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  • Hallo zusammen smiley

    Mein Freund und ich haben uns in das Abenteuer Bienenkiste gestürzt und da es keinen Naturschwarm für uns gab, haben wir einen Carnica-Ableger (von 8 Rähmchen) mit Gesundheitszeugnis bei einem Imker in der Nähe geholt. In der Schwarmkiste hat der Transport prima geklappt und auch die Kellerhaft haben Bienen und Königin gut überstanden. Der Imker hatte Apifonda-Futterbrei in unsere Schwarmkiste gelegt (so eine Multibox...) und meinte eigentlich, die Menge reicht für ca 2 Wochen... nun war viel Futterbrei "geschmolzen" (der ist wohl nass geworden) und ein paar Bienen lagen erstickt darin.

    Wir haben die Bienen am Samstag über ein Holzbrett durchs Flugloch einlogiert, und das hat wunderbar funktioniert! Auch die Bienen, die noch lebend im Apifonda-Brei steckten, konnten wir retten. Kaum waren sie einigermaßen frei vorm Flugloch, wurden sie von den anderen sauber "gefressen"... smiley
    Aber wir hatten nun keinen Futterbrei mehr. Der Imker, von dem sie kommen, hat ganzjährig zugefüttert (und reichlich Honig entnommen...) und unser Plan war, dem Ableger wenigstens zu Beginn den Rest Futterbrei zu lassen, da es sich ja eben nicht um einen großen Schwarm handelt, der sich vorm Schwärmen die Taschen voll gefuttert hätte.
    Ohne ausreichend Futterbrei haben wir dann erstmal Zuckerlösung (500g Zucker mit 250ml Wasser) gefüttert. Das Schälchen war gestern Abend fast leer und wir haben nochmal nachgelegt. Und uns gefreut, dass keine Biene ertrunken ist wink

    Der Schwarm macht einen guten, munteren Eindruck. Gestern Abend hingen sie als Traube vorne links in der Kiste! Heut Morgen sind sie munter unterwegs, auch wenn die meisten nicht mit vollen Taschen zurückkehren - manche sammeln schon erfolgreich Pollen. Wir wohnen in Mitten von Wald, Wiese und Feldern und haben zum Glück nicht nur Landeirtschaft nebenan, sondern auch Gärten mit blühenden Blumen und Büschen. In unserem eigenen Garten blüht auch noch einiges, vor allem Rund um ein paar große Fischteiche, und auch wenn wir nicht direkt in der Kleingartensiedlung leben, müsste es eigentlich relativ Bienenfreundlich sein... zumal die Natur hier etwas "zurück" ist, und viele Pflanzen erst kürzlich aufgeblüht sind oder jetzt knospen.

    Jetzt überlegen wir, ob und wie viel und was wir füttern sollen... wir wollen den Bienen nicht die Motivation nehmen, sie aber natürlich gut versorgen. In der Zuckerlösung scheinen sie nicht zu ertrinken, aber wir müssen ständig wechseln, was über den hinteren "Eingang" nicht so einfach ist (aber den Boden soll man ja hübsch geschlossen lassen in den ersten Wochen ^^). Futterbrei-Pakete wwürden vielleicht länger halten, aber wir sind besorgt, ob wieder Tiere darin kleben bleiben würden... und was ist an Regentagen? Oder im August, wenn wir Urlaub machen..... Also - was würdet ihr tun? Wie sind die Erfahrungen mit Kleinstvölkern ohne Vorrat im Juli? Wie und was füttert ihr?

    Wir freuen uns auf Antworten - und unsere Bienen sich bestimmt auch smiley
    • Nur zur Verständlichkeit/Verständigung(?)... war das ein Ableger (samt Brutwaben) oder ein Kunstschwarm (Bienen von Waben abgefegt, dazu die/eine Königin)?

      Schöne Grüße

      Kevin
        Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
      • Hallo Kevin!

