abonnieren: RSS
  • Hallo zusammen,
    ich habe vor einiger Zeit einen wie ich finde sehr interessanten Beitrag bei Deutschlandradio Kultur gehört den ich euch hier zum Nachlesen reinstelle.

    Warum die Bienen wirklich sterben
    Von Udo Pollmer bei Deutschlandradio Kultur

    Seit Jahren beobachten Forscher den weltweiten Rückgang der Bienenpopulation mit Sorge. Oftmals werden Pestizide für das Sterben verantwortlich gemacht. Falsch, meint Udo Pollmer. Schuld seien die Imker selbst.
    Weltweit sterben die Bienen. Bald täglich erreichen uns Meldungen, Pestizide würden der allseits beliebten Biene Maja ein schmähliches Ende bereiten. Seltsam nur, früher haben die Bauern regelmäßig Insektengifte versprüht, für die Bienen hat sich niemand interessiert.
    Die Prüfung der Pflanzenschutzmittel auf Bienengefährlichkeit vor der Zulassung ist eine Errungenschaft neueren Datums. Zudem arbeiten Landwirt und Imker längst zusammen. Um die Bestäubung der Kulturen zu sichern, sprechen sie die Mittel und den Zeitpunkt der Ausbringung ab. Doch seit auf die Bienen Rücksicht genommen wird, jagt ein Bienensterben das nächste. Was ist da los?
    Es stimmt, heute sind mehr Bienenverluste zu beklagen als früher. Doch die wichtigste Ursache wird gar nicht erst erwähnt: Es ist die Überzüchtung. Obwohl sich zum Imkern mehrere Bienenarten eignen, kommt weltweit praktisch nur noch eine Art zum Zuge.
    Dieser Hochleistungs-Imme musste auch unsere Nordbiene weichen. Diese war robust, kam mit schlechtem Wetter ebenso klar wie mit mieser Tracht, also einem unbefriedigenden Angebot an Nektar und Pollen.
    Nordbienen waren nur mäßige Honigsammler
    Zum Leidwesen der Imker waren diese Tierchen stechlustig aber nur mäßige Honigsammler. Deshalb begannen unsere Bienenväter um 1950 die heimischen Nordbienen auszurotten. So wollten sie verhindern, dass sich deren Drohnen an die reinrassigen Hochleistungs-Königinnen ranwanzen und die ehrgeizigen Zuchtziele gefährden.
    Abgelöst wurde die Nordbiene von der Kärntner Biene, die vom Donaubecken bis zum Balkan heimisch ist. Dank intensiver züchterischer Bearbeitung ist es heute das ideale Nutzvieh: bienenfleißig, mit gutem Orientierungssinn, sie sitzt ruhig auf der Wabe, sticht nicht, schwärmt nur selten, ist im Winter billig im Unterhalt und entwickelt sich im Frühjahr schnell.
    Die Imker haben ihre Kärntner Hochleistungsbiene gedankenlos in ferne Ökosysteme verpflanzt, und damit begann das Elend. Denn Nektar und Pollen haben je nach Tracht ganz unterschiedlichen Nährwert. Manche sind sogar giftig. Natürlich meiden die Bienen, wenn möglich, giftige Trachten. Aber wenn sie in riesigen Monokulturen ausschwärmen sollen, haben sie keine Wahl.
    Nicht zufällig sind die größten Völkerverluste bei der kalifornischen Mandelblüte zu beklagen. Der Baum liefert blausäurehaltiges Amygdalin, und das ist für Bienen ziemlich giftig. Gehen davon die Bienenvölker ein, verdächtigen alle reflexartig die Pestizide.
    Danach sucht kein Labor
    Gewöhnlich übernimmt die Darmflora der Biene das Entgiften pflanzlicher Abwehrstoffe. Aber es reicht halt nicht immer. Vor allem dann, wenn sie durch Antibiotika wie Tylosin geschädigt ist oder durch Streptomycin, mit dem Obstbäume behandelt werden. Danach sucht kein Labor.
    Stattdessen werden Pestizide analysiert und wenn man so gut wie nichts findet, erklären Umweltschützer, daran könne man sehen, wie riskant bereits Ultraspuren seien.
    Dummerweise hat die Kärntner Biene eine Engelsgeduld. Sanfte Immen sind nicht nur zu den Menschen lieb, sondern auch zur Varroamilbe. Diesen Parasiten haben die Bienenzüchter vor einigen Jahrzehnten aus Asien eingeschleppt.
    Der dort heimischen Honigbiene wird der Parasit nicht gefährlich, sie bekämpft Milben im Stock konsequent. Ihre Völker sind gesünder, aber sie liefern zu wenig Honig.
    Neue Bienen braucht das Land
    Die Varroa ist nicht nur eine Blutsaugerin, sie verbreitet auch Krankheiten. Vor den Zeiten der Milbe kam das Immunsystem der Kärntner Biene mit den meisten Erregern zurecht. Aber seit einige Viren herausgefunden haben, dass sich die Milbe gewissermaßen als Injektionsnadel eignet, hat sich das Blatt gewendet.
    Die Erreger gelangen inzwischen durch den Stich der Milbe in die Blutbahn der Biene. Die neuen Viren wie das DWV bewirken genau das, was man den Pestiziden unterstellt: Die Bienen verlieren ihre Orientierung, verirren sich in fremde Stöcke und tragen so die Krankheit weiter.
    Wir brauchen eine Kehrtwende in der Züchtung, wir brauchen Bienen, die an das jeweilige Ökosystem angepasst sind, auch wenn die Stechlust steigt und die Honigernte sinkt. Mahlzeit!
    • Lieber kiachle,


