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  • Hallo zusammen,

    seit letztem Jahr habe ich zwei Bienenkisten, die eine habe ich im März 2017 schon besetzt und voll ausgebaut, gekauft. Sie entwickelte sich sehr gut und viele Spielnäpfchen liessen auf einen Schwarm spekulieren, den es aber dann nicht gab. Die Bienenmasse wurde auch sehr gross, 52 kg wog die Kiste zur besten zeit. es gab allerdings in den teilweise ausgebauten Honigmittelwänden keinerlei Honig zu ernten. Nach den zwei Ameisensäurebehandlungen war das Volk unglaublich geschrumpft, und wog nur noch 32 kg, also etwa 5 kg Waben und Bienen. Habe bestimmt 20 kg Futter da rein gegeben und sie haben den Winter tatsächlich gut überstanden - inclusive einer Oxalsäurebehandlung kurz vor Weihnachten.

    Diese lange Geschichte zur Info, damit ihr ein wenig über das Volk wisst.
    Nun entwickeln sie sich schon wieder sehr stark - die Kiste wog vorletzte Woche 60 kg. Aber an den zahlreichen Näpfchen tut sich nix bisher.
    Nun habe ich die letzten Tage häufiger krabbelnde Drohnen vor der Kiste beobachtet und einige hatten verkürzte Flügel, andere auch nicht - aber fliegen konnten sie nicht. Ab und zu waren auch früh morgens die Puppen ohne Flügel auf dem Brett zu finden.. da schaue ich allerdings nicht täglich so früh nach.

    Ich hab leider über dieses Virus nichts aussagekräftiges im Forum gefunden....
    Heisst das, dass man da nichts machen kann? Beim honigmacher und anderen Seiten war zu lesen, dass man eben die Varroa in Schach halten muss.
    Meine Frage: Muss ich da irgendwie tätig werden? Denn m.E. deutet das ja auf einen erhöhten Varroabefall hin - ist ja auch normal jetzt, wo das Volk so stark wächst.
    Aber jetzt eine AS-Behandlung zu machen, würde ja nur gehen, wenn ich den Honig ernte.. Soll ich das tun?
    Hat jemand damit Erfahrungen gemacht? Gibt es einen Hinweis auf hohen oder nicht so hohen (und somit evtl nicht so bedrohlichen) Befall mit dem Virus?

    viele Grüße,
    Regine

    • hallo regine

      Abhilfe ist möglich:
      - Volk abtrommeln und den Trommelschwarm in neue Beute einlogieren.
      - Restvolk zieht sich eine neue Weisel.

      für beide Volksteile tritt Brutpause ein, was die Varroa erheblich reduziert.

      Solltest du den Honigraum freigegeben haben - raus damit, den vorhandenen
      verdeckelten Honig ernten, Brut und Wabenteile mit offenem Honig einschmelzen.
      Das Abtrommeln machst du einen Tag später, damit die Bienen sich beruhigt
      haben und sich nicht an offenem Honig verkleben .


      gruß bf
        Abyssus abyssum invocat
      • Hallo bf,

        danke für deine Antwort. Das ist natürlich ziemlich drastisch - meinst du, es ist auf jeden Fall nötig? Die Viren werden zwar auch durch die Varroas übertragen, aber auch auf vielen anderen Wegen, las ich. Aber Varroareduzierung würde dann auf jeden Fall schon viel bringen bezgl. der Virusbelastung? Naja - generell ist natürlich eine zu hohe Varroabelastung nicht gut..
        Würde es nicht helfen oder ausreichen, wenn ich jetzt den Honigraum frei mache und eine AS-Behandlung?
        Muss ich jetzt erstmal mich reinlesen und Videos schauen usw, wie ich den Trommelschwarm hinbekomme. Ich hatte auch eine Bauerneuerung für dies Jahr nach dem Schwärmen eingeplant.. dann kann ich das ja auf jeden Fall auch machen..

        Meine zweite Kiste ist ja mit einem kleinen Schwarm von letztem Jahr besetzt, der jetzt so richtig in Fahrt kommt - ist der denn auch evtl genauso infiziert und müsste zwangsläufig auch abgetrommelt werden??

        Eine dritte Kiste hab ich derzeit nicht, kommt vielleicht nächstes Jahr - aber vielleicht würde ich den Trommelschwarm ja loswerden.

        Gruß Regine
        • Hallo Regine

          - - Eine dritte Kiste hab ich derzeit nicht, kommt vielleicht nächstes Jahr - aber vielleicht würde ich den Trommelschwarm ja loswerden - -

          Wäre eine gute Option.

          Eine weniger rigorose, erfolgversprechende Maßnahme sehe ich bei der von
          dir abgegebenen Befallsbeschreibung leider nicht.

          Die andere Option ist die folgende:

          Abtrommeln des Volkes und totale Brutentnahme.

