abonnieren: RSS
  • Hat jemand Erfahrungen damit gesammelt, der Bienenkiste während des Winters, von November bis März das Flugloch gänzlich zu verschließen und sie am Ausfliegen zu hindern?

    Hat gar jemand Überlegungen angestellt, die Bienenkiste während dieser Zeit in einen dunklen, kühlen aber trockenen Keller zu verbannen und sie für diese Zeit am Ausfliegen zu hindern, oder dies gar schon mal gemacht?

    gruss bf
      Abyssus abyssum invocat
    • Zur Anregung mal anders herum gefragt: Macht die Einkellerung oder ein Totalverschluss des Fluglochs
      Notfütterungen überflüssig? Man kann auch sagen, beugen diese beiden Maßnahmen Notfütterungen vor?
      Nochmal anders gefragt, kann man durch diese Maßnahmen Hunger, Durst, Notfütterungen vermeiden und
      dennoch die Völker munter, gesund und stark überwintern, gar mit spätem Brutbeginn, wie sich Erhard
      dies ja immer wieder wünscht?

      gruss bf
        Abyssus abyssum invocat
      • Hallo Bienenflug,

        wie bekommen die Bienen frische feuchte Luft in den Stock? Die feuchte Luft brauchen sie ja zur Wasserversorgung.

        Wie kommen die Bienen im Keller in eine Brutpause? Im Keller wird es ja wohl kaum Frost geben.

        Ich glaube, solche Maßnahmen würden mehr Probleme schaffen als lösen.

        Gruß Alex
        • Hallo Bienenflug,

          erst war ich recht amüsiert über die Vorstellung, die Bienen mit den Sommerreifen in den Keller zu stellen und zuzustöpseln, aber anscheinend meinst Du das ernst. Ist das Deine Idee oder hast Du irgendwelche Literaturhinweise oder auch nur Empfehlungen in diese Richtung. Andernfalls sollte man vielleicht den ganzen Thread hier löschen, denn Du weißt ja: Keine Idee ist zu dumm, als das sie nicht doch irgend jemand ausprobiert.

          Würde mich sonst nicht wundern, wenn ein armer Anfänger im Frühjahr nächsten Jahres einen miefigen Sarg in seinem Keller entdeckt und sich auf Deinen Beitrag hier bezieht. Nicht das jemand denkt, diese Erfahrung sammeln zu müssen. Meiner Meinung nach ist das hier hochgefährlich.

          Viele Grüße
          Michael
          • Lieber Michael,

            leider muss ich Dir bescheinigen, dass dein vorausgehender Beitrag auf völliger Unkenntnis
            der Thematik beruht. Nur weil du davon nichts weißt, ist das weder eine dumme Idee, noch
            hochgefährlich und ich habe auch kein Problem damit, wenn ein Anfänger dies umsetzen und sich
            auf mich beziehen würde.

            Das Bienenkistenkonzept ist nichts Neues! Altes wurde wiederbelebt! Warum nicht auch in heutiger
            Zeit bei veränderten Klimabedingungen weiteres alte Wissen wiederzubeleben und zu praktizieren.

            Die Imker hatten in früheren Zeiten zwei Standorte: einen Sommerstandort und einen Winterstandort
            d. h. den Keller oder die Erdgrube. Und das ist in vielen Gegenden der Welt auch heute noch so.
            Ich habe einen Imkerfreund, der selbst über Jahrzehnte seine Völker winters eingegraben hat und
            die anderen Imker in seiner Heimat taten das auch und praktizieren es heute noch. Es ist bei uns aus der Mode gekommen! Und wer hat denn noch einen für die Überwinterung geeigneten Keller?

            Das Interessante für mich ist, dass Bienenvölker, die des Winters in Kellerhaft gestellt werden,
            kaum Futter verzehren. MAN KÖNNTE SICH DAS LÄSTIGE AUFFÜTTERN SPAREN!!!! Dieses Wissen ist doch nicht zu verachten.

            Natürlich werden auch in der Kellerhaft nicht alle Völker überleben, aber das ist ja bei der
            Freilandhaltung genau so. Auch müsste ich mir diese Gedanken nicht alle zwingend machen, haben
            doch meine Völker bis heute auch so überlebt. Also besser weiter so wie bisher?

            Aber ich hatte Kalkbrut festgestellt, desweiteren festgestellt, dass zum Teil die Kiste auch im
            2. Jahr nicht ausgebaut wurde. Teilweise wurde kaum bis gar nicht im Honigraum gebaut usw.
            Und von Eigenversorgung der Völker ganz zu schweigen. Es hat bei mir noch kein Jahr gegeben,
            in dem ich nicht kräftig zufüttern musste.

