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  • Hallo zusammen,

    der Wonneproppen des Tages bringt nach mehrmaligem wiegen 7,2kg auf die Waage.

    Wenn ich für das wenige Buschwerk und das restliche Sprühwasser, was die Damen noch im Pelz haben dürften, 500g abziehe, hör ich trotzdem nicht auf, mich zu wundern:

    Was hab ich da gefangen? Eine Nachschwarm-Gemeinschaft? Ein komplettes Volk?
    Kann das überhaupt sein oder ist meine Waage kaputt?
    Meine bisherigen Schwärme lagen jeweils zwischen 1,6 und 2,3kg.

    Anbei ein paar Bilder.

    Diese Frage wurde von bindi beantwortet. Siehe erste Antwort.

    [Hinweis: Sonne hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 7 Monaten geändert.]
    • Hallo K.S.,

      hast Du das Gewicht von der Schwarmkiste abgezogen?
      Was für eine Waage hast Du benutzt?
      Mir scheint das Gewicht laut Bilder auch zu hoch.

      Gruß

      Bienenhorst
      • Ja, hab ich.

        Schwarmkiste: 2,9kg
        Waage sagt: 10,1kg und fängt als Körperwaage ab 5kg an, vernünftig und in 0,1er Schritten zu wiegen.

        Kiste war wirklich schwer, und ich vermisse auch keine Gegenstände, die noch in der Kiste liegen könnten...

        Morgen werd ich vergleichsweise mal mich selbst mit und ohne Kiste auf dem Arm auf die Waage stellen.
        • Das Gewicht war korrekt, und das Desaster vermutlich vorprogrammiert.

          Heute Abend habe ich die Bienen in eine Oberträgerbeute eingeschlagen. Dabei plumpste einerseits eine Riesenmasse (locker 2kg) toter Bienen in die Kiste, während sich gleichzeitig ein Schwarm löste und in 4m Höhe im Holunder sammelte. Und zwar in mehreren recht kleinen Trauben.

          Ich bin dann mit der Leiter hoch (wir haben bereits 21 Uhr), habe diese Trauben einzeln abgeschnitten und jeweils in die Kiste hineingelegt. Irgendwann fingen die Bienen deutlich am Flugloch zu sterzeln an, so dass ich sicher bin, dass zumindest eine Königin überlebt hat.

          Noch immer verstehe ich nicht, warum diese Bienen in so einer großen Gruppe gereist sind. Mir tut es sehr leid, sie durch die zu kleine Kiste so stark dezimiert zu haben. Wenn mir sowas nochmal begegnet - also ein so großer Schwarm, der sie verhält, als hätte er mehrere Königinnen - dann kommen die einzelnen Trauben gleich vor Ort in einzelne Kisten, von wo aus sie sich dann bis abends, wo die Kisten ja noch für die Nachzügler offen herumstehen - noch umsortieren können. Und falls sie das nicht wollen, hab ich halt mehrere Schwärme gefangen.

          • Nachtrag: Beim Reinigen der Schwarmfangkiste habe ich sogar noch eine krabbelnde Milbe gefunden.
            Ich werde mir heute Nachmittag ein Bild machen, wie sich die Bienen in der Beute verhalten. Dabei werde ich auch die vielen toten Bienen ausräumen und die Varroaböden einschieben, um mir ein deutlicheres Bild von der Belastung verschaffen.

            Gibt es eine sinnvolle Behandlung des Schwarms zu diesem Zeitpunkt, wo er sich bereits in der Beute befindet, aber noch kaum gebaut hat?
            • discuss.answer
              Hallo
              Es wundert mich nicht, dass es mehrere Nachschwärme waren. Ich hab schon von über 5kg schweren Vorschwärmen gehört, aber bei 7kg würde ich Imkerlatein erwarten...

