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  • Liebe Bienenkistenimker,

    ich habe in bei meinen beiden Völkern in diesem Jahr bei mehreren Kontrollen mit der Puderzuckermethode zwischen Juli und September nur eine sehr geringe Varroabelastung festgestellt (1-3 / 50g).
    Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit der Methode traue ich den Ergebnissen.
    Mich würde interessieren, wie Eure Erfahrungen zum Thema Varroa in diesem Jahr sind. War die Belastung hoch oder auch niedrig? War es insgesamt ein "gutes" Varroajahr? Oder ist die Belastung individuell so unterschiedlich, dass ein Vergleich gar keinen Sinn macht?

    Viele Grüße
    Heiner

    • Hallo Heiner,

      gegenwärtig höre ich aus dem Kreise der Imker in meinem Umfeld nichts Gutes.
      Es werden bereits hohe Völkerverluste gemeldet und einige behandeln schon
      - aus Furcht, es könnte zu spät sein.
      Dabei ist es jedoch viel zu früh. Die Völker sind noch am brüten.

      So wie ich das sehe, werde ich meine Völker erst kurz vor Weihnachten behandeln
      können, so um den 20.Dezember. Aufgrund des ab Morgen angekündigten 3-tätigen Temperatursturzes mit Minustemperaturen hoffe ich, das bis zu diesem Zeitpunkt alle
      Brut ausgelaufen ist.

      gruss bf
        Abyssus abyssum invocat
      • Hallo

        Puderzuckermethode ist mir zu ungenau - ich behandele die Mädels mit AS und später mit OS...und Puderzuckermethode wende ich nichtan

        Einige Imker haben überhaupt nicht mit AS behandelt und diese sind am lautestem am Jammern... ( andere Foren)

        Mit der OS Behandlung ist es noch zu warm.... um noch irgendwas was zu retten...

        Viele Grüße
        Drohn

        • hallo drohn,
          während bei dir nichts los ist, wie du in einem anderen Faden schreibst,
          geht bei mir die Post ab.
          Ich schaue bei meinem Imkerkameraden unterhalb meines Standes zu, wie ihm ein Volk
          nach dem andern kaputt geht (jetzt schon 7) und bei mir gucke ich dem Absterben
          eines Warré-Volkes zu.
          Im Dorf hat ein weiterer Imker alle seine Völker verloren.
          Und der Winter hat noch gar nicht angefangen.

          gruß bf
            Abyssus abyssum invocat
          • Hallo bf

            vor lauter Sorge um meine Völker habe ich direkt nachgeschaut. Nach der Klopfprobe hörte ich ein Aufbrummen und aus einer Warre bekam ich Besuch. Da ich ja mit meinen Bienen rede, habe ich Ihr vorgeschlagen, wieder in den Stock zu fliegen, was Sie auch machte....

            Bei den 10 toten Bienen aus 3 Völker konnte ich keine Varroa Milbe feststellen.

            Viele Grüße
            Drohn
            • drohn schrieb am 12.12.2016, 11:25

              ...
              Bei den 10 toten Bienen aus 3 Völker konnte ich keine Varroa Milbe feststellen.
              ...

              Hallo,

              bei meinem einzigen Volk in der BK (erster Winter, aber vermutlich ältere Königin) konnte ich ca 1 Woche nach der OS Bedampfung erstmal mehrere Tote Bienen sehen. 20 Stk. Vor dem Flugloch.

              Da bei mir etwa 30cm vor dem Flugloch noch ein Stück Holz niedergeschraubt ist (damit bin ich mir bei Kippen sicherer) behindert das den Putztrupp die Toten Bienen ganz nach unten fall zulassen – Beziehungsweise müsste dieser auffliegen um das zu machen. Hab das selber bei einer beobachten können.
              Soll heißen es sieht eher gut aus (bis jetzt). Woran hätte ich eine zu hohe Varroa Belastung (noch) erkennen können?
              Verkrüppelte Bienen / Flügel waren nicht, eine Varroa selbst konnte ich nirgends sehen. Hab das Volk seit der Auffütterung aber nicht geöffnet – nur das Rückbrett entfernt und da konnte ich insgesamt nicht mehr als 3 Tote Bienen ausmachen.

