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  • Guten Morgen,

    ich habe eine Frage zur Entwicklung des Muttervolks nach Schwarmabgängen und konnte im Forum leider nicht wirklich etwas dazu finden. Folgende Rahmendaten:

    Bienenkiste aus 2016, das dieses Jahr noch das fehlende Viertel im Brutraum ausbauen musste. Anfang April Freigabe des Honigraums, nach ca. drei weiteren Wochen erlosch der Bautrieb, obwohl der Honigraum noch nicht komplett ausgebaut war und das Volk kam im Schwarmstimmung. Bis hier hin sehr starke Gewichtszunahme.

    13. Mai: Abgang des Vorschwarms. 2,9 kg, in weitere BiKi eingeschlagen. Anschließend Weiselzellen gebrochen, 2 stehen gelassen.
    26. Mai. Abgang Nachschwarm. 1,25 kg, in eine Warré eingeschlagen.
    Weitere Schwarmabgänge wurden nicht bemerkt.

    Gestern haben wir die Kiste nochmal gewogen und bin doch recht erschrocken. Kurz vor dem Vorschwarm wog die Kiste noch 67 kg, gestern nur noch 50 kg. Macht einen Gewichtsverlust von 17 kg in nicht mal 3 Wochen, obwohl bestes Flugwetter herrscht und ich die Tracht eigentlich als "gut" einschätze. Jegliche Arbeiterinnenbrut ist mittlerweile ausgelaufen, das allgemeine Verhalten im Volk lässt nicht auf Weisellosigkeit schließen, Pollen werden zur Zeit aber (noch) nicht eingetragen.

    Nun zu meiner Frage: ist eine solche Gewichtsabnahme normal? Natürlich ist mir klar, dass beim Schwarmgeschehen das Gewicht abnimmt, aber in diesem Maße? Hat jemand so etwas auch schon beobachtet? Grundsätzlich lassen die Umstände ja nur den Schluss zu, dass doch keine oder nur wenig Tracht zur Verfügung steht? Es ist zwar seit Wochen sehr warm, allerdings auch ziemlich trocken. Außerdem würde ich von der Bienenmasse auf mindestens noch einen weiteren Nachschwarm tippen, der sich umbemerkt davon gemacht hat. Vielleicht fehlen daher auch einfach Flugbienen?

    Ich denke nicht, dass ich mir Sorgen machen muss, die Bienen wissen ja was sie machen, allerdings bin ich bei jeglichen Vorgängen im Volk sehr wissbegierig... smiley

    Danke schonmal für eure Einschätzung!

    Liebe Grüße aus der Pfalz
    Micha

    Diese Frage wurde von bienenflug beantwortet. Siehe erste Antwort.

      Michael Wirth, Waldmohr
      - 1x BK aus 2016
      - 1x BK / 1x Warré aus 2017
      - 1x ATBH / 6x Dadant US aus 2018

      "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."

    • Hallo Micha

      Dieser Gewichtsverlust ist normal.
      Abgang Vorschwarm - Abgang Nachschwarm - Absterben älterer Bienen - Auffüttern
      noch vorhandener Brut (dürfte nicht gerade wenig gewesen sein) - und noch keine
      neuen Bienen
      So ist das. Manche Völker schwärmen sich tot.

      Du weißt ja, wenn die Futtervorräte zur Neige gehen (5 kg) bitte nachfüttern.

      Gruß bf

      PS: Mir sind dieses Jahr breits zwei Schwärme verloren gegangen, darunter einer,
      der am nächsten Tag nach dem Einlogieren auf Nimmerwiedersehen weggeflogen ist.
      Somit stehst du nicht mehr alleine da.

        Abyssus abyssum invocat
      • Hallo Werner,

        so ein Mist aber auch... Tut mir Leid, dass es dich auch "erwischt" hat, aber die Bienen führen nun mal ihr Eigenleben.