        So gesehen war es ein kleiner Kunstschwarm. Wir haben einen Carnica-Ableger gekauft, aber die Bienen ohne Rahmen/Waben mit ihrer (jungen) Königin in einer Kiste mitgenommen und dann später in die Bienenkiste einlogiert. Nur sind es eben nicht 1,5 kg Bienen (wie bei den meisten Kunstschwärmen, sondern weniger...

        Schöne Grüße
        • Hallo,

          eine Antwort auf Kevins Frage wäre gut um eine genaue Beurteilung abgeben zu können.

          Auch eine Gewichtsangabe wäre ok, "Carnica-Ableger (von 8 Rähmchen)" ist ein dehnbarer Begriff.
          Ob MiniPlus, DeutschNormal oder Dadant ist schon ein Unterschied und die Besetzung der Waben kann auch unterschiedlich sein.

          Generell finde ich diese Art der Besiedelung einer BiKi für einen Anfänger vorsichtig formuliert "suboptimal".

          Auch der Zeitpunkt ist schon ein wenig spät:

          Bienenschwarm im Mai – ein Fuder Heu
          Bienenschwarm im Jun – ein fettes Huhn
          Bienenschwarm im Jul – kein Federspul.

          Ich möchte nichts mies machen, aber ich fürchte ihr habt zu kämpfen, dass die Bienen vor dem Winter stark genug werden. Nicht umsonst sollte die BiKi mit einem NATUR-Schwarm besiedelt werden.
          Die gibt es i.d.R früher und vor allem die Voraussetzungen sind komplett anders (Bautrieb, bessere Trachtbedingungen usw.)

          Ihr müsst auf jeden Fall kontinuierlich füttern - aber nicht überfüttern.
          Sonst werden die neu gebauten Waben mit Futter überfüllt und der dringend benötigte Platz für Brut fehlt.
          Und anfangs lieber täglich kleinere Mengen von 300-400ml flüssig am Abend (wg. Räuberei) als in großen Mengen.
          Zusätzlich das Flugloch klein halten, maximal 2cm, das reicht vollkommen.

          Ich hätte in eurem Fall lieber bis nächstes Frühjahr gewartet oder hätte wenn es unbedingt sein muss ein paar Brutwaben an die Oberträger gespaxt um den Start zu erleichtern. Aber fü einen Anfänger nicht einfach und auch nicht optimal.

          Eins noch:
          Der Imker, von dem sie kommen, hat ganzjährig zugefüttert (und reichlich Honig entnommen...)
          Das war dann wohl ein ganz besonders wertvoller Sortenhonig, auch als Apifonda-Honig bekannt smiley
          Wer´s nicht merkt...

          Gruss Andreas






          • Hallo Andreas

            Da hat sich wohl unsere Antwort mit dir überschnitten...
            Naja - was läuft schon ideal im Leben? Unsere wunderschön wohnlich eingerichtete BiKi - eine süße Abkürzung! - hat keinen Bienenschwarm angelockt, und in der Schwarmbörse sind wir auch nicht zum Zug gekommen wink
            Nein, ernsthaft: wir haben keinen Naturschwarm bekommen und haben uns schon überlegt, dass es etwas schwieriger wird. Sind aber gewillt, underen Ableger zu unterstützen, wo wir nur können...
            Deshalb hab herzlichen Dank für den Tip zum Füttern! Das mit dem Flugloch können wir ja auch einfach umsetzen.

            Gruss, Ina
            • Hallo zusammen,

              ich schließ mich mal Andreas an.

              Flüssig füttern, kleine Portionen, 1:1, Flugloch sehr klein halten, eine oder zwei Bienen breit.

              Ich drück die Daumen.

              Habe Mai 2016 mit aller Gewalt eine zweite BK besiedeln wollen und einen bereits in ein Magazin einlogierten Schwarm nach einer Woche wieder abgefegt und in die BK einlaufen lassen. Diese Vorgehensweise taugt nichts und würde ich nicht wiederholen.

              Der Schwarm war schon im neuen Zuhause und ist gar nicht auf noch einen Umzug eingestellt.
              Das ist gerade so, als würde dein Haus über deinem Kopf abgerissen.

