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  • Ich plane in diesem Jahr neben meiner bisherigen Bienenkiste eine zusätzliche Bienenkiste und drei Einraumbeuten aufzustellen.

    Grundsätzlich sehe ich beim Bautrieb große Parallelen zwischen ERB und BK wegen des Naturwabenbaus. Nun frage ich mich, ob für die Volksvoraussetzungen eigentlich vollständig die gleichen Bedingungen gelten: nach Möglichkeit Naturschwarm, möglichst kein Kunstschwarm und wenn ja, groß (3 kg) und früh (bis Mitte Mai), dann füttern.

    Weil ich in diesem Jahr aber mindestens vier Völker für die Besiedelung der BK und ERB bräuchte, erscheint es mir hier im Norden bei Bremen unmöglich, ausschließlich mit Naturschwärmen zu beginnen - im letzten Jahr hatte ich Glück, zumindest über die Schwarmbörse einen Naturschwarm zu erhalten.

    Also habe ich bei umliegenden Imkern angefragt und bei denen, die offen gegenüber BK und ERB sind, immer die folgende Rückantwort erhalten:

    - Sie können mir Kunstschwärme zur Verfügung stellen, mit Glück auch einen Naturschwarm (aber eher unwahrscheinlich)

    - Die Kunstschwärme beeinhalten eine begattete Königin

    - ABER: alle sagten mir, dass der Kunstschwarm frühestens im Juni gebildet wird: Anfang bis Mitte Juni. Ich könnte Völker bekommen, aber eben erst zu diesem späten Zeitpunkt.

    Das erscheint mir aber sehr/zu spät und ich habe trotz Auffütterung ein ziemlich ungutes Gefühl dabei, ob die Mädels noch genug bauen können, um für den Winter gerüstet zu sein.

    Die Imker sagten mir allesamt: „das reicht noch zeitlich“ => die imkern aber alle in normalen Magazinbeuten…

    Wie sehen die anderen das? Gibt es weitere Tipps neben Auffütterung, die ich beachten sollte?
    [Hinweis: Isabella hat den Beitrag zuletzt am vor 1 Jahr, 5 Monaten geändert.]
    • Hallo isabella

      grundsätzlich gilt: je früher und je stärker der Schwarm, um so besser!
      Bekommt man keinen Naturschwarm, geht`s auch mit einem starken Kunstschwarm ( 2 - 2,5 kg reichen)
      Es funktioniert auch noch spät, wenn die Schwarmsaison vorüber ist und eigentlich nur
      noch Kunstschwärme zu bekommen sind, im Extremfall bis Anfang August. Danach würde ich
      die Bienenkiste nicht mehr starten. Hierzu ein Beitrag von mir vom 22.06.2013
      http://www.mellifera-netzwerk.de/forum/thread?thread=2171#dis-post-12021

      gruß bf
        Abyssus abyssum invocat
      • Hallo Isabella,
        Isabella schrieb am 14.02.2017, 08:21
        Das erscheint mir aber sehr/zu spät und ich habe trotz Auffütterung ein ziemlich ungutes Gefühl dabei, ob die Mädels noch genug bauen können, um für den Winter gerüstet zu sein.
        Du solltest dabei auch nicht vergessen, dass ein Schwarm, egal ob früh oder spät einlogiert, sowieso nur ca. 20 Tage lang Waben bauen wird, weil danach der Bautrieb größtenteils erlischt.
        D.h. auch bei einem Naturschwarm der Anfang Mai eingeschlagen wird, kann es passieren, dass die Kiste nicht ganz ausgebaut wird, je nach Witterung und Futterstrom. Die "Menge" des Wabenwerks ist für die Überwinterung ja auch nicht nicht primär entscheidend, solange sie nicht in einem kritisch geringen Bereich liegt, sondern eine erfolgreiche Varroa-Behandlung und gewissenhafte Auffütterung.

        Vor diesem Hintergrund würde ich mir bei Kunstschwärmen "Anfang bis Mitte Juni" keinerlei Gedanken machen, zumal mit begatteter Königin. Bei einem Kunstschwarm ist es allerdings umso wichtiger, dass der (Reiz-)Futterstrom nicht abreist, da die Bienenmasse nach dem Einschlagen schneller als bei einem Naturschwarm abnimmt um er tendenziell träger im Wabenbau ist. D.h. flüssig füttern und gar nicht erst mit Futterteig anfangen. Zeitlich bist du dabei also runde 6-7 Wochen von bienenflugs "Extremfall bis Anfang August" entfernt.

