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  • Moin zusammen,
    ab hundert Stichen merkt man das Gift nicht mehr, heißt es.
    Bei mir ist es so, dass ich seit diesem Frühjahr drei Völker habe und diese bis zur ersten Behandlung weitestgehend in Ruhe lassen werde. Honig werde ich vorerst auch kaum entnehmen.
    Bei den Frühlingsarbeiten (Honigraumausstattung) war ich wohl etwas grob. Ich habe einen Draht am Boden durchgezogen, um angebaute Waben nicht abzureißen. Außerdem war es noch recht kalt. Auch ohne große Ahnung wusste ich, dass der Schwarm sehr wild war und es auf mich abgesehen hat.
    Eine Biene hat es in mein Hosenbein geschafft und hat gestochen. Das war meine Feuertaufe.
    Jetzt zu meiner Frage: Ich bin schon noch sehr nervös, würde das aber gerne ablegen.
    Was meint Ihr: Sollte ich komplett auf Schutz verzichten / nur den Schleiher oder erst mal vermummt an die Bienen ran? Über Rauch, etc. habe ich viel gelesen, es geht mir nur um die Ausrüstung. Als Anfänger gleich ganz ohne ist mir etwas zu heikel.
    Wie seid Ihr an Eure ersten Stiche geraten. Ich würde gerne ohne Schutz arbeiten, weiß aber nicht wie...

    Vielen Dank für Eure Hilfe.
    • Hallo Dennis,
      das mit den hundert Stichen halte ich für ein Gerücht. Ich kenne aber auch keinen der 100 mal gestochen wurde. Ich behaupte mal ab dem 20 Stich hat man eine grobe Ahnung davon, was die Bienen tolerieren und was nicht. Ich versuche jedenfalls Stiche nicht zu provozieren, verzichte aber meistens auf Schutzausrüstung. Bei der Honigernte stehe ich aber wahrscheinlich (ist meine erste!, bin selbst erst im zweiten Bienenjahr)auch mit Schleier und Handschuhen da, und hab die Hosenbeine in die Socken gesteckt.
      Bei allem anderen trage ich lange Kleidung, geschlossene Schuhe. Stiche sind dann im ungünstigsten Fall an den Händen und am Kopf zu erwarten.
      Eine Freundin mit beeindruckender Löwenmähne ist mit mir vor ca. 30 Jahren mit dem Fahrrad durch (!) ein Rapsfeld gefahren. Der Arzt hat 20-30 Stiche bei ihr gezählt. Das war grundsätzlich wohl keine gute Idee mit dem Fahrrad im Raps. Gelernt habe ich daraus, das man sich langsam bewegen sollte und vermeiden sollte, dass sich die Bienen irgendwo verfangen können (in den Haaren)oder irgendwo reinfliegen(Hose, Ärmel, Ausschnitt, Sandalen)können.

      Nur Mut und lass dich nich drängen. Mit Schutz ist gut und ohne Schutz kann auch gut gehen (wie beim Fahrradhelm, Sicherheitsgurt, Regenschirm)
      Die Entscheidung kann dir keiner abnehmen.

      Gruß Malte
      • Hallo Dennis,

        wenn Du noch sehr nervös bist, dann würde ich Dir raten, arbeite doch einfach noch weiterhin mit dem Vollschleier und Handschuhen, so kannst Du Dich mit der Zeit an das Arbeiten mit den Bienen gewöhnen. Du solltest die Bienen auch nicht aus lauter Angst in Ruhe lassen, Du musst sie ja auch Füttern und nach 4 bis 5 Wochen kann man auch mal das Bodenbrett abnehmen um nach dem rechten zu sehen. So wirst Du nach und nach sicherer, bekommst Routine und irgendwann traust Du Dir das dann vielleicht auch ohne Schleier zu. Aber Du musst es ja auch nicht erzwingen meine ich, lass es ruhig angehen, umso ruhiger umso besser wird es klappen.
        Ich glaube nicht, das dein Volk es auf dich abgesehen hat wie du schreibst, die Biene hat vermutlich nicht gezielt nach deinem Hosenbein gesucht sondern ist da eher zufällig reingeraten, wenn viele Bienen am Boden rumkrabbeln kann das schon mal vorkommen, stechen tut sie dann, wenn sie gequetscht wird oder sich irgendwo verheddert also aus ihrer Sicht "angegriffen" wird.
        Viele Grüße
        Norbert
        • Hallo Denis,

          bezieht sich die Frage darauf das du allergisch auf Stiche reagierst?