          Das bedeutet: Du trommelst das Volk erst in eine in den Honigraum passende Pappkiste ab. Dann nimmst du dir die Brutwaben einzeln vor, indem du sie nacheinander eine nach der anderen hervorholst, die aufsitzenden Bienen einfach auf die noch verbliebenen Waben abfegen. Die herausgehobenen Waben schneidest du dann V-förmig unter dem Oberträger ab, so dass du sofort einen neuen Bauleitstreifen hast und setzt die Leiste direkt wieder ein. So leerst du die Kiste nach und nach komplett. Die abgefegten Bienen sammeln sich irgendwo in der Ecke. Du kannst ja ein Tuch auf einen Bereich legen.
          Wenn du damit fertig bist, verschließt du die Kiste und lässt den Trommel-
          schwarm durchs Flugloch wieder einlaufen. Damit wäre das Volk wieder komplett und fängt sofort an, zu bauen und zu gesunden.

          Auf diese Weise verlierst du keine Bienen, musst nicht nach der Königin suchen und bekommst wieder ein gesundes Volk. Der Aufwand hält sich in
          Grenzen.
          Nimm dir am besten jemanden zur Hilfe, der dir z. B. die Waben abschneidet
          und zurückreicht.
          Den in den Brutwaben vorhandenen Honig kannst du selbstverständlich ernten und mit Genuss verzehren. So ganz leer gehst du sicherlich nicht aus.

          bf

            Abyssus abyssum invocat
          • Hallo bf,

            nun geht mir natürlich vieles durch den Kopf. Also z.B, ob es wirklich dieses Flügeldeformationsvirus ist, weil ich halb abgefressen wirkende Flügel jetzt nur bei zwei Drohnen sah.. die nicht fliegenden, aber intakt erscheineneden Krabbler sieht man allerdings häufiger vor der Kiste.... und eben die verstümmelten Puppen, als die Schlupfzeit der Drohnen begann.

            Würdest du denn den Tod so vieler Bienen letztes Jahr tatsächlich auch auf Varroa zurückführen? Denn ich habe mich natürlich auch gefragt, was da los war.. Ist ja mein erster Bienensommer gewesen und ich hatte ja etwas untypisch gleich mit der besetzten Kiste gestartet..
            Was ich vergass zu erwähnen war, dass Brutfreiheit bei der Oxalsäurebehandlung nicht gewährleistet war, da es eigentlich nur ein ganz kurzes Fröstchen drei Wochen vorher gegeben hatte und der Winter ja bis dahin recht harmlos war.

            Dieser Umstand kann ja auf jeden Fall auch zur erhöhten Milbenbelastung von Anfang an führen...
            Es würde mich interessieren, was genau an meinen Beschreibungen dich veranlasst hat, anzunehmen, dass so eine Massnahme nötig ist...

            Ja, ich hadere noch ein wenig damit, jetzt so eine Aktion zu machen und kann es irgendwie nicht so richtig glauben, dass das tatsächlich nötig sein soll. Aber wenn ich es nicht tue, kann es vermutlich verheerende Folgen für das Volk haben. Ich vertraue da schon deiner Erfahrung und danke dir auch für die Informationen und Unterstützung!
            Dein zweiter Vorschlag gefällt mir eigentlich gut, bis auf, dass ich ja dann die ganze Brut zerstören muss sad Wie macht man das überhaupt - auch da dann evtl noch Honig sauber raus bekommen? Gibt es dazu schon Threads oder Videos?

            Wäre es nicht auch möglich, alle Bienen dann in eine Kiste zu bekommen/abzufegen, so dass ich sie in den Keller stellen und währenddessen neue Anfangsstreifen rein bauen kann? Müsste die Kiste nicht evtl ausgeflammt werden - wegen des Virenbefalls? Wenn ich von den alten Waben etwas stehen lasse, sind da ja auch evtl noch Viren drin.. Fragen über Fragen... Dabei dachte ich bis vor ein paar Tagen, mein Volk ist toppfit..

            Und wahrscheinlich sollte ich jetzt so schnell wie möglich handeln? Aber ich denke, eine Woche werde ich noch brauchen zur Vorbereitung.

            Viele Grüße erstmal und nochmal vielen Dank!
            Regine

            • Hallo Regine,
              ich kann verstehen, dass du überfordert bist und die Situation nicht richtig einschätzen kannst.
              Drohnen grabbeln öfters auf dem Boden rum und es sind ja gerade die Drohnen, die stark varroabelastet sind.
              Betrachte meine Hinweise nur für den Fall, dass das Volk sicher mit dem Flügeldeformationsvirus
              befallen ist.
              Im Zweifel, so wie bei dir, lass einfach der Natur ihren Lauf und erst wenn du Jungbienen mit
              Stummelflügel vor der Beute krabbeln siehst ist die Maßnahme wirklich auch nötig. Bleibe deshalb
              bis auf weiteres gelassen, beobachte aber aufmerksam vor dem Flugloch.