            Für viele Imker ist das alles kein Problem. Sie praktizieren ihre Bienenhaltung wie eh und je
            und füttern auf, was das Zeug hält, teilweise 25, ja gar 30 kg pro Volk.
            Ich frage mich immer mehr, was der Unsinn soll!

            Auch wenn Dich das Thema nicht interessieren sollte, so gibt es doch vielleicht den ein oder
            anderen unter uns, der ähnliche Überlegungen anstellt.

            Und was wäre dabei, seine Bienenkiste im November aufzunehmen, in einen geeigneten Keller
            zu tragen und sie Anfang März wieder genau auf die gleiche Stelle zurück zu setzen, ohne
            dass in der Zwischenzeit hunderte von Bienen eines Volkes beim Wasserholen erfroren sind,
            ohne dass mit Pollen oder Wasser beladene Bienen es gerade mal noch bis zur Beute schaffen,
            dann aber kurz davor auf der Erde verklammen und sterben. Und ohne dass sie in dieser Zeit
            15 kg Honig verbraucht haben.

            Das Löschen dieses Threads kann nicht zielführend sein. Das würde an meinem Vorhaben nichts
            änderern und ich garantiere Dir, dass andere nach mir kommen, die die gleichen Überlegungen
            anstellen werden.

            Lied doch einfach mit, und vielleicht kannst du noch was lernen.


            gruss bf



              Abyssus abyssum invocat
            • Hallo Bienenflug,

              dem kann ich leider nicht zustimmen. Schon Johann Ludwig Christ hat 1805 in seinem "Allgemeines theoretisch-praktisches Wörterbuch über die Bienen und Bienenzucht" davon abgeraten, seine Stöcke zu verbuddeln.



              Zumal die Kollegen von früher auch noch andere Bienen hatten. Unsere südlichen Carnicas in die nördliche Erde zu versenken, stelle ich mir nicht so clever vor. Dieses Vorgehen auf die heutige Zeit zu übertragen, find´ ich gewagt und wie schon beschrieben: hochgefährlich. Andere Bienen, Keller, Klima,... ich hoffe, Du machst keine Versuche. Ein paar Seiten vorher warnt er auch davor, die Bienen während des Überwinterns zu sehr von der Luftzufuhr abzuschneiden. Das Thema ist evtl. etwas für das Nostalgieforum der Imkerexperten schlechthin.

              Ich lese natürlich gerne mit, was da noch so alles kommt, hab´ da aber ein ganz ungutes Gefühl. Nicht alles Alte war gut und muß demnach wiederbelebt werden. Ich denke, man hat damit aufgehört, weil es einfach Mist war.

              Viel Glück
              Michael
              • Hallo Michael,
                Auch wenn Christ das Verbuddeln nicht empfiehlt, so stellt er doch fest, dass die Völker
                wie oben in Deinem Zitat (Abbild) nachzulesen ist, weniger zehren und weniger Brut als Völker über der Erde haben.
                Dies sind die Knackpunkte, die zum Nachdenken anregen!

                Ich mache die Diskussion auch nicht am Verbuddeln fest, sondern meine Überlegung geht
                dahin, die Kiste in einen kühlen, trockenen, dunklen und ruhigen Raum zu stellen und
                nicht in feuchte Erde.
                Wie viele Bikistler hier im Forum beschweren sich über feuchte, schimmelige Kisten? Sie werden über der Erde gehalten!

                gruss bf
                  Abyssus abyssum invocat
                • Das Thema geht aus meiner Sicht ziemlich weit über die Thematik Bienenkiste hinaus. Wer sich für das Überwintern von Bienenvölkern im Keller oder Lagerhaus interessiert (und Englisch ertragen kann) soll nach Kanada schauen.

                  Overwintering bees Canada

                  Wichtig dabei ist die Regulierung von Licht, Feuchtigkeit, Temperatur und Luftzirkulation.

                  Viel Spaß beim Lesen!

                  -K
                    Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                  • Die Idee mit der kühlen Keller-Überwinterung ist nicht neu und funktioniert vielleicht.
                    Erhard hat mich neulich auf diesen Diskussionsfaden hingewiesen:
                    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=49325&p=497362#post497362

                    Da würde ich aber das Flugloch nicht verschliessen smiley

                    Gruß, Gunnar
                      • Abyssus abyssum invocat
                      • KMP schrieb am 11.02.2016, 17:57
                        Das Thema geht aus meiner Sicht ziemlich weit über die Thematik Bienenkiste hinaus. Wer sich für das Überwintern von Bienenvölkern im Keller oder Lagerhaus interessiert (und Englisch ertragen kann) soll nach Kanada schauen.