          Ich bin gerade dabei mich zu informieren und zu überlegen ob das "Impfen" ein langfristige Lösung für mich sein kann.

          Wenn es nur der Schmerz und das anschwellen wäre... Bei mir wird es ab 2 Stichen kritisch. Will aber keinesfalls die Bienen wieder aufgeben.

          Bg,
          Johannes
          • Hallo

            wenn mich jemand sieht - der Schüttelt nur noch den Kopf

            Kurze weisse Hose und ein weises Baumwollhemd - Hut mit Schleier und Smoker aber griffbereit
            an normalen Tagen

            bei Gewittervorhersage - Verhülle ich mich auch -
            vor dem Kontrolieren der Völker setzte ich mich ca. 5 min neben die Biki - da merkt man schon wie die Mädels drauf sind und ich kann mich auch dabei entspannen

            Bei Handschuhe bekomme ich immer Stiche ab - deshalb ziehe ich erst keinen an

            Viele Grüße
            Drohn
            • vielen Dank für Eure Kommentare und Meinungen.
              Allergiker bin ich nicht.

              Ich sehe nur immer die ganzen Imker, welche ohne jeglichen Schutz bei den Bienen sind.
              Das möchte ich auch gerne, um den Bienen näher zu sein.

              Nur will ich nicht jedes Mal mit Stichen übersät werden.

              Nachdem, was Ihr schreibt halte ich es so, dass ich erst mal mit Schutz (auch mit Handschuhen) an den Bienen was mache und das Verhalten lerne. Irgendwann werde ich den Zeitpunkt erkennen, wann ich die Handschuhe ablegen kann und nichts langärmeliges tragen muss oder vielleicht sogar auf den Schleier oder Rauch verzichte.

              Bis dahin wird es aber wohl noch ein wenig dauern.

              Wie gesagt: Ich war neugierig auf Erfahrungen, wie Stück für Stück der Schutz verschwinden kann...

              Danke noch mal
              • Hallo,

                ich leide nach einem Bienenstich schon sehr, und gerade dann, wenn er an Händen oder am Kopf/Gesicht ist. Deshalb finde ich es Quatsch beim Arbeiten an der Kiste auf Schutzkleidung zu verzichten. Manchmal habe ich das Gefühl, da will einer cooler als der andere sein. Ich habe keine Probleme, mich anzuziehen, wenn ich an der Kiste arbeite, auch wenn das manchmal ganz schön warm ist.

                Grüße
                Petra
                • Hi,
                  ich weiß nicht, ob das irgendwas damit zu tun hat, ob man "cooler" sein möchte oder nicht. Mich persönlich würde ein Ganzkörperanzug einfach stören, gerade wenn es warm ist und die Arbeiten etwas länger dauern. Es wird zu heiß, man fängt an zu schwitzen, es juckt und man sehnt sich nur den Moment des Aubstreifens des Anzuges herbei. Nein, da hätte ich kein Spaß dran... Ich habe Schleier und Handschuhe dabei, trage auch möglichst lange Kleidung. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich die Schutzkleidung irgendwie "uncool" finde. Ich denke, dass ist eine Entscheidung die jeder für sich selber treffen muss smiley
                  Liebe Grüße Marten
                  • Hallo Dennis,

                    vielleicht auch noch ein paar ermutigende Worte eines "Leidensgenossen". smiley

                    Als ich letztes Jahr mit den Bienen angefangen habe, hatte ich eine regelrechte Phobie und konnte meine Panik selbst im vollverschleierten Zustand nur schwer kontrollieren, sobald ich näher als 3 Meter an der Kiste war. Das heißt im ersten Jahr hab ich praktisch keinen bis sehr wenig "direkten" Kontakt mit den Bienen gehabt, aber ich hab mir darüber auch ehrlich gesagt keine großartigen Gedanken gemacht, sondern immer "auf meinen Bauch gehört", ob ich mich verschleiern sollte oder nicht. Ich glaube das ist auch das, was drohn mit "ca. 5 min neben die Biki - da merkt man schon wie die Mädels drauf sind und ich kann mich auch dabei entspannen" meint. Dazu kommt noch erschwerend, dass ich recht allergisch bin und wie ein Luftballon anschwelle, wenn ich gestochen werde. (Was paradoxer Weise letztes Jahr 5 Stiche waren.)

