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  • emk schrieb am 12.02.2016, 17:12
    Ich habe ja schon weiter oben geschrieben, was wesentliche Faktoren sind..

    hallo Erhard,
    denk dir doch bitte mal in Hamburg, also am Standort Deiner Bienenkisten, die Lindentracht
    weg. Dann bist du ungefähr dort, wo wir hier auf dem Lande stehen. An welcher Schraube
    würdest Du von den Dir vorgeschlagenen Maßnahmen drehen?

    Wandern? Wie ein professioneller Imker? Mit dem Ziel, so viel Honig wie möglich einzufahren?
    Dazu die Bienenkiste an ein Rapsfeld schleppen und das war`s? Wozu soll das Bienenkisten-Konzept
    dann noch nutze sein, wenn ich mit meinen Kisten von zu Hause weglaufen muss, um die Bienen so
    ausreichend mit Honig versorgen zu können?


    Wir reden hier nicht übers professionelle Imkern, sondern über naturverbundene Bienenhaltung
    als Hobby. Da gehe ich auch gerne noch einen Schritt zurück, wenn dies dazu führt, dass der
    Honig im Herbst dort ist, wo er hingehört: In den Brutraum. Die Interessen eines Bienenkistenimkers und die eines professionellen, gewinnorientierten (Berufs-)Imkers klaffen
    nun wirklich weit auseinander.

    Was hältst Du z. B. vom zeitigen Rückfüttern des gerade aus dem Honigraum entnommenen Honigs?
    Quasi: Die Betriebsweise der Bienenkiste als ein Perpetuum Mobile?

    lieben gruss
    bf


      Abyssus abyssum invocat
    • Man kann es drehen und wenden, wie man will: wo nichts ist, kann auch nichts gesammelt werden. (Stichwort: durchgängiges Trachtband)
      Es gibt Regionen in D, wo man nur imkern kann, wenn man entweder mit Zucker füttert, oder wandert. An den Bienen wird sichtbar, wie kaputt unsere Land(wirt)schaft ist.

      Man kann in der Bienenkiste im Herbst natürlich auch keinen Honig ernten - über eine entsprechende Betriebsweise schreibe ich demnächst ausführlich. Das alleine reicht aber nicht immer. Es gibt Situationen und Standorte, wo die Bienen trotzdem verhungern würden.

      (Auch das ist irgendwie "natürlich". Wo die Umweltbedingungen zu schlecht sind, leben eben keine Bienen. Was sollte man ändern? Eben diese Umweltbedingungen.)
        Erhard Maria Klein - Hamburg
      • Hallo

        und wenn ich sehe, wie bei mir an der Bundesstrasse die Hecken und Bäumen bis zum Boden weggeschnitten werden, wo sollen die Insekten und andere Tiere noch Futter bzw. Rückzugsgebiet bekommen. Es wurde gute 20-30m breite bis zu 4 km langer Weg beidseitig gerodet.
        An den Windräder wurden Ausgleichsflächen angelegt - alles wurde wieder grosszügig entfernt.....

        Müssen wir "Landmenschen" wirklich mit unseren Bienen in die Stadt ausweichen oder wandern - sprich Bienenkiste auf den Hänger stellen und rundfahren - und unsere Biki`s bei den anderen Wanderimker beistellen - so viele "Rapsfelder" gibt es ja auch wieder nicht......
        Die alten Bäume werden auch nicht mehr ersetzt - nur noch Gras für die Pferde wird bei uns gebraucht-
        Bäume stören halt beim mähen........

        Wir haben nur 2- höchstens 3 Bienenvölker und ein Wanderimker hat uns schon als Konkurenz bezeichnet

        Es ist bei mir unmöglich ein Grundstück zu pachten - die " reichen " Luxemburger pachten und kaufen hier alles weg - so viel Honig könnte ich gar nicht "verkaufen" um die Pacht zu bezahlen

        Ja eine Alternative hätten wir: dann müssten wir eine Stunde- sprich für einen Weg - fahren
        - wollen wir das????

