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  • Hallo!

    Ich brauche mal Hilfe. Eines meiner Bienenkisten-Völker hat Sackbrut. Keine Ahnung, wie die ausbrechen konnte. Das Volk ist gut durch den Winter gekommen und war sehr stark im Frühjahr. Die Tracht war auch ok - ein Einraumbeutenvolk nebenan ist super fidel und hat viel Honig. Wie auch immer - in den letzten drei Wochen (so lange hatte ich die Kiste nicht geöffnet) ist das Volk sehr geschrumpft. Was macht man bei Sackbrut in der Bienenkiste? Der Bienen-Obmann (oder wie die auf deutsch heißen) wollte gerne die Königin austauschen und hätte, in Magazinbeuten, auch auf neue Waben umgesetzt, was natürlich in der Bienenkiste so nicht geht. Was soll ich tun? Volk abkehren und von vorne anfangen lassen, um die alten Waben loszuwerden? Aber das Volk ist geschrumpft und ob die es schaffen, neue Waben zu bauen, bezweifle ich... was tun?

    Viele Grüße, Katharina
    • Hallo Katharina

      ich musste zuerst auch mal googeln

      hier ein link zum Thema

      http://www.die-honigmacher.de/kurs5/seite_53303.html

      Viele Grüße
      Drohn
      • Hallo Drohn!

        Vielen Dank für deine Antwort. Ich hatte selber lange im Internet gesucht und diese Seite auch schon gefunden. Das hilft mir allerdings nicht wirklich weiter bei der Frage, was ich ganz konkret mit diesem Volk in der Bienenkiste machen soll.

        Ist keiner weiter hier, der helfen kann und einen konkreten Vorschlag hat, was ich nun machen soll?

        Viele Grüße, Katharina
        • Hallo Katharina,

          blöde Situation, aber für mich persönlich gäbe es nur 2 Wege:

          1.)
          Den bei Dir zuständigen Bienensachverständigen hinzuziehen (ich weiß nicht, ob Du den mit "Obmann" in Deinem ersten Beitrag gemeint hast). Er sollte Dir helfen können, auch wenn es sich um die BiKi handelt.
          Falls er schon da war (s.o.) und nicht weiterhelfen konnte oder wollte, wäre es traurig.

          2.)
          Falls 1.) nicht in Frage kommt, gäbe es für mich nur eine Lösung, die zwar nicht schön ist aber dem Schutz Deines anderen Volkes und der Völker Deiner Nachbarn dient:
          Das Volk Abends, wenn alle Flugbienen in der Kiste sind, komplett abtöten, die Waben und Oberträger verbrennen und die Kiste entsprechend desinfizieren.

          Wie Du schon schreibst ist das Volk schon geschwächt und mit der Überwinterung wird es sowieso kritisch.
          Das Sackbrutvirus trifft normalerweise nur bei bereits geschwächten Völkern auf, also war nomalerweise davor schon etwas nicht in Ordnung (im besten Fall Futtermangel)

          Also warum die Gesundheit anderer Völker (nicht nur Deiner, räubern können auch andere!) für ein Volk riskieren, bei dem die Aussichten sowieso schon schlecht sind?

          Ich weiß, die Antwort wird Dir nicht gefallen, vor allem wenn Du nur 2 Völker hast.

          Eine 3. Alternative wäre die Entfernung/Entsorgung der Brutwaben, Zusammenrücken des übrigen Brutwerks und Zufüttern.

          Mir persönlich wäre das Risiko zu groß.

          Gruß Andreas




          • skogenslilla schrieb am 09.07.2017, 17:12
            Ich brauche mal Hilfe. Eines meiner Bienenkisten-Völker hat Sackbrut.

            Wie hast du das festgestellt? Ausgeräumte Brut beobachtet oder Kiste aufgemacht und Brutwaben entnommen? Bei ausgeräumter Brut dürfte der Befall nicht groß sein, es sei denn, du hast 100e Schiffchen vor der Kiste gefunden. Bei einem geringeren Befall (die Bienen räumen immer kranke Larven raus, das ist deren Immunsystem und nicht gleich der Anfang vom Ende!) würde ich die o.g. Alternative 3 als erstes in Betracht ziehen:

            Häufig sind besonders Völker, die unter Futtermangel leiden, sehr anfällig für die Sackbrut. Bei ausreichender Tracht kommt es in der Regel schnell zur spontanen Selbstheilung. Dies hängt auch wesentlich vom Hygieneverhalten der Bienen ab. Ist dieses z.B. durch das akute Paralyse-Virus gestört, kann der Befall schnell zunehmen. Als Gegenmaßnahmen sind somit hauptsächlich pflegerische Maßnahmen zu nennen. Hierzu gehört die Einengung des Volkes*, die Anregung des Putztriebes mit Hilfe einer Reizfütterung*, Umweiseln oder Austausch** von stark befallenen Waben. Weitere Behandlung ist nur bei gleichzeitigem Varroosebefall nötig.

            *in der Bienenkiste ohne Weiteres möglich
            ** aufwändig, aber ebenfalls möglich
              Bienen machen glücklich!
            • Hallo!

              danke für eure Antworten. Ich antworte jetzt mal auf beide zusammen.

              Der Bienensachverständige war da (genau den meinte ich, wusste nur nicht, wie man den auf deutsch nennt). Und der meinte ja, in normalen Beuten hätte er das Volk auf neue Waben gesetzt und die Königin getauscht. Für die Bienenkiste hatte er tatsächlich überhaupt keinen Vorschlag. Darum ja meine Frage hier im Forum.

              Gemerkt habe ich es, weil das Volk extrem geschrumpft ist. Es war wirklich sehr stark im Frühjahr. Ich hatte mich schon vor ca 4-5 Wochen ein bisschen gewundert und den Eindruck, dass es etwas geschrumpft ist, was ich mir nicht richtig erklären konnte, weil ich recht sicher war, dass sie nicht geschwärmt sind. Ich konnte aber nichts komisches sehen, es war genug Futter da, die Tracht war ok, darum habe ich nichts weiter gemacht. Jetzt am Wochenende war es ganz eindeutig geschrumpft, und dann habe ich am Rande des Brutnestes einzelne Zellen gesehen, die komisch aussahen, mit toten Larven drin. Darum habe ich dann den Bienensachverständigen gebeten zu kommen. Meine erste Frage war ja auch, ob wir das Volk zur Sicherheit vernichten sollen, das meinte er aber, sei nicht nötig. Er hat es definitiv nicht so ausgedrückt, dass dieses Volk eine riesige Ansteckungsquelle ist und eine Gefahr für alle anderen Völker. Aber eine Hilfe, was ich denn jetzt konkret tun soll, war er auch nicht. Er sagte nur, dass es dieses Jahr ziemlich viele Probleme mit den Bienen gibt. Viele haben im Frühjahr bis zu 30 % ihrer Völker verloren, meine waren alle ok bis jetzt dieses eine. Ich habe noch mehr Völker als die beiden erwähnten.

              Aber dann würde ich vielleicht tatsächlich einfach erstmal einengen und füttern. Und abwarten. Ich habe schon ein paarmal Situationen gehabt, in denen ich dachte: dieses Volk schafft es nicht. Und dann haben sie es doch geschafft. Die Ursache ist mir allerdings weiterhin ein bisschen schleierhaft. Die Bienen stehen mitten in der Stadt in einem Stadtgarten, und in allen Gärten drum herum blüht immer irgendetwas, momentan auch die Linde.

              Danke jedenfalls für eure Antworten!

              Katharina