              Mit mehreren Königinnen hab ich auch schon die komischsten Erfahrungen gemacht, solche die man gut miteinander vereinen konnte, aber auch solche, die auch nach mehrmaligem Einfangen nie zusammengefunden hatten. Ich finde eine grössere Schwarmkiste hilfreich, damit man sieht, ob sie in Kellerhaft zu einer Traube zusammengewachsen sind, falls nicht, kann ein nochmaliges sorgfältiges Durcheinanderschütteln dazu führen, dass eine überflüssige Königin abgestochen wird. Leider nicht immer.
              Grundsätzlich kann man kleine Nachschwärme schon mixen, v.a. wenn sie z.B unter 1kg sind, weil die ja sonst kaum überlebensfähig sind. Schlechtes Regenwetter zwingt sture Schwärme auch eher zusammen als wenn es heiss ist. (So zumindest bei mir)
              Ich würde das aber immer direkt in der Schwarmkiste machen, nicht zeitlich versetzt einen weiteren Minischwarm zu einem eingezogenen geben (kann erneutes Schwärmen auslösen, hab ich schon mehrmals gesehen). Das Kellern vereint sie besser.
              Manchmal vereinen sich getrennte Nachschwärme auch von alleine, das hatten wir dieses Jahr. Zuerst fast alle eingefangen, dann beim Warten darauf, dass alle reingehen sind 2/3 davon wieder ausgezogen und über ein 3stöckiges Haus. In den folgenden Stunden haben die draussen an einer Hecke eine Königin abgestochen (zufälligerweise beobachtet) und den kleineren Schwarm übers Haus nachgeholt.
              Am Abend hatten wir einen ca 3kg schweren Schwarm und die erste Schwarmkiste war leer.

              Wegen einer Milbe musst du nichts machen. Entweder gleich vor dem Einlaufen Puderzuckerdiagnose und zählen, im Notfall dann mit Milchsäure besprühen.
              Normalerweise reicht es, wenn du ein paar Wochen nach Einzug puderst. Ich würde die Schwärme nicht grundsätzlich schon beim Einzug behandeln, es gibt aber Imker, die das machen.
              Da bei Jungköniginnen eh eine Brutpause wegen Jungfernflug folgt, haben es die Varroen eh schon schwer und können sich nicht gleich vermehren.

              Guten Start mit dem Brummer! Grüsse Bindi



              • Danke, Bindi, dass du meinem kleinen Desaster soviel Zeit spendierst. Und danke für die Wünsche!

                Kein Imkerlatein, kein Buschwerk, keine Stockmeißel in der Schwarmfangkiste vergessen oder sonstwelche Gewichtsschummelei.

                Ja, eine größere Kiste werde ich mir auf jeden Fall noch besorgen. Nach meinen drei Feuerwehreinsätzen* in den letzten Tagen weiß ich auch mehrere vernünftige Schwarmfangkisten zu schätzen.

                Was die Zusammenführung der Nachschwärme angeht, so vertraue ich in diesem Fall darauf, dass, wenn sie sich schon gemeinsam bis zum Rhododendron befügen, sie bestimmt auch in der Lage sind, es in einer schönen Beute zusammen auszuhalten... Wieviele Königinnen da jetzt noch drin herumturnen, und für wie lange, sollen sie untereinander ausmachen.

                Da die Bienen in der Kiste kurz vor dem (vollständigen) Verbrausen waren, wundert mich auch nicht, dass die überlebende Mehrheit beim Öffnen der Kiste sofort ab durch die Mitte wollte.
                Vermutlich habe ich dieses teilweise Verbrausen sogar befördert, indem ich die Bienen durch die Lüftungsgitter mit Wasser besprüht habe. Dann haben sie noch mehr gefächelt, und es wurde noch heißer. Grauenvoll.

                Ich habe jetzt in der Beute aufgeräumt. Der Verlust beziffert sich insgesamt auf etwa die Hälfte der Gesamtbienenmasse.

                Der Rest hat sich sichtlich akklimatisiert. Von der Menge her glaube ich nicht, dass sich in der Zwischenzeit noch ein Schwarm abgesetzt hat. Es kann aber schon sein, dass sie in der Beute verschiedene Ecken besetzen.

                Am Baum hängen jedenfalls nur noch Holunderblüten, keine Bienentrauben mehr, obgleich die Stelle durchaus noch für Aufmerksamkeit bei einigen Bienen sorgt.

                Ja genau, auf die Brutpause setze ich auch meine Hoffnung und werde dann deinen Tipp bzgl. Pudern befolgen. Und zwar auch bei meinem ganz frühen Aprilschwarm nebenan, der sich hoffentlich nicht zu viele Milben abholt. Je nach Befund würde ich die beiden Völker dann auch gleichzeitig behandeln, um Reinvasion zu minimieren.

                Also, vielen Dank nochmal und lieben Gruß!

                ____
                * Den Brummer pflege ich, und die zwei anderen Schwärme gehen an Jungimker.
                • Ich finde es eben spannend, viel über das Schwärmen zu erfahren. Wenn man viele mehrjährige BK Imker zusammen hat und über Schwärme spricht, merkt man bald, dass die Bienen extrem breitfächrig veranlagt sind und es gibt haufenweise so komische stories. Die Magazin Imker haben halt seit über 30 Jahren eher wenige Erfahrungen mit Schwärmen, oder eben nur so 10% ihrer Völker.
                  Die ganz alten haben oft schon als Kind Schwärme einfangen müssen, ich kenne auch Leute, die genau deswegen nie imkern würden, aber lustige Schwarmgeschichten (sind natürlich oft erst im Nachhinein lustig) sind da garantiert.

