abonnieren: RSS
  • die situation:
    auf einem hof in mecklenburg gibt es facelia und zwei verschiedene buchweizenfelder als massentrachten. honig wurde mitte juli geerntet, vor dem winter wird keine weitere ernte mehr stattfinden.

    die behauptung:
    anlässlich eines hoffests hat ein fremder imker gewarnt vor zu viel buchweizenhonig als winterfuttergrundlage. er enthalte zu viele ballaststoffe und könne so bienenruhr verursachen und zum problem in der überwinterung werden.

    diskussion:
    die warnung vor bienenruhr als folge von zu ballaststoffreichem winterfutter ist weit verbreitet.
    sie kommt meist im zusammenhang mit futterhinweisen für die auffütterung mit zucker nach einer ernte. es sei unbedingt weißer kristallzucker zu verwenden, da der ballaststoffgehalt in rohrohrzucker oder braunem zucker zu hoch ist. auch im forum hier orientieren sich die debatten ja in diese richtung.

    zum ballaststoffgehalt von buchweizennektar/-honig kann ich nichts finden. auch ein artikel in der schweizerischen bienenzeitung, der sich unter dem titel "attraktive bienenpflanze: der buchweizen" ausführlich mit dem buchweizen als trachtpflanze auseinandersetzt, erwähnt ballaststoffe nicht, geschweige denn warnt davor, vgl.: https://issuu.com/vdrb_ch/docs/schwbienenzeitung_okt2013 seite 28ff

    eine suche nach honigsorten, die bei der überwinterung probleme machen, führt ebenfalls nicht zu buchweizen-, sondern zu wald- und seltener efeuhonig.
    die beiden letzteren und vor allem der waldhonig können zu "zementhonig" werden: der honig kristallisiert in der wabe und kann so weder von den bienen noch mittels schleuder rausgeholt werden. (mehr unter dem stichwort melezitosehonig, http://www.agroscope.admin.ch/imkerei/00302/00307/index.html?lang=de )

    die behauptungen des imkers hinsichtlich des ballaststoffgehalts von buchweizenhonig sind für mich also nicht nachvollziehbar.

    darüber hinaus zwei thesen meinerseits:
    erstens: im moment bunkern die bienen ja noch gar nicht alles für den winter ein, was sie sammeln, denn sie verbrauchen derzeit noch sehr viel honig: sie bringen ja gerade die generation der winter- bzw. heizerinnenbienen hervor.

    und zweitens: eine betriebsart wie am hof, die im spätsommer nicht mehr erntet und auch nicht ständig mit waben hin und her jongliert, darf auf die klugheit des bienenvolks zählen: sie verbrauchen das, was nicht so gut als vorrat geeignet ist und ordnen die vorratshonigsorten im stock so an, dass die vorräte gut verteilt sind und eine vernünftige zusammenstellung haben.

    mein fazit:
    die von juli bis oktober blühende buchweizenmassentracht trägt wie die phacelia zur grundversorgung der bienen bei und bildet auch im spätsommer keine gefahr fürs gute überwintern.
    • hallo mois,

      bevor du uns hier im Forum den Mund mit Buchweizenhonig wässerig machst, möchte ich darauf
      hinweisen, der dieser Honig nicht sehr beliebt ist.
      Dieser Honig ist von rotbrauner Farbe und herbem Geschmack. Er eignet sich nicht als Tischhonig sondern nur zur Herstellung von Honig- oder Gewürzkuchen. In Frankreich ist er bekannt unter
      dem Begriff Miel de Bretagne.

      W.Lahn, der mit Dzierzon zusammen arbeitete, schrieb einmal zum Buchweizenhonig folgendes:

      Am wenigsten beliebt ist der Buchweizen- und Blattlaushonig, ersterer von brauner
      oder grüner Farbe und scharf, oft sogar bitter schmeckend, letzterer von
      verschiedener Farbe und fadem Geschmack,

      Dazu ein altes Honigkuchenrezept:



      Zum Trinken soll er nicht das beste Süßungsmittel sein (W.Lahn):
      Auch ist nicht jeder Honig dazu geeignet, in Selterwasser genossen zu werden, denn
      nimmt man Rübsen-, Raps- oder gar Buchweizenhonig, so schmeckt das Getränk unangenehm.

      gruß bf [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 11 Monaten geändert.]
        Abyssus abyssum invocat