      UDO POLLMER !!!!!!!!!!

      Weder Imker noch Fachmann für Bienenhaltung!!!!!

      Ich kenne den Werdegang dieses Hass-Prolethen über die Verbundenheit meiner Ehefrau zur Gesellschaft für Gesundheitsberater, GGB eV in Lahnstein und meine eigene Verbundenheit zu Dr. Max-Otto Brucker.
      Länger als zwei Jahrzehnte ernähre ich mich vegetarisch, zeitweise vegan, ist mir Pollmer in diesem Zeitraum mehrmals durch seine herbe Kritik zum Thema Gesunde Ernährung bekannt geworden.

      Ich möchte jeden davor warnen, sich auf seine Thesen einzulassen und die Leser hier
      im Forum warnen, die von ihm - übrigens seit mehreren Jahren - im Sinne des Eigennutzes verbreiteten Thesen zum Bienensterben 1:1 zu übernehmen.
      Lebensmittelchemiker von Beruf, lässt sich vor jeden Lobby-Karren spannen, der ihm
      einen Gewinn verspricht. Übel im Wesen und der Völlerei zugetan, verdient dieser, den
      Pestiziden huldigender Mensch mit Hetzschriften sein Geld.

      Hier im BK-Forum hat Pollmer wirklich nichts zu suchen. Der weiß so viel über Bienen
      wie Günthers Kuh!

      Nachfolgendes Zitat habe ich im Internet aufgenommen, und dem möchte ich mich inhaltlich ausdrücklich anschließen:
      Udo Pollmer verdient nicht unsere Häme, unseren Zorn, nicht einmal unser Amüsement. Er ist ein Mensch, der das Wissen gesehen und verkannt hat. Er hatte die Chance, und hat sie verwirkt. Er darf uns wirlich Leid tun.


      bf

      [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 8 Monaten geändert.]
        Abyssus abyssum invocat
      • Hallo Bienenflug,

        ich kannte Udo Poller bis Dato nicht und habe nichts von seinen Veröffentlichungen gelesen. Ich werde seine These zum Bienensterben auch nicht 1:1 übernehmen, jedoch erscheint sie mir (auch wenn er kein Fachmann ist) mit ein Grund zu sein.

        Aus meiner eigenen Erfahrung mit 3 Völkern die nebeneinander in unserem Garten stehen kann ich folgendes berichten.

        1 Volk Bienenkiste
        Naturschwarm von einem konventionellem Imker. Geht heuer ins 4. Jahr und ist sehr sanftmütig bei mittlerem Honigertrag.

        1 Volk Magazin
        Ableger von konventionellem Imker geht heuer ins 3. Jahr ist sanftmütig bei mittlerem bis gutem Honigertrag.