              Dieses Volk ist bis zum heutigen Tag nicht richtig in die Gänge gekommen, die bauen, haben Brut
              und sind gut über dem Winter gekommen aber alles mit angezogener Handbremse.

              Honigausbeute 2017 0,0Kg.

              Den Kümmerling, Krüppel oder wie ihr das auch immer nennen möchtet habe ich aktuell mit 2Kg Bienenmasse aus einem aufgelösten Volk verstärkt.

              Habe heuer einen DNM Trog mit Buckfast schwärmen lassen, unglaubliche 4Kg Bienenmasse, rein in eine BK von
              einem Freund, die BK war in 4 Wochen kpl. ausgebaut.

              Also für Bienenkisten, nur Naturschwärme, da ist ordentlich Bautrieb vorhanden, denn eine Abwärtsspirale
              ist kaum zu kompensieren.


              Gruß
              Christian
              • Hallo Christian,

                Danke für deinen kleinen Erfahrungsbericht! Mal sehen, ob wir das Volk groß und stark bekommen, oder ob es mickrig bleibt und wir am Ende etwas Ähnliches machen, wie Du.
                Erstmal hoffen wir, dass sie den Winter schaffen. Das wäre ein Erfolg! An der Honigernte sind wir gar nicht so vorrangig interessiert...

                Erstmal lernen wir unsere Bienen kennen - und füttern natürlich weiter mit Zuckerlösung.
                Die scheint ja geeigneter zu sein als Apifonda bzw Apiinvert...(?)

                Schöne Grüße,
                Ina
                • Schade, dass wohl keiner mehr Erfahrungen berichten kann oder mag. Da werden wir also unsere eigenen machen... wink

                  Wir haben nun Apiinvert gefüttert, was die lieben Bienen etwas weniger zu fressen scheinen. Die Zuckerlösung war jedenfalls immer schnell weg. Ich hoffe, dass sie es mögen (sprich gut verwerten können), aber tatsächlich hoffe ich ja auch, dass es länger reicht. Und, dass die Gefahr sinkt, Räuber anzulocken. Angeblich duftet das Zeug ja nicht, im Gegensatz zum Zuckerwasser. Wobei: bisher hatten wir auch damit ja Glück und es ist bei einer Handvoll Ameisen, 2 Ohrenkneifern und zig Spinnen (wobei die sich wohl eher nicht für den Zucker interessieren...) geblieben. Außerdem finde ich ganz praktisch, nicht ständig in der Küche das klebrige Zeug zu haben, sondern einigermaßen bequem zapfen zu können wink
                  Mein Freund ist skeptisch, findet es so auch nicht unbedingt viel bequemer - aber wir sind beide ganz gespannt, ob wir Unterschiede feststellen können.
                  Die BiKi hat uns aus mehreren Gründen gereizt und überzeugt, auch weil nicht so viel eingegriffen wird. Und nun haben wir uns ja doch für den Ableger entschieden- es war also klar, dass wir füttern müssen. Und es macht auch Spaß! Aber zu aufwendig und arbeitsreich darfs halt auch nicht sein...
                  Deshalb find ich auch die "Fluglochtränke" so praktisch, in der die Bienen nicht ertrinken und trotzdem die Menge für 1-2 Tage (oder hoffentlich jetzt länger^^) reinpasst. Allerdings füttern wir nicht am Flugloch. Der durchsichtige Behälter steht hinterm Trennschied, die "Zunge" zum Füttern ragt drunter her in den Bienenraum. Ich find 's toll, dass es sowas gibt smiley

                  Einen Mangel an Bautrieb können wir glücklicherweise jetzt nicht recht feststellen. Jedenfalls bauen unsere Bienchen fleißig, trotz eher miesem Wetter... und da es nicht der mit dem Schwärmen einhergehende anfängliche "Enthusiasmus" eines Naturschwarms sein kann, hoffen wir darauf, dass das länger als 3 Wochen so bleibt. Dann dürfte die Kiste bis zum Herbst voll ausgebaut sein. In 2 Wochen haben sie nun ca 1/3 ausgebaut! Wir freuen uns dran - und die Bienen scheinen ihren neuen Platz auch zu mögen smiley
                  • Schade, dass wohl keiner mehr Erfahrungen berichten kann oder mag. Da werden wir also unsere eigenen machen... wink