              Was das Abfegen anbelangt, so geht das einfacher, wenn erst einmal die Bienenmasse zum großen Teil durch Abtrommeln im Brutraum reduziert wird. Da ich dich nicht kenne und nicht weiß, in wie
              weit du dir zutrauen würdest, in einer stark gefüllten Beute rum zu wurschteln, und möglicherweise
              dabei auch die Königin zu schädigen - fällt es dir anschließend leichter, die dann zum guten Teil
              geleerte Beute auseinander zu nehmen und die Maßnahme trotz Vorhandensein des Restvolkes durch zu
              führen. Ein erfahrener Imker könnte selbstverständlich das Volk komplett von den Waben abfegen
              (Trichter nötig).

              Eine solche Maßnahme ist etwas für erfahrene Imker und deine vielen Fragen zeigen mir,
              dass du offensichtlich nicht über die nötige Fertigkeit und Erfahrung verfügst, dies umzusetzen.
              Du solltest demzufolge einen erfahrenen Imker um Hilfe bitten.

              Da du wissen wolltest, was man bei einer Infizierung mit dem Flügeldeformationsvirus( oder auch DWV englisch Deformed Wing Virus) tun kann, habe ich dir eine gangbare Lösung aufgezeigt.

              Aber halte zunächst die Füße still und mach gar nichts. Ich weiß nicht, in wieweit du mit deiner
              Beobachtung und Einschätzung hinsichtlich des DWV tatsächlich richtig liegst. Tut mir leid, dass ich
              Kenntnisse vorausgesetzt habe, die nicht vorzuliegen scheinen.

              gruß bf

                Abyssus abyssum invocat
              • Hallo Regine,

                du kannst den Milbenbefall mit der Puderzuckermethode überprüfen. Ich weiß, dass einige Foristen sie nicht für ausreichend genau halten, aber um deinen Verdacht zu bestätigen (oder auch zu entkräften) und so mehr Sicherheit für deine Entscheidung zu erlangen, reicht es allemal.

                Gruß
                Heiner
                • Hallo Heiner,

                  danke für den Tipp. Ja, daran dachte ich auch schon. Da ich aber letztes Jahr beim ersten Versuch damit das als ziemlich stressig für alle Beteiligten und wenig aussagekräftig empfand, hatte ich erstmal Abstand davon genommen. Aber einen erneuten Versuch wäre es natürlich wert. Mal schauen, wann das wettertechnisch wieder passt.

                  Gruß Regine
                  • Hallo Regine,

                    bei meinen ersten Versuchen habe ich mich auch sehr unbeholfen angestellt, die Bienen in den Becher zu bekommen. Inzwischen mache ich das so:

                    Einen großen Bogen Papier oder eine stabile Folie auslegen,
                    Kiste öffnen und die Bienen vom Bodenbrett direkt auf die Folie abstoßen,
                    Folienenden zusammenlegen und die Bienen in den Schüttelbecher gleiten lassen,
                    Becher verschließen, Kiste verschließen und sofort ist wieder Ruhe zum arbeiten.

                    Das geht schnell und stressfrei.
                    Viel Erfolg
                    Heiner

                    • Hallo Heiner,

                      ja, super Tipp, Dankeschön! Das hatte ich irgendwann auch schon mal im Forum gelesen, aber dann auch wieder vergessen, weil es schon fast ein Jahr her ist..
                      So werde ich es machen!

                      Viele Grüße,
                      Regine
                      • Hallo Regine,
                        schau doch mal bei Ritter (http://www.bienengesundheit.de/) unter DWV. Dort steht alles wichtige zur Diagnosestellung und zum weiteren Vorgehen. Wichtigste Maßnahme bei Verdacht auf DWV: Das Volk isolieren. Alles weitere hat Bienenflug schon geschrieben.
                        Gruß, Lucius.
                          Die Bienenhaltung [...] ist außerdem eine moralische Arbeit, da sie ablenkt von Kaffee und verrufenen Häusern und den Blick des Imkers auf das Beispiel der Arbeit, der Ordnung und der Hingabe an eine gemeinsame Sache lenkt.
                          (Abbé Warré)
                        • Danke Lucius für die Unterstützung.

                          @Regine
                          Was versprichst du dir von so einem unnötigen Milbentest. Ich wüßte nicht,
                          wie dieser Test dir weiterhelfen sollte. Lass es sein und mach es einfach
                          so, wie ich es dir beschrieben habe.

                          gruß bf
                            Abyssus abyssum invocat
                          • Hallo

                            mach es so wie Bf und Lucius es Dir erklärt hat. Auch die Drohnenbrut herausschneiden bringt Dir wenig Erfolg - vielleicht Linderung....
                            Kaufe oder baue Dir eine Einfachbeute - als Ersatz - braucht man öfters wie angenommen

                            Ich denke warte nicht zulange, Dein Volk wird mit der Zeit immer schwächer
                            As Behandlung: suche nach Varrowetter - da bekommt man für den Behandlungszeitraum Hilfe

                            Gruss
                            Drohn