                    Und jetzt kommt die Pointe: Dieses Jahr gab's bei mir einfach einen Moment bei der Schwarmkontrolle, bei dem ich dachte: "Heute sehen sie extrem entspannt aus, ich lass den Schleier einfach mal weg." Und siehe da, es ist nix passiert. wink Seit dem lass ich immer mehr "Schutz" weg, gerade beim einlogieren von zwei weiteren Völkern komplett ohne alles in kurzen Hosen. smiley Gibt aber auch wieder Tage, an denen ich mich ganz verhülle, je nach "Bauch/Intuition".

                    Lange Rede, kurzer Sinn: Setz dich selbst nicht so unter Druck, das kommt alles mit der Zeit. Allerdings musst du zwischen Schleier und Rauch differenzieren. Ob mit oder ohne Smoker wurde aber ja schon an anderer Stelle ausführlich diskutiert.

                    Lass dir und deinen Bienen einfach die Zeit, die es braucht.

                    Liebe Grüße
                    Micha

                    PS: Zu deiner Frage: Meinen ersten Stich gab's nach dem Einlogieren des ersten Volkes. Irgendwie hatte es eine Biene geschafft auf meinem Rücken sitzen zu bleiben und beim Umziehen in die bereit liegende Jogginghose zu fallen. Gemerkt habe ich das natürlich erst, als sie sich an meinem Oberschenkel vorgenommen hatte.
                      Michael Wirth, Waldmohr
                      - 1x BK aus 2016
                      - 1x BK / 1x Warré aus 2017
                      - 1x ATBH / 6x Dadant US aus 2018

                      "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."
                    • Milissokomos schrieb am 01.06.2017, 06:51


                      vielleicht auch noch ein paar ermutigende Worte eines "Leidensgenossen". smiley


                      Das ermutigt mich nun aber. Ich wurde bisher zwei Mal in meinem Leben von einer Biene gestoßen, jedes Mal in einen Zeh. Mein Fuß sah danach jedes Mal aus, als sei er ein roter Luftballon, total geschwollen (bis ordentlich über die Knöchel), rot und tagelang schmerzend, bzw. juckend. Ich weiß nicht, ob das eine Allergie ist oder einfach normal?! Letztes Jahr hat mich eine schwarze Holzbiene gestochen, das tat zwar furchtbar weh, ist dafür aber nicht so angeschwollen. Ich möchte so gerne eine Bienenkiste im Garten!
                      Michèle
                      • Hallo Michèle,
                        eine Rötung und Schwellung ist denke ich, bis zu einem gewissen Maß ja normal, der Körper reagiert da eben auf das Gift. Falls Du Dir jedoch unsicher bist, dann solltest Du einen Allergietest bei einem Facharzt machen lasen, dann hast Du Gewissheit.
                        Das würde ich auch unabhängig davon machen, ob Du nun imkern willst oder nicht, du könntest ja auch so mal gestochen werden.
                        Viele Grüße
                        Norbert
                        • Solange die Reaktion auf die Einstichstelle begrenzt ist, würde ich mir keine Sorgen machen. Das kann auch mal heftiger ausfallen. Von einer Allergie spricht man in der Regel erst, wenn der Körper auch an anderen Stellen fern vom Stich mit Schwellungen und Juckreiz reagiert. Aber natürlich ist es im Zweifelsfall besser, einen Facharzt zu fragen. -Grüße, schak
                          • Hallo,
                            ich selber bin allergisch und imkere weiterhin. D. h. ohne Schutzkleidung geht gar nicht. Besonders natürlich im Bereich Gesicht, Kopf, Hals. Musste letztes Jahr einmal ins Krankenhaus weil ich zur kurzen Kontrolle ohne Schutzausrüstung an den Bienenstock bin. Beim Öffnen des Rückbretts stach mich eine Biene in die Innenseite der Unterlippe. Die Schwellung ging dann bis zu den Augen, etc.
                            Immer gut geschützt sollte es aber kein Problem sein.
                            Gruß
                            Markus
                            • Hallo,
                              ich bin auch Bienengift-Allergiker und imkere auch weiter. Gemerkt habe ich das allerdings nicht durch eine Schwellung, sondern durch einen Kreislaufzusammenbruch incl. Notarzt und Krankenhausaufenthalt. So eine Allergie kann sich mit der Zeit entwickeln, es braucht aber mindestens einen Stich, bei mir waren es mehrere, verteilt über mehrere Jahre. Die Reaktionen des Körpers können dann immer heftiger werden bis hin zu Atemstillstand und Kreislaufstillstand. Darum kann ich auch nur jedem raten, sich testen zu lassen, sollte man Zweifel haben. Durch eine Hyposensibilisierung kann die Allergie aber mit sehr guten Erfolgsaussichten behandelt werden. Ich habe die Hyposensibilisierung erfolgreich hinter mir. Weil ich weiter imkern wollte, wurde mir auch geraten die normale Dosis noch zu erhöhen, auch das habe ich inzwischen hinter mir. Jetzt geh ich allerdings nur noch mit Schutzanzug an die Völker, was sich manchmal etwas übertrieben anfühlt, aber leider in meinem Fall notwendig ist. Aber immer noch besser, als das Imkern aufzugeben.
                              Viele Grüße
                              Norbert
                              • Kann man den Allergietest beim normalen Hausarzt machen oder muss man dafür zum Allergologen?

