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  • Als ich im Frühjahr den Honigraum erweitern wollte, war das Schied herausgefallen und die Bienen hatten bereits perfekt in den Honigraum gebaut, indem sie die Waben einfach an der Decke befestigt hatten.

    Mit der Idee die Waben im August einfach von der Decke zu schneiden, habe ich alles so gelassen. Mir war nicht klar, dass ich die vollen Waben(stücke) nicht abfegen kann, ohne sie zu zerdrücken. Jetzt ist der gesamte Honigraum ausgebaut, z.T. haben Sie an den hinteren Deckel angebaut. Das Volk ist sehr kräftig, obwohl es immer nur im Winter mit Oxalsäure behandelt wurde (Mehr war lt. Puderzuckerdiagnose nicht nötig.).

    Als Lösungsversuch habe ich jetzt versucht eine Bienenflucht zu bauen, indem ich ein dünnes Alublech an Stelle des Schiedes eingeschoben habe (Durchtrennung der Waben), das unten Richtung Brutraum geknickt ist und nur ca. 6 mm Platz zum Boden lässt. Dieser Durchgang ist zusätzlich mit einem Papierstreifen oben angeklebten Papierstreifen abgedeckt. Die Hoffnung war, dass die Bienen unter dem "Vorhang" leicht nach vorne, nicht aber zurück laufen können.

    Gestern abend musste ich aber nach 48 h feststellen, dass der Honigraum immer noch voller Bienen ist.

    Wie kann ich eurer Meinung nach die Waben entnehmen, ohne dass es in ein totales Gemetzel ausartet. Ich wäre bereit auch Wabenhonig zu nutzen.

    Könnte ich alternativ das Alu-Schied wieder entfernen und einfach alles so lassen um das ganze nach dem Winter zu bereinigen? Nach ca. 4 Jahren wäre eine Bauerneuerung vielleicht eh sinnvoll?

    danke für eure Unterstützung
    • Hallo Biena,

      wenn du ein Gemetzel komplett vermeiden willst, wirst du wohl auf den Herbst warten müssen, fürchte ich. Dann könntest du nach den ersten kalten Nächten die Honigwaben als Ganzes ausschneiden und vielleicht einzelne verirrte Bienen sogar abfegen, weil die Waben dann hart sind.

      Wenn du aber nicht bis dahin warten willst, könntest du vielleicht noch versuchen, die Bienen abzutrommeln. Wie beim Trommelschwarm beschrieben, klopft man einige Zeit leicht mit den Fingern (wie Klavierspielen) auf die Waben am hinteren Ende der Kiste. Nach wenigen Sekunden setzen sich die Bienen in Bewegung und fließen wie Wasser in Richtung Brutraum. Funktioniert aber nur, wenn keine Brut im Honigraum ist und es keine offenen Honigzellen gibt!

      Dann das Blech rein, den Brutraum mit einem Tuch, Pappe oder dem Bodenbrett abdecken und die Honigwaben ausschneiden. Am besten natürlich morgens früh, wenn es noch kühl ist.

      Vielleicht hat aber einer unserer Gurus eine hilfreichere Idee?

      Grüße,
      Jutta
        Bienen machen glücklich!
      • Hallo Biena,

        ich würde nicht auf den Herbst warten. Das sich Dein Volk komplett nach vorne verzieht mitsamt der Vorräte ist eher unwahrscheinlich. Kurz vor dem Winter alles ausräumen und dann noch Auffüttern ist auch nicht zu empfehlen. Wie es ausschaut hast Du hinten Brut (hatte ich dieses Jahr auch in meinen beiden BKs).

