abonnieren: RSS
  • Hallo Forumsmitglieder!

    Ich Imkere zwar schon das dritte Jahr mit der Bienenkiste, aber so etwas wie dieses Jahr ist mir noch nicht passiert.

    Wie vorgeschrieben habe ich vorletztes Wochenende mit der Ameisensäurebehanldung begonnen. Bin dabei natürlich äußerst vorsichtig vorgegangen und habe das Gerät (Nasseheider Professionell)vor Gebrauch gründlich überprüft sowie nach Befüllen und nochmaliger Kontrolle in den Honigraum der Bienenkiste eingebracht. Die ersten beiden Tage gab es auch keine Probleme; Verdunstungsrate im Sollbereich, Bienen ruhig und flugfreudig. Am dritten Tag jedoch, musste ich feststellen, dass sich alle Bienen als Traube außen an der Bienenkiste versammelt hatten. Ich war alamiert und habe sofort nach der Ameisesäure geschaut. Leider wurde mein Verdacht bestätigt: die Ameisensäure ist (aus mir unerklärlichen Gründen)ausgelaufen. Ein Bild des Grauens tat sich mir auf: unzählige tote Bienen und im Sterben befindliche Brut.
    Habe daraufhin den Verdunster enfernt den Großteil der toten Bienen und Brut entfernt, die Bienenkiste durchlüften lassen und mittels Wasserzerstäuber für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit im Stock gesorgt. Die Bienen sind dann im Laufe des Abends wieder zurück in die Bienenkiste gegangen.
    Jedoch war drei Tage lang kein Pollenflug zu erkennen und die Bienen verhielten sich aggressiv und nervös: Daher mein Gedanke Weisellosigkeit!
    Nach Öffnen der Bienenkiste entdeckte ich Nachschaffungszellen, woraus ich schloss, dass die Königin wahrscheinlich gestorben ist.
    Um meinen Mädels zu helfen, habe ich eine begattete Königin vom lokalen Imkerverin besorgt und diese nach Entfernen der Nachschaffungszellen in einem Zusetzkäfig unter Futterteig zugesetzt.
    An den drei darauffolgenden Tagen konnte ich regen Polleneintrag wahrnehmen und habe mich gefreut meine Mädesl vor dem Untergang bewahrt zu haben.
    Jedoch ein neuerlicher Kontrollblick in die Kiste zeigte, dass erneut 7 Nachschaffungszellen angelegt wurden und die zugesetzte Königin aus ihrem Käfig nicht freigefressen wurde.
    Lange Reder wichtige Fragestellung:
    Trotz dessen das die gesamte Brut gestorben ist und die Bienen die neue Königin scheinbar nicht angenommen haben, dennoch Nachschaffungszellen angelegt und bestiftet wurden und ein reger Polleneintrag zu verzeichnen ist, bin ich vor ein Rätsel gestellt: Lebt die alte Königing noch? Wenn ja, weshalb Nachschaffungszellen? Wenn nein, schaffen die Bienen es so spät im Jahr noch erfolgreich eine neue Königin, welche ihnen ein Überwintern garantiert, aufzuziehen?

    Bin für alle Tipps und Kommentare offen und dankbar.

    • Hallo berti,

      handelt es sich bei den von dir geschilderten Nachschaffungszellen um Spielnäpfchen oder um zu Weiselzellen umgebaute Brutzellen? Denn sollte die Königin tatsächlich gestorben sein, was man keinem wünscht, dann geht eine Nachschaffung nur, wenn die Bienen belegte Brutzellen zu Weiselzellen umbauen.

      Spielnäpfchen sollten kein Grund zur Sorge sein, denn die sind für gewöhnlich immer da. Solange die nicht bestiftet/verdeckelt sind, kein Grund zur Sorge.

      PS: Und wie um Himmels Willen konnte der Nassenheider auslaufen? Hattest du unter dem Flies nur eine Folie oder eine Schale/Wanne?
        Bienenkisten im Münchner Osten: Meine Stockkarte
      • Hallo beemuc!

