abonnieren: RSS
  • http://www.mellifera-netzwerk.de/forum/thread/?thread=3017&page=4

    Um das Thema Wasserbeigabe während des Winters fortzusetzen und damit Hardy`s Wunsch zu entsprechen,
    an einer anderen Stelle über dieses Thema weiter zu diskutieren, eröffne ich hiermit diesen Faden.

    Mir ist bewußt, lieber Gunnar, dass diese Thesen gewagt erscheinen müssen, weil das Wissen zu diesem Thema schlicht und ergreifend nicht mehr weitergegeben wird, aber neu ist dieses Wissen nicht, nur
    mehr oder weniger verschollen gegangen.
    Wer sich aber die Frage stellt, warum Völker im Winter trotz genügend Honig- und Pollenvorräten
    VERHUNGERN! sollte geneigt sein, über das 3. für Bienen ganz notwendige Element Wasser einmal
    gründlich nachzudenken.

    Der Grund, warum mich dieses Thema brennend interessiert ist immer noch die gleiche Frage:
    Wie kann ich die Eigenversorgung der Völker während des Winters gewährleisten oder stärken.
    Die gleiche Frage ist auch Grundlage zum Faden: Verschluss des Fluglochs während des Winters,
    gar Einkellerung von November bis März.

    Und möglicherweise ist gerade in der Bienenkiste die Wasserzugabe ja ganz einfach zu bewerkstelligen.

    gruss bf


      Abyssus abyssum invocat
    • Es fällt mir schwer das vorzustellen. Der eingelagerte Honig ist 18% Wasser, und jeder kennt die Kondensation im Winter die ein Volk mit Brut täglich produziert. Woher hast Du diese These bzw. verschollenes Wissen?

      -Kevin
        Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
      • Hallo Gunnar, hallo Bienenflug

        ich bei da ganz entspannt und habe erst mal keine Bedenken, dass es da bei meinen Bienen zu einem Problem kommen könnte. Ob in der Nähe des Brutnestes genug Futter ist, kann man in der BK eh nicht überprüfen. Ich wollte mit dem gehörten nur zur Diskussion beitragen.

        Ich habe zufällig heute ein YouTube-Video gesehen, in dem der Imker auch vom Problem Futterabriss gesprochen hat. Als Grund nannte auch er, dass die Bienen das Brutnest wegen der Nestwärme nicht verlassen haben. Von Wassermangel sagte der offensichtlich sehr erfahrene Imker aber auch nix. Was nicht heißen soll, dass das nicht zu einem Problem werden kann.

        Wenn sich die Bienen im Normalfall vom anfallenden Schwitzwasser versorgen, könnte es doch theoretisch reichen, wenn man bei Wassermangel regelmäßig mit einem Wasserzerstäuber "künstliches Schwitzwasser" in die Beute einbringt. Das könnte man in der Bienenkiste ja dann von hinten in die Wabengassen oder an die Wände sprühen.

        Generell dürfte die Wassergabe im Stock aber zu einem anderen Problem führen. Wenn die Luft in der Beute zu trocken ist und deswegen kein Schwitzwasser entsteht, wird sich die Luft mit den eingebrachten Wasser sättigen wollen. Die Verdunstung wird aber Energie benötigen und somit sinkt die Temperatur. Dann müssen die Bienen mehr heizen und brauchen mehr Futter.

        Gruß Alex
        • Sauerstoff + Honig + Bienen = Wasser + CO2 + Wärme

          Entdeckelte Honiglagerzellen ziehen zudem Wasser an.
          Ich werde mal eine Untertasse dünn mit 50 g Honig (ca 20 % Wasser) füllen, raus stellen und regelmässig mit einer Feinwaage wiegen. Bei der momentanen hamburger Luftfeuchte tippe ich auf ein Endgewicht von 65 g.

          Bienenflug, was tippst Du?

          Gruß, Gunnar
          • Hallo Gunnar,
            da tippe ich auf gar nichts.
            Man kann in diesem Zusammenhang auch andere Fragen stellen wie z. B.
            Wieviel Wasser benötigt ein Volk, um 1 Kg eingelagerten Honig aufzulösen und zu verbrauchen. Und wie besorgt sich das Volk während der Überwinterung das benötigte Wasser.