        Meiner Meinung nach solltest Du es so machen, wie Du es geplant hattest. Ob der Plan gut oder schlecht war, sei mal dahingestellt, aber man kann durchaus Honigwaben ausschneiden und abfegen ohne Gemetzel. Da Du Deine selbstgemachte Ventilbienenflucht ja auch stracks durch das Brutnest zu drücken bereit warst, hast Du anscheinend auch keine großen Berührungsängste, das ist schon einmal hilfreich. Wenn Du die BK auf den Rücken legst, ordentlich Rauch einsetzt, hintere Klappe entfernst und die Waben Stück für Stück mit einen langen flexiblen Messer vom Dach löst und rausschneidest, gehen wahrscheinlich weniger Bienen hops als durch die Bienenfluchtaktion. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl funktioniert das auch mit Handschuhen.

        Das Du bereit wärst Wabenhonig zu nutzen ist zwar nett, hat aber nix mit Deiner bevorstehenden Aktion zu tun. Da hast Du auch keine große Auswahl. Die Sache mit der Bauerneuerung nach 4 Jahren ist ebenfalls ein Thema, zu dem es mancherlei Ansichten gibt. Ich mach´s nicht.

        Viel Erfolg
        Michael

        • Danke für die beiden Antworten.

          Spätes Ernten scheint mir aus genanntem Grund auch eher problematisch.

          Bevor ich das Blech (möglicherweise) durch's Brutnest geschoben habe, habe ich mit Rauch, aber vor allem durch Trommeln viele Bienen (und natürlich besonders die Weisel) nach vorne getrieben. Volk ist auch nach wie vor ruhig und trägt Pollen ein.

          Vielleicht ist das ein Ansatz:
          Kiste auf den Kopf, Boden ab, Blech raus, Brutraum abdecken, Flugloch schließen, Trommeln, Blech wieder rein (jetzt als Verschluss): ernten

          Fällt jemand etwas Besseres ein?

          Grüße
          • Vielleicht ist das ein Ansatz:
            Kiste auf den Kopf, Boden ab, Blech raus, Brutraum abdecken, Flugloch schließen, Trommeln, Blech wieder rein (jetzt als Verschluss): ernten

            hallo biena,

            um die anstehenden Arbeiten zur Herausnahme der Honigwaben wird dich wohl niemand beneiden.
            Aus Juttas und Michael`s Hinweisen und eigenen Vorstelllungen hast du ja bereits eine gute Lösung gefunden. Egal wie du es drehst und wendest, du wirst den Brutraum nicht bienenfrei bekommen, insbesonderenicht, weil dort noch Brut vorzufinden sein dürfte.

            Du erreichst jedoch durch die angedachte Vorgehensweise auf jeden Fall, dass die Königin, von derwir ja nicht wissen, wo sie steckt, sich nach vorne in den Brutraum begibt.

            Abends zuvor das Sperrblech entfernen, damit morgens die Trennstelle trocken und kein Hindernis mehr ist, das gilt auch für das rückwärtige Verschlussbrett (Waben hier auch abschneiden).

            Am Morgen:
            Kiste bitte einige Meter - so weit wie möglich/nötig bei Seite tragen!
            Erst dann die Kiste (stark) schräg hochkant stellen, Flugloch nach oben. Flugloch mit einem Brett
            verschließen Tuch über den Brutraum decken. Dann die Bienen hoch trommeln. Nach Möglichkeit überhaupt keinen Rauch bei dieser Aktion verwenden, weil die Bienen sich sonst an den Honigzellen festsaugen und sich nicht entfernen. Ruhig, konzentriert arbeiten. Alles was du benötigst, vorher parrat legen.

            Sobald du merklich weniger Bienen im Honigraum hast, würde ich die Kiste etwas flacher, aber noch nach oben ansteigend hinlegen. Dann Sperrblech einsetzen, das Tuch bis ans Sperrblech ziehen und rückwärtiges Verschlussbrett entfernen.

            Anschließend wie von Michael beschrieben jede Wabe einzeln, (keinesfalls alle zusammen!) mit einem langen Messer abtrennen und ganz vorsichtig mit ansitzenden Bienen abnehmen.
            Die Wabe auf einen kleinen benachbarten Tisch tragen/abstellen, festhalten und mit der freien Hand die Bienen abkehren. Die Bienen fliegen dann zurück zum Standort und sind erst mal "aus den Füßen".
            Stellst du fest, dass die Waben zu schwer, zu unhandlich, zu brüchig sind, dann überlege, sie in der Mitte durchzutrennen und die beiden Hälften jeweils nach und nach zu entnehmen.