        In Sachen Futter ist alles weit im grünen Bereich, pessimistisch gerechnet sind es noch 17,5 kg. smiley

        Aber vielen Dank für deine Einschätzung, ich hätte tatsächlich nicht erwartet, dass die genannten Faktoren in diesem Umfang zu Buche schlagen. Jetzt wird mir auch um einiges klarer, wieso sich bei Honigmaximierung auf Teufel komm raus dem Schwarmtrieb der Bienen in den Weg gestellt wird... Heute hab ich allerdings auch die ersten ordentlichen Pollenhöschen gesehen, die neue Königin ist also jetzt doch schon in Brut. Alles wird gut. smiley

        Liebe Grüße
        Micha

        PS: Mittlerweile bin ich eher zufällig nochmal über Auroras Stockkarte gestolpert und konnte lesen, dass er (sie?) im letzten Jahr nach den Schwärmen auch massive Gewichtsabnahme verzeichnen konnte. Nächstes Jahr weiß ich dann Bescheid! wink
          Michael Wirth, Waldmohr
          - 1x BK aus 2016
          - 1x BK / 1x Warré aus 2017
          - 1x ATBH / 6x Dadant US aus 2018

          "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."
        • Hallo

          Schwarmabgang: ich habe noch nie vorher oder danach die Beute gewogen...
          aber nach meinem Gefühl hat sich das Gewicht der Beute ( 2017)nach einem Schwarmabgang nach ca. 4-5 Wochen wieder eingestellt-
          was auch an der Trachtlage liegt - denke ich...

          - voriges Jahr - kalt und nass - musste ich im Juni zufüttern....da haben meine Mädels kämpfen müssen....

          Meine Mädels fliegen bei starker Hitze nicht raus um Pollen zu sammeln, ab 16Uhr geht es so langsam los - aber wehe wenn man dann im Weg steht - da gehe ich lieber aus dem Weg.....

          Viele Grüße
          Drohn
          • Guten Abend,

            die Entwicklung des abgeschwärmten und oben thematisierten Volks hat mir letztendlich doch keine Ruhe gelassen. Da ich nach wie vor nur sehr geringen Flugbetrieb und kaum Polleneintrag feststellen konnte, haben wir die Kiste vor vier Tagen erneut geöffnet, um nach Brut zu schauen. Das Gewicht ist mittlerweile auf 45 kg, macht noch 10,5 kg Vorrat. Exakt 5 Wochen nach Abgang des Vorschwarms konnten wir keine Brut entdecken, das Volk war auch sehr unruhig und "laut". Ich entschied mich also eine Weiselprobe zu machen und hängte Samstagabend ganz frische Brut aus meiner Warré in den Brutraum.

            Bei der Kontrolle der Weiselprobe heute Abend kam dann die Überraschung: 3 frisch belegte Weiselzellen!! Einige Larven aus der Warrè wurde teilweise normal verdeckelt, keine Nachschaffungszellen und nachdem ich die Bienen mit viel Rauch tief in die Wabengassen getrieben hatte, konnte ich auch vereinzelte Arbeiterinnenbrut entdecken, jedoch keine geschlossene Brutflächen... (Auf dem zweiten Bild recht gut zu sehen) Die Königin scheint also nicht richtig begattet worden zu sein und die Bienen weiseln "planmäßig" um, richtig? Für mich sehen die bestifteten Weiselnäpfe nämlich auch nicht nach Nachschaffungszellen aus, oder?

            Nun zu meiner konkreten Frage: Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass die jetzt noch vorhandene Bienenmasse nicht mehr ausreicht, um die Umweiselung durchzustehen, da frühestens in 5 Wochen die neue Brut schlüpfen würde. Vorausgesetzt diesmal geht alles gut, die Handvoll Bienen der momentan verdeckelten Brut ändert daran wohl auch nicht wirklich etwas... Von daher ist mein Gedanke zum jetzigen Zeitpunkt eine junge, begattete Königin zuzusetzen, um das Volk noch zu retten. Oder wissen die Bienen was sie tun?

            Was meint ihr?

            Leider ist mir mein Blumentopfvölkchen nach damals ca. einer Woche komplett abgehauen, ich müsste mir also eine "externe" Königin besorgen. Wie weisele ich diese ggf. zum jetzigen Zeitpunkt erfolgreich ein, da ja momentan neue Königinnen heran wachsen?

            Ich danke euch für eure Einschätzungen!

            Viele Grüße
            Micha

            PS: Die Gesamtaufnahme der Kiste verdeutlicht, dass nicht mehr allzu viele Bienen übrig sind. Allerdings entstand das Bild nach dem recht intensiven beräuchern, ich schätze die Bienenmasse noch auf etwa 1 kg.
              Michael Wirth, Waldmohr
              - 1x BK aus 2016
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              "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."
            • discuss.answer
              Hallo Micha,
              Leider kommen auch vielfach Königinnenverluste bei Restvölkern vor. Die Weiselprobe zeigt dir an, dass keine Königin mehr im Volk ist.