            Es wurde festgestellt, dass mit nur wenigen Pfund eingewinterte und eingekellerte Völker
            beim Auswintern so gut wie NICHTS verbraucht hatten (v. Nov. - März) und trotzdem putzmunter waren. Das setzt aber voraus, dass die Völker ungestört und geschlossen, kühl und dunkel in Winterstarre sitzen.

            Durch die Folgen des Klimawandels muss man ja langsam den Eindruck gewinnen, dass in unseren Breiten
            die Völker nur noch in Ausnahmefällen auf der Wintertraube verharren. Schaut Euch doch nur mal Eure eigenen Fotos hier im Forum an. Die sprechen doch Bände.
            Das heißt, die Völker sind unruhig, die meisten sind dieses Jahr bereits seit Dezember in Brut.
            Und diese Völker brauchen ständig 3 Dinge: Honig - Pollen - Wasser. Aber letzteres können sie
            wegen Kälte und Regen nicht eintragen und Vorrat an Wasser legen Bienen nicht an. Folge: Durst

            Auch die von Kevin angesprochenen 18% Wassergehalt im Honig treffen nur bedingt zu, mit zunehmender
            Zeit trocknet der Honig aus!
            Deshalb erkennt man den Wassermangel an abgeschroteten, kristallisierten Honigteilchen auf dem Bodenbrett! Dann muss man dem Volk Wasser geben und kein Futter.

            Wir müssen uns auf die Bedürfnisse des Biens und die Veränderungen der Umwelt einstellen,
            womit ich sagen möchte, man sollte überlegen, ob und wie man den Bienen die für unsere Breiten
            nötigen ungestörte Winterruhe ermöglicht.
            Bei uns gibt's z. B. jede Menge dunkle kalte verlassene Bunker und Stollen vom II. WK. Mir kommen da
            bereits ein Paar Ideen.

            Im Faden "Wintereigenversorgung" geht es letztlich auch um dieses Thema. Ich habe keine Lust mehr,
            im Herbst kiloweise Zuckerwasser zuzufüttern. Wir haben in unserer Gegen keine späte ergiebige
            Tracht. Dies bedeutet, wenn ich den Völkern im Juli den Honigraum leere, haben sie vor nichts zu
            fressen. Folge: Auffüttern! Ist doch irgendwie ätzend.

            Nun zeigt die Erfahrung, dass gut eingewinterte Bienenvölker während des Wintersitzes nahezu die gleiche Kugelgröße aufweisen, egal in welcher Beute sie sich befinden. Wie kann es sein, dass
            die Bienen dann so unterschiedlichen Futterbedarf haben, z. B. zw. 6 u. 25 kg, je nach Haltungsform.

            Die Bienenkiste kommt im Normalfall mit 15 kg Winterfutter aus - man muss wahrscheinlich sagen:
            kam damit aus, solange die Natur ihren normalen Gang geht. Prüft nochmal, auf wieviel kg Ihr wirklich aufgefüttert habt. Garantiert sind Bienenkistler mit weit über 20 kg unter Euch!

            Mein Imkernachbar unterhalb hat seinen Völkern bereits vor 14 Tagen Zuckerteig aufgelegt. Am letzten
            Wochenende wurde ein Volk ausgeräubert. Die obere Zarge war aber noch voll mit Futter, und trotzdem hatte er dem Volk Zuckerteig aufgelegt. Anderen Völkern hat er Honigwaben zugehangen. Alle Völker sind in Brut.

            Was ist hier los?

            WASSERMANGEL!

            Den heutigen Imkerneulingen bringt man im Grundsatz doch nur bei, wie die Bienenhaltung in der
            jeweiligen Beute mehr oder weniger gut/schlecht gelingt. Dabei hat sich rund um die Bienenhaltung
            alles aber auch wirklich alles gravierend geändert. Auch hier sprechen die vielen toten Völker
            Bände, auch in der Bienenkiste!

            Ich weiß auch nicht, wie man den Bienen im Einzelfall am besten helfen kann. Deshalb möchte ich
            darüber diskutieren. Nicht umsonst benutzen manche Imker bereits FLUGLOCHFÜTTERER gegen
            WASSERMANGEL.

            Ich hoffe, man darf auch die Frage stellen, ob die Bienenhaltung in der Bienenkiste wirklich noch
            einfach ist.

            gruss bf
              Abyssus abyssum invocat
            • bienenflug schrieb am 10.02.2016, 23:38
              Und diese Völker brauchen ständig 3 Dinge: Honig - Pollen - Wasser. Aber letzteres können sie wegen Kälte und Regen nicht eintragen und Vorrat an Wasser legen Bienen nicht an.