              Bg,
              Johannes
              • Liebe Bienenkistenimker,

                ich wollte hier gar keine Diskussion lostreten, ob die Puderzuckermethode aussagekräftig ist oder ob die Bienen überhaupt behandelt werden sollen (bleibt ruhig, ich behandele auch!).
                Mich hätten lediglich, aus reiner Neugier, ein paar Aussagen zum Varroabefall in diesem Jahr interessiert. Da scheint es ja nicht viel zu geben. Vielleicht ist ja auch das Forum zu dieser Jahreszeit nicht mehr gut besucht.
                Wünsche schöne Weihnachten und ein gutes Bienenjahr 2017
                Heiner
                • Hallo Heiner

                  es ist doch gut, wenn man eine Diskusion auslöst

                  und man lernt dabei auch noch- auch ich bin Anfänger...

                  Nachtrag von mir: ich habe dieses Jahr noch keine OS Behandlung gemacht, werde es aber tun.
                  Meine toten Bienen hatte ich hinter dem Mäusegitter, weitere waren nicht zusehen...

                  Ich bin noch in zwei weitere Forum unterwegs und diese beklagen auch größere Völkerverluste, aber die Imker schreiben nicht, es war die Varroamilbe, die Ihre Völker getötet haben bzw. wieviele Milben sie gefunden haben....

                  Viele Grüße
                  Drohn

                  • Das Bienenistitut in Mayen hat heute die diesjährigen Spätsommer- u. Herbstverluste 2016 veröffentlicht.
                    Die Völkerverluste sind in Hamburg mit Abstand am höchsten (7,6 %), ja sogar fast doppelt so hoch wie der Durchschnitt (3,9 %). Woran mag das liegen?
                      Abyssus abyssum invocat
                    • Hallo

                      schade um die vielen Völker

                      im Frühjahr wird es wohl noch schlimmer aussehen mit den Verlusten...

                      Traurige Grüße

                      Drohn
                      • hallo drohn,

                        Es gibt lt. DIB mit Stand 31.12.2015 ca. 115.000 Imker in der BRD.
                        Davon haben 9.015 Imker ihre Spätsommer- u. Herbstverluste gemeldet. Somit haben nicht einmal 10% der Imker ihre Verluste gemeldet (dazu gehöre ich auch).

                        Von 123.800 gemeldeten eingewinterten Völkern sind 4.812 Verlustvölker zu verzeichnen.
                        Der DIB meldet mit Stand 31.12.15 ca. 800.000 Bienenvölker bundesweit. Für die tatsächlichen Völkerverluste errechnet sich demnach eine sehr hohe Dunkelziffer.

                        Diese Dunkelziffer beträgt 800.000 x 4% = 32.000 - 4.812 = 27.188 nicht gemeldete Völkerverluste.

                        Bei dieser Rechnung fehlen ja noch die zu erwartenden Winterverluste.

                        Die Gesamtzahl an Völkerverlusten (Spätsommer/Herbst und Winter) werden wir jedoch nicht erfahren!

                        gruß bf


                          Abyssus abyssum invocat
                        • Sind diese Verluste erfahrungsgemäß hauptsächlich auf Varroa zurückzuführen?
                          • hallo Heiner,

                            meiner Meinung nach ja. Das Beispiel Hamburg ist für mich hierfür ein deutliches Indiz.
                            Sicherlich spielen aber auch Räuberei und Weisellosigkeit eine Rolle. In der überwiegenden Zahl
                            dürfte jedoch Varroa und die durch sie eingeschleppten Viren die Ausfälle begründen.

                            Die Imker, die ihre Völker gemeldet haben, haben im Schnitt zwischen 10 u. 12 Völker.
                            Kleinimker mit 1-3 Völker sind unter diesen Meldungen eher rar.

