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  • Hallo Bienenkistler

    Da mein Biki-Volk seit 10 Tagen Kalkbrut-Mumien vor das Flugloch trägt, habe ich gleich hier im Forum gelesen, was es darüber gibt und noch einiges mehr.
    Nun bin ich sozusagen mitten in der "Behandlung" dieser Faktorenkrankheit und habe folgende Fragen dazu:
    * Standort: BiKi ist 4 m von einem kleinen Wasserlauf im Buschwerk und unter hohen Eschen stationiert mit Flugloch Richtung Südwest. Habe bereits Büsche und lange überhängende Äste abgesägt: Sonnig ab 11.00 bis 19.30. Ausreichend?
    * Um die Waben besser untersuchen zu können, hab ich gelesen, könne man die BiKi ca. 10 m vom ursprüngl. Standort entfernt öffnen, damit wären dann die Flugbienen erstmal weg vom Geschehen und alles ruhiger um zu arbeiten: Wenn ich die Waben auf Raschelgeräusche untersuchen will, wie lange kann ich die BiKi vom ursprünglichen Standort wegstellen um von den Flugbienen nicht gestört zu werden bevor diese anfangen, sich beim nächsten Volk anzubetteln?
    * Befallene Brut ausschneiden: Habe Erhards Video zur Wabenerneuerung gesehen, wo stellt oder hängt ihr die Waben hin nach dem Herausnehmen bzw. zum bearbeiten? Wann wäre hier der beste Zeitpunkt? Gleich beim Begutachten oder erst warten bis Ende Juni?
    * Wenn umweiseln: Wann ist der beste Zeitpunkt dazu? Und dann wirklich die Königin einlaufen lassen oder doch besser mit Futterteigverschluß zwischen die Waben hängen?
    * Und was wisst ihr über "medikamentöse" Behandlung mit "Kolloidalem Silber" bzw. welche praktischen Erfahrungen habt ihr dazu?

    Soweit meine Fragen, freue mich auf Eure Antworten. Danke.
    • hallo Smoker,
      mit Deinen Fragen wirst Du hier im Forum viele Biki-Freunde überfordern. Was Du da alles vor hast,
      ist im Biki-Konzept grundsätzlich nicht vorgesehen.

      Normalerweise bricht Kalkbrut im Frühjahr aus. Der Auslöser (ein Schimmelpilz) ist mehr oder weniger
      ständig und auf Dauer im Volk vorhanden, nicht nur in den Waben, sondern auch am Körper der Bienen.
      Deshalb wirst du ihn trotz dieser Maßnahmen nicht vernichten können.

      Wenn es zum Ausbruch der Kalkbrut im Volke kommt, stimmt meist
      - das Klima in der Beute nicht
      - die Volksstärke nicht

      Beides reguliert sich normalerweise mit der Erstarkung des Volkes und zunehmender Erwärmung der
      Umgebungstemperatur.
      Oftmals sind plötzliche Kälteeinbrüche für den Ausbruch verantwortlich, weil sich das Volk wieder
      auf Traube zurückzieht und die Brut in den Randwaben nicht genügend pflegen kann.

      Feuchte in der Beute spielt eine bedeutende Rolle, will heißen, dass ein feuchtes Klima das Wachstum
      des Schimmelpilzes begünstigt (wie bei allen Pilzarten). Dieses Jahr kam es regional aufgrund der
      Wetterbedingungen vermehrt zu Kalkbrut in den Völkern. Aufgrund der derzeitigen Temperaturen müsste
      das so langsam auslaufen.

      Die Bienen sitzen besser in einer kalten trockenen Beute, als in einer kalten feuchten. Über das Feuchteproblem haben wir hier im Forum bereits intensiv nachgedacht und diskutiert.

      Wir sollten einmal gemeinsam überlegen, ob wir ab Spätherbst bis zur Frühjahresdurchsicht den festen Boden nicht durch einen offenen Gitternetzboden auswechseln sollten. Damit lässt sich das Problem möglicherweise auf Dauer beheben.
      z. B. umlaufender Rahmen aus Dachlatten, mit Fliegengitterdraht bespannt; einfach selbst herzustellen!