              Zugegeben wenn die Temperatur minus X Grad ist, werden die Bienen draußen kein Wasser finden, aber drinnen schon (beim Brut). Und sobald die Temperatur über den Gefrierpunkt steigt, werden die per definitionem Wasser finden (zumindest in West-Europa).

              Daher ist deine Argumentation für mich leider schwer nachvollziehbar.

              Schöne Grüße

              Kevin
                Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
              • Hallo Kevin,
                Ich verstehe schon, dass meine Argumentation für Dich nur schwer nachvollziehbar ist.
                Deshalb versuche ich es noch einmal mit einem Erklärungsansatz, bei dem ich Deine Argumente
                aufgreife.
                Und sobald die Temperatur über den Gefrierpunkt steigt, werden die per definitionem Wasser finden (zumindest in West-Europa).

                Bei plus 1 fliegen sie ja mal noch nicht raus und auch nicht bei plus 4 oder 6, 8 oder 10,
                wenn es regnet, wenn die Sonne nicht scheint, wenn ein kalter Wind weht.
                Wassermangel tritt dann ein, wenn die Völker in Brut sind und sie nicht ausfliegen können,
                um sich das so dringend benötigte Wasser zu beschaffen.
                Manchmal scheint die Sonne warm auf das Flugbrett und lockt die Bienen raus. Aber rundherum, am Bach, an der Tränke, auf dem Boden vor der Beute ist es kalt, ja gar Minustemperatur. Wie viele Bienen kehren hier wohlbehalten mit Wasser ins Volk zurück? Wie viele gehen zugrunde?
                Natürlich können die Bienen Schwitzwasser in der Beute aufschlecken. Damit helfen sie sich nur eine kurze Zeit über die größte Not.
                Was aber geschieht im Innern eines Volkes, wenn der Austrocknungsprozess weiter fortschreitet, und sie nicht zum Wasserholen ausfliegen können, der Niederschlag in der Beute aufgezehrt ist:
                Ein Teufelskreis entsteht. Die Bienen strengen sich noch mehr an, das Brutgeschäft aufrecht zu halten und trocknen weiter aus, bis gar kein Niederschlag mehr entsteht. Panik entsteht, sie laufen in der Beute herum auf der Suche nach Wasser, beißen die Honigzellen auf (Schrot ist auf dem Bodenbrett zu finden!!!), sie saugen die junge Brut aus und bebrüten kein Ei mehr. Infolge der UNRUHE fangen sie an, sich zu besudeln und das Volk erkrankt an Ruhr. Das Ende ist vorgezeichnet.

                Mein Vater und Großvater imkerten mit Blätterstockbeuten. Da waren Verschlussklappen dran,
                um das Flugloch im Winter geschlossen zu halten. Hierdurch wurde vermieden, dass die Bienen bei
                jedwedem Wetter rausfliegen konnten und dabei insbesondere an Tagen mit warmer Sonneneinstrahlung, ansonsten kühlen Temperaturen (im Schatten, auf dem Boden) unnötig umkamen.
                Betrachte hingegen das riesengroße offene Flugloch der Bienenkiste. Ist da nicht auch ein
                Gutteil "Laissez faire" dabei!

                Ich bin schon der Meinung, dass man darüber nachdenken kann und muss.

                gruss bf
                  Abyssus abyssum invocat
                • Hallo bf,

                  Wow, da hast Du zwei ziemlich konträre-, oder zumindest undiskutierte Themen hervorgekramt. Die Wasserthematik- und damit (in)direkt verbunden die Überwinterung des Volkes "in geschütztem Rahmen".

                  Ich bin jetzt in meinem 2ten BiKi Jahr (mit einer Kiste) und werde diesen Frühling -so Schwarm will- parallel dazu noch mit einer Warre-Beute starten. Natürlich fehlt mir schlicht die praktische Erfahrung (und natürlich auch der theoretische Grundbau) um zu diesen 2 Themen Substantzielles beitragen zu können. ABER; Ich lese -und staune- gerne mit und vorallem möchte ich mich bedanken fürs Querdenken! Es gibt mir Einblicke und Gedankenanstösse in Themen über welche ich -durch die "Standartliteratur"- bisher noch nie gestolpert bin. Und -egal ob und was mensch daraus macht- DAS IST GUT SO.