        Leider handelt es sich um keine Spielnäpfchen, sondernum verdeckelte Weiselzellen. Das Verwunderliche ist aber, dass nach dem "Unfall" keine Brut mehr vorhanden war, da diese leider durch die hohe Säurekonzentration verendet ist. Auch konnte ich bei meiner Kontrolle keine Stifte im Bereich der jetzigen Weiselzellen erkennen.

        Den Grund dafür, dass der Nasseheider ausgelaufen ist kann ich mir nicht erklären. Der Schraubverschluss war gerade und fest, die Flasche war nicht umgefallen und auch sonst war kein Fehler zu erkennen. Habe natürlich den Nasseheider auf der mitgelieferten Kunstoffschale positioniert, sodass zwar keine Säure unmittelbar in die Bienenkiste gelaufen , aber dennoch, da die gesamte Säure (rund 150 ml)in der Schale befand, in zu hoher Konzentration verdampft ist.

        Ich befürchte ebenfalls, dass die Königin tot ist und habe Angst, dass ich die Mädels nicht über den Winter bringen werde. Würde mich sehr treffen.

        Angesichts der Misere würde ich mir gerne Alternativen zur Ameisensäure überlegen, bin mir aber nicht sicher, ob das bei der Bienenksite funktioniert. Vielleicht weis jemand dazu Rat.
        • Vielleicht hast du dein Volk auch im Schwarmtrieb erwischt als du mit der AS begonnen hast (vorletztes Wochenende = 26./27.Juli). Verdeckelt heißt ja schon vor mindestens 9 Tagen (26.Juli oder früher) bestiftet.
            Bienenkisten im Münchner Osten: Meine Stockkarte
          • Moin Moin,
            wenn ich das richtig verstanden habe hast du Brut ausgeschnitten???
            Naja egal.
            Nach deiner Beschreibung könnte ich mir vorstellen das du einen Schwarm verpasst hast und die Stifte in den Zellen einfach übersehen hast.
            Deshalb wird auch die neue Königin nicht angenommen.
            Warum auch wenn man noch eigene in Reserve hat.

            Was du machen kannst, wenn die Königin noch lebendig ist, dass du alle Weiselzellen brichst und sie nach ein paar Tagen erneut zusetzt.
            Die gebrochenen Zellen würde ich in einen Blumentopf oder ähnlichem setzten (Futterteig nicht vergessen!) mit einigen Pflegebienen (100) versuchen mir noch eine Königin zu ziehen.
            Die paar Tage sicherheitshalber das sie auch merken das sie Weisellos sind.
            Dann sind die Mädel eher gewillt sich neu zu orientieren.

            Eine Alternative zur AS gibt es in der BK m.M. nach nicht.
            Es wird viel versucht aber so richtig gut gehen alle Versuche nicht oder bringen nur eine kurzfristige Erleichterung (Puderzucker) für die Bienen.
            Wirst wohl oder übel nicht um die AS herum kommen.

            Hoffe das ich dir helfen konnte.
            Wenn noch Fragen sind immer fragen!

            Gruß
            Wolfram
            • Hallo!

              Vorab zur Erklärung: Habe die Brut nicht ausgeschnitten, aber die unzähligen toten Maden vom Boden der Bienenkiste entfernt. Zudem haben die Mädesl beinahe kontinuierlich tote Maden, Larven und Jungbienen aus dem Stock getragen.

              Nun zu meiner eigentlichen Frage: Hat die Bienekiste Überlebenschancen, wenn ich die Mädels ihre Königin jetzt noch selbst nachziehen lassen würde?

              Ergänzung: Die nicht angenommene Königin lebt noch. Ich habe mit dieser aus der Not heraus einen Minikunstschwarm (geschätzt 300 Bienen) gebildet und werde diesen heute, nach dreitägiger Kellerhaft, in eine Mini-Plus Beute einschlagen um für den Fall der Fälle eine Königin in Reserve zu haben.


              • Moin Moin,
                alles klar.
                Zu deiner Frage.
                Ja auf jeden Fall. Keine Panik! Du hast doch eine voll ausgebaute Kiste.
                Selbst wenn du geerntet hast haben die Mädel schon einiges an Vorräten angesammelt.
                Damit werden sie erst einmal nicht verhungern.