                    Wir haben nun Apiinvert gefüttert, was die lieben Bienen etwas weniger zu fressen scheinen. Die Zuckerlösung war jedenfalls immer schnell weg. Ich hoffe, dass sie es mögen (sprich gut verwerten können), aber tatsächlich hoffe ich ja auch, dass es länger reicht. Und, dass die Gefahr sinkt, Räuber anzulocken. Angeblich duftet das Zeug ja nicht, im Gegensatz zum Zuckerwasser. Wobei: bisher hatten wir auch damit ja Glück und es ist bei einer Handvoll Ameisen, 2 Ohrenkneifern und zig Spinnen (wobei die sich wohl eher nicht für den Zucker interessieren...) geblieben. Außerdem finde ich ganz praktisch, nicht ständig in der Küche das klebrige Zeug zu haben, sondern einigermaßen bequem zapfen zu können wink
                    Mein Freund ist skeptisch, findet es so auch nicht unbedingt viel bequemer - aber wir sind beide ganz gespannt, ob wir Unterschiede feststellen können.
                    Die BiKi hat uns aus mehreren Gründen gereizt und überzeugt, auch weil nicht so viel eingegriffen wird. Und nun haben wir uns ja doch für den Ableger entschieden- es war also klar, dass wir füttern müssen. Und es macht auch Spaß! Aber zu aufwendig und arbeitsreich darfs halt auch nicht sein...
                    Deshalb find ich auch die "Fluglochtränke" so praktisch, in der die Bienen nicht ertrinken und trotzdem die Menge für 1-2 Tage (oder hoffentlich jetzt länger^^) reinpasst. Allerdings füttern wir nicht am Flugloch. Der durchsichtige Behälter steht hinterm Trennschied, die "Zunge" zum Füttern ragt drunter her in den Bienenraum. Ich find 's toll, dass es sowas gibt smiley

                    Einen Mangel an Bautrieb können wir glücklicherweise jetzt nicht recht feststellen. Jedenfalls bauen unsere Bienchen fleißig, trotz eher miesem Wetter... und da es nicht der mit dem Schwärmen einhergehende anfängliche "Enthusiasmus" eines Naturschwarms sein kann, hoffen wir darauf, dass das länger als 3 Wochen so bleibt. Dann dürfte die Kiste bis zum Herbst voll ausgebaut sein. In 2 Wochen haben sie nun ca 1/3 ausgebaut! Wir freuen uns dran - und die Bienen scheinen ihren neuen Platz auch zu mögen smiley
                    • Hallo Bienenfreunde,

                      über neun Montate später ist es doch mal Zeit für ein Update.
                      Vielleicht liest ja jemand nach, der nicht das Glück hat, einen Naturschwarm für seine Biki zu bekommen, so wie wir damals... Und den können wir wohl ermutigen.

                      Wir jedenfalls haben das Experiment mit dem Carnica-Ableger nicht bereuen müssen. Im Gegenteil! Allen Unkenrufen zum Trotz, haben sich unsere Bienen zu einem großen, gesunden Volk entwickelt. Noch vor dem Winter hatten sie den vorderen Teil der BiKi zu mehr als zwei Dritteln ausgebaut. Natürlich haben wir zugefüttert; flüssiges Api-Invert und die oben genannten Bienentränken haben sich bewährt. Einmal allerdings ist passiert, was nicht hätte passieren dürfen: Der Behälter ist vom Boden abgerissen, so dass das klebrige Zeug den ganzen Biki-Boden versaut hat. Aber: Die fleißigen Bienchen haben alles saubergeleckt. smiley

                      Unsere größte Sorge war es, Wespen anzulocken, die im letzen Spätsommer allzu zahlreich unseren Garten bevölkert hatten. Tatsächlich musste der Ableger schon vor dem Unfall einige Wochen lang kämpfen, um Vorräte und Futter zu beschützen. Es war interessant zu sehen, wie Wespen von Bienen gestochen und fliegend abtransportiert wurden. Aber auch einige Bienen haben es nicht überlebt. Wer weiß - vielleicht ist es ja sogar der Geruchlosigkeit von Api-Invert zu verdanken, dass der Zwischenfall keine schlimmeren Folgen hatte.