                  Grüsse aus der Schwitz und wie schon geschrieben, dankeschön und bitte weiter so.
                  • Ein Teufelskreis entsteht


                    :-)

                    bienenflug, was konkret beobachtest du?
                    Hast Du jemals einen Teufelskreis gesehen?
                    Deine Wassermangenidee halte ich für Fiktion!



                    Die Idee mit der kühlen Keller-Überwinterung ist nicht neu und funktioniert vielleicht.
                    Erhard hat mich neulich auf diesen Diskussionsfaden hingewiesen:
                    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=49325&p=497362#post497362

                    Da würde ich aber das Flugloch nicht verschliessen smiley

                    Gruß, Gunnar



                    • Hallo Gunnar,
                      den Teufelskreis habe ich von außen betrachtend miterlebt, 2014, als zwei meiner Warré-Beuten
                      Kalkbrut hatten. Es schloss sich ein langes Siechtum mit endgültiger Kollabierung im Herbst
                      2015 an.

                      Deine Wassermangenidee halte ich für Fiktion!

                      Das ist nicht meine Idee. Dafür bin ich weder klug genug noch habe ich ein halbes Leben lang
                      an Bienen geforscht.

                      Erhard hat mich neulich auf diesen Diskussionsfaden hingewiesen:
                      http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=49325&p=497362#post497362

                      Ich kenne diesen Diskussionsfaden und finde ihn wenig hilfreich, da die Örtlichkeit, in der
                      der das Volk untergestellt wurde oder werden sollte die völlig falsche war: eine wohltemperierte Garage!

                      Ich möchte mich bei der Bearbeitung dieses Themas gerne von Dzierzon`s Überlegungen leiten lassen, die ich in den Anhang eingestellt habe und die ich sehr lesenswert finde.

                      lieben gruss
                      bf


                        Abyssus abyssum invocat
                      • homer schrieb am 11.02.2016, 17:33
                        Hallo bf,

                        Wow, da hast Du zwei ziemlich konträre-, oder zumindest undiskutierte Themen hervorgekramt. Die Wasserthematik- und damit (in)direkt verbunden die Überwinterung des Volkes "in geschütztem Rahmen"..

                        Hallo HomeR,

                        DANKE!!!
                        Es sind keine konträren Themen, sondern - wie du richtig festgestellt hast - undiskutierte Themen. Themen, die den heutigen Imkern nicht bekannt sind. Mir ging das ja nicht anders wie
                        Dir auch. Bei meinen Überlegungen und Recherchen zum Thema Wintereigenversorgung und wie ich
                        von der lästigen Auffütterei im Herbst wegkommen könnte, bin ich hierauf gestoßen.
                        Ein Imkerfreund, der in Sibierien über 30 Jahre lang imkerte, weiß das alles und hat das auch
                        praktiziert. Zugegebenermaßen, nicht immer mit vollem Erfolg.

                        Ich bin jetzt in meinem 2ten BiKi Jahr (mit einer Kiste) und werde diesen Frühling -so Schwarm will- parallel dazu noch mit einer Warre-Beute starten.

                        Drück Dir die Daumen. Das wird für Dich eine spannende und lehrreiche Sache werden.
                        Es war schön, dass du dich ins Thema eingeklinkt hast.

                        liebe grüße
                        bf


                          Abyssus abyssum invocat
                        • Hallo zusammen,
                          Da ich mich noch im ersten Jahr der Bienenhaltung befinde kann ich zur Praxis wenig sagen.
                          Allerdings kenne ich mich etwas in Physik und Geographie aus.
                          Hier wird offensichtlich ein sibirischer Winter mit unseren Verhältnissen verglichen. Dazu nur mal ein paar Zahlen.
                          Eine feuchtigkeitsgesättigte Luft bei:
                          -30°C enthält 0,23gWasser/Kg Luft(auch Sublimierung aus dem Honig denkbar?).
                          -5°C 2,5g Wasser/Kg Luft.
                          +5°C 5,47g Wasser/Kg Luft.
                          Dementsprechend entsteht wesentlich mehr "Kondeswasser" im Bienenstock bei höheren Temperaturen solang sich diese noch wesentlich unter der Stocktemperatur befinden.
                          Bei welcher Temperatur dann der maximale Kondensniederschlag erfolgt ist von weiteren Umwelteinflüssen abhängig und nicht ohne weiteres berechenbar (soll hier auch kein technisches Referat werden).
                          Kurz:
                          Ich kann verstehen, dass der Freund in Sibirien im Winter mit Wassermangel Probleme bekommt . Aber gerade bei diesem relativ warmen und auch regnerischen Winter (hohe Luftfeuchtigkeit, Holz das atmet) kann ich mir nur schwer vorstellen das wir in Mitteleuropa damit in kritische Bereiche kommen.

