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  • Im Forum waren immer wieder Beiträge mit Fragestellungen wie z. B.

    - Ameisensäure verdunstet nicht oder viel zu wenig, Tuch ist tropfnass
    - Futter wird nicht aufgenommen
    - späte Auffütterung (Ende September/Anfang Oktober), Futter wird nicht bedeckelt

    Die Entwässerung im Bienenvolke spielt immer dann eine wesentliche Rolle, wenn wir
    entsprechend dem Bienenkistenkonzept Eingriffe ins Volk vornehmen. Dies ist insbesondere
    bei der Winterauffütterung und der Ameisensäurebehandlung der Fall.

    Ich möchte diese beiden Arbeitsschritte heute einmal von anderer Seite betrachten und
    zwar aus Sicht der Bienen.

    Feuchtigkeit im Volk/in der Beute verursacht Kälte in Form von Verdunstungskälte.
    Wir alle kennen das Phänomen des Fächelns. Die Bienen fächeln die mit Wasserdampf
    angereicherte Stockluft nach draußen, transportieren so das Wasser aus Volk und Beute nach draußen.

    Das Fächeln hat nicht den Zweck, den Bienenstock abzukühlen, sondern ihn zu wärmen.

    Bespiel:
    Du steigst aus der Badewanne und bekommst kalt. Der Grund hierfür ist die von Deiner Haut produzierte Verdunstungskälte. Trocknest du dich ab, bekommst du wieder warm.

    So ist das auch bei den Bienen:
    Feuchte Waben, feuchte Wände, feuchte Tücher (AS-Verdunster) produzieren Kälte. Beim Eintrag von Honig, Zuckerwasser pp entwässern die Bienen den Stock durch Ventilieren, was bedeutet, dass der Stock, in dem sich die Feuchtigkeit niederschlagen würde, getrocknet wird. Auch der Honig selbst und die Zuckerlösung werden getrocknet (eingedickt). Das Volk bleibt warm!

    Weil aber ein Bienenvolk bei eintretender Kälte nicht ventilieren kann, wie zur wärmeren Jahreszeit, kann es auch nicht die durch das Füttern und die Verdunstung (AS-Säure)
    entstandene hohe Luftfeuchtigkeit im Stocke regeln. Die Feuchtigkeit schlägt an kalten Stellen der Beute an (bei der AS-Säure saugt sich das Tuch voll) von wo aus sie dem Volke stets Wärme entzieht. Die Folge ist eine ungenügende bis schlechte Volksentwicklung. Solch ungünstige Wetterperioden können ab Mitte September eintreten, Anfang Oktober gar schon erste Fröste.

    Fazit:
    Um ein Bienenvolk möglichst unverbraucht und vollkräftig ins Frühjahr
    zu bringen, darf man nicht verspätet hohe Anforderungen an seine Lieblinge stellen.
    Oder anders gesagt: Man muss das Rechte zur rechten Zeit tun.

    Daher mein Zeitplan:

    - Anfang/Mitte Juli Honigraum leeren, anschließend sofort 1. Ameisensäurebehandlung
    - 25. Juli – ca. 15. August Spätsommerreizfütterung (allabendlich ca. ¼ l Zuckerlösung 1:1 mit
    Honigbeigabe (langjährige Winterbienen werden herangezogen)
    - anschließen bei Bedarf 2. AS-Behandlung
    - ab ca. 20. August – wiegen, Futtervorrat berechnen – und zügig in großen Mengen
    auf den angestrebten Wintervorrat von 15 kg auffüttern.
    - Falls erforderlich kann dann Anfang September noch eine 3. AS-Behandlung erfolgen.

    Dies alles geschieht in einer warmen Zeitperiode, in welcher das Volk die Möglichkeit
    hat, durch Eigenventilation die Feuchtigkeit aus dem Stock zu transportieren und somit
    zur rechten Zeit.

    Hierdurch wird sowohl

    Wolfram`s Gedanke berücksichtigt, der beobachtete, dass während der Reizfütterungsphase nicht
    nur Zuckerwasser sondern auch große Mengen an Nektar/Honig eingebracht wird

    als auch

    EMK`s Einwand, dass die Bienen durch schnelles Auffüttern rechtzeitig in den Wintermodus
    kommen und dadurch möglichst frühzeitig das Brüten einstellen.

    (http://forum.bienenkiste.de/forums/thread/3514/versuch-auff-tterung#dis-post-21200)

    gruss
    bf [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 7 Monaten geändert.]
      Abyssus abyssum invocat