                Die Zeit zum nachschaffen ist schon sehr späht.
                Deine Entscheidung eine „neue“ Königin dazu zu setzen ist absolut richtig!
                Zu Zeit wird so langsam damit begonnen die Winterbienen zu ziehen.

                Startest du jetzt einen Versuch sie sich ihre Königin selber nachschaffen zu lassen geht dir zum einen ein Haufen Zeit verloren.
                Zum anderen werden die Drohnen weniger.
                Und zu guter letzt hast du das Risiko das sie schlecht begattet wird oder sogar verloren geht.

                Das ist aber auch ein bescheidener Zeitpunkt wo so etwas passiert!
                As im gange und dann das! Schei..!!

                Was tun.
                Das mit der Königin ist schon mal gut.
                Hast du die As weitergeführt?
                Wenn ja wäre mit dem Ender der AS schon ein guter Zeitpunkt es mit der neuen noch mal zu versuchen.
                Wenn nicht …. Hmmm Kommt dann etwas auf den Varroadruck an.
                Ich würde die neu Königin nicht gleich mit AS begrüßen wollen. Da sollte schon verdeckelte Brut vorhanden sein.
                Dann ist sie voll im Volk und die AS ist dann „nur“ ein Alptraum.

                Es ist nicht so einfach den besten Weg zu empfehlen. Dafür müsste man selber schauen um es so besser zu beurteilen zu können.

                Berichte wie und was du machst.
                Das Unglück ist sehr lehrreich auch wenn es um deine Lieben geht. Nimm es mir das bitte nicht übel!!
                Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee.

                Das wird schon klappen! Das schaffst du!

                Gruß
                Wolfram
                • Ich stehe ja derzeit vor dem selben Problem und hab einiges über das Thema gelesen.

                  Es ist durchaus möglich, dass eine Nachschaffungszelle übersehen wird und solange
                  es die gibt wird wohl eine neue Königin nicht akzeptiert.

                  Um das Volk zu beruhigen sollte nach der AS-Behandlung etwas aufgefüttert werden und erst dann,
                  wenn die Mädels einen vollen Bauch haben, die neue Weichsel rein. Scheinbar geht das
                  Ganze noch einfacher, wenn man den Ausfresskäfig mit eigenem Honig benetzt.

                  Der Imker mit dem ich heute gesprochen habe ist auch der Meinung, dass eine Nachschaffung
                  derzeit noch möglich ist. Es gibt noch Drohnen und die Restzeit sollte zum Aufbau der Winterbienen
                  noch genügen.

                  Vielleicht gibt es auch regionale Unterschiede?

                  Ich drück dir die Daumen, dass alles gut geht

                  LG Jenny
                    Die Hoffnung stirbt zuletzt
                  • Scheinbar geht das Ganze noch einfacher, wenn man den Ausfresskäfig mit eigenem Honig benetzt.

                    Hallo Jenny
                    da muss ich dich vor warnen. Mach das bitte nicht. Es besteht die große Gefahr, dass
                    die Königin verklebt und daran zugrunde gehen könnte. Auf keinen Fall den Ausfresskäfig
                    mit flüssigem Honig benetzen.

                    gruss bf
                      Abyssus abyssum invocat
                    • Hallo bf,

                      genau so hab ich auch gedacht, als ich das erste Mal von der Honigbehandlung gelesen habe.
                      Allerdings stand da "in Honig tauchen". Das würde ich definitiv nicht tun wollen.
                      Aber etwas Honig vorsichtig so angebracht, dass die Königin nicht verklebt?

                      Vielleicht ist "benetzen" auch der falsche Begriff?

                      Auf jeden Fall danke für deine schnelle Warnung !

                      LG Jenny
                        Die Hoffnung stirbt zuletzt
                      • Habe Neuigkeiten.

                        Da meine Mädels erfolgreich eine Königin nachgezogen haben, hätte ich eine begattete Wirtschaftskönigin im Ausfresskäfig mit Begleitbienen zum verschenken. Wenn jemand Interesse hätte bitte melden! Die Königin wäre in Graz zum Abholen!