                          (-Voraussetzung der These ist dass dein Freund auch in Sibirien Imkert und nicht hier)

                          Gruß
                          Hardy


                          [Hinweis: hardy hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
                          • bienenflug schrieb am 10.02.2016, 23:38
                            Auch die von Kevin angesprochenen 18% Wassergehalt im Honig treffen nur bedingt zu, mit zunehmender
                            Zeit trocknet der Honig aus!
                            Deshalb erkennt man den Wassermangel an abgeschroteten, kristallisierten Honigteilchen auf dem Bodenbrett! Dann muss man dem Volk Wasser geben und kein Futter.
                            Das ist nicht richtig. Wie Gunnar schon bemerkt hat ist (offener) Honig hygroskopisch. Er trocknet ganz sicher nicht von alleine aus. Die Kristalle entstehen durch das Kristallisieren von Honig, was von der Zusammensetzung der Zuckerarten und der Lagerzeit abhängt. Das eine hat nichts unmittelbar mit dem Anderen zu tun. Ich gehe davon aus, dass der Honig bereits in den verdeckelten Zellen kristalisiert.
                              Erhard Maria Klein - Hamburg
                            • Hallo Erhard,

                              ich bin kein Chemiker.
                              Was aber ist die Folge fürs Volk, wenn sich der Honig z. B. durch die Länge der Zeit verdichtet,
                              indem die in ihm enthaltenen Wasserteilchen größeren Teils entwichen und kleinerenteils in den
                              Kristallen enthalten sind. Die Kristalle des verzuckerten Honigs sind sehr fein und enthalten nur sehr wenig durch Wärme lösbares Kristallisationswasser. Und wenn man sich wundert, warum der eine Stock mehr Honigkristalle herabschrotet als der andere, so kann das offensichtlich mehrere Ursachen haben, u. a. dass das eine Volk über mehr flüssigen Honig verfügt als das andere oder z. B. sehr viel später in Brut geht als das andere.
                              Eine der wesentlichen Wasserquellen im Winter ist der Honig selbst. Wenn er aber so verdichtet ist, dass die Bienen ihn herabschroten, herrscht im Volk Wassermangel.

                              Aber ich möchte mich nicht weiter in derartige Kleinigkeiten verlieren!

                              Mich interessiert vielmehr Deine grundsätzliche Ansicht bei Anzeichen von Wassermangel und einer guten, einfach zu handhabenden und erfolgreichen Abhilfe:
                              Konkret gefragt, auf welche praktische Art können und müssen wir im Falle von Durst den Völkern in unseren Bienenkisten helfen?

                              liebe grüße
                              bf
                                Abyssus abyssum invocat
                              • Lieber Bienenflug,

                                es gibt im Normalfall im Winter keinen Wassermangel in den Völkern und Honig verliert kein Wasser.Das Kondenswasser reicht i.d.R. aus, um den Wasserbedarf zu decken. Daher braucht man auch keine Abhilfe zu schaffen. Wenn man das Thema aus fachlich-physikalisch/chemischer Sicht nicht vollständig alleine überblicken kann, stellt sich die Frage, ob man dann nicht Leuten mit einem naturwissenschaftlichem Studium (z.B. Gunnar) an diesem Punkt vertrauen will.

                                Wassermangel kann im Frühjahr auftreten (Maikrankheit).
                                  Erhard Maria Klein - Hamburg
                                • Lieber Erhard,

                                  es gibt im Normalfall im Winter keinen Wassermangel in den Völkern

                                  Wir diskutieren hier nicht den Normalfall!, sondern die Ausnahme, die u. U. dieses Jahr
                                  gar nicht in so wenigen Ausnahmefällen vorkommen wird.

