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  • Hallo,

    heute Morgen (7°C, Regen, nach längerer Schönwetterperiode) lagen 6 völlig normal aussehende Puppen im letzten Entwicklungsstadium (> 16 Tage, Augen schon eingefärbt), teilweise ausgefressen, auf dem Flugbrett. Wir haben die Puppen unter dem Mikroskop untersucht und weder Anomalien noch Parasiten gefunden. So etwas habe ich in 4 Jahren Bienenhaltung noch nicht zu sehen bekommen...

    Ist das "normal" und wenn ja, warum machen die Bienen das? Oder läst das doch auf eine Erkrankung oder erhöhten Varroendruck schließen?

    Diese Frage wurde von Wolfram beantwortet. Siehe erste Antwort.

      Bienen machen glücklich!
    • Eine ähnliche Situation ist derzeit auch bei mir zu beobachten. Seit dem Abgang des ersten Schwarms am 30.04. sind fast täglich vor der Kiste des Muttervolks tote Drohnenpuppen (frisch geschlüpft bzw. kurz vor Schlupf) zu finden, ein halbes Dutzend bestimmt. Auffällig bzw. Besorgnis erregend ist der Umstand, dass die Puppen fast ausschließlich keine bzw. stark verkümmerte Flügel haben.
        Bienenkisten im Münchner Osten: Meine Stockkarte
      • Bei mir sieht es ähnlich aus.
        Tote Drohnenpuppen, bewegungslose Drohnen, Drohnen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien liegen auf dem Flugbrett oder neben der Kiste.
        Mein Volk ist noch nicht geschwärmt und so eine Situation konnte ich in den letzten drei Jahren Bienenhaltung noch nicht beobachten.
        • discuss.answer
          Hallo Jutta,
          keine Panik.
          Wenn die Mädel feststellen das es zu viele Drohnen gibt werden diese zum Teil nicht mehr gefüttert.
          Sie laufen dann nach draußen und fallen vom Flugbrett. Dort krabbeln sie noch weiter oder verenden Vorort.
          Auch werden bei einer zu großen Zahl die Drohnen ausgefressen oder heraus geschleppt.

          Einen zu hohen Milbendruck kann ich mir nicht vorstellen.
          Ich habe auch ein Volk das die Drohnen rauswirft und noch keine Milbe auf der Windel gefunden.

          Geh erst einmal locker damit um.
          Solange du keine Krüppelbienen findest ist alles in Ordnung.

          Gruß
          Wolfram
          • Mich interessiert die Diagnose auch; Jutta.
            Könnte dies das Ausräumverhalten erklären?

            emk schrieb am 01.05.2016, 13:29

            Jedes (Bienen-)Jahr ist anders. In diesem Frühjahr haben die Bienen relativ früh eine Zeit lang viel Pollen sammeln können und das Brutgeschäft stark angekurbelt. Dann wurde es kalt und es ist kaum Nektar geflossen. Das Ergebnis kann eine große Brutausdehnung mit wenig Vorräten sein, so wie Du es beobachtet hast. ...

            Generell lässt es sich kaum vermeiden, dass bei Eingriffen Bienen bzw. Larven zu Schaden kommen. Du musst Dir dabei dann klar machen, dass "der Bien" das Tier ist - also der Superorganismus Bienenvolk als Ganzes. Die Einzelbiene spielt dabei eine Rolle, die man mit Körperzellen bei Säugetieren vergleichen kann. Der Bien selbst opfert nötigenfalls Brut und Bienen selbst auch, wenn es im Interesse des Gesamtorganismus ist - inkl. Brutkanibalismus und Ausräumen von fast fertig entwickelter Brut.
            Erhard


            Es scheint absurd, aber ich komme bei dem Phänomen iwie immer wieder auf Hunger. Kann doch eigentlich nicht sein?!
            http://www.bienenforum.com/forum/archive/index.php/t-10173.html

            Das andere Thema wäre Hygieneverhalten> Varroa-Ausräumen. Aber das trifft bei dir ja nicht zu.
            Hier nochmal die alte aber interessante Diskussion
            http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=18443 [Hinweis: Theophanu hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
              Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
              -Stefan Brotbeck
            • beemuc schrieb am 16.05.2016, 13:19
              Besorgnis erregend ist der Umstand, dass die Puppen fast ausschließlich keine bzw. stark verkümmerte Flügel haben.

              Inzwischen habe ich auch solche Puppen gefunden, die statt Flügeln lange dünne (aufgerollte?) Anhängsel haben. Heute Morgen waren es aber insgesamt nur noch 3, die ausgeräumt worden sind.

              Dafür ist das Gras rings um die Kiste mit toten Arbeiterinnen (und auch Drohnen, aber weniger) übersät. Genaue Betrachtung zeigte auch hier erst einmal keine Deformationen oder sonstige Auffälligkeiten. Ist aber schon irritierend!
                Bienen machen glücklich!
              • Danke euch allen für eure Kommentare und Berichte!

