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  • Der Honigraum meiner Bienenkiste ist rappelvoll. Ich muss ernten, auch wenn´s noch nicht Mitte oder Ende Juli ist. Ist das okay? Kann da nicht noch Brut im Honigraum sein? Soll ich nur ein paar Leisten/Waben ernten?
    Erhard Maria Klein schreibt in seinem Buch von einem stabilem Gittergewebe, das er für den selbstgebauten Honigfilter empfiehlt. Woher bekomme ich dieses? Ist ein feines Seihtuch ("nach Meister Schundau") dasselbe?

    Grüßle von Sonnenstrahl
    • Hallo Sonnenstrahl

      Ich schreibe dir nur von meiner Meinung, denn als Anfänger habe ich noch kaum Erfahrung.

      Meiner Meinung nach musst du erst mal nichts.
      Den Honigraum leer machen ist laut der Anleitung nur nötig, um mit AS zu behandeln.
      Um also sicher zu sein, dass sich keine Brut im Honigraum befindet, solltest du wirklich geduldig sein, bis zum Ende Juli warten.
      Ich glaube nicht, dass es schädlich für das Bienenvolk ist, wenn der Honigraum voll bleibt.
      Eher umgekehrt, je weniger du eingreifst, umso besser für das Wohlbefinden in deiner BK.

      Und da du sicherlich nicht mit der BK imkerst, um vordergründig Honig zu ernten, würde ich empfehlen, einfach noch ein paar Wochen zu warten.

      Nimm was du gebrauchen kannst, den Rest filterst du einfach in deine Gedankentonne.
      Summ summ
      Malemmy


      • Hallo Sonnenstrahl,
        ich stand vor der gleichen Entscheidung wie Du. Bin selbst Anfänger. Habe mich dann aufgrund zurückgegangener Brut für eine Ernte letztes Wochenende entschieden. Es war nur noch ganz wenig Brut vorhanden die ich abgeschnitten habe. Von der Größe her eine halbe Handfläche.
        Die Honigwaben waren prall gefüllt und alle verdeckelt.
        Umso früher eine AS-Behandlung stattfindet, umso wirksamer soll diese sein. Lt. erfahrenen Imkern. Dies teilte mir auch ein Bienensachverständiger auf einem Varroa-Kurs am letzten Freitag mit.
        Als Filter habe ich das Stativ und das sehr feine Sieb von Bienen-Ruck verwendet:
        https://bienen-ruck.de/imkershop/honigernte/honigsiebe/406-nylonspitzsiebfein

        Gruß
        Markus
        • Sonnenstrahl schrieb am 01.07.2017, 20:34
          Erhard Maria Klein schreibt in seinem Buch von einem stabilem Gittergewebe, das er für den selbstgebauten Honigfilter empfiehlt. Woher bekomme ich dieses? Ist ein feines Seihtuch ("nach Meister Schundau") dasselbe?

          Hier im Forum wirst Du schon einige Ideen und Hinweise finden. Das "Schundau-Seihtuch ist gut für die "End-Filtrierung". Als erster Schritt ist ein groberes Gewebe (z.B. Fliegengitter) ratsam.

          http://www.bienenkiste.de/doku/honigernte/ernte-ausruestung/index.html (Schau mal die Bilder unten an.)

          Und denk dran, die Küche soll lieber etwas wärmer sein, also wenn nicht gerade Hochsommer herrscht, dann vielleicht gleich nach dem Kuchenbacken (bzw. Geschirrspülerablauf -- was man sowieso braucht um die Gläser vorzubereiten) den Honig filtrieren...

          Schöne Grüße

          Kevin
            Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
          • Hallo, liebe Mit-Anfänger,

            das sind ja recht unterschiedliche Ratschläge!
            Ich hab´s ja nicht eilig und kann warten, wenn meine Bienchen auch warten können.
            Aber was machen die, wenn die Kiste voll ist? Hören die auf zu sammeln? Oder schwärmen sie am Ende um die Zeit noch aus, weil´s ihnen zu eng wird? Oder geht die Rückentwicklung jetzt so schnell, dass sie sich selbst Platz machen, sprich: der Brutraum wird kleiner und damit gibt´s Platz für neuen Honig?

            Grüßle von Jochen
            • Na, es führen mehrere Wege nach Rom. Hauptsache die Schwerkraft nicht versagt. ;-)

              Das Schundau-Seihtuch habe ich bis jetzt immer genommen (dieses Jahr probiere ich auch eine Honigsiebe wie schon erwähnt), aber meine Wachs-Honigmischung kommt in eine Presse rein (samt Presstuch, was als eine Art Grobfilter dient).

              -K [Hinweis: KMP hat den Beitrag zuletzt am vor 1 Jahr, 8 Monaten geändert.]
                Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
              • Ich hab´s ja nicht eilig und kann warten, wenn meine Bienchen auch warten können.
                Das ist schön.
                Ich denke, die Bienchen haben viel mehr Geduld als wir denken.
                In der freien Natur ist keiner da der den Honigraum frei macht, also regeln die Bienen, regelt die Natur diesen Vorgang von alleine.

                Die Frage, was denn nun passiert, wenn der Honigraum voll ist interessiert mich aber auch.

                Da ich auch keine Ahnung habe rate ich einfach mal was dann passieren würde^^:
                Sie beenden das Einlagern langsam und ja, sie werden auch dann eher in Schwarmstimmung kommen wenn es ihnen zu voll wird.
                Solange aber noch Platz ist im Brutraum versuchen sie wohl, das Verhältnis einzuhalten von Honigraum, Brutraum und was es sonst noch gibt.

                Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass ein Bien, welcher in den Genen die Erfahrung von ein paar Jahrhunderten trägt, sich dadurch ausrottet, weil er sich zu viel Honig einlagert, sodass er keine Möglichkeit mehr hat, zu brüten.

                Da die Bienen im hinteren Bereich ihren Honig einlagern, machen die das so lange, bis hinten kein Raum mehr vorhanden ist und auch kein Brutraum mehr genutzt werden darf.

                Ich stellte meine Überlegungen mit der Annahme an, dass an dem Volk nichts verändert wird, dass dies rein naturbelassen passieren würde.
                Aber alles nur geraten und zusammengereimt. Wird vermutlich völlig falsch sein was ich hier sinniere. Vielleicht kann jemand die Frage beantworten, der den gesamten Prozess einen Hauch besser besser kennt als ich. ^^

                Summ summ
                Malemmy


                • Hallo,

                  wenn ich von mir ausgehe, sieht es folgendermassen aus:

                  Die letzten Wochen außergewöhnlich gute Trachtsituation.

                  Und warum auch immer wurde in den BK und TBH am wenigsten eingetragen.
                  Kürzlich hat bienenflug oder Drohn in einem anderen Faden geschrieben, dass er nicht gedacht hätte,
                  dass die Beutenart einen so großen Einfluss hat.
                  Kann ich nicht 100%ig beurteilen, aus meiner Erfahrung ist es in den letzten Jahren aber eher auch so,
                  dass in BK und TBH deutlich weniger Honig war.

                  Zur Frage mit der Honigernte würde ich folgendes meinen:

                  Ja, die Bienen machen es i.d.R. schon richtig.
                  Allerdings ist es auch so, dass sie bei guten Trachtverhältnissen allen Platz mit Honig füllen und die Brutflächen deutlich abnehmen. Manchmal sogar so weit, daß das Verhältnis nicht mehr gerade gut aussieht.

                  Bei einem vollen Honigraum in der BK wird es keinen großen Unterschied machen, ob Du jetzt oder in 2 Wochen erntest. Brut wird eher nicht mehr im HR sein und wenn kein Platz frei ist, ändert das auch in den 2 Wochen nichts. So oder so werden weitere Vorräte (so es sie noch gibt), im Brutraum eingetragen. Von daher ist es egal, ob es den vollen Honigraum gibt oder nicht.
                  Mehr wie voll geht nicht.

                  Was Du gewinnst ist ein früherer AS Behandlungszeitpunkt.
                  Das Brut- / Futterverhältnis im Brutraum wird sich selber regeln, da kannst Du sowieso nicht eingreifen (ausser Du "überfütterst").

                  Gruß Andreas




                  • Hallo,

                    ich bin auch der Meinung, dass du ernten kannst. Uns geht es wie dir. Unser Honigraum ist voll, verdeckelt und ohne Brut. Wie schon geschrieben: voll ist voll. Da passiert jetzt nichts mehr. Wir haben sonst auch noch mal gerne das Ende der Lindenblüte abgewartet, aber in diesem Jahr werden wir morgen ernten. Unsere Kiste wiegt z.Zt. ca. 78 kg und deshalb geht es morgen früh los. Ich gehe fast davon aus, dass wir in diesem Jahr das erste mal gar nichts auffüttern müssen, so wie es eigentlich gedacht ist.

                    Viele Grüße
                    Petra
                    • malemmy schrieb am 02.07.2017, 13:27
                      Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass ein Bien, welcher in den Genen die Erfahrung von ein paar Jahrhunderten trägt, sich dadurch ausrottet, weil er sich zu viel Honig einlagert, sodass er keine Möglichkeit mehr hat, zu brüten.

                      Naja, es gibt das Phänomen des "Verhonigen des Brutraums", dass also kein Platz mehr zum Brüten bleibt, weil jede freiwerdende Zelle mit Honig gefüllt wird, bzw. mit Futter beim Überfüttern. Das ist aber vermutlich mehr ein Problem der konventionellen Imkerei. In der Bienenkiste kommen die Bienen so oder so gut zurecht, weil man sie halt weitestgehend machen läßt, was sich in Jahrmillionen für ihr Überleben als optimal herausgebildet hat.

                      Ich habe dieses Jahr zu früh geerntet, weil die Honigtöpfe voll und verdeckelt waren bis an die Heckklappe. Es war aber noch recht viel Brut im Honigraum, was man hätte vermeiden können, hätte man bis Ende Juli gewartet. Mein Rat daher: zuwarten.

                        Bienen machen glücklich!
                      • Ich habe noch 14 Tage gewartet, bis heute. Keine Brut, wirklich alles verdecket, super Ernte. Und morgen reicht noch zur AS- Behandlung.
                        • Hallo,
                          ich habe auch gerade das Problem, dass im Honigraum noch Brut ist. Eigentlich wollen/müssen wir morgen ernten, damit genügend Zeit für die Behandlung und Auffüttern bleibt. Ich glaube gelesen zu haben, Anfang August wäre der späteste Zeitpunkt für die Ernte.
                          Was ratet Ihr mir?
                          VG Petra [Hinweis: quitte hat den Beitrag zuletzt am vor 1 Jahr, 7 Monaten geändert.]
                          • Hallo Petra,
                            ich würde raten die Brut auszuschneiden und zu ernten.
                            Ist aber ein Anfänger-Tip!
                            Gruß
                            Markus
                            • Ich schließe mit dem Rat von Markus an.

                              gruss bf
                                Abyssus abyssum invocat
                              • Vielen Dank für Eure Ratschläge!
                                Wir haben heute geerntet und es hat gut geklappt. Wir fanden zum Glück nur wenig Brut, 2 kleine Stellen, die haben wir ausgeschnitten und den Bienen zurückgegeben.

                                Viele Grüße
                                Petra