                            Die Völkerverluste bei Kleinimkern wie z. B. bei uns BK-Imkern sind prozentual gesehen tatsächlich auch viel höher!
                            Beispiele:
                            Hat der Imker nur zwei Völker und verliert eines, so erleidet er einen Verlust von 50 %,
                            hat er 3 Völker und verliert 2, so sind es 66%. Verliert er von seinen 3 Völkern nur eines,
                            so erleidet er einen Verlust von "nur" 33%.
                            Der Imker, der 10 Völker hat und davon 1 verliert, erleidet aber immer noch einen hohen Verlust
                            von 10 %.
                            Somit kann man ermessen, dass der Durchschnittsverlust von 3,9 Prozent der gemeldeten Völkerverluste
                            eine verhältnismäßig kleine Zahl an Volksverlusten ist. Hieraus lässt sich ableiten,, dass die Imker ihre Völker durchweg erfolgreich gegen die Varroa behandeln.
                            Ein paar Nichtbehandler ihre Verluste melden, entzieht sich meiner Kenntnis.

                            gruß bf
                              Abyssus abyssum invocat
                            • Hallo bf

                              ich bin bei der DIB gemeldet und ich mache bei den Umfragen immer mit.

                              Wer gibt schon gerne zu: ich habe nichtbehandelt und ich habe Völkerverluste!
                              In machen anderen Foren: ich habe noch nie behandelt und habe keine Verluste-komisch....

                              Wenn ich behandle und habe Vökerverluste, habe ich immer noch ein gutes Gefühl, ich habe alles gemacht und trotzdem ging es schief - leider....

                              Warten wir mal ab, was das Frühjahr noch so bringt....

                              Viele Grüße
                              Drohn
                              • Hallo, bei mir sieht es so aus:
                                ich habe im Mai meine zweite BK mit einem eigenen Schwarm besiedelt. Dieser hat nach vier Wochen einen Heidschwarm abgegeben. Das Restvolk war dann längere Zeit recht schwach. Daher, und wegen des zweimaligen Schwärmens und der Ergebnisse der Puderzuckerkontrolle (siehe erster Beitrag), habe ich bei diesem Volk auf eine AS-Behandlung verzichtet. Am letzten Sonntag (17.12.) habe ich beide Völker zur OS-Behandlung geöffnet. Das zweite Volk sieht m. M. nach inzwischen ganz gut aus und ist fast so stark wie das erste (Foto im Anhang). Jetzt hoffe ich, dass es dank SO-Behandlung weitgehend Milbenfrei ins Frühjahr kommt und ich im nächsten Jahr meinen ersten Honig bekomme. Wegen des Schwarms hatte ich letztes Jahr auf eine Ernte verzichtet.
                                Gruß
                                Heiner
                                • author=bienenflug date=1481970546]

                                  Die Gesamtzahl an Völkerverlusten (Spätsommer/Herbst und Winter) werden wir jedoch nicht erfahren!
                                  Das Bieneninstitut Mayen hat zwischenzeitlich aufgrund der gemeldeten der Spätsommer- u. Herbstverluste die Prognose erstellt, dass die diesjährigen Winterverluste erheblich höher sein werden als in der vergangenen Saison.
                                  Betrugen die Völkerverluste im vergangenen Winter ca. 8,9 Prozent, was niedrig war, so rechnet
                                  das Institut für die aktuelle Wintersaison mit Völkerverlusten zwischen

                                  15 und 20 %

                                  Dies bedeutet, dass im Schnitt jedes 5. Bienenvolk stirbt ( macht ca. 150.000 Völker für Deutschland).

                                  Das ist dann schon eine ganz schöne Nummer!

                                  bf
                                    Abyssus abyssum invocat
                                  • Hallo bf

                                    dass im Schnitt jedes 5. Bienenvolk stirbt

                                    das ist wirklich schlimm!

                                    Man müsste dann noch mehr Beuten besiedel, um die eigene Verluste abzudecken, aber bei so mancher Trachtlage packen es die Bienen auch nicht mal im Frühjahr-Sommer sich selbst zu ernähren.

                                    Viele Grüße
                                    Drohn


                                    • Hallo

                                      in einem anderen Forum werden kleine Bienenschwärme (wohl Kunstschwarm)2017 für über 160€ angeboten.
                                      Mit den Bienen wird wohl mehr Geld verdient als mit dem Honig.