                                  Stellt der Imker z. B. Anzeichen von Durst/Wassermangel fest, die da sein können:
                                  - heruntergeschrotete Honigkristalle in ungewöhnlicher Menge,
                                  - plötzlich eintretender verstärkter Totenfall
                                  - nässender Stock

                                  Es sind die Fälle, wo die Völker frühzeitig in Brut gegangen sind und nicht ausfliegen können
                                  um den erhöhten Wasserbedarf einzutragen. Und letztlich verdursten, weil die vorhandenen
                                  Quellen (eingelagerter Honig, Niederschlag) den nötigen Bedarf nicht decken.
                                  Die Völker verdursten auf vollen Honigvorräten.

                                  Stelle ich nun als Bienenkkistenimker eines oder mehrere o. g. Anzeichen von Durst fest, so
                                  ist meine Empfehlung, dem Volk Wasser zu reichen. Die Diskussion habe ich angeregt, um gemeinsam
                                  hierfür eine praktische Lösung zu finden. Eine eigene Idee habe ich bereits beschrieben.
                                  Was bitteschön hat Gunnar in dieser Diskussion beigetragen, was mir Anlass gäbe, ihm zu vertrauen. Da erwarte ich mir - wie er immer selbst fordert - FAKTEN! Tut mir leid, dies in
                                  dieser Form ansprechen zu müssen.
                                  Ferner habe ich momentan auch mal wieder den Verdacht, das diese Diskussion beendet werden soll,
                                  und werde dem nun nachkommen.

                                  Honig verliert kein Wasser

                                  Noch eine letzte Frage: Wo ist denn das Wasser hin verschwunden, wenn der Zucker verdeckelt u. kristallisiert in den Zellen steckt?
                                  Die Bienen schaben die Kristalle ab, suchen verzweifelt nach Wassertaschen, finden aber keine!
                                  DER GANZE AUFWAND UMSONST.
                                  Hilft der Imker hier nicht nach, geht ihm sein Volk zugrunde.

                                  liebe Grüße
                                  bf
                                    Abyssus abyssum invocat
                                  • Hallo zusammen.
                                    Nachdem anfangs meine Traenken, bei groesster Hitze, nicht angeflogen wurden habe ich einen 100 lit "Eimer"(mit Steinen drin) aufgestellt. Das haben die Bienen dann angenommen. Nun wenn ich , und das mach ich fast taeglich, meine Bienen besuche wird unbedingt die Wasserquelle auf Ihre Sauberkeit untersucht. Die letzten zwei Monate konnte ich so gut wie keine Biene dort erhaschen. ... und dann heute ..ein rangeln und uebereinanderlaufen um die Beste Stelle am "Ufer". Die Traenke steht ca. 10 m von beiden Beuten entfernt und mann kann in der Luft eine "Bienenautobahn im Berufsverkehr" sehen..zur Traenke und zurueck..Wow ! Keine Frage - es herrscht der Bedarf nach Wasser . Zum Wetter-gestern Sturm und Regen / Heute Nasskalt bewoelkt und windig /Temperaturen ueber 10 Grad Zu den Bienen - sind wohl den "sogennanten Winter" nicht aus der Brut gegangen (den regelmaessigen Polleneintrag nach zu urteilen)...Die Mandelbaueme stehen in voller Bluette und werden/wurden die Tage natuerlich in Massen angeflogen...
                                    Ich frage mich allgemein warum das jetzt und in diesem Umfang passiert....
                                    und wenn doch bitte jemand ein schoenes Bild von
                                    abgeschroteten, kristallisierten Honigteilchen auf dem Bodenbrett!
                                    hier einstellen wuerde waere ich sehr dankbar wie ich es auch mal wieder fuer diese Diskussion hier bin smiley
                                    Eins konnte ich recht frueh feststellen-wir haben noch soo viel zu lernen /erforschen ...und das wir nach tausenden Jahren "Imkerei" noch so viele offene Fragen haben bleibt wohl auch noch eine Zeit lang so ! Was meiner Ansicht nach auch nicht wirklich schlecht fuer die Bienen ist...

                                    freundliche Gruesse
                                    massel

                                      " An Stelle der kostspieligen, zum Sport ausgearteten Kunstimkerei hat eine naturverbundene, einfache Erfolgsimkerei zu treten."
                                      Siedlern und Bauern als berufene Bienenzuechter muss es moeglich gemacht werden, mit einer leicht selbst herstellbaren einfachen Bienenwohnung, ohne besonderen Aufwand an Material, Fachkenntnisse, Geld und Arbeit, ohne Maschinen und Geraete, ohne Zuckerverbrauch und Kunstwaben, auf rein naturgemaesse Art, erfolgreich zu imkern.