                  Noch zu deinem Schwarm: Es gibt Jungköniginnen, die extrem schlechte Fliegerinnen sind (ev. wetterbedingt mangelndes Training?) und der Schwarm scheint schon froh, wenn sie es auf Nachbars Hecke schaffen. Es kann bei sovielen Flugbienen auch durchaus passieren, dass es die anderen Königinnen mehr mitreisst, als dass sie bewusst wohin fliegen. Ich glaube, dass sich bei nicht einfangen deines Brummers der Nachschwarm in min 3 Schwärme geteilt hätte die dann abgehauen wären. Vielleicht hast du sie etwas zu schnell (Ich meine für die Bienen zu schnell) eingesammelt, weil oft brauchen die etwas Zeit, damit sie sich organisieren können. Mir schien es beim Nachschwarm Beobachten schon oft, dass die Königinnen eher etwas unerfahren (bedeppert) drauf sind und einige Spurbienen (weiss nicht, ob es wirklich Spurbienen sind) die Führung des ganzen übernehmen. Die fliegen dann auch ganz andere Bahnen, sind aktiver und wecken die Masse oder bringen sie zum sterzeln. Oft sind es auch die letzten, die abends in die Schwarmkiste wandern.

                  Wie lange hast du die Kiste stehenlassen, vor der Kellerhaft?
                  Gruss Bindi
                  • Hey Bindi,

                    also diese Geschichte ist für mich eine Riesenlektion. Lustig wird DIE vmtl. nie, aber ich verstehe genau, was du meinst - es sind so viele Aspekte und Details im Verhalten der Bienen, in den Umgebungsbedingungen zu beobachten, dass die Stories meist einzigartig und wundersam sind.

                    Die Magazin Imker haben halt seit über 30 Jahren eher wenige Erfahrungen mit Schwärmen, oder eben nur so 10% ihrer Völker.
                    Tja, und die mit nurmehr rudimentär vorhandenem Schwarmtrieb ausgestatteten Bienen gehen dann voller Energie zusammen raus und fragen sich auf einmal: "Öh, wie ging das eigentlich nochmal...? Lasst uns mal da drüben kurz hinsetzen und beraten."

                    Ein anderer Schwarm von vorgestern hatte sich auf 1m Länge um einen Baum gewickelt, nachdem er auf dem Gelände bereits seit 2 Tagen mehrfach aufgefallen war (Bäume, Hausecken, Fassade). Der Schwarm hatte glücklicherweise eine markierte Königin, die ich mit ein paar Bienen in die Kiste abschöpfen konnte, was den Rest zum Selbstläufer machte. Der Gedanke, dass sie nun bei einem Imkerneuling mit wunderbarem Naturempfinden und Wertschätzung eine neue Bleibe findet, ist mir der größte Lohn!

                    Zum zeitlichen Ablauf mit dem Brummer:

                    Der Schwarm ließ sich lt. Anwohnern um die Mittagszeit sehr gezielt auf dem Strauch nieder, die Feuerwehr verständigte mich dann gegen 13:00.

                    Meine direkten Fang-Eingriffe dauerten von ca. 14 bis 16:30 und sahen so aus:

                    Zuerst habe ich einen großen Schwung Bienen in die Schwarmfangkiste geschüttelt und ca. 15 min gewartet, ob eine eindeutige Bewegung der Bienen Richtung Kiste oder zurück zum Strauch stattfindet. War nicht zu erkennen, deshalb habe ich anschließend in eine weitere Kiste Bienen vom Strauch geschüttelt und direkt neben der Schwarmfangkiste aufgestellt (alles ca. 2m entfernt von der Traube).

                    Über einen größeren Haufen zu Boden gefallener Bienen hatte ich einen Pappkarton gestellt, für den Fall, dass dort die / eine Königin dabei war und sie sich in den Karton zurückziehen würden.

                    Zwischendurch habe ich ab und an kleine Träubchen vom Baum geschnitten und teils in die erste Kiste geworfen, teils davor abgeschüttelt, da ich die Kiste nicht so oft öffnen wollte, um quetschen zu vermeiden.