        In Sachen Vorbereitung auf den Winter steht deinem Vorhaben also nichts im Wege.
        Ich wünsche dir viel Erfolg!

        Beste Grüße
        Micha
          Michael Wirth, Waldmohr
          - 1x BK aus 2016
          - 1x BK / 1x Warré aus 2017
          - 1x ATBH / 4x Dadant US aus 2018

          "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."
        • Isabella schrieb am 14.02.2017, 08:21
          Ich plane in diesem Jahr neben meiner bisherigen Bienenkiste eine zusätzliche Bienenkiste und drei Einraumbeuten aufzustellen.

          Hi Isabella,

          was ich nicht verstehe, ist warum zwei verschiedene Betriebsweisen? Ich könnte das im Sinne von einer Umwandlung verstehen, wenn jemand mit 'A' angefangen hat und allmählich auf 'B' umsteigen will, oder eine neue ausprobieren willst, aber Du machst "sowohl als auch".

          An sich ist das selbstverständlich ganz in Ordnung wenn es Dir passt, aber ich bin neugierig warum.

          Schöne Grüße

          Kevin
            Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
          • An alle: vielen lieben Dank für die schnellen Beiträge!

            An "bienenflug": super, dann bin ich nun zuversichtlicher.

            An "Micha": vielen Dank für den Hinweis mit den 20 Tagen. Hintergrund meiner Besorgnis waren nur die vielen Beiträge, in denen immer wieder der Mai benannt wird. Die Flüssigfütterung wird auf jeden Fall umgesetzt.

            An "Kevin": das habe ich lange überlegt. Ich bin von dem Bienenkisten-Prinzip zu 100% überzeugt und möchte wesensgemäß imkern, aber völlige Anfängerin (im letzten Jahr mit einer BK begonnen).

            Zum aktuellen Zeitpunkt möchte ich mehr in den Waben lesen: Brut, Pollen und Honig auch im Jahresverlauf sehen und einschätzen können.
            Es gibt viele, die schreiben, dass dies ja auch alles in der BK geht, indem man die Kiste kippt und von unten in den Waben liest.
            Sorry, das funktioniert bei mir nicht wirklich gut (liegt aber nur an mir): die Mädels haben so super und gleichförmig gebaut (Waben schließen fast perfekt ab), dass es mir mehr als schwer fällt, in die Gassen zu sehen.
            Ich habe mir so eine Minikamera gekauft und bin damit rein - auch ohne Erfolg, das Bild war eine Katastrophe.

            So führe ich alle Maßnahmen nach Vorschrift durch und belasse es ganz oft, von hinten durch das Plexiglas-Trennschied zu schauen und die Bienen zu beobachten.

            Meine Unerfahrenheit verunsichert mich aber, so dass ich überlegt habe:

            - was gibt mir die Möglichkeit, "mehr" ins Volk schauen zu können
            - was kommt dem wesensgemäßen Imkern möglichst nahe
            - wo kann ich das Gelernte aus den Imkerkursen möglichst gut anwenden
            - wie kann ich mich mit Leuten in der näheren Umgebung besser praktisch austauschen (hier in der Umgebung gibt es nicht viele BK, auch wenn die Karte etwas anderes sagt => die Daten werden eben nicht immer aktuell gehalten...)

            Im Ergebnis habe ich mich dann für die Mellifera ERB entschieden und möchte beide Betriebsweisen parallel führen. Mir ist schon klar, dass mehrere Beutensysteme nicht wirklich optimal sind, aber es ist der für mich im Moment beste Kompromiss.

            Danke nochmals an alle für die schnellen Rückmeldungen!
            [Hinweis: Isabella hat den Beitrag zuletzt am vor 1 Jahr, 5 Monaten geändert.]
            • Isabella schrieb am 14.02.2017, 08:21
              Ich plane in diesem Jahr neben meiner bisherigen Bienenkiste eine zusätzliche Bienenkiste und drei Einraumbeuten aufzustellen.

              Hallo Isabella,
              du hast ganz schön viel vor. Vier neue Kisten besiedeln ist richtig Arbeit,
              vom Mai bis in den Herbst.
              Mich würde interessieren, warum du gleich 3 Einraumbeuten besiedeln möchtest und
              nicht erst einmal mit nur einer anfängst. Das würde meines Erachtens nach zum
              Reingucken und lernen auch genügen.

              gruß bf
                Abyssus abyssum invocat
              • bienenflug schrieb am 14.02.2017, 18:09
                erst einmal mit nur einer anfängst. Das würde meines Erachtens nach zum
                Reingucken und lernen auch genügen.

