beantwortet Wabenbruch

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  • Hallo,
    Habe jetzt schon einiges zum Thema Wabenbruch gelesene und ein paar Ideen bekommen, aber vielleicht hat jemand noch eine Idee zu meiner konkreten Situation:
    Ich habe Sonntag die Kiste geöffnet und einige Waben waren am Bodenbrett angebaut. 2,5 Wochen vorher war es nicht so, die Bienen sind in dieser Zeit gefüttert worden und haben in Windeseile über 6 kg zugelegt, hatten ihr Zielgewicht erreicht, vielleicht wussten sie nicht mehr wohin mit dem Honig.
    Wegen einer extrem hohen Wespenpopulation in unserem Garten(die ich nicht in die Kiste lassen wollte) hatte ich die Kiste in der Zeit nicht geöffnet, werte ich jetzt als Fehler.
    Mir gelanng es die festgebauten Waben ohne Abriss vorsichtig loszulösen und auch die Kiste behutsam wieder hinzustellen.
    Ca.30 Minuten später war alles voller Wespen und ein Schwall Honig kam aus der Kiste geflossen.Davor ein Riesenklumpen Bienen, der anscheinend nicht rein konnte. Die Bienen waren im Gegensatz zu mir erstaunlich unaufgeregt und friedfertig.
    Inzwischen kommen sie wieder rein und raus, es sitzen aber immer noch ungewöhnlich viele draußen.Von hinten reingeschielt würde ich sagen, drei Waben mindestens sind abgebrochen, eher nicht das Brutnest. Tropfen tut nichts mehr, die Abwehr der Wespen scheint zu klappen.
    Und nun? Öffnen und riskieren, dass noch mehr rausbricht? Vor allem vor so einem Honigfluss habe ich Angst. Habe gut eine Stunde mit laufendem Gartenschlauch daneben gestanden, ein übermüdetes Kleinkind (mit Schleier) im Arm, war nicht so toll.
    Andrerseits kriege ich das Bodenbrett sonst wohl nie wieder ab und das geht ja nicht.
    180 Grad drehen zur Inspektion? Oder normal aufstellen?
    Es handelt sich um eine voll ausgebaute, seit 2015 besiedelte Bienenkiste, die diesen Sommer nach Umweiselung ziemlich geschwächelt hatte, weshalb ich auch den Honigraum nicht freigab. Über den Sommer ist das Volk erstarkt, hatte ein großes Brutnest und wie gesagt (zu?) gut zugenommen,AS-Behandlung ist abgeschlossen.
    Und nun sowas.
    Besorgte Grüße
    Natalie



    Diese Frage wurde von bienenflug beantwortet. Siehe erste Antwort.

    • discuss.answer
      Hallo Nathalie,
      du hast zwar kein Foto eingestellt, aber ich kann mir die Situation gut vorstellen.

      Ich an Deiner Stelle würde gar nichts mehr tun und die Bienen einfach machen lassen. Die werden den Wabenbruch auf ihre Weise reparieren und ergänzen.
      Das Einfüttern ist abgeschlossen und die AS-Behandlung auch. Somit kannst du
      das Volk ruhigen Gewissens einwintern, so wie es jetzt ist.

      Was du meiner Ansicht nach weiter tun kannst ist folgendes:
      Ende Oktober, Anfang November, an einem trocken nicht zu kalten Tag kannst du von hinten nach vorne einen dünnen Draht zwischen Boden und Waben hindurchziehen und die am Boden haftenden Wabenrückstände auf diese Weise trennen.
      Es kann sein, dass du im Bereich der Wabenbrüche ein wenig Wabengewusel feststellst. Einfach lassen wie es ist und erst im warmen Frühling falls nötig
      regulierend eingreifen, sobald der Bautrieb erwacht ist.

      Das Trennen der Waben vom Bodenbrett ist nötig, damit du ca. 4-5 Wochen später
      die OS-Behandlung durchführen kannst. Auch dann erneut erst mit dem Draht
      durchziehen, bevor du das Bodenbrett abnimmst. Und das gleiche vorm ersten Öffnen
      der BK bei der Frühjahrsdurchsicht auch. Danach geht's wahrscheinlich wieder
      ohne.


      gruß bf
        Abyssus abyssum invocat
      • Hallo Bienenflug,
        habe mich noch gar nicht bedankt, werde deinem Rat folgen.
        Was empfiehlst du für einen Draht (Stärke?),sie haben umgehend wieder alles am Bodenbrett befestigt.
        Würde es sinnvoll sein, die Drahtaktion schon jetzt an einem kühlen Morgen zu machen und ggf. mehrfach zu wiederholen?
        Davon ab scheints meinen Bienen gut zu gehen. Der Gewichtsverlust ist wieder ausgeglichen, es wird lebhaft Pollen eingetragen.
        Danke noch mal.
        Natalie
        • hallo natalie,

          am besten ist ein dünner scharfer Edelstahldraht, der schneidet gut und hält einiges an Zugkraft aus.
          Ich benutze in solchen Fällen (bei Warré hat man das öfters) Rähmchendraht zum Einlötenvon Mittelwänden.

          Ob es sinnvoll ist, schon jetzt die Waben zu trennen? Ich würde es nicht tun. Ende Nov./Anfang Okt.
          ist besser, weil die Bienen dann bereits im Wintersitz ruhen (Wintertraube). Eigentlich würde es
          genügen, wenn du am Tage der OS-Behandlung den Draht durchziehst und die Waben trennst. Damit du aber
          ein Gefühl für diese Maßnahme bekommst, habe ich dir empfohlen, dies ca. 4 Wochen vorher ein Mal zu tun, zum Üben.
          Den Deckel aber bitte nicht abnehmen, mach das erst bei der OS-Behandlung.

          Schön zu hören, dass es den Bienen gut geht. Danke auch für die Rückmeldung.

          Grüße bf

            Abyssus abyssum invocat
          • Ich habe gute Erfahrungen mit einer Gitarrensaite gemacht. Super stabil und kosten fast nix, die hohen Saiten aus Stahl.

            Viele Grüße

            Harry
            • Vielen Dank, wird so gemacht.
              "Gefühl für die Maßnahme" trifft es ganz gut, ich habe einfach Schiss, dass es mir nochmal passiert.
              • hallo natalie,
                Im Gegensatz zu jetzt sind die Waben im Winter spröde und steif. Wabenabriss dürfte dann eigentlich
                nicht vorkommen.
                Du legst ja die Kiste vor dem Öffnen mit dem Rücken auf den Boden. Sollte nach Abheben des Bodenbrettes noch irgend ein Wabenteil lose sein, so bleibt es an Ort und Stelle liegen und wird durch
                die Nachbarwaben gestützt.
                Wird schon klappen.
                Gruß bf
                  Abyssus abyssum invocat
                • Speichendraht (für Fahrräder) tut es auch prima. Halt alles, was fest und und dünn genug ist.
                    Bienen machen glücklich!