                      Im Spätherbst, so Ende Oktober, wollten wir die Behandlung mit Ameisensäure durchführen. Zwar zeigten die Bienen keinen Milbenbefall. Aber wir wollten auf Nummer sicher gehen und ihnen das ganze Prozedere zumuten. Dadurch dass es schwierig war, an Ameisensäure zu kommen und wir letztlich über eine Apotheke eine große Menge beziehen mussten, war es vielleicht einfach bereits zu kalt. Jedenfalls hat es Wochen gedauert, bis der Nassenheider Verdunster wenigstens einen Großteil der Flüssigkeit freigegeben hatte. Ob das genügt hat? Nunja, es lebt, das Volk - und zwar ohne erkennbaren Varroa-Befall wink

                      Im Winter haben wir dann Futterbrei gefüttert - wenn auch nicht viel, da die Bienen genügsam waren bzw. weil das Zeug sehr ergiebig ist. Zwischendurch war es so still, dass wir schon Sorge hatten, ob das Volk den ungewöhnlich kalten und langen Winter überhaupt überstanden hat. Im Winter hat sich auch etwas Schimmel ausgebreitet und Stock die Kiste verfärbt (außen), aber tatsächlich hat sich das inzwischen von selber oder von Bienenhand erledigt. Auch das Holz hatte sich tüchtig verzogen, so dass die Klappe kaum noch zu öffnen war, aber mit steigenden Temperaturen hat sich alles wieder gefügt.

                      Als wir an einem milderen Tag im Februar das Trennschied wieder guten Gewissens abnehmen konnten, um wenigstens ein bisschen was zu sehen, bemerkten wir auch noch eine abgebrochene Wabe. Da sie augenscheinlich mit Honig gefüllt war, entschienden wir, sie vorerst so zu belassen.
                      Schon kurze Zeit später stellten wir fest, dass die Bienen diese Wabe dann am Boden befestigt hatten. Obwohl es so natürlich schwierig war, die Kiste zu öffnen, haben wir es gewagt. Der Schaden hielt sich in Grenzen, so dass eine kurze Frühjahrsdurchsicht möglich war. Mit dieser waren wir wohl zu spät. wink
                      Jedenfalls zeigten sich schon Weiselzellen und das Trennschied war bereits an-bebaut. Flux schlossen wir die Kiste, um einige Tag später im Morgengrauen und besser vorbereitet erneut ans Werk zu gehen. Bewaffnet mit Smoker, Stockmeißel, Fleischmesser und Grillzange haben wir das Trennschied vorsichtig freischneiden können, ohne Schaden anzurichten. Bei dieser Gelegenheit haben wir direkt den Honigraum erweitert und vorbereitete Leisten eingelegt. Das war wirklich einfach! Die Wabe, die am Boden klebt, macht dabei weder beim Öffnen, noch beim Schließen Probleme. Wir haben den Boden einfach aufrecht in eine Plastikwanne gestellt, so dass die Bienen an dieser Wabe während der Operation verbleiben konnten.

                      Diese aufregende Aktion ist nun gute zwei Tage her. Sichtkontrollen durch die hintere Klappe zeigen munteren Bautrieb. Da wir ja unsere eigene Erfahrung machen wollen, haben wir uns nach Internetrecherche getraut, die Honigraumleisten unterschiedlich zu gestalten. Einige zeigen die empfohlenden Maße, andere entsprechen den kurzen Trägerleisten, wie wir sie anfangs auch im vorderen Teil hatten. Am besten angenommen werden von unseren Bienen allerdings dreieck-/keilförmige Trägerleisten, die hinten relativ breit sind und nach vorne schmal (2 cm) zulaufen.