        - also

        - keine Tracht - keine Bienen

        Viele Grüße
        ein trauiger
        Drohn
        • drohn schrieb am 13.02.2016, 10:32

          und wenn ich sehe, wie bei mir an der Bundesstrasse die Hecken und Bäumen bis zum Boden weggeschnitten werden, wo sollen die Insekten und andere Tiere noch Futter bzw. Rückzugsgebiet bekommen.

          Das ist aber wohl überall so, selbst im "grünen" Baden-Württemberg werden die Hecken und Bäume mit brachialer Gewalt, anders kann ich den Anblick nicht beschreiben, zurückgeschnitten. Das ist wirklich schlimm.

          drohn schrieb am 13.02.2016, 10:32

          Müssen wir "Landmenschen" wirklich mit unseren Bienen in die Stadt ausweichen oder wandern - sprich Bienenkiste auf den Hänger stellen und rundfahren - und unsere Biki`s bei den anderen Wanderimker beistellen - so viele "Rapsfelder" gibt es ja auch wieder nicht......

          Ich versuche zur Zeit mit einem Bauern in unserem Ort zu "verhandeln", dass er eine Brachfläche, die schon seit Jahren nur noch Wildwuchs "beherbergt" umpflügt und ich ihm dann den Samen für eine blühende Bienenwiese bezahle?! Mal sehen, ob ich das schaffe....das wären immerhin ettliche hundert Quadratmeter Fläche.......für unsere Bienen.

          Auch eine Möglichkeit, die "Durststrecken" derBienen zu mildern ist, sich in dem Netzwerk "blühende Landschaften" zu engagieren, das auch von Mellifera in´s Leben gerufen wurde.



          • Tracht und Betriebsweise sind die wesentlichen Einflussfaktoren

            Deshalb teste ich dieses Jahr was aus.
            Bei mir wird dieses Jahr ohnehin Testen ganz groß geschrieben.



            da kommen noch Anfansstreifen rein. Mal sehen, was draus wird.
              Abyssus abyssum invocat
            • Winterselbstversorgung ist bei mir immer noch eines der zentralen Themen.
              Die Vorbereitungen hierzu laufen an.
              Dieses Jahr teste ich etwas Neues: Rähmchen im Honigraum. Dies soll in Zukunft
              - so stelle ich es mir vor - den Bienen das Wabenbauen ersparen. Denn Wachsbau verbraucht sehr viel Energie und damit Futter.

              Ich werde zwei meiner Bienenkisten mit Rähmchen ausstatten und sehen was draus wird.
              Die Rähmchen haben lediglich Anfangsstreifen. Kann sein, dass es ihnen zu anstrengend
              sein wird, die Rähmchen auszubauen und lieber schwärmen. Kann auch sein, dass sie
              nur einen Teil ausbauen, soweit die Tracht dies zulässt.

              erste Bilanz:
              - Kosten: Nägel, Mittelwände, Holzleim, Reißnägelchen, Edelstahldraht, Nieten,
              eine teure Angelegenheit (Mittelwände sind dieses Jahr richtig teuer)
              Holz brauchte ich nicht zu kaufen (Abfallholz benutzt)
              - Eigenarbeit: enorm viel Zeit drauf gegangen, in der gleichen Zeit hätte ich mindestens
              zwei komplette Bienenkisten bauen können. Teilweise ist das Fummelei.
              Die Oberträgerleisten haben Nuten, darin habe ich die Mittelwandstreifen
              mit Wachs eingegossen
              - Philosophie: Die Philosophie der Bienenkiste mit rahmenlosen Wabenoberträger gefällt
              mir von allem her besser. Der Aufwand mit Rähmchen finde ich enorm.
              Mal davon abgesehen, dass ich keine Schleuder habe und einen Freund
              bitten muss, mir seine zur Verfügung zu stellen. Stellt sich heraus, dass
              die Rähmchen sinnlos sind, verschwinden sie schneller, als sie
              entstanden sind - im Ofen!
              - Unverständnis: Man muss ja alles mal gemacht haben, um zu verstehen und mitreden zu
              können.
              Nicht verstehen tu ich die Magazinimker, für die diese Arbeit mit
              Rähmchen ganz selbstverständlich ist. Viele kaufen sie aber auch
              fertig. Und dann verschleudern die Kollegen bei uns im Verein ihren
              Honig für 3,50 Euro, für mich nicht mehr nachvollziehbar.

