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  • Das Thema "Notfütterung" ist ja dieses Jahr aufgrund des ungünstigen Jahres- und Winterverlaufs von besonderem Interesse. Wir haben gerade Tipps für die Notfütterung von Bienen in Einraumbeuten veröffentlicht:
    https://www.mellifera.de/blog/mellifera-einraumbeute/notfuetterung-futterteig-einraumbeute-bienenbox.html

    Das lässt sich aber nicht 1:1 auf die Bienenkiste übertragen, da der Trick hierbei gerade im Füttern von oben besteht. Ich plane, in Kürze einen Blog-Artikel für die Bienenkiste zu schreiben, der mögliche Konzepte vorstellt. Da ich selbst bisher nie notfüttern musste - weil ich mich an meine eigene Anleitung halte wink - kann ich nur theoretisch etwas zu dem Thema schreiben. Ich wäre dankbar für Erfahrungsberichte von Leuten, die das schon selbst erfolgreich in der Bienenkiste praktiziert haben.

      Erhard Maria Klein - Hamburg
    • Lieber Erhard,
      ich finde den Gedanken, den wir am Wochenende diskutiert haben, sehr attraktiv:
      Bienenkiste senkrecht stellen (Flugloch nach unten und Boden nach vorn, vielleicht noch ein Brett für den Anflug) und den Futterteig direkt auf die Waben auflegen.
      Regenschutz und stabile Aufstellung sind natürlich wichtig und im Einzelfall nicht einfach zu lösen. Aber bestimmt ein überraschendes Bild. Ich würde eine senkrechte Bienenkiste gerne mal sehen smiley

      Wer traut sich?

      Gruß, Gunnar
      • @Gunnar: Wenn flüssig füttern, was hältst Du eigentlich von einem Flugloch-Fütterer, der von hinten unter dem Trennschied eingeschoben wird? Alternativ: Holzteller (vgl. Korb-Füttern)
          Erhard Maria Klein - Hamburg
        • Ich wollte das im Sonmmer probieren, hatte einen bestellt und der war undicht :-(
          Also keine Erfahrung.
          Für den Winter finde ich Flüssigfutter wenig überzeugend.
          Mit einem Flugloch-Fütterer können immerhin keine Bienen ertrinken....
          • emk schrieb am 27.01.2016, 09:31

            Ich wäre dankbar für Erfahrungsberichte

            Hallo Erhard,
            mit einem Erfahrungsbericht betreffend Notfütterung in der Bienenkiste kann ich nicht dienen, jedoch möchte
            ich nochmals die Idee meines an anderer Stelle im Forum genannten Futterrahmens aufgreifen.
            Wenn ich in der Biki eine Notfütterung durchzuführen hätte, so würde ich wahrscheinlich flüssig füttern.
            Dies kann ich mir auf zweierlei Art vorstellen:
            Var. 1 : Bau einer Futterschublade, die ich durch den Spalt unter dem Trennschied in den hinteren Brutraumbereich schiebe, so dass sie dicht unter die Waben gelangt (eventuell die Waben zuvor etwas kürzen)
            Var. 2 : Bau des o. g. Futterrahmens, der zwischen Bienenkiste und Bodenbrett eingelegt wird. Von hinten
            wird ein Fütterungsgefäß direkt unter die Wintertraube geschoben.

            In beiden Fällen würde ich heißes Flüssigfutter reichen. Der leere Honigraum ist in diesem Falle ideal,zusätzlich einen heißen in ein Tuch eingewickelten Backstein hinein zu legen, diesen nahe ans Trennschied schieben und so die Kiste während der Futteraufnahme wärmen.
            Die von Dir angedachte Variante des Aufrichtens der Bikiste, Futterteig oben auf die Waben legen, ist interessant und sicherlich geeignet, das Volk am Leben zu erhalten. Da wir aber hier von Notfütterung
            sprechen und einem hungernden schwächelnden Volk sozusagen eine Notration anbieten, wird es durch Futterteig eher dahin vegitieren weil der Anreiz zur Brutanlage und damit die zügige Entwicklung fehlt.