              Nach typischen Nachschaffungszellen sehen die Weiselzellen in der Tat nicht aus. Hat aber nichts
              zu bedeuten. Möglicherweise konnte das Volk nur am unteren Wabenrand geeignete Brut vorfinden.

              Wenn du eine begattete Königin bekommen kannst, dann setze sie ein. Dazu benutzt du idealerweise
              einen Ausfresskäfig (ein gelbes schmales Kästchen). Der Imker, von dem du die Königin besorgst,
              wird sie dir sicherlich direkt in einem Ausfresskäfig übergeben, wahrscheinlich auch schon mit
              etwas Futterteig drin.
              Bevor du die Königin zusetzt, musst du die Weiselzellen alle brechen, eine Stunde warten, und
              erst dann die Königin zwischen die Waben hängen.

              Den Honigraum bitte leeren. Das ist jetzt zu viel Raum fürs Volk. Trennschied einsetzen.
              Und nach dem Zusetzen täglich in kleinen Gaben Zuckerwasser reichen. Der kontinuierliche Futterstrom
              wird die Königin zur verstärkten Eilage anregen.

              Es könnte sein, dass das Volk es auch über die Nachschaffung schaffen könnte. Aber dann würdest du,
              wie du richtig erkannt hast, einen Kümmerling behalten.

              gruß bf
                Abyssus abyssum invocat
              • Milissokomos schrieb am 20.06.2017, 22:27
                Ich entschied mich also eine Weiselprobe zu machen und hängte Samstagabend ganz frische Brut aus meiner Warré in den Brutraum.

                Wie hast Du die Wabe eingehängt bzw. befestigt? Da sehe ich kein Zeichen von "Bastelarbeit" da.

                Schöne Grüße

                Kevin

                P.S. - Flugloch jetzt auch einengen, wenn noch nicht passiert.
                  Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                • Hallo bf, Hallo Kevin,

                  danke für die schnelle Rückmeldung! Dann werde ich so verfahren wie geplant und versuchen eine Königin aufzutreiben. Das mit der Stunde warten nach dem Brechen der Nachschaffungszellen war mir nicht bekannt, danke dafür!

                  @Kevin: Auf dem Bild ist das Wabenstück der Weiselprobe schon wieder entfernt. Es war in die dritte Wabe von rechts eingebaut. Im Nachhinein hätte ich das frische Wabenstück etwas näher an den "Hauptsitz" der Bienen hängen sollen. Da allerdings die etwas älteren Maden frisch verdeckelt wurden, bin ich mir sicher, dass die Bienen dort zu Gange waren und beim Öffnen der Kiste auch dort die Brut wärmten. Sie wollten offensichtlich nicht nachschaffen. (Was in Anbetracht der bestifteten Weiselzellen auch logisch ist.)

                  Und ja, das Flugloch ist eingeengt. smiley

                  Solbald die Operationen vollzogen sind, berichte ich wieder.

                  Liebe Grüße
                  Micha
                    Michael Wirth, Waldmohr
                    - 1x BK aus 2016
                    - 1x BK / 1x Warré aus 2017
                    - 1x ATBH / 6x Dadant US aus 2018

                    "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."
                  • Hallo nochmal,

                    ein kurzes Update:
                    Meine Frau konnte eine begattete Königin auftreiben, kann morgen abgeholt werden.

                    Habe heute morgen die Übergänge vom Honig- zum Brutraum getrennt, um morgen früh kleckerfrei den Honigraum räumen zu können. Die Weiselzellen sind nach wie vor nicht verdeckelt, die Bienen kamen mir sehr ruhig vor.

                    Als die Kiste danach wieder an ihrem Platz stand, fiel mir beim Verengen des Fluglochs auf, dass sehr viele zurückkehrenden Bienen - schon um kurz vor 8 - extrem dicke und deutliche Pollenhöschen trugen, siehe Bild. In dieser Form konnte ich das in den letzten Tagen nicht beobachten. Wenn ich nicht von den bestifteten Weiselzellen/Nachschaffunszellen wüsste, hätte ich direkt gesagt: Das Volk muss weiselrichtig sein.