                                Nobby schrieb am 13.05.2019, 11:09
                                Hallo,
                                iDurch eine Hyposensibilisierung kann die Allergie aber mit sehr guten Erfolgsaussichten behandelt werden. Ich habe die Hyposensibilisierung erfolgreich hinter mir. Weil ich weiter imkern wollte, wurde mir auch geraten die normale Dosis noch zu erhöhen, auch das habe ich inzwischen hinter mir.
                                @Norbert - Was genau macht man bei einer Hyposensibilisierung?
                                Welche Schutzkleidung empfehlt ihr? Ich brauche auch welche für meine Kinder, habe unterschiedliche gesehen (vor allem der Teil, der den Kopf schützt. Sind die Handschuhe wirklich "stichfest"?
                                • amselle schrieb am 18.05.2019, 17:26

                                  Welche Schutzkleidung empfehlt ihr?

                                  Außer einem Hut mit Schleier gar nichts! Auch nicht für die Kinder!
                                  Am besten gewöhnst du dich daran, möglichst ohne diese Dinger auszukommen, keine Pankik aufkommen
                                  lassen und Ruhe bewahren. Wer imkert, bekommt auch Stiche und darauf solltest du dich einstellen
                                  und gefasst sein.
                                  Sonst lässt du das Imkern besser sein.

                                  gruß bf
                                    Abyssus abyssum invocat
                                  • hm, also es gibt ja auch hier Imker, die Schutzkleidung tragen - ganz so abwegig ist das ja nun nicht (gerade für Anfänger)
                                    • Ich stimme bf vollumfänglich zu!

                                      Gruß Markus
                                        Bestand:
                                        2x Bienenkiste
                                        4x TBH
                                        1x Christsche Magazinbeute
                                      • Hallo Michèle,

                                        ich würde den Allergietest bei einem Allergologen machen lassen, Hautärzte sind in der Regel auch Allergologen. Falls es bei Dir eine Hautklinik gibt, wäre das auch eine Möglichkeit, die haben normalerweise auch eine Allergologie. Der Test ist ambulant und geht relativ schnell.
                                        Eine Hyposensibilisierung wird stationär durchgeführt. Man muß für 4 Nächte ins Krankenhaus und bekommt jeden Tag Bienengift gespritzt. Die Giftdosis wird dabei langsam erhöht, so gewöhnt sich der Körper daran und lernt wieder normal darauf zu reagieren. Die letzte Dosis entspricht in etwa einen Bienenstich.
                                        Imker haben natürlich ein höheres Risiko, so eine Allergie zu entwickeln, auch noch im hohen Alter, weil sie einfach öfter gestochen werden, deshalb ist es eine gute Idee sich zu schützen. Vermutlich wirst Du dich dadurch auch sicherer fühlen und wirst die Sache dadurch ruhiger angehen. Später, wenn Du mehr Erfahrung hast, wirst Du selbst merken wann Du auch ohne Schutz arbeiten kannst.
                                        Viele Grüße
                                        Norbert
                                        • aber ob das die KK einfach so übernimmt? Eine Hyposensibilisierung wird dann wohl nur gemacht, wenn man tatsächlich allergisch ist, nehme ich an