                        Overwintering bees Canada

                        Wichtig dabei ist die Regulierung von Licht, Feuchtigkeit, Temperatur und Luftzirkulation.

                        Viel Spaß beim Lesen!

                        -K

                        Hallo Kevin,
                        na das ist ja`n Ding. Wußte gar nicht, dass alles was ich hier geschrieben habe so aktuell
                        ist, und auch noch wissenschaftlich untersucht wird. Mit neuester Technik und pipapo.
                        Die Kanadischen Wissenschaftler führen ja genau die Argumente ins Feld, die ich hier
                        vorbringe, und das nicht nur in diesem Faden. Danke dir für den Hinweis.

                        Also waren die alten Meister doch nicht so blöd und haben nur Mist verzapft!

                        Das Thema geht aus meiner Sicht ziemlich weit über die Thematik Bienenkiste hinaus.

                        Tut mir leid, dass ich dir da energisch widersprechen muss. Für mich als Bienenkistler ist das
                        ein Thema. Sonst würde ich mich nicht so intensiv damit beschäftigen. Ist doch irgendwie schade,
                        dass die Imker hierzulande nicht informiert sind. Dieses Thema geht alle an, denn der Klimawandel trifft uns alle.
                        Um so mehr halte ich es für notwendig, dieses Thema nicht abzuwürgen. Wie ich schon in
                        vorausgehendem Beitrag mal schrieb, wird sicherlich alsbald der nächste kommen und wieder die
                        gleichen Fragen aufwerfen.

                        Wichtig dabei ist die Regulierung von Licht, Feuchtigkeit, Temperatur und Luftzirkulation.

                        Das Einkellern funktioniert garantiert auch ohne diesen technischen Zenober, auf ganz einfache
                        Art!

                        lieben gruss und gute Nacht
                        bf


                          Abyssus abyssum invocat
                        • Hallo zusammen
                          Das Bienen bei Störungen in der Winterruhe wesentlich mehr Vorräte benötigen könnte auch bei mir eine Ursache sein (falls es denn so ist -gewogen habe ich noch nicht).
                          Mein Nachbar hat in Unmittelbarer Nähe zu meiner Kiste ein Außenstrahler mit Bewegungsmelder aufgebaut. Dieser Strahler geht auch mehrfach Nachts oder am frühen morgen an (Schichtarbeiter, Nachbars Katze usw.).
                          Die Bebauung mit dem Strahler entgehe ich in diesem Frühjahr mit dem Umzug der Kiste auf eine Obstwiese außerhalb- da sollte nichts mehr stören.
                          Einkellern oder vergraben werde ich vorerst nicht in Betracht ziehen und erst mal die Trachtsituation am neuen Standort beobachten.
                          Gruß
                          Hardy
                          • Was mich schon sehr interessiert ist die Lösungssuche für die Ursache dieses "Einkellerungsthreats". Die Frage nach der Lösung "dieses lästigen/wesensfremden Winterfütterns" ?! Was gibt es da für Ansätze, dies zu minimieren, reduzieren, gar zu überwinden?
                            - Beuten einkellern?
                            - Beuten in trachtenreichere Umgebungen stellen?
                            - Honigraum auch ausbauen-, und es dabei zu (be)lassen, also grundsätzlich auf "Honigernten" zu verzichten?
                            - In der Nachbarschaft zu Bienenweiden animieren/motivieren?
                            - Politisch-, also beim -für öffentliche Grünflächen zuständigen- Amt zu entsprechenden Saaten anregen/fordern?
                            ...?

                            .... Was kann/muss/soll Bienenhalter_in tun? Wie kann der Bien mit genügend Vorräten optimal in den Winter geschickt werden?

                            Wird das überhaupt (je wieder) möglich sein?

                            GrüsseausderKüche HomeR [Hinweis: homer hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
                            • Hallo HomeR

                              Unter dem folgenden Faden findest Du Antworten auf diese Fragen:
                              http://www.mellifera-netzwerk.de/forum/thread/3553/winterselbstversorgung?page=2#dis-post-21452

                              Ich möchte dieses Thema für mich jetzt vorerst beenden.Abschließen möchte ich mit einem praktischen Hinweis auf die Durchführbarkeit einer KELLERÜBERWINTERUNG.

