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  • Hallo zusammen,
    ich habe am letzten Wochenende einen Kurs (Varroa) beim hiesigen Imkerverein absolviert. Da wird natürlich auch über so einiges diskutiert; unter anderem auch über`s Auffüttern für den Winter. ( auch wenn´s noch ein paar Tage hin ist wink wink wink )
    Einer der Imker, der im Verein aufgrund seiner Erfahrung und seines Wissens wohl auch sehr hoch geschätzt wird, brachte das Thema "Auffüttern mit Futterteig"(Apifonda) auf?!?!? Bis jetzt habe ich immer nur gelesen, dass mit Flüssigfutter aufgefüttert wird, aber seine Argumente pro Futterteig finde ich sehr interessant.

    Original-Zitat aus seiner Mail an mich...ich hatte das noch einmal nachgefragt:
    "....sind es 4 argumente die mich apifonda bei allen völkern einfüttern lassen und das seit 30 jahren:
    1. apifonda riecht nicht oder kann von Bienen nicht so stark gerochen werden wie flüssiges Futter und führt deshalb nicht so stark zu Räuberei
    Wenn du beim flüssigfutter nur einige Tropfen am Stand verschüttest beginnt bereits die Räuberei und Jungvölker oder schächere Völker am Stand werden dadudch ruck zuck ausgeräubert
    2. apifonda muß von den bienen verflüssigt werden und stresst die sommerbienen so stark dass viele bienen durch den eintrag des winterfutters sterben. Das führt dazu dass nur junge ungestresste bienen in den winter gehen also insgesamt weniger bienen. Die sind jedoch gesund und gut genährt
    3. der futtereintrag bei apifonda dauert je nach volksstärke zwischen 3 und 4 wochen dadurch wird der königin signalisiert es wäre Tracht und die geht verstärkt in brut. Apiinvert, also Flüssigfutter, wird in einem drittel der Zeit eingetragen führt also zu weniger Jungbienen
    4. meiner betriebsweise kommt es sehr entgegen dass ich nur einmal einen klotz futter auflegen muß (15 kg apifonda) und die winterfütterung ist quasi abgeschlossen

    Möglicherweise sind 15Kg für die Biki zu viel, aber trotzdem:

    Was haltet Ihr von diesen Argumenten?!?! Sind die stimmig?! Macht das eventuell auch in der Biki Sinn, oder ist das nur was für Magazinimker?!

    Frank

    [Hinweis: KMP hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 2 Monaten geändert.]
    • Hallo Frank,
      einiges kann ich nachvollziehen. Dem Imker kommt die Einfachheit der Anwendung sehr entgegen.
      Allerdings wird für wesensgemäß gehaltene Bienen wie in der Bienenkiste eine andere Zusammensetzung des Winterfutters empfohlen (Kamillentee/Zucker/Salz/10% eigener bzw. Imkerhonig).
      Meine Erfahrung letztes Jahr: die Bienen merken wohl den Unterschied! Zur Entlastung unserer Urlaubsvertretung hatten wir Apiinvert bereitgestellt, da waren die Damen etwas "mäkelig".
      Viele Grüße
      Petra
      • Moin Frank,

        in den Punkten 1 und 4 hat er sicher recht. Aber wenn man Flüssigfutter spät am Abend einreicht und das Flugloch als nötig einengt ist die Räubereigefahr ziemlich gering.

        Schau mal bitte hier:
        http://www.mellifera-netzwerk.de/forum/thread/3459/auff-ttern-auch-mit-futterteig-m-glich

        Und zu guter Letzt ein Zitat von Imker H. Seifert (imkerforum.de):
        Futterteig ist Verbrauchsfutter. Lagerfutter ist flüssig und wird von den Bienen nur noch umgelagert und verdeckelt. Das geht auch an Regentagen, bei Kälte oder bei starkem Wind, weil kein extra Wasser nötig ist.... Bei Zuckerteig kann es passieren, daß er nicht angenommen wird, wenn das Wasser fehlt und dann zu Stein wird und dann wird er erst recht nicht angenommen. Dann ist es aber schon spät im Jahr. Und belastend ist die Aufnahme und Umarbeitung festen Futters für die Bienen immer und das eigentlich unnötigerweise.
        [Hinweis: KMP hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 2 Monaten geändert.]
          Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
        • quitte schrieb am 14.06.2016, 23:04

          Meine Erfahrung letztes Jahr: die Bienen merken wohl den Unterschied! Zur Entlastung unserer Urlaubsvertretung hatten wir Apiinvert bereitgestellt, da waren die Damen etwas "mäkelig".

          Hallo Petra,
          naja, Apiinvert ist ja auch flüssig? Nun bin ich ja erst seit diesem Jahr mit 2 Völkern aktiv dabei, aber was ich in beiden Völkern festgestellt habe: meine Mädels gehen viel lieber an den Futterteig (Rubee Vital Plus von Bienen Ruck .... hat mir ein Imkerfreund empfohlen) als an das Flüssigfutter (1:1 mit Kamillentee und einer Priese Salz......eigenen Honig habe ich noch nicht) ?! Ich weis, das ist vollkommen entgegen dem, was man allgemein liest, aber die Mädels entscheiden das ja selbst. Man muss halt sicher stellen, dass immer genug Wasser vorhanden ist, aber das habe ich durch 2 Bienentränken (werden sehr gut angenommen) mit Reservoir gelöst.
          Beide Völker (1x Bienenkiste und 1x Bienenkugel...siehe meine Stockkarte) haben sich super entwickelt. Beide "Wohnungen" sind zu gut 3/4 ausgebaut.

          Frank

          • KMP schrieb am 15.06.2016, 06:27
            ....in den Punkten 1 und 4 hat er sicher recht.
            ......Und belastend ist die Aufnahme und Umarbeitung festen Futters für die Bienen immer und das eigentlich unnötigerweise.
            Hallo Kevin,
            ich finde gerade die Punkte 2 und 3 interessant. Wir wollen ja eigentlich möglichst einen guten Bestand an gesunden Winterbienen, die den Fortbestand des Volkes sichern....und wenn das so wie in Pukt 3 beschrieben, möglich ist ?!?!? Sicher kann man wieder vortrefflich darüber streiten, was man damit den (armen) Sommerbienen antut, aber eigentlich betrachten wir ja den Bien an sich als "Wesen" und dem gilt unsere Aufmerksamkeit?! ... es geht um das Wohl des "Ganzen" und dafür opfert sich der / die Einzelne. Die Bienen machen´s uns ja ständig vor, wo die Priorität liegt!

            Ich hab´s ja bereits Petra geschrieben: natürlich muss ich, wenn ich Futterteig füttere, wissen, wie der von den Immen verarbeitet wird und da braucht´s halt Wasser dazu, dass ich durch Wasserstellen in meinem Garten zur Verfügung stelle.

            Ich denke, ich werde das mit dem Futterteig versuchen und relativ bald (ab Ende Juli ?!)auffüttern, damit ich wettermäßig keine Probleme bekomme. Wenn ich dann vielleicht später im September noch nachfüttern muss, kann ich ja, je nach Wetterlage immer noch zwischen Flüssig- und Teigfutter entscheiden.

            Frank