            Wenn alle Waben geborgen sind, Schweiß abputzen und durchatmen!

            Ohne Bienenverluste wird das nicht abgehen, aber das Volk - und die Königin - bleiben erhalten.

            Viel Glück
            bf

            [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 7 Monaten geändert.]
              Abyssus abyssum invocat
            • biena schrieb am 23.08.2016, 15:53
              Vielleicht ist das ein Ansatz:
              Kiste auf den Kopf, Boden ab, Blech raus, Brutraum abdecken, Flugloch schließen, Trommeln, Blech wieder rein (jetzt als Verschluss): ernten

              Das war genau das, was ich meinte smiley

              Sollte so auch klappen. Das Ganze ginge sicher einfacher und besser zu zweit. Hast du jemanden, der dir helfen kann?

              Auf alle Fälle viel Erfolg, wenig Schweinerei und eine schöne Ernte!

              Jutta

                Bienen machen glücklich!
              • Operation gelungen - zumindestens ist der Honigraum wieder frei.

                Das Vertragen des Stockes ist wichtig
                a) um nicht noch zusätztlich hunderte Heimkehrerinnen um die Ohren zu haben und
                b) um Räuberrei zu minimieren (etwas ging doch daneben > Wasser).

                Unterschätzt habe ich wie fest das Blech nach 2 Tagen saß > Zange.
                Es hingen alle Waben dran, u.a. auch bebrühteter Wachs. Offensichtlich schmilzt der Wachs an das Blech (wird geschmolzen durch die Bienen).

                Helfer ist m.E. unbedingt notwendig.
                Trommeln hat ganz gut funktionert.
                Abkehren (zu zweit - einer mit honigbenetzten Gummihandschuhen, einer mit Besen und halbwegs honigfreien Händen) auch.
                Keine Brut mehr im Honigraum hat die Sache erleichtert.

                Honig war sehr dünnflüssig und recht viel (Honigraum voll ausgebaut, ohne dass ich Zwischenwände eingehängt hatte).
                Kein Betonhonig wie letztes Jahr.

                Trotzdem ist die Kiste nun 8 Kilo zu leicht - wie jedes Jahr.
                Ich weiß nicht, wie es gelingen soll die Bienen auf eigenem Honig zu überwintern?

                Vielen Dank für eure Unterstützung
                [Hinweis: biena hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 6 Monaten geändert.]
                • Ich weiß nicht, wie es gelingen soll die Bienen auf eigenem Honig zu überwintern?

                  In trachtarmen Gegenden gelingt das nicht. Deshalb habe ich nun die aufrechte Bienenkiste (siehe Faden).

                  gruß bf
                  [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 6 Monaten geändert.]
                    Abyssus abyssum invocat
                  • Der Honigraum war voll ausgebaut und auch ziemlich voll Honig.
                    Die BK hat vor der Ernte 62 kg, danach 42 kg gewogen.
                    Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass es an der Tracht liegt, vielleicht eher daran, wo der Honig liegt, bzw. wie das Verhältnis Brut- zu Honigraum ist.

                    Was bedeutet "aufrechte Bienenkiste" und "(siehe Faden)"?

                      • Abyssus abyssum invocat
                      • Dieses Jahr war fast überall ein schlechtes Jahr für die Bienen. In normalen Jahren und einer guten Trachtlage legen die Bienen ausreichend Honigvorräte auch im Brutraum an. Bei mir waren es letztes Jahr 26 kg! - Als im Frühjahr der Alarm losging, die Bienen würden verhungern und man müsse notfüttern, hatten meine immer noch 11 kg. - Es geht also schon!

                        Dieses Jahr hatten sie nach der Ernte aber nur 13 kg Vorräte (laut Waage), ich mußte also auch auffüttern.
                          Bienen machen glücklich!