                Werde heute Abend die Kiste aufmachen, nachsehen und dann berichten, was sich zeigte. Ich hoffe, ich muss nicht notfallmäßig tätig werden!
                  Bienen machen glücklich!
                • Theophanu schrieb am 18.05.2016, 10:14
                  Es scheint absurd, aber ich komme bei dem Phänomen iwie immer wieder auf Hunger. Kann doch eigentlich nicht sein?!

                  Hatte ich auch schon überlegt wegen der längeren Kälteperiode, kommt aber nicht wirklich in Betracht: Anfang April hatte das Volk noch 14 kg Wintervorräte, ist seitdem sehr fleißig geflogen und das hintere Ende (Honigraum) ist schon rd. 15 kg schwerer geworden (ich wiege regelmäßig - aus reiner Neugierde smiley ).

                  Zur Zeit fliegen sie eher verhalten, was aber auch an der Witterung liegt. Trägt aber zur Verunsicherung bei. - Menno, Stress wie im ersten Jahr!

                    Bienen machen glücklich!
                  • Wolfram schrieb am 17.05.2016, 22:17
                    Solange du keine Krüppelbienen findest ist alles in Ordnung.

                    Danke für deine Einschätzung der Situation und die beruhigenden Worte! In Bienengottes Ohr damit!
                      Bienen machen glücklich!
                    • Das 'Varroaausräumthema' hab ich auch nochmal oben gelinkt.

                      Na, wir 'alte Hasen' *g
                      Hilft nix, es ist offensichtlich ein Prozeß -und das weitere Verhalten wird den hoffentlich erklären...

                      Ich war hier gestern auch irritiert als ich eine Handvoll Bienen wie lebendig, aber offensichtlich doch tot ums Flugloch und am Boden herumsitzen sah. Tippte auf leichtsinnig und verklammt. Rätselhaft manchmal.
                        Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                        -Stefan Brotbeck
                      • Unter den bis gestern sehr vielen toten Arbeiterinnen vor der Kiste waren doch etliche, deren Hinterleib mir etwas kurz vorkam (nicht länger als die Flügel).

                        Seit heute gibt es aber nur noch wenige Tote im Gras. Gutes oder schlechtes Zeichen? Haben sie die Krise überstanden oder räumen sie nicht mehr aus?
                          Bienen machen glücklich!
                        • Das hört sich sehr nach einem Spritzschaden an.
                          Vermutlich hat da jemand den Raps gespritzt.
                          Das würde die große Anzahl an toten Arbeiterinnen erklären und das schnelle abklingen.

                          Die meisten werden den Weg gar nicht mehr zurück geschafft haben und die es geschafft haben sterben im Stock und werden dann raus gebracht.

                          Traurige Grüße
                          Wolfram
                          • Wir haben hier auch Rapsterror.
                            Ich bekomme vom Bauern Meldung wenn er spritzt. (Argument Enkelschutz!) Er schrieb letztens was von 'bienenungefährlichem' Gift. Auf meine Frage, obs denn sowas gäbe, bekam ich allerdings keine Antwort.

                            Wißt ihr mehr?
                              Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                              -Stefan Brotbeck
                            • Theophanu schrieb am 21.05.2016, 23:16
                              Wir haben hier auch Rapsterror.
                              Ich bekomme vom Bauern Meldung wenn er spritzt. (Argument Enkelschutz!) Er schrieb letztens was von 'bienenungefährlichem' Gift. Auf meine Frage, obs denn sowas gäbe, bekam ich allerdings keine Antwort.

                              Wisst ihr mehr?

                              Folgendes (veraltetes) Infoblatt gefunden: http://www.deutscherimkerbund.de/download/0-266-bienensch_raps-pdf

                              (Damit hast Du zumindest ein paar gängige Suchbegriffe für weitere Suche.)

                              Die Abkurzungen sind mir jetzt verständlicher: B1 = bienengefährlich... bis B4 = bienenungefährlich. "PSM" = Pflanzenschutzmittel

                              Interessant ist dieser Satz (2006 geschrieben): "Ferner ist mit Biscaya (Wirkstoff Thiacloprid, B4 = bienenungefährlich) ein neues Produkt zugelassen worden."

                              Wie wir jetzt wissen ist Thiacloprid (ja, aus den Neonikotinoiden) doch nicht so ungefährlich für Bienen und Hummeln wie zuerst gedacht. [Hinweis: KMP hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 9 Monaten geändert.]
                                Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                              • Danke Kevin! Ich glaub denen ja eh nix mehr.
                                Auf der Agrarwende-Demo hing ein Schild: 'Wer glaubt dass Gift nicht giftig ist, ist naiv'
                                  Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                                  -Stefan Brotbeck