                      Wir sind nun gespannt, ob die insgesamt neun gefundenen Weiselzellen wohl befüllt und verdeckelt werden - sprich ob unser Volk in Kürze schwärmen wird. Einigerseits hoffen wir, dass sie ihren Bautrieb lieber im Honigraum ausleben und uns noch ein wenig treu bleiben (denn ein bisschen haben wir Angst, einen Schwarm nicht einfangen zu können). Andererseits hat uns das Dreivierteljahr mit BiKi eins gezeigt: man wächst mit seinen Aufgaben. Und die BienenVÖLKER zu vermehren ist ja eigentlicher Zweck der ganzen Geschichte... Jedenfalls - die Schwarmbox steht bereit und eine zweite Kiste hätte wohl auch noch Platz bei uns.

                      Viele Grüße von den AdriasBees,
                      die längst kein kleiner Ableger mehr sind, der gefüttert werden muss, sondern ein emsiges und selbstständiges Völkchen geworden ist und uns als Zuschauern viel Freude machen smiley

                      P.S. insgesamt sind wir 2 Menschen nur 3x gestochen worden. Das geht doch...

                      • ...hier mal ein paar visuelle Eindrücke ...
                        • ... der neue Ausbau...
                          • ...die Wabe am Boden... passt genau wink
                            • AdriaBees schrieb am 06.05.2018, 18:35
                              ...die Wabe am Boden... passt genau wink

                              Da würde ich die Bienen abfegen, das kleine Stuck abschneiden, und den Boden sauber kratzen. Damit sparst Du später Probleme, denke ich.

                              Danke für den Bericht,

                              Kevin
                                Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                              • AdriaBees schrieb am 06.05.2018, 18:27

                                Im Spätherbst, so Ende Oktober, wollten wir die Behandlung mit Ameisensäure durchführen. Zwar zeigten die Bienen keinen Milbenbefall. Aber wir wollten auf Nummer sicher gehen und ihnen das ganze Prozedere zumuten. Dadurch dass es schwierig war, an Ameisensäure zu kommen und wir letztlich über eine Apotheke eine große Menge beziehen mussten, war es vielleicht einfach bereits zu kalt. Jedenfalls hat es Wochen gedauert, bis der Nassenheider Verdunster wenigstens einen Großteil der Flüssigkeit freigegeben hatte. Ob das genügt hat? Nunja, es lebt, das Volk - und zwar ohne erkennbaren Varroa-Befall wink

                                Im Winter haben wir dann Futterbrei gefüttert - wenn auch nicht viel, da die Bienen genügsam waren bzw. weil das Zeug sehr ergiebig ist. Zwischendurch war es so still, dass wir schon Sorge hatten, ob das Volk den ungewöhnlich kalten und langen Winter überhaupt überstanden hat. Im Winter hat sich auch etwas Schimmel ausgebreitet und Stock die Kiste verfärbt (außen), aber tatsächlich hat sich das inzwischen von selber oder von Bienenhand erledigt. Auch das Holz hatte sich tüchtig verzogen, so dass die Klappe kaum noch zu öffnen war, aber mit steigenden Temperaturen hat sich alles wieder gefügt.

                                Hallo Ina,

                                also nichts für Ungut, ich bin selbst noch neu und habe ebenfalls erst im letzten Jahr mit der Bienenkiste und der Haltung von Bienen angefangen, auch unter vermeintlich suboptimalen Bedingungen mit einem 1KG Nachschwarm, allerdings bereits Mitte Mai. Meine Mädels haben sich trotz aller Unkenrufe prächtig entwickelt, sind mit einem halb ausgebauten Brutraum in den Winter gegangen und haben mittlerweile den Brutraum vollständig ausgebaut, insofern kann ich deine Euphorie total verstehen. Ich will da aber mal die Beschreibung von Chris weiter oben aufgreifen, für meine zugegebener Maßen laienhaften Augen sieht Euer Volk für Ende April/ Anfang Mai auch eher nach angezogener Handbremse aus.

