesen, sodass ich mir vorstellen kann, dass das Volk ein Brutnest pflegt, stören möchte ich verständlicherweise auch nicht immer zu, aber was, wenn sich meine Befürchtung als richtig erweist?

    Mitte Dezember saß das Volk auf 8 Waben, Futter nicht im Überfluss, aber doch reichlich vorhanden. Daneben steht ein Minivolk einer geschenkten Warré, dass sich hingegegen nicht entwickeln konnte, mit einer guten Königin (zu spät eingeschlagen und dann nicht richtig gepflegt vom Vorgänger). Es sind viel zu wenig Bienen, um über den Winter zu kommen, daher hat so gut wie keine Überwinterungschance, schade um die Königin...

    Daher mein Gedanke, ein starkes BiKi-Volk evtl. seit Mitte Dezember weisellos und ein im Winter nicht überlebensfähiges Minivolk, aber dafür mit guter Königin - kann ich sie jetzt noch bei regelmäßigen Nachtfrösten ende Januar der BiKi zugeben? Oder sollte ich warten? Wenn ja, wie lange sollte ich warten und worauf muss ich achten?

    Was wären die Folgen wenn ich die Königin zusetzen sollte und wie / mit welcher Methode erziele ich unter den Umständen die besten Erfolge?

    Vorab vielen Dank für eure Hilfe!

    Beste Grüße aus Berlin
    Lina
    • Hallo Lina,

      noch ist doch nicht klar, dass die Königin in der Biki tot ist.
      Kurzes Aufbrausen und schnelle anschließende Beruhigung, zeigt doch von einem gesunden Volk.
      Leichtes Summen auch.

      Ich habe gestern auch mein Ohr an die ERBs gelegt. Durch die milde Temperatur am Sonntag, fand ich das Summen auch lauter als sonst. Das liegt womöglich daran, dass sich die Traube etwas gelockert hat.

      LG
      • Hi Bombin,

        also könnte es doch an den milden Temperaturen liegen und daran, dass die Damen möglicherweise wieder brüten, was das Summen/Brummen erklärt - das beruhigt doch sehr smiley Dann werde ich die Füße still halten und vorerst nur beobachten.

        Vielen Dank für die schnelle Antwort!

        LG Lina
        • Hallo Lina,
          Ich schließe mich Bombin an. Aufgrund von Vermutungen würde ich nicht vorschnell handeln. Wenn ein Volk weisellos geworden ist, dann braust und heult es ca 2 Wochen lang. Danach ist kaumm noch ein Unterschied zu hören. Die meisten Völker haben jetzt schon wieder kleine Brutnester. um die zu wärmen erzeugen sie mehr Temperatur mit der Flugmuskulatur. Deswegen hört sich dass Summen dann etwas lauter an wie im Dezember. Und wenn sie wiklich die Königin verloren haben, werden sie um diese Jahreszeit nicht so schnell drohnenbrütig, sodass du bei der Durchlenzung eventuell immer noch vereinigen kannst. Und gebe nie kleine Völker vorschnell auf. Gerade in der Warre haben auch sehr kleine Völker durchaus Chancen über den Winter u kommen, solange sie gesund sind und genügend Futter haben.

          Gruß
          david
          • Zitat Lina:
            "Es sind viel zu wenig Bienen, um über den Winter zu kommen, daher hat so gut wie keine Überwinterungschance, schade um die Königin... "

            Anfängerfrage:
            Warum ist die Überlebenschance der Königin eines sehr kleinen Volks gering, auch unter der Voraussetzung, dass genügend Nahrung vorhanden und die Milbenbelastung gering ist?

            maksimilian
              1 BK seit 23.06.2018
            • Hallo maksimilian,

              die Bienen müssen sich zum einen in der Traube wärmen, dabei wechseln ständig die äußeren kühleren Bienen mit denen, die sich in der Traube befinden und wärmer sind. Das machen sie, um nicht zu verklammen und die Temperatur zu halten und sich abwechselnd aufzuwärmen und zu erhilen. Die dafür nötige Temperatur (habe die Gradzahl gerade nicht parat) schaffen aber nur unter den jeweilig herrschenden Bedingungen, wie bspw. Außentemperaturen, möglicher Luftzug oder Feuchtigkeit eine gewisse Masse an Bienen. Ach die Wärme wird dadurch erzeugt, dass die Bienen ihre Flügel von der Brustmuskulatur abkoppeln und dann, wie beim Heizen der Brut, mit der Brustmuskulatur zittern. Dafür wird Energie in Form von Kohlenhydraten benötigt.

              Man spricht so von mindestens 5000 Bienen, die dafür nötig sind. Außerdem stirbt im Winter davon noch ein Teil der Bienenmaße. Auch braucht es zum brüten im zeitigen Frühjahr genug Arbeiterinnen, die neben der Brutpflege noch den Stock sauber halten, Pollen und Nektar für die Brut zum füttern und heizen ran schaffen, sich gegen Schädlinge und Fressfeinde verteidigen und die Königin versorgen. Ich hoffe das hat dir weiter geholfen.

              In meinem Fall habe ich bei der Behandlung erst gesehen, dass "Volk" auch Minivolk einer starken Übertreibung gleicht. Hochgerechnet sind es rund 1000 Bienen, selbst wenn die Temperaturen so mild bleiben habe ich da leider keine Hoffnung sad

              Beste Grüße
              Lina
              • Hallo Lina,

                danke für Deine ausführliche Antwort. Es sind sicher mehrere Parameter, die eine Rolle spielen. Eine Mindestzahl wird wohl in jedem Fall notwendig sein. Aber welche ?
                Ich würde an Deiner Stelle die Hoffnung nicht aufgeben. Bei meinem kleinen Volk bin ich immer wieder überrascht, wie es das Überleben schafft. Wie hier schon an mehreren Stellen erwähnt, wissen unsere Schutzbefohlenen oft selbst, sich zu helfen. Bei der Varroa ist natürlich unser Eingreifen erforderlich.

                maksimilian
                  1 BK seit 23.06.2018
                • Hallo, also nach Beobachtung in den letzten warmen Tagen hat sich gezeigt, dass das BiKi-Volk offensichtlich weiselrichtig ist, da die Mädels die Temperaturen nutzten, um Pollen ran zu schaffen. Da ich beim Warré-Volk keine Aktivitäten sehen konnte und auch keine Reaktion beim Klopftest erthalten habe, habe ich vorsichtig reingeschaut, das Volk hat es nicht geschafft. Aber das war leider vorher zu sehen. Dafür ist das BiKi-Volk fit, meine Ängste waren also wenigstens in dieser Hinsicht unbegründet.

                  Danke für eure Hilfe!

                  Viele Grüße
                  Lina