                    Nach etwa 1,5 Std. - zusammenhängend mit dem Einsammeln einer der kleineren Trauben - zeigte sich ein Einzug der Bienen in die erste Schwarmfangkiste, die zweite hatte sich bald geleert und auch der auf den Boden gelegte Pappkarton war wie die Fläche am Boden frei von Bienen.
                    Weiterhin schien es auch am Baum bis zuletzt einen für die Bienen besonders anziehenden Ast zu geben, den ich dann abgeschnitten und nach Abschütteln der Bienen außer Reichweite gebracht habe (vielleicht nächstes Mal aufbewahren, bzw. in eine Extrakiste legen, um so tatsächlich einen "Unterschwarm" zu separieren).

                    Die einzelnen Aktionen waren von ca. 15minütigen Pausen unterbrochen, um das Verhalten zu beobachten.
                    In der ganzen Zeit hat sich kein Schwarm nach ganz woanders abgesetzt, die Bienen flogen immer im kleinen Umkreis zwischen Strauch und Kisten.

                    Gegen 16:30 verließ ich den Ort und kehrte gegen 20:30 dorthin zurück, um die Bienen abzuholen - fast alle in der Kiste. Im Keller waren sie dann gegen 21:00.

                    In die Beute eingeschlagen habe ich sie am Folgetag ab etwa 19:00. den aufgeflogenen Teil vom Baum geholt und hinzugefügt um 20:00 (falls ich vorher was anderes geschrieben habe, gelten diese Angaben, die ich soeben anhand der Aufnahmedaten meiner Fotos verifiziert habe).

                    Durch den Tod der vielen Bienen während der Kellerhaft ist das ursprüngliche Schwarmgefüge sehr durcheinandergeraten, so dass es mir unmöglich erscheint, nachzuvollziehen, wie sie sich in der Kiste organisiert haben.

                    Deine Beobachtungen bzgl. Nachschwärmen finde ich superspannend. Ich werde nächstes Mal ebenfalls noch genauer hinschauen, v.a. bei meinen eigenen Schwärmen.

                    Die Gelegenheit dafür ergibt sich vielleicht bald. Heute halte ich noch "Schwarmwache" bei meiner BK daheim. Allerdings scheinen die seit einigen Tagen blühenden Robinien für ausreichend Beschäftigung sorgen. Dennoch, eine Weiselzelle ist entweder schon ein paar Tage lang verdeckelt oder von den Bienen eliminiert worden (heut abend schau ich rein).

                    Ich freu mich über diesen Austausch hier, hoffentlich nützt er auch anderen BK- bzw. Schwarmimkern.

                    Grüße,
                    Katrin

                    • Der Schwarm ist jetzt ein Volk auf etwa 9 Oberträgern. Er ist fit und zernagt fleißig mein provisorisches Trennschied smiley
                      Habe die Frage als beantwortet gekennzeichnet, da die Geschichte jetzt allein weitergehen kann.
                      Vielen Dank allen!
                      • Hallo Katrin
                        Herzlichen Dank für deine Beobachtungen, Zeit hatten die also mehr als genug, daran lags nicht.
                        Es gibt ja schöne Vorschwärme, die sich genau wie in Lehrbüchern beschrieben verhalten. Bei Nachschwärmen ist es bei mir jedoch auch oft so chaotisch und eben zeitintensiv wie von dir beschrieben ... (Und meist arbeitet man dann ja noch, oder die Kinder haben eine Theateraufführung...)
                        Und das Wetter und Tracht spielen ja auch immer mit. Ich hab schon oft nach Einzug auf Regen gehofft, damit sich unentschlossene Schwärme endlich in der Kiste vereinen.
                        Oder wenn ein Gewitter aufzieht während dem Schwärmen hab ichs schon erlebt, dass dann kurz vorm Regen viele wieder aus der Schwarmkiste weg sind und ich dachte, die ziehen weiter. Anscheinend sind die aber kurz Nektar und Pollen holen gegangen und kamen gleich wider zurück in die Schwarmtraube...

                        Ich fange die Schwärme gerne mgl. sanft und lass die Kiste stehen, de ich dann erst nach dem Eindunkeln abhole. Bei Nachschwärmen hatte ich aber bisher mit kräftigem Durcheinanderschütteln, baldigem Verschliessen und Einkellern (ohne Abwarten des Abends) deutlich mehr Erfolg. Kann auch Zufall sein...

                        Schön, dass sich dein Brummer so gut entwickelt, hoffentlich hast du nächstes Jahr eine Brummer-Honigernte!
                        Gruess Bindi