                                      Viele Grüße
                                      Drohn
                                      • Zu dem Thema zwei interessante Auszüge aus den letzten Newslettern der Imkerei Seip. Man sieht, dass es auch Berufsimker treffen kann, Erfahrung und Fachwissen alleine schützen nicht immer. Solche Verluste können, auch wenn man augenscheinlich alles richtig macht, anscheinend jeden treffen:

                                        Wir haben in unserer Imkerei in den letzten Tagen alle Völker kontrolliert und dabei mit erschrecken festgestellt, dass wir einige Stände rund um Ebersgöns haben, wo jetzt schon fast 40% der Völker tot sind. In dieser massiven Form kennen wir das nicht.

                                        Das hatten wir auch noch niemals in unserer Imkerei, dass wir zu diesem Zeitpunkt so viele tote Völker zu beklagen hatten. Auf den Außenständen ist dagegen alles "normal". Da bewegen sich die Verluste im absolut normalen Rahmen. Wir können es aktuell überhaupt nicht erklären, woher diese Völkerverluste kommen.

                                        Unsere erste Idee war "VARROA":
                                        Aber das kann es eigentlich nicht sein, denn alle Völker wurden gleichzeitig und gleichmäßig behandelt.
                                        Darüber hinaus sehen die toten Völker nicht nach "Varroaschaden" aus.
                                        [...]

                                        Die Auflösung dann im letzten Newsletter:

                                        Kommen wir nun noch einmal auf unsere Völkerverluste zurück. Aufgrund unseres letzten Newsletters haben sich sehr viele Imker bei uns gemeldet und teilweise auch über deutliche Völkerverluste berichtet. Viele Imker können es, ähnlich wie wir, nicht verstehen woher diese plötzlichen Verluste kommen. Wir haben uns zwischenzeitlich mit dem Bienenzuchtberater Herrn Dreher von Kirchhain getroffen und ihn gebeten Untersuchungen über unsere Völkerverluste anzustellen. Das Untersuchungsergebnis wurde uns gestern schon mitgeteilt.
                                        Herr Dreher schrieb uns:
                                        ich habe Ihre Bienen schon untersucht und das Ergebnis ist mehr als eindeutig. Varroa! Ihre Bienen hatten Varroabefallsgrade von bis zu 70%. Das ist extrem hoch. Auch alle anderen Verluste aus Ihrer Gegend konnte ich bisher so erklären.
                                        [...]
                                        Uns ist dieses Ergebnis insofern unbegreiflich da wir auch in diesem Jahr wieder die Varroabehandlung ordnungsgemäß wie in den Jahren davor durchgeführt haben. Wir glauben aufgrund dieses Untersuchungsergebnisses, dass es tatsächlich notwendig ist, die Varroa Behandlungsstrategie komplett für die kommenden Jahre zu überdenken.
                                        [...]

                                        Den letzten Satz kann ich nur unterstreichen.

                                        Nicht entmutigen lassen.
                                        Michael
                                        • Moin!

                                          Uns ist dieses Ergebnis insofern unbegreiflich da wir auch in diesem Jahr wieder die Varroabehandlung ordnungsgemäß...

                                          Nun ja, dieser Satz vom Berufsimker bedeutet doch meist.
                                          Sommertracht bis zum Schluss ausgereizt, dann ne Woche für die erste Auffütterung nach der Totalentnahme von Futter, dann kurz Schwammtuch mit AS drauf, dann weiter aufgefüttert und evtl. nochmal Schwammtuch.
                                          Die Wetterbedingungen im Juli und August waren aber nicht sonderlich gut für Kurzzeitbehandlungen mit AS.
                                          Von daher kann ich mir den nicht-Erfolg der AS-Behandlung schon sehr gut vorstellen.
                                          Und auch die Strategieumstellung für die Berufsimker scheint bei den aktuellen Sommern nötig zu sein. Früher ernten, bei weniger Ertrag. Mehr auf den Bien achten. Konsequenter und länger behandeln. Extreme Spättrachten wie Heide sind dann vermutlich nur noch mit Völkerverlusten zu erkaufen, weil ja vorher nicht behandelt werden kann.
                                          Gruß!

                                          Ulrich