                              Man kann sie nur durchführen, wenn man eine geeignete Räumlichkeit hat.
                              Sie hat den Vorteil, dass das Volk störungsfrei vor Tieren, Menschen, Wetterunbilden, und vor
                              allem der im Frühjahr für die Bienen so gefährlichen direkten Sonneneinstrahlung geschützt ist.
                              Kein unnötiger Futterverbrauch, kein unnötiger Totenfall.
                              Guido Sklenar hält die Einkellerung bei geeigneter Räumlichkeit mit gutem Erfolg durchführbar. Das schwierigste ist, eine geeignete Örtlichkeit zu finden. Die Temperatur in einem solchen Keller soll nicht über 2 Grad steigen, schreibt er.
                              Eingestellt werden die Völker beim Eintritt der ersten Fröste, wenn sie sich endgültig zur Wintertraube zusammengezogen haben und man bringt sie erst bei Eintritt wärmerer Witterung im Frühjahr auf ihren Sommerstandort zurück.

                              Eingeschlafen ist diese Methode offensichtlich wegen teilweise Nichtvorhandensein geeigneten
                              Raums und wegen der mit dem Transport verbundenen Schinderei.
                              Für einen Bienenkistenimker mit nur wenigen Völkern wäre dies sicherlich einfacher durchführbar
                              als für einen Imker mit 20,30 oder mehr Völkern.

                              Für meinen Teil werde ich die Sache weiterverfolgen. In einem Nachbarort gibt es ein Stollensystem mit zwei ausgebauten Hauptröhren ca. 6 m hoch und je ca. 200 m lang, mit
                              Einbuchtungen, Nischen und Nebenräumen. Es handelt sich um ein ehemaliges unterirdisches
                              Lazarett, worin bis vor ca. 20 Jahren noch Verbandsstoffe eingelagert waren. Mal sehen, ob
                              für dieses Labyrint die Eignungskriterien vorliegen und von all dem leerstehenden Raum eine eine Ecke für meine Bienenvölker ist.

                              gruss
                              bf





                                Abyssus abyssum invocat
                              • Danke für den Link.
                                Somit ist bestätigt, dass mein Wissen betr. "Optimierung der Bienenumwelt" wohl mehr oder weniger vollumfänglich ist. Im Westen nix Neues.
                                Grüsse zischundweg.
                                • In dem Buch "Bienen überwintern" von Marc-Wilhelm Kohfink gibt es für Interessierte ein Kapitel zum Thema warm überwintern. Hier werden u.a. starke Temperaturschwankungen während des Winters als besonders stressig u schädlich für die Bienen genannt, welche mit der warmen Überwinterung umgangen werden können. Warmes überwintern ist grundsätzlich aufwändig, weil ein vorhandener Keller mit 4-6 Grad eher selten vorhanden ist. In meinem durchaus kalten Gewölbekeller hat es durchgehend 11 Grad! Soll heissen, 4-6 Grad kann ich mir bei in Gebäuden integrierten Kellern gar nicht richtig vorstellen. Eine Erdmiete ist da eine Alternative, aber noch aufwändiger. Es werden dort noch Bauwagen und Schuppen abgehandelt. Eigentlich sollten die Bienen in der BK durch Beutenart u nicht gewerbliche Betriebsweise ja genug eigene Vorräte haben. Wo schlicht Tracht fehlt hilft eben nur füttern.

                                  In diesem Zusammenhang und im Zusammenhang mit der Frage nach der Verbesserung der Trachtsituation durch Anpflanzungen möchte ich noch einen Gedanken weitergeben: Auffütterung nur mit Biozucker! Hab ich einmal gemacht und war mir dann doch zu teuer, weil bei selbst nur einem Volk doch etliche Kilo zusammenkamen und das Kilo so um 1,50 EUR kostet. Ich will ja kein gewerbl. Bioimker sein, dachte ich, und für die Bienen ists grad wurscht. Mein Imkerlehrer machte mich auf den Widerspruch meines Denkens aufmerksam: Imker sind immer auch interessiert an einer intakten Natur, doch dann füttern sie konventionellen Zucker und fördern damit die Zerstörung der Blühlandschaften durch die bei dessen Anbau eingesetzten Herbizide.
                                  • Hallo
                                    Sorry, aber Keller mit 2 Grad, wo soll es das geben? In einer tiefen Höhle herrschen konstante 7-10 Grad und das unabhängig von den Aussentemperaturen.
                                    Temperaturen darunter sind nur abhängig von sehr kalten Aussentemp mgl und also nicht konstant.
                                    Durchhalten, der Frühling kommt ja bald!
                                    Grüsse Bindi