            Hingegen bringt Flüssigfutter den Lebenswillen ins Volk, reizt es zum Brutansatz, dessen Notwendigkeit mir bei einem derart geschwächten Volk eher nachvollziehbar erscheint - soll es sich noch rechtzeitig zu einem Ertragsvolk entwickeln.
            Beim nächstbesten Flugwetter wäre das Volk wiederholt zu füttern und möglichst bald zügig aufzufüttern.

            Sicherlich kommt es hinsichtlich Art und Weise der Notfütterung darauf an, zu welchem Zeitpunkt der Imker
            den Notzustand in seinem Volk festgestellt hat (früh, spät oder gar zu spät) und wie weit das Volk bereits geschwächt ist.

            liebe Grüsse
            bf

              Abyssus abyssum invocat
            • rannug schrieb am 27.01.2016, 11:05

              Bienenkiste senkrecht stellen (Flugloch nach unten und Boden nach vorn, vielleicht noch ein Brett für den Anflug) und den Futterteig direkt auf die Waben auflegen.
              Statt den Futterteig auf die Waben aufzulegen, wäre auch ein stark durchbrochenes Brett an Stelle des Trennschieds denkbar, auf dem dann obendrauf ein kleiner Tropfeimer mit Flüssigfutter Platz fände. Was ich mich allerdings frage: Durch das Aufrichten der Bienenkiste werden die Waben um 90° gedreht, sodass nicht mehr die Ecken sondern die Kanten der Zellen nach unten zeigen. Werden solche Zellen von der Königin noch bestiftet, bereits bebrütete Zellen weiter gepflegt oder werden solche falsch ausgerichteten Zellen von den Bienen weggeknabbert?
              cookie
              • Ich hatte ja bewusst in diesem Thread nach eigenen Erfahrungen gefragt. Über "könnte, müsste, würde" und was das dann für Folgen für die Bienen hat, schreibe ich ja in Kürze einen ausführlichen Artikel. Das müssen wir hier nicht vorweg nehmen wink
                  Erhard Maria Klein - Hamburg
                • Moin Erhard,
                  in meiner Stockkarte habe ich jetzt berichtet, selbstgemachter sehr weicher Futterteig auf Butterbrotpapier, so voll wie sie sitzen, passt das - Stand heute - ganz gut, ich halte euch weiter auf dem Laufenden!
                  Viele Grüße
                  Jasione
                  • Da ich selbst sehr unsicher über den Futterverbrauch war habe ich heute 14:00 bei rund 14*C eine Schale mit Zuckerwasser reingestellt. Bienen sind heute ausgeflogen, wenn der Mäuseschutz dran ist sehe ich pollen am Flugloch.

                    Bienen saßen bis jetzt vorne am Flugloch. Die Futterschale habe ich am Trennschied reingeschoben.
                    Habe jetzt mal reingeschaut, Die Traube ist nach hinten gezogen und die Futterschale halb leer (gesamtes Volumen ca. 700m Zucker/Wasser 2:1)
                    Ich denke, dass Volk hat(te) wirklich nicht ausreichend Vorräte und werde noch ein paar wochen weiter füttern ( bis die flora auch soweit ist).
                    Dann erfolgt im März der Umzug (mindestens eine Woche davor derde ich nix füttern...wegen gewicht und Bruchgefahr).
                    Soweit meine Erfahrung
                    Falls ihr mehr wisst oder ein Rat dazu habt... meldet euch
                    • Kann eine frühe Fütterung mit Zuckerwasser sich in irgend einer Weiße negativ auswirken? [Hinweis: KMP hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 10 Monaten geändert.]
                      • hardy schrieb am 07.02.2016, 18:21
                        Kann eine frühe Fütterung mit Zuckerwasser sich in irgend einer Weiße negativ auswirken?
                        Ja. Jeder überflüssige Eingriff sollte vermieden werden. Es heißt "Notfütterung", weil es eine Reaktion auf eine Not ist. Erst wiegen. Dann (notfalls) füttern.
                          Erhard Maria Klein - Hamburg
                        • Hier nun mein Bericht zum Thema "Notfütterung in der Bienenkiste": https://www.mellifera.de/blog/bienenkiste/notfuetterung-bienenkiste.html
                            Erhard Maria Klein - Hamburg
                          • hallo Cookie