        1 Volk Bienenkiste
        Naturschwarm von Imker der schon Jahrzehnte sehr naturnah imkert und wenig in seine Völker eingreift oder selektiert. Geht heuer ins 5. Jahr und ist sehr sehr stechfreudig bei geringem bis keinem Honigertrag.
        Was aber extrem auffällt ist die über Jahre beobachtete Vitalität und geringe Varobelastung im Vergleich zu den beiden anderen Völkern.

        Daraus ergibt sich für mich schon ein Zusammenhang zwischen der Zucht auf Sanftmütigkeit und Ertragsmaximierung und der dadurch entstandenen Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Varo.
        • hallo kiachle,

          der Mann heißt Pollmer nicht Poller.
          ich kannte Udo Poller bis Dato nicht und habe nichts von seinen Veröffentlichungen gelesen.
          Das ist auch gut so. Damit anzufangen wäre reine Zeitverschwendung. Stattdessen kannst du
          auf gute Bienenliteratur zugreifen.
          Deine Hypothese, die Zucht auf Sanftmütigkeit und Ertragsmaximierung als Ursache für die Anfälligkeit für Krankeiten und Varoa hinzustellen, kann ich nun wirklich nicht
          nachvollziehen. Wo sind die Fakten für eine solche Hypothese?
          Über derartiges habe ich bis heute noch nichts erfahren.

          Ein Züchter verliert niemals die Bienengesundheit aus den Augen!

          viele Grüße
          bf

          [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 8 Monaten geändert.]
            Abyssus abyssum invocat
          • Lieber Kiachle,
            den folgenden Bericht von Günter Friedmann möchte ich dir an Herz legen. Dort erfährst du
            seriöse Überlegungen und Erfahrungen zum vieldiskutierten Thema Bienensterben und seinen möglichen Ursachen

            http://imkerei-friedmann.de/wp-content/uploads/2014/12/T-Wie-geht-es-den-Bienen-2013.pdf

            gruß bf
              Abyssus abyssum invocat
            • Hallo Werner,

              Dir ist aber schon klar, falls sich tatsächlich jemand mal den von Dir verlinkten Text durchlesen würde, dies ein ein klassisches Eigentor wäre?

              Viele Grüße
              Michael
              • Hallo Michael,

                Deiner Familie, dir und deinen Bienen ein frohes neues Jahr und Gesundheit.

                Das mit dem Eigentor musst du mir bitte erklären, denn Fußball ist nun wirklich nicht mein
                Interessengebiet.

                beste grüße
                bf [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 8 Monaten geändert.]
                  Abyssus abyssum invocat
                • Du verleitest mich immer zu Aufsätzen, ich sollte meine Klappe halten. Meine bescheidenen Gedanken:

                  Die beiden könnten Kollegen sein, außer man bewertet die Zucht auf Honigertrag und Sanftmut nicht als Manipulation. So naiv sind wir nun aber nicht. Willst Du also Pollmers Thesen in Frage stellen, besser nicht mit Dokumenten, die ihn nocht stützen. Das nennt sich dann Eigentor.

                  Pollmer:
                  Weltweit sterben die Bienen. Bald täglich erreichen uns Meldungen, Pestizide würden der allseits beliebten Biene Maja ein schmähliches Ende bereiten. Seltsam nur, früher haben die Bauern regelmäßig Insektengifte versprüht, für die Bienen hat sich niemand interessiert.
                  Friedmann:
                  Aufgrund meiner imkerlichen Erfahrungen und Beobachtungen bin ich jedoch der Meinung , dass die Auswirkungen des Einsatzes der Agrarchemie auf die Bienen auf die Bienen überbewertet wird.