                    Von daher nochmal die Frage an die Experten: Ist vielleicht doch noch eine Königin im Volk, die jetzt doch noch in Fahrt kommt? Oder sind evtl. sogar schon Afterweiseln im Volk? (Mir ist nicht bekannt, wie lange es dauert, bis deren Eierstöcke "reifen"?)
                    Egal wie ich es drehe und wende, die besten Chancen hat das Volk, wenn ich werde trotzdem weiter nach Plan verfahren, d.h. morgen früh Honigraum leeren, morgen Abend Zellen brechen, eine Stunde später neue Königin im Ausfresskäfig zusetzen. Oder spricht etwas dagegen?

                    Viele interessierte Grüße
                    Micha
                      Michael Wirth, Waldmohr
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                      "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."
                    • Hallo Micha,

                      ich würde dagegen wetten:
                      Das mit der neuen Königin im Ausfresskäfig funktioniert nicht, solange offene Arbeiterinnenbrut oder sogar eine Königin im Stock ist.
                      Und beides kannst Du nur durch das Brechen der Zellen nicht ausschliessen.

                      Wenn Du ganz sicher gehen willst, solltest Du wie geplant den Honigraum entfernen.
                      Dann würde ich eine zentrale, gerade Wabe entnehmen und nachschauen, was tatsächlich los ist.
                      Zu verlieren hast Du ja nicht viel.

                      Aber nur eine begattete Königin zuhängen solange unverdeckelte Zellen (und folglich auch offene Arbeiterinnenbrut) da ist, halte ich in dieser Jahreszeit nicht für besonders erfolgsversprechend.

                      Gruß
                      Andreas






                      • Hallo Micha,
                        in der Tat eine verzwickte Sache.

                        Erinnern wir uns an die Fakten:
                        Im Volk sind zwei bestiftete Weiselzellen. Es kann sich eigentlich nur um Nachschaffungszellen handeln. Du hattest eine Weiselprobe gemacht und das Volk hat Weiselzellen angeblasen, ein deutliches Zeichen für Weisellosigkeit.

                        Bis dahin soweit so gut.

                        Nun bringt das Volk auf einmal starke Pollenhöschen ein, was wiederum ein Zeichen für eine fruchtbache Königin ist. Es könnte demnach durchaus sein, dass in der Tat noch eine Königin vorhanden
                        ist, die noch nicht ausreichend begattet war oder sich mit dem Stiften Zeit gelassen hat und erst
                        jetzt, wie du schreibst, so richtig in Fahrt kommt.

                        Ich möchte daher Andreas zustimmen. Am besten so lange Waben aus der Brutraummitte ziehen, bis du sicher sein kannst, ob Stifte bzw. jüngste Brut vorhanden ist. Dann hast du eine Königin im Volk und darfst keine hinzusetzen. In diesem Falle würde das Zusetzen einer neuen Königin deren Tod bedeuten und wäre sinnlos.
                        Genau so verhält es sich, wenn eine unbegattete Königin im Volk sein sollte und nur ab und an ein
                        paar Stifte legt. Auch in diesem Falle wäre das Zusezten einer guten Königin sinnlos, das Volk würde sie auf der Stelle töten.

                        Was mich jedoch wundert ist, dass das Volk die beiden Weiselzellen beläßt und nicht leer räumt.
                        Wenn keine Stifte vorgefunden werden und keine jungen 2, 3, 4-tägigen Maden, erst dann brech die Weiselzellen aus und besorge dir die neue Königin. Die Brut muss nicht komplett verdeckelt sein, denn
                        aus Maden, die älter als 4 Tage sind, kann ein Volk keine Königin mehr ziehen und das Volk ist in
                        einem derartigen Falle hoffnungslos weisellos. In diesem Zustand akzeptiert es dankbar das Zusetzen einer begattete Königin.

                        Nun lieber Micha, bleibt zu hoffen, dass du sichere Zeichen finden wirst.


                        bf
                          Abyssus abyssum invocat
                        • Guten Morgen miteinander.
                          bienenflug schrieb am 22.06.2017, 17:48
                          Nun lieber Micha, bleibt zu hoffen, dass du sichere Zeichen finden wirst.
                          Die Hoffnung wurde nicht enttäuscht! smiley

                          Aber der Reihe nach:
                          Die (verfrühte) Honigernte heute morgen lief reibungslos ab, vor allem auch, da nicht übermäßig viele Bienen auf den Waben saßen. Ich kann die Waben erst heute Abend nach der Arbeit auspressen, dürften aber so 4-5 kg Honig sein. Schön.