                Das wäre auch mein Rat. Und dann langsam aufbauen (ERB, BK, oder sonst, je nach deinem Wunsch).

                -K
                  Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                • Hallo bienenflug und Kevin,
                  den Einstieg mit dieser Größe habe ich mir lange überlegt und hat mehrere Gründe:

                  • schon als ich im letzten Jahr mit der BK begonnen habe, hat mir der Imker, von dem ich den damaligen Naturschwarm über die Schwarmbörse erhalten habe, gesagt: "man sollte auf jeden Fall mit drei Völkern imkern, um im Bedarfsfall ausgleichen zu können. Bei Verlusten usw. seien die Möglichkeiten mit nur einem Volk begrenzt." Wenn ich also dabei bleiben wollte, sei eine Völkerzahl von 3 ein gutes Maß.

                  • die Imker, mit denen ich seitdem Kontakt aufgenommen habe und mich austausche, bestätigen diese Aussage (hier unterstelle ich einfach mal, dass primär keine eigenen Interessen vorliegen)

                  • im Imkerkurs wurde auch immer gesagt, dass drei Völker ein guter Start seien, um 1. ggf. Waben auszutauschen (Futterwaben in schwachen Völkern), 2. Völker zu vereinigen (ok, dazu genügen auch zwei), 3. Völker zu vergleichen (auch hierfür genügen zwei).

                  • Noch ein Grund: mein Mann ist auch "auf die Biene" gekommen und unsere Idee: ich konzentriere mich in diesem Jahr verstärkt auf die ERB und sammle dort Erfahrungen (deshalb auch primär die Imkerkurse) und sein Schwerpunkt bleibt bei der BK, so kriegen wir das auch mit der Arbeit über die Monate ganz gut hin.

                  • Und nicht zuletzt: ich verbringe einfach super gerne ganz viel Zeit im Garten und bei den Bienen smiley. In den Urlaub fahre ich eh´ nicht (höchstens mal für drei Tage nach Langeoog, mehr aber nicht, "Urlaub haben" heißt für mich eben im Garten sein) und so sollte das ganz gut passen.

                  Ich kann die Bedenken schon ganz gut verstehen, geht mir ja letztendlich ebenso. Aber ich werde über das ganze Jahr auch einen Imkerpaten an der Hand haben, der mir seine Unterstützung zugesagt hat.

                  Liebe Grüße
                  Isabella
                  • Ach ja: und wenn es mit den großen Schwärmen nicht in diesem Jahr klappt, dann werden einige Kisten eben weiter im Keller stehen und auf den Einsatz warten.

                    Paketbienen und dergleichen kommen natürlich nicht in Frage.

                    Nochmals liebe Grüße
                    Isabella
                    • Na dann drücken wir die Daumen für Dich und wünschen viel Erfolg! (Viel Honig wird es sowieso geben.) smiley

                      Schöne Grüße

                      Kevin
                        Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                      • Nur noch mal der Zahlen wegen: Im Mai sind in Hamburg zur Besiedelung 1000 g Bienen ausreichend. 2,5-3 kg - damit besiedele ich drei Kisten. Bienenflug, woher hast Du diese Zahlen?

                        Gruß, Gunnar
                        • Hallo Gunnar

                          ich habe letztes Jahr einen Schwarm von ca. 2,5 kg weitergegeben.
                          Beim Stammtisch wurde mir gesagt, die 2,5kg Bienen wären zuwenig für eine Biki!!!!

                          In meiner Biki hatte der Schwarm so um die 2,5 kg, im ersten Jahr wurde die Biki voll ausgebaut und ich hatte ausserdem noch einen Heidschwarm....

                          @Isabella: 3 Völker finde ich sehr gut und man sieht wie jedes Volk anders ist und wenn man ein Volk verliert ist es halb so schlimm.
                          Auch ich-wir (Sohn) haben 2 verschieden Beutenarten und dieses Jahr will ich mit einer neuen Beuteart anfangen um auszuprobieren welche Beute für unsere Trachtlage besser ist.

                          Viele Grüße
                          Drohn
                          • Hallo Gunnar,
                            ich habe nicht 2,5-3 kg geschrieben.

                            gruß bf
                              Abyssus abyssum invocat
                            • Hallo Bienenflug,

                              sorry, nicht richtig gelesen.
                              Drohn, 1 kg ist für eine Besiedelung im Mai völlig okay.
                              Ein Heidschwarm ist natürlich auch was Tolles smiley

                              Gruß, Gunnar