                  Ob die Brüder Recht haben oder nicht, sei mal dahingestellt, jedoch verleugnen beide mehr oder minder die Auswirkung der Chemiekeule. Pollmer hat die Überzüchtung als Hauptursache ausgemacht, der gute Friedmann die Manipulation der Bienenvölker:
                  Im Grunde genommen verhält sich die moderne Imkerei nicht anders als die moderne Landwirtschaft: Es geht heute immer darum den maximalen Nutzen aus dem Tier herauszuholen. In diesem Zusammenhang werden die Bienenvölker in hohem Maße manipuliert. Wie es mich erstaunt, dass in der Landwirtschaft immer noch ein Intensivierungsschub möglich wird, so erstaunt es mich, dass den Imkern immer wieder eine Maßnahme einfällt, um noch ein paar Pfund Honig mehr aus den Völkern herauszuholen.
                  Daher hab´ ich Aussage:
                  bienenflug schrieb am 05.01.2017, 20:04
                  hallo kiachle,
                  Ein Züchter verliert niemals die Bienengesundheit aus den Augen!
                  auch erst für beißende Ironie gehalten, was mir sehr gefallen hätte. Ich mußte herzhaft lachen. Der gute Imker im Gegensatz zum Rinderzüchter (= böse, denen geht´s nur um Michertrag), Hundezüchter (= böse, züchten Rassen mit massiven Gelenkproblemen), Putenzüchter (= böse, die Viecher können vor leckerem Brustfleisch kaum noch stehen), Hühnerzüchter (= böse, züchten Rassen für die Eierproduktion, Männchen werden geschreddert), Schweinezüchter (=böse, Kreislauf und Stress kontra fetten Koteletts), etc., etc., etc.

                  Schau‘ ich mir nun unsere Immen an - schwarmträge, sanftmütig und superhonigsammelnd, jedoch offentsichtlich das Gegenteil von varroatolerant, beschleicht mich der böse Verdacht, dass „der Imker“ doch recht gut in die „Liste-der-Bösen“ passen tät‘. Damit ist mir der Pollmer schon beinahe sympathisch – und der Ball zappelt bei Dir im Netz – 0:1!

                  Scheint mir eher so, als drehe sich der Streit darum, wer denn die eigentliche Ursache für die Katastrophe kennt. Nicht dass sich dummerweise herausstellt, dass es mehrere Ursachen gibt und wir ganz, ganz, ganz viel Mist gebaut haben. Wär´ peinlich, aber nicht unwahrscheinlich.

                  Viele Grüße
                  Michael
                  • Hallo Michael,

                    vielen Dank für deinen ausführlichen und unterstützenden Beitrag zu unserer Diskusion du sprichst mir aus dem Herzen.

                    Viele Grüße
                    Auch ein Michael
                    • hallo ihr beiden Michael`s

                      wir drei liegen in unseren Meinungen gar nicht so weit auseinander.

                      Ich habe nicht ohne Grund Friedmanns Text hier in die Diskussion eingebracht.
                      Friedman hat für dich und für uns die Gründe für das Bienensterben versucht darzustellen und ihr habt recht in eurer Darstellung, dass es ein Konglomerat von Ursachen für das Sterben der Bienen zu geben scheint.
                      Im Sinne einer Textanalyse möchte ich nun auch auf ein paar Punkte eingehen, um den
                      roten Faden in Friedmanns Aussagen aufzuzueigen:
                      Friedmann analysiert, einem Wissenschaftler gleich, mehrere mögliche Ursachen für das Bienensterben, wobei er in einer Hinsicht den Verlust einiger oder einer Vielzahl von Völkern anspricht und in anderer Hinsicht das Aussterben der ART. Das sind zwei unterschiedliche Dinge.
                      Während er darstellt, dass die Imker an vielen Völkerverlusten selbst schuld sind, führt er uns vor Augen, dass es seit kurzer Zeitspanne trifftige Gründe für weitere Ursachen gibt, die zu Völkerverlusten führen und die nicht im Ermessen oder der Hand des Imkers liegen.
                      Es herrscht allgemeine Überstimmung, dass es den Honigbienen nicht gut geht und die Lage der Imkerei in vielen Ländern prekär ist.
                      Es ist durchaus möglich, dass es wirklich zu einem Sterben der Bienen kommt.

                      Damit meint Friedmann nicht die zunehmend hohen Winterverluste, sondern ganz konkrekt das mögliche Aussterben der Honigbiene als Art. Für diese Annahme führt er im Test weitere gute Gründe auf.
                      Im Moment sehe ich in der Mangelernährung die entscheidende Ursache für die Schwächung der Bienenvölker seitens der Landwirtschaft. In all den Ländern, in denen die Bienen, aus welchen Gründen auch immer, bienengemäß gehalten werden, mit extensiver Imkerei und Vermehrung über den Schwarmprozess, etc und wo auch die Ernährung der Bienenvölker noch in Ordnung ist, geht es den Bienen gut.