                          Weiterhin machte ich einige aufschlussreiche Beobachtungen:
                          1. Am Übergang von den Brut- zu den Honigwaben konnte ich eine Weiselzelle vorfinden, aus der vor kurzem eine Königin geschlüpft sein muss, siehe Bild. Der Rand ist noch "fransig". Da die Zelle auch recht weit vom Bienensitz entfernt ist, könnte der Schlupf auch schon einige Tage her sein.
                          2. Sämtliche gestern noch belegten Weiselzellen waren heute leer geräumt!
                          3. Massive Pollenhöschen bei den an den eigentlichen Kistenstandort zurückkehrenden Bienen. (Noch extremer als gestern.)
                          4. Mittelgroße Flächen frisch verdeckelter Arbeiterinnen-Brut, die das Volk also in ca. 10 Tagen verstärken wird.

                          Alle Anzeichen sprechen meiner Meinung nach für das Vorhandensein einer gesunden, begatteten Königin. Daher entschied ich mich vorerst keine der Brutwaben zu ziehen, um die Königin durch einen solchen massiven Eingriff in das Brutnest nicht zu gefährden. Für mich lässt die Situation momentan nur den Schluss zu, dass das Volk nach dem Schwarmgeschehen noch eine stille Umweiselung vollzogen hat, wobei die neue Jungkönigin schon wieder begattet und in Eilage ist. Ich werde also keine Königin zuhängen, sondern die Situation weiter beobachten und mit kleinen Futtergaben die Eiablage anregen.

                          Der Grundsatz "Die Bienen wissen schon was sie tun." scheint auch hier wieder zu stimmen. Aber jedes Schlechtes hat auch sein Gutes: nur durch solche "Schwierigkeiten" kann man imkerlich reifen. smiley

                          Ich hoffe, dass ich mit meinen Vermutungen richtig liege und das Volk tatsächlich in Ordnung ist.

                          Liebe Grüße und nochmals danke für die Ratschläge!
                          Micha
                            Michael Wirth, Waldmohr
                            - 1x BK aus 2016
                            - 1x BK / 1x Warré aus 2017
                            - 1x ATBH / 6x Dadant US aus 2018

                            "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."
                          • Hallo Micha,
                            da hast du jetzt wirklich eine gute und starke Königin. Das freut mich für Euch. Deine Vorgehensweise, die Art zu fragen und Fakten aufzuzeigen fand ich ausgezeichnet, um aus der Ferne mithelfen zu können.

                            beste Grüße
                            bf


                              Abyssus abyssum invocat
                            • Ich habe mit Interesse mitgelesen und danke für eure Beiträge. Schön, dass die Sache doch gut verlaufen ist. Eine Frage habe ich allerdings noch: War die frühe Honigernte tatsächlich sinnvoll? Schließlich haben die Bienen doch schon fleißig Pollen eingetragen. Die neue Königin war also schon früher in Eilage als erwartet bzw. befürchtet wurde.

                              Bitte richtig verstehen: Ich frage nur, um selbst zu lernen.

                              Gruß, Matze
                              • hallo Matze,

                                Das Volk ist nicht mehr sehr groß und wird auch zügig an Bienen verliegen. Es muss zusehen,
                                vor dem Winter wieder genügend Bienenmasse zu schaffen, was auch gelingen wird.
                                Der Honigraum ist überflüssig. Darum würde sich das Volk nicht mehr kümmern. Es hat genug mit
                                der Brut zu tun und Vorräte im Honigraum muss es innerhalb der nächsten 3 Monate auch noch
                                in den Honigraum eintragen.
                                Es ist richt und nötig gewesen, den Honigraum jetzt zu leeren.

                                gruß bf
                                  Abyssus abyssum invocat
                                • Hallo,

                                  ja bf hat recht, Honigraum entfernen war richtig.

                                  Meine erste Wette (s.o.) hätte ich gewonnen smiley
                                  Würde noch eine zweite anbieten:

                                  Ich gehe davon aus, dass die Weiselzelle auf dem Bild frisch geschlüpft ist, vor allem da jetzt heute die anderen Zellen zerstört wurden. Die Bienen haben, warum auch immer, still umgeweiselt.

                                  Dann hast Du aktuell eher KEINE gute begattete Königin im Volk, sondern eine frisch geschlüpfte und unbegattete.
                                  Oder alternativ, was auch mal vorkommen kann, vorübergehend beides (also 2 Königinnen im Volk), was bei Deiner Volksstärke nicht das Schlechteste wäre.