                            du hast da eine sehr interessante Frage aufgeworfen, die es durchaus wert ist, beachtet zu werden:

                            Durch das Aufrichten der Bienenkiste werden die Waben um 90° gedreht, sodass nicht mehr die Ecken sondern die Kanten der Zellen nach unten zeigen. Werden solche Zellen von der Königin noch bestiftet?

                            Nun muss ich ebenfalls - wie EMK zur neuen Notfütterungsmethode so schön schreibt - sagen,
                            dass ich diese Frage aus eigener Erfahrung nicht beantworten kann.
                            Aber Heinrich Storch gibt uns die Möglichkeit, einen tiefen Einblick ins Wesen der Bienen
                            zu erhalten, durch gewissenhafte Fluglochbeobachtungen, wobei aber nicht nur das Auge beteiligt sein
                            darf sondern - Massel, das wird dir besonders gut gefallen - auch der VERSTAND und das DENKVERMÖGEN,
                            denn, um Storch weiter zu zitieren "erst dann wird es möglich sein, die folgerichtigen Schlüsse aus den Beobachtungen zu ziehen und, wenn erforderlich, zu geeigneter Zeit helfend einzugreifen".

                            Auf deine Frage, lieber Cookie, versuche ich einmal philosophisch wie folgt zu antworten:
                            Sofern dies der Fall wäre, dass nach Aufrichten der Bienenkiste (oder Drehung jedweder anderen
                            Beute um 90°) die Königin aufhöre zu bestiften, so hätten wir die perfekte KÖNIGINNENUHR. Wir hätten die Volksmutter regelrecht im Griff, könnten uns alle Gedanken um Wintereinkellerung, Kalkbrut, Erkalten der Brut, Schwarmtriebigkeit, wahrscheinlich sogar Notfütterung, sparen, denn zum richtigen Zeitpunkt die Bienenkiste hochgestellt, stellt die Königin das Bestiften ein, das Brüten hört auf und Ruhe kehrt ein im Volk.
                            So vieles wäre steuerbar. Wie wunderschön wäre des Imkers Welt!

                            Glaubst du nicht auch, dass WISSENSCHAFTLER eine solche Möglichkeit der Einflussnahme ins Volk
                            schon längst entdeckt hätten! Schade, dass es nicht funktioniert - - die Königin bestiftet nämlich
                            weiter.

                            Sie bestiftet schon alleine deshalb weiter, weil sie evolutionär mit solchen Situationen
                            zurecht kommen musste und muss und das Überleben des Volkes von der uneingeschränkten weiteren
                            Legetätigkeit ihrer Mutter abhängt. Sie kann und darf nicht aufhören.
                            Unfälle, Stürme, Erdbeben und andere Widrigkeiten führten in vielen Millionen von Jahren immer
                            wieder zum Umstürzen bewohnter Bäume, Abrutschen von Erd/Mauerwohnungen, jedoch musste immer das Leben im Bienenvolk uneingeschränkt weitergehen. Egal ob das Y auf dem Kopf steht oder auf der Seite
                            liegt.

                            Die Königin bestiftet weiter!

                            Ich baue auf Storchs weise Erkenntnis, dass nicht nur das Auge, sondern auch der Verstand und
                            das Denkvermögen diese folgerichtigen Schlüsse zulassen.
                            Und weil sie richtig sind, müssen wir auch in diesem Falle nur dann helfend eingreifen, wenn wir erkennen, dass die Königin genau in einer solch misslichen Lage nicht mehr stiften würde!

                            liebe grusse
                            bf

                              Abyssus abyssum invocat