              Ich bin absolut kein Freund von Rähmchen, aber ich möchte auch wissen, ob sich dadurch
              die Eigenversorgung der Völker verbessern lässt, zumal unsere trachtarme Gegend mit
              jedem Jahr ärmer wird.



              [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 2 Jahren, 6 Monaten geändert.]
                Abyssus abyssum invocat
              • bienenflug schrieb am 17.04.2016, 13:24
                Dieses Jahr teste ich etwas Neues: Rähmchen im Honigraum. Dies soll in Zukunft
                - so stelle ich es mir vor - den Bienen das Wabenbauen ersparen. Denn Wachsbau verbraucht sehr viel Energie und damit Futter.


                Halo bf,

                dein Vorhaben versteh ich jetzt nicht ganz. Du gibst den Bienen ja nur Anfangsstreifen. Den großen Rest der Waben müssen sie immer noch selbst bauen. Das kostet Honig. Meines Wissens nach ca. 10 Kilo je Kilo Wachs.
                Mittelwände nehmen den Bienen ja ein Stück weit das Wabenbauen ab. Die eingesparte Energie (Nektar/Honig) bleibt dann als Winterfutter oder kann geerntet werden.
                Für das Ausbauen der Rähmchen mit Anfangsstreifen brauchen die Bienen ja noch mehr Energie als mit Mittelwänden.
                Oder hab ich da was nicht verstanden?
                Meine Magazinvölker bekommen auch nur Anfangsstreifen im Honigraum. Funktioniert sehr gut, nur manchmal wird viel Drohnenbrut gebaut. Aber auch darin wird später im Jahr Honig gelagert .
                Muss jetzt allerdings anfügen, die Trachtbedingungen hier sind fast ideal.

                Grüße
                Baptist

                • Hallo bf nochmal,

                  ich glaub ich habs kapiert. (Bin halt ein Magazinler, da dauerts etwas länger).
                  Du willst die ausgebauten Honigraumrähmchen nächstes Jahr wiederverwenden.
                  Wird gehen wenn die (trockenen) Rähmchen Wachsmottensicher überwintert werden.

                  Baptist
                  • Hallo bf
                    soeben gesehen: Saarburger Frühling -vom Imker
                    6,50 - 7,00€ das Glas Honig
                    3,50€ das Glas Honig - die vergleichen die Preis mit Ald. und Co. ab 2,90€

                    Im Saarburger Verein, wenn man Mitglied ist, kann man die vereinseigene Schleuder kostenlos benutzen.

                    Auch bin ich mal gespannt mit der neuen Beute und deine Rähmchen für die Bienenkiste.
                    Leider können wir die Ergebnisse nicht vergleichen, weil die Tracht bei mir - uns ganz anders ist.
                    Unsere Bienen sind zur Zeit von Rapsfelder und blühende Bäume umgeben...

                    Viele Grüße
                    Drohn
                    • Hallo Baptist,

                      honighase schrieb am 17.04.2016, 14:46

                      Du willst die ausgebauten Honigraumrähmchen nächstes Jahr wiederverwenden.

                      Genau so ist es. Diese Rähmchen bringen den Bienen in diesem Jahr keinen Vorteil, aber
                      falls sie fleißig bauen, im nächsten um so mehr.

                      gruss
                      bf
                        Abyssus abyssum invocat
                      • drohn schrieb am 17.04.2016, 15:21
                        Leider können wir die Ergebnisse nicht vergleichen, weil die Tracht bei mir - uns ganz anders ist.
                        Unsere Bienen sind zur Zeit von Rapsfelder und blühende Bäume umgeben..

                        Ja, wir liegen nahe beieinander und die Trachtverhältnisse sind total unterschiedlich,
                        wobei ich die A....-Karte gezogen habe.

                        gruss bf
                          Abyssus abyssum invocat
                        • Zum Wiederfinden:
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