                                  Sicher kannst Du nur sein, wenn Du in 10 oder 12 Tagen nochmals schaust, ob verdeckelte Brut da ist,
                                  wovon ich eher nicht ausgehe. Dann dürfte die Brut der alten Königin komplett ausgelaufen sein und die der jungen ist noch nicht verdeckelt.

                                  Ich hätte heute die Chance genutzt und eine Wabe gezogen, dann hättest Du zumindest gesehen, ob noch frische Brut da war oder nicht.

                                  Zufüttern in anfangs kleineren Mengen und verkleinern des Fluglochs schadet nicht!
                                  Ansonsten viel Glück und dass deine Bienen vor dem Winter stark genug werden!

                                  Gruß
                                  Andreas
                                  • Nabend zusammen,

                                    klar Matze, gerne nachfragen! Zu dem Umstand, dass das Volk sich so wie so nicht mehr darum kümmern wird, kommt noch, dass es eng gehaltene Völker einfacher haben und sich besser entwickeln (Stichwort: Mikroklima). Außerdem brauchte ich ja eine Möglichkeit, um das Volk jetzt kontinuierlich zu füttern. Soll die Königin gut legen, sollte der Futterstrom nicht abreißen, in 3 Tagen ist nämlich kalt und Regen gemeldet.

                                    Ostalbkiste schrieb am 23.06.2017, 18:36
                                    Hallo,
                                    Ich hätte heute die Chance genutzt und eine Wabe gezogen, dann hättest Du zumindest gesehen, ob noch frische Brut da war oder nicht.
                                    Ja Andreas, das hatte ich ja eigentlich vor, allerdings hat sich das meiner Meinung nach dann erübrigt. Ziel der Operation war ja festzustellen, ob überhaupt noch eine Königin vorhanden ist, um ggf. eine neue zuzusetzen, da die Bienenmasse jetzt rapide abnehmen wird. Darauf habe ich meine Antwort: Es werden jetzt doch noch mehr Arbeiterinnen schlüpfen als anfangs gedacht, d.h. der Faktor Zeit ist nicht mehr so kritisch und durch die geöffnete Weiselzelle ist klar, dass eine "neue" Königin im Volk ist.
                                    Mein Gedanke heute morgen war also: Falls die Königin gerade erst geschlüpft ist, verströmt sie noch wenig Pheromone, die Gefahr, dass sie bei der Störung des Brutnests abgestochen wird, wäre also groß. Zweiter möglicher Fall: die Königin ist so wie so schon begattet: Waben ziehen ist unnötig, da das Ergebnis in dem Fall eh klar ist. (Zumal bei den Mengen an Pollen, deswegen gehe ich persönlich davon aus.)

                                    Das einzige, was ich ergo nicht mit aller Gewissheit sagen kann, ist ob die Königin nun begattet ist oder nicht. Aber das spielt meiner Meinung nach auch keine große Rolle, das Volk ist nicht weisellos und darauf kam es mir an. Das einzige, was ich damit wirklich erreicht hätte, wäre meine persönliche Neugier zu befriedigen. Aber wenn es mir darum ginge, hätte ich mich nicht für die Bienenkiste entschieden. smiley

                                    Liebe Grüße
                                    Micha

                                    PS: Am Ende sind es tatsächlich knapp 6 kg Honig geworden! 2 Schwärme mit insgesamt 4,5 kg Bienen plus die kleine Ernte, das Volk hat sich wirklich ins Zeug gelegt und verdient es fit in den Winter zu gehen.
                                      Michael Wirth, Waldmohr
                                      - 1x BK aus 2016
                                      - 1x BK / 1x Warré aus 2017
                                      - 1x ATBH / 6x Dadant US aus 2018

                                      "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."
                                    • Hallo Andreas,

                                      Mir waren die gleichen Gedanken gekommen wie dir und wir liegen nah beieinander.

                                      Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, das das Volk jetzt eine gute und starke Königin hat.
                                      Es hat die überflüssigen Weiselzellen ausgefressen, trägt richtig viel Pollen ein. Für mich sind das
                                      die Zeichen, dass der Umweiselungsprozeß abgeschlossen ist. Das Volk wird jetzt wieder
                                      seinen geregelten Weg gehen.

                                      gruß bf
                                        Abyssus abyssum invocat
                                      • Möchte mich anschließen:

                                        Schober schrieb am 23.06.2017, 17:36
                                        Ich habe mit Interesse mitgelesen und danke für eure Beiträge.