                      Friedmann führt als Demeterimker seine Völker extensiv, vermehrt über Schwarmtrieb, dennoch geht es seinen Bienen nicht gut - es mangelt ihnen an Futter!
                      Im Jahr 2009 musste ich zum ersten Mal in meiner mittlerweile 30 Jährigen Zeit als Imker meine Bienen mit Zucker notfüttern, um sie vor dem Verhungern mitten im Sommer zu bewahren. 2012 war das wieder der Fall. Früher ist mir das nie passiert.
                      Es ist ein Schock, wenn urplötzlich alle Nahrungsquellen versiegen.

                      Er zeigt uns auf, dass durch durch die zunehmende "Schlagkraft", der Landwirtschaft, einseiteiger Fruchtanbau, Ausrottung der Pflanzenvielfalt auf Wiesen und Feldern die Nahrungskette für die Bienen (und übrigen Insekten) zusammengebrochen ist.
                      Wie die moderne Intensivlandwirtschaft unsere Landschaft verändert, brauche
                      ich hier nicht mehr im Einzelnen darzulegen. Ein Blick nach draußen genügt
                      und erklärt eigentlich alles.

                      Dem schließe ich mich an.

                      Nun kommt`s:
                      Aufgrund meiner imkerlichen Erfahrungen und Beobachtungen bin ich jedoch der Meinung, dass die Auswirkungen des Einsatzes der Agrarchemie auf die Bienen überbewertet wird.

                      Friedmanns Bericht stammt aus dem Jahre 2013. Er schrieb zum damaligen Zeitpunkt, dass er nicht wisse, in welcher Richtung die weitere Entwicklung verlaufen wird. Ob es wirklich zu einem Bienensterben kommen wird, oder ob es wieder aufwärts geht, mit der Imkerei und der Gesundheit der Bienen. Zwischenzeitlich sind wir schlauer. Es gibt neuere Untersuchungen, neue Gutachten,neue Nachweise und neue Verluste, die uns vor Augen führen, dass die Agrarchemie Ursache für das Aussterben der Art sein wird. Mit allem anderen - Misswirtschaft, Leistungsdruck, Varroa usw. sind die Imker bisher noch einigermaßen zurecht gekommen.
                      Jedoch gegen die Agrochemie kommen wir Imker nicht mehr an. Diese löscht alles Leben aus!
                      Die Tatsache, dass unseren Bienen einerseits nur noch wenig Nahrung zur Verfügung steht, so kommt anderseits erschwerend hinzu , dass die verbliebene Nahrung (einschl.Wasser) auf breiter Fläche zunehmend vergiftet wird und das wirkt!

                      Was kann der Imker tun - Friedmann spricht es an:
                      Auch wenn die Imker das nicht hören wollen, und lieber mit dem Finger auf die „bösen“ Landwirte und den Einsatz der modernen Insektizide zeigen, so ist es doch notwendig, auch die Verantwortung der Imker an der Schwächung der Bienen aufzuzeigen und darauf hinzuweisen, dass auch die Imker sich bewegen und wieder
                      eine bienenfreundliche, bzw bienengemäße Imkerei entwickeln müssen, wie sie z.B. in den Demeter-Richtlinien zur Bienenhaltung vorgezeichnet ist.

                      So schön das sich anhören mag, so ist es dennoch Unsinn! In einer vergifteten, nahrungsmäßig verarmten Landschaft hat gleich welche Art von Bienenhaltung keinen Bestand. Da ändert auch die natürlichste Lebensweise oder Haltung nichts dran. Die anderen Arten führen und dies deutlich vor Augen. Hummeln, Wildbienen, Vögel, Lurche und sterben, obwohl sie so natürlich leben wie zuvor. Dennoch verschwinden sie unwiederbringlich. Das stellen die Demeter-Imker fest und wir kleinen BK-Imker auch.