                                Aber wenn man deinen Erfahrungsbericht so liest grenzt das ja auch echt schon an ein Wunder, dass Eure Bienen durchgekommen sind. So mutig war ich vergangenes Jahr nicht und habe mich da doch recht intensiv eingelesen und eng an die Eckdaten der "Betriebsweise" der Biki gehalten. Was ihr da hinsichtlich der Betreuung der Bienen gemacht habt klingt unabhängig von dem Ableger schon sehr abenteuerlich. ;-)

                                Wieso wolltet ihr denn die AS Behandlung erst Ende Oktober durchführen? Im Oktober sind doch in der Regel die Wetterbedingungen für eine wirksame AS Behandlung garnicht mehr gegeben, da stellt sich doch garnicht mehr die Frage ob es "vielleicht" zu kalt war?! Übrigens spielt auch die Luftfeuchtigkeit eine Rolle. Ich kann da nur den folgenden Link empfehlen, der einem je nach Wohnort anzeigt ob die Behandlungsbedingungen günstig sind oder nicht: http://www.dlr.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=X59QY4860Q&p1=05Y4210002&p3=D2KEU5C709&p4=XJPZBV4849
                                Wieso war es schwierig für Euch an Ameisensäure zu kommen? Die gibt es doch z.B. Online bei den einschlägigen Shops wie Holtermann und co. oder auch über Ebay völlig problemlos im 1L Gebinde zu bestellen.
                                Der letztmögliche Zeitpunkt für die AS Behandlung ergibt sich ja letztlich auch aus dem Zeitfenster, dass du anschließend noch zum Auffüttern hast. So Anfang September solltest du mit der letzten AS Behandlung schon durch sein. Wie schreibt EMK sinngemäß, was du bis Mitte September nicht aufgefüttert hast, bekommst du auch (temperaturbedingt) nicht mehr in die Kiste rein, die Bienen nehmen das Flüssigfutter irgendwann nicht mehr ab. Von Futterbrei hab ich noch nie was gehört, ich kenn nur Flüssigfutter und Futterteig, was habt ihr da genau gefüttert? Im Winter können die Bienen das Futter doch garnicht mehr umarbeiten und selbst wenn kostet es die Bienen doch auch wieder Energie. Klingt ja auch alles sehr vage, habt ihr die Kiste zwischendurch mal gewogen um den Futtervorrat zu bestimmen?

                                Du schreibst garnichts von der Oxalsäurebehandlung, habt ihr die denn auch durchgeführt?

                                Aber nun ja, wie du schreibst, irgendwie haben sie´s bis hierher überlebt... ;-)

                                Gruß
                                Matthias

                                • Hallo Kevin,

                                  danke für den Tipp! Wir denken mal darüber nach. Und vielleicht werden wir die Bienenkiste zu diesem Zweck nochmals öffnen. Wir hatten nur Sorge, dass da irgendwo die Königin sitzt.



                                  Hallo Matthias,

                                  von Anfänger zu Anfänger können wir dir versichern, auch ganz viel Theorie gelesen zu haben. ;-)
                                  Allerdings kommt es dann letztlich doch auf die Praxis an. Unser Start war zwar etwas holprig - dennoch haben wir es ziemlich gut hinbekommen. Und das nicht nur "irgendwie", sondern durch bewusste Eingriffe, deren Summe ein großes und gesundes Volk hervorgebracht hat.
                                  Nach "angezogener Handbremse" sieht unser Volk augenscheinlich für uns keinesfalls aus.

                                  Selbstverständlich haben wir im vergangenen Dezember die Oxalsäurebehandlung durchgeführt.

                                  Wir wünschen dir viel Erfolg mit deiner Bienenkiste!

                                  Gruß,
                                  Patrick & Ina

                                  • Danke, ich wünsche Euch auch viel Erfolg mit der Bienenkiste!