                      Es sind nicht in erster Linie die "Fehler" der Imker, die das Aussterben der Artbeschleunigen, sondern es sind die äußeren Bedingungen der Landwirtschaft, die den Bienen ihre Lebensgrundlagen nehmen.

                      Wer glaubt, der Imker könnte all diese Faktoren durch artgerechtere extensivere Haltung seiner Bienen ausgleichen, der irrt. An der derzeitigen Lanwirtschaft wird jeder Imker scheitern. Der nächste Intensivierungsschub steht uns in der Landwirtschaft bereits bevor. Wir sind davon ja nur einen kleinen Schritt entfernt.

                      gruss bf
                      P.S
                      michfro, "Ein Züchter verliert niemals die Bienengesundheit aus den Augen!"
                      ist ernst gemeint.



                      [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 8 Monaten geändert.]
                        Abyssus abyssum invocat
                      • Hallo ihr beiden Michaels,

                        Es ist so still geworden nach meinem Beitrag. Möchtet Ihr mir dazu nichts mehr sagen?


                        Die todbringenden Schrauben für unsere Bienen sind Politik, Chemieproduzenten und
                        Landwirtschaft. An diesen Schrauben müsste gedreht werden, nicht irgendwann, sondern
                        sofort. Es ist ein fataler Fehler, wenn das Bündnis zum Schutze der Bienen glaubt,
                        sie (die Mietgliedsorganisationen des Bündnisses) könnten den verfluchten Vernichtungsprozess seitens der Politik, Chemie und Landwirtschaft anhalten, unterbinden, rückwärts kehren evtl. verlangsamen, indem sie gegen diese Spezies
                        beim EUGH klagen. Wie der EUGH sich verhält, ist allen Vertretern des Bündnisses zum Schutz der Bienen ins Gesicht geschlagen. Das Hinziehen des mündlichen Verfahrens,
                        das Aussitzen von Terminsetzungen, Einfordern von kostenträchtigen Gutachten pp.
                        führt letzlich zum (finanziellen) Ausbluten der Imkergemeinschaft. Nicht nur das,
                        die Protestbewegung läuft sich tot, das Interesse am aktiven Einsatz am Erhalt der Bienen (und allem anderen was kreucht und fleucht) läßt spürbar nach, sowohl in den
                        Medien als auch in der Gesellschaft. Man wird mürbe.

                        Das Hauptproblem dieser drei o. g. Vernichtungsparteien ist die Politik, denn sie
                        macht für die beiden anderen (Chemie und Landwirtschaft) die rechtlichen und tatsächlichen Vorgaben.
                        Imkermeister Jürgen Binder aus Schwäbisch Hall schreibt zu diesem Thema in seine
                        aktuellen Montatsbetrachtung im Januar 2017:
                        Die politische Frage lautet für diese: Ist die Bestäuberleistung der Biene nun wichtig für die Landwirtschaft oder nicht? Und wie wichtig ist sie?
                        Das sind alles politikgesteuerte Disussionen, die zur Beruhigung der Öffentlichkeit mit wissenschaftlichen oder pseudowissenschaftlichen Studien untermauert werden. Meist sind es industriefinanzierte Studien, in denen die Unschädlichkeit von Insektizden für unsere Bienen "nachgewiesen" werden. Diese haben nur ein Ziel:
                        sie vernebeln den gesunden Menschenverstand und entwerten die Praxiserfahrung tausender von Imkern, Ornithologen, Insektenkundlern und Naturschützern: Die rote Liste der ganz oder fast ausgerotteten Pflanzen und Tiere wird immer länger.
                        Das ist eine Tatsache.

                        Mir persönlich ist es egal, mit welchen Beuten jemand imkert, ob intensiv oder
                        extensiv, ob das Ziel die Honigmaximierung oder schlicht die einfache Bienenhaltung im Naturbau oder aus Spaß darstellt. Funktionieren tun sie alle, diese Haltungsformen, vorausgesetzt die Lebensbedingungen sind in Ordnung. [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 8 Monaten geändert.]
                          Abyssus abyssum invocat

                        • Bienen
                          Publiziert 21. Dezember 2016
                          EVOCO-Team

                          Wir glauben, wir hätten die Demokratie erfunden,

                          mancher zweifelt gerade daran, wie tauglich sie ist.

                          Aber haben die Bienen sie vielleicht ersonnen vor vielen Millionen Jahren?

                          Suchen sie einen neuen Platz für ihr Volk, schicken sie Hunderte Kundschafterinnen aus.

                          Zurück, zeigen diese mit ihrem Tanz die Qualität des neuen Ortes.

                          Verschiedene Optionen stehen bereit, welcher Platz am besten vermittelt wird,

                          für den entscheidet sich der Schwarm und macht sich auf den Weg.

                          Forscher glauben, dass sie Landkarten im Kopf anlegen, die den Weg weisen.

                          Wie lange werden sie noch überleben, die kleinen Wesen.

                          Die wilden Blüten, deren Nektar ihre Nahrung, verschwinden, verdrängt von grenzenlosen Feldern.

                          Chemie bringt hohe Erträge, für kleine Bienen kein Platz mehr.

                          Erst, wenn die Bauern beginnen ihre Bäume per Hand zu bestäuben, kommen wir ins Grübeln.

                          Ein Kubikmillimeter groß ist ihr Gehirn, leichter als drei Körnchen Salz, 1 Millionen Neuronen.
                          Doch gewogen hat ein Bienenvolk meist mehr Hirn als ein Mensch.

                          Wissen sie deshalb, dass das Leben der Gemeinschaft wichtiger ist als nur persönliche Interessen?

                          Sechsmal schneller können sie sehen als die Menschen.
                          Fliegenklatschen und gerollte Zeitungen fliegen träge auf sie zu wie in Gelee.

                          Selbst gelassen sind sie flinker.

                          Vielleicht sind sie mit kleinen Hirnen doch klüger als wir, die angebliche Krone der Schöpfung.

                          Ohne sie wäre unsere Welt ärmer und karg.
                            Abyssus abyssum invocat
                          • 13.01.2016 | 16:30

                            Da fliegt nichts mehr - Dramatisches Insektensterben in Deutschland

                            Berlin/Düsseldorf - Der NABU warnt vor einem neuartigen Insektensterben mit bislang unbekannten Folgen in Deutschland.
                            http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Umwelt/Da-fliegt-nichts-mehr-Dramatisches-Insektensterben-in-Deutschland_article1452699037.html
                            (Ich hatte das ja schon mal hier mitgeteilt, jedoch wird das immer noch beschönigt und abgestritten)

                            Ein Auszug aus dem Artikel:
                            Vieles deutet darauf hin, dass wir es mit einer weit reichenden Vergiftung der Insekten in unserer Umwelt zu tun haben“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Besonders Neonicotinoide, die seit Mitte der 1990er Jahre in der Landwirtschaft eingesetzt werden, stehen im Verdacht für das massenhafte Sterben verantwortlich zu sein. Immer mehr Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese Mittel weit über ihr Einsatzgebiet hinaus Schäden unter Honigbienen, aber auch in der gesamten Insektenfauna auslösen.

                            Keine Sorge, das ist nicht nur in Deutschland so, sondern weltweit. Manche Länder sind uns da schon um einiges voraus und haben ihre Tierwelt(auch Insekten) bereits weitestgehend ausgerottet. Den ein oder anderen mag das ja
                            vielleicht trösten, nicht wahr?

                            gruss bf
                            [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 8 Monaten geändert.]
                              Abyssus abyssum invocat
                            • 31.10.2016 | 14:58

                              Schmidt's Symbolpolitik heftig kritisiert

                              Berlin - "Dramatische Bestandseinbrüche bei Wildbienen von 95 Prozent und die Warnung so vieler Wissenschaftler vor einer „weitgehend insektenfreien“ Landschaft müssen wir sehr ernst nehmen", betont Harald Ebner, Fachpolitiker für Pestizide und Mitglied des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft.

                              Bienensterben

                              Weckruf für Schmidt: Bienenkiller-Insektizide jetzt stoppen.


                              Ohne schnelle und wirksame Maßnahmen könne die Horrorvision eines Stummen Frühlings bald Realität sein. Angesichts der Vielzahl an Studien über Gefahren dieser Stoffe für Honig- und Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel ist das geforderte umfassende Moratorium für Neonikotinoide konsequent und dringend geboten. Die bisherigen EU-Teilverbote für vier Substanzen reichen offenkundig nicht aus, denn sie haben nicht zu einem Rückgang der Gesamteinsatzmenge dieser Wirkstoffgruppe in Deutschland geführt.


                              hier der ganze Artikel zum Weiterlesen
                              http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Agrarpolitik/Schmidt-s-Symbolpolitik-heftig-kritisiert_article1477922319.html

                              gruß bf

                                Abyssus abyssum invocat

                              • Kommentar zum Film:
                                Bienen sind auch ein Gradmesser des allgemeinen ökologischen Gleichgewichts in meiner Wohngegend. Sie sterben leise, unbemerkt und sind so wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt.
                                  Abyssus abyssum invocat
                                • Insektensterben einschl. Bienensterben, ein interessanter Film:
                                  Titel: Auf der Wiese wird es still
                                  v. 20.09.16 BR Fernsehen, Dauer 29 Minuten


                                  http://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-810120.html

                                  Es macht nicht wirklich Spaß, den Film zu schauen. Er enthält zu viele
                                  Wahrheiten und macht eher depressiv. Also: Vorsicht beim Schauen.

                                  bf
                                    Abyssus abyssum invocat
                                  • Immer wieder aufs Neue: Bla- Bla- Bla. Ich kann es schon nicht mehr hören!

                                    https://www.ovb-online.de/muehldorf/witterung-macht-nicht-bienen-schaffen-7797853.html

                                    http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/03/bienensterben-in-brandenburg.html

                                    http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/03/bienensterben-brandenburg-40-prozent-der-voelker-tot.html
                                    "So ein großes Sterben hat es in Brandenburg seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gegeben."
                                    Viele Imker vernachlässigten die empfohlene Bekämpfung der Varroamilben mit Ameisensäure.

                                      Abyssus abyssum invocat
                                    • "Zudem kämen die Bienen, die seit 125 Millionen Jahren praktisch unverändert auf der Welt verbreitet seien, nicht gut mit steigenden Temperaturen zurecht, so der Verbandssprecher [Brandenburg]." (Aus dem letzten Link.)

                                      Woher hat er diese Information? So weit ich das beurteilen konnte, fühlen sich "unsere Bienen" recht wohl im subtropischen Australien und Neuseeland.

                                      -K
                                        Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                                      • bienenflug schrieb am 17.03.2017, 03:14
                                        "So ein großes Sterben hat es in Brandenburg seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gegeben."
                                        behauptet Verbandssprecher Holger Ackermann vom Landesverband brandenburgischer Imker

                                        Aber es gibt andere Meinungen...

                                        Dramatische Verluste an brandenburgischen Bienenvölkern sind für diesen Winter gemeldet worden. Kaspar Bienefeld, Leiter des Instituts für Bienenkunde an der Humboldt Universität Berlin, wundert das sehr. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.
                                        http://www.rbb-online.de/panorama/beitrag/2017/03/bienensterben-in-brandenburg.html

                                        Mein Imkerfreund am Rand vom Brandenburg hatte zumindest keine Verluste (aus 7 Völker).

                                        -K
                                          Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                                        • Hallo Kevin,
                                          Dein Imkerfreund mag nicht von Verlusten betroffen sein, was jedoch nicht als repräsentative
                                          Aussage gelten kann.
                                          Zwischen diesem Berliner Bieneninstitut und dem Imkerverband schein offensichtlich eine
                                          Informationslücke zu bestehen.

                                          Beim Lesen der Presseveröffentlichung fällt mir auf, dass der Leiter des Instituts die Probleme in Bezug auf das Bienensterben auch gerne schön redet.
                                          Die bedeutendste Ursache für das heutige Bienensterben spricht auch er nicht an.
                                          Bienefeld stellte darüber hinaus klar, es gebe nicht kontinuierlich weniger Bienen. "Im Gegenteil. Wir haben weltweit einen Anstieg der Bienenhaltung. Man kann nicht sagen, dass die Bienen am Aussterben sind".

                                          gruß bf
                                            Abyssus abyssum invocat