      gruss
      bf

        Abyssus abyssum invocat
      • Hallo Bienenflug

        Vielen Dank für Deine Antworten.
        Die Kalkbrut tritt zum ersten Mal bei mir auf. Nachdem ich den bereits bestehenden Thread gelesen habe und es dort hauptsächlich um Standortwechsel ging, habe ich natürlich im Netz und Büchern weitergelesen und auch einen befreundeteten Magazinimker gefragt, weil ein Standortwechsel derzeit nicht in Frage kommt. Der Magazinimker kennt das Problem nicht (er hat teilweise Gitternetzböden drin, wie Du geraten hast)*. Und die Medien raten außer Standortwechsel zum Ausschneiden der befallenen Waben und umweiseln. Deshalb meine Fragen.
        Da ich außerdem mal von Kolloidalem Silber als antibiotisch wirksames Mittel auch bei Pilzen gehört und dieses selber auch schon bei einem Säugetier erfolgreich angewandt habe, hab ich natürlich auch im Netz zur Verwendung an Bienen gesucht. Ich habe Euch dazu einen Link mit einer Forschungsarbeit, der allerdings nur die Wirksamkeit in vitro belegt...https://www2.hu-berlin.de/bienenkunde/Bilder-Downloads/Taetigkeitsberichte/Tatigkeitsb06.pdf

        Insgesamt wollte ich einfach so viel Info wie möglich haben, um leichter entscheiden zu können, welche Maßnahme ich nun für meinen Fall am ehesten durchführen werde. Und - ich geb's ja zu - war auch neugierig auf ein paar ungewohnte Einsichten und Arbeiten am Volk.

        Falls also noch Antworten auf meine obigen Fragen im Forum möglich wären, würde ich mich dennoch sehr darüber freuen!

        Hiermit habe ich mich nun für weiteres Abwarten entschieden, vor allem deshalb, weil Du erwähntest, dass der Erreger scheinbar grundsätzlich bei (allen?) Bienen zuhause ist, was mir aus der bisherigen Literatur nicht so deutlich rauskam.

        Liebe Grüße
        Smoker

        * Die Anwendung von einem Gitternetzboden finde ich bedenkenswert, da sich meine Bienenkiste mit der Zeit doch recht verworfen hat, was nur durch Schwitzwasser entstanden sein kann (hat nicht die neueste BiKi-Version Lüftungslöcher?). Mein Mann (Schreiner) meint, dass es (wie bei den Häusern mit dem Lüften) funktionieren müsste, nicht den ganzen Winter einen Gitternetzboden drin zu haben sondern ihn erst dann einzusetzen, wenn das Holz feuchtigkeitsgesättigt ist, um wieder vollständig abzutrocknen.
        • hallo Smoker

          emk Reply #40, vor 1 Monat, 4 Wochen

          Letztlich ist es wahrscheinlich aber ein Stück weit Geschmackssache, ob man die Beute lieber mit Gitterboden oder geschlossenen Boden haben will.


          Spricht eigentlich die Wärmeisolation im Winter gegen eine Brettstärke von 20mm anstelle der empfohlenen 25mm oder hat das lediglich Stabilitätsgründe?
          Eine Beute ist ausschließlich ein Schutz gegen Feinde und direkte Wettereinwirkung. Sie hat niemals die Funktion von Wärmeisolation. Die Frage der Holzdicke spielt nur im Blick auf die Stabilität der Beute eine Rolle.

          EMK hat diese Aussage zwar in Bezug auf die Einraumbeute gemacht. Da er jedoch sagt "Eine Beute ist ausschließlich ein Schutz gegen Feinde und direkte Wettereinwirkung" könnte seine Aussage auch auf die Bienenkiste übertragen werden.

          @emk
          Trifft diese Annahme zu und was kannst du uns hierzu sagen?


          gruss bf

          [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 10 Monaten geändert.]
            Abyssus abyssum invocat
          • bienenflug schrieb am 10.06.2015, 23:55

            Wir sollten einmal gemeinsam überlegen, ob wir ab Spätherbst bis zur Frühjahresdurchsicht den festen Boden nicht durch einen offenen Gitternetzboden auswechseln sollten. Damit lässt sich das Problem möglicherweise auf Dauer beheben.
            z. B. umlaufender Rahmen aus Dachlatten, mit Fliegengitterdraht bespannt; einfach selbst herzustellen!


            gruss
            bf


            Ich denke mal das ein Fliegengitter im Winter von Mäusen durchfressen wird. Und ein Edelstahlgitter in der Größe wird ordentlich teuer sad
            • hallo phacops
              Alu-Gitter ginge auch, würde ich fürs erste auch nehmen, (ist recht preiswert).

              Aber das ist nicht das Problem.
              Die Frage ist, ob es Sinn macht, die Biki im Winter mit einem offenen Gitterboden auszustatten und die Kiste somit für die Bienen trocken zu halten.

              Die weitere Frage wäre, ob die Größe der dann offenen Fläche für die Wärmeduftbindung
              des Biens eher begünstigend oder eher nachteilig wäre.
              Ich selbst hatte dieses Frühjahr Anfang April festgestellt, dass aus zwei Kisten
              das Kondenswasser regelrecht zum Flugloch rausgelaufen kam.
              Und mein frühes Kaltbrutproblem hatte ich in einem anderen Faden zur Diskussion gestellt.

              Wenn es, wie EMK an anderer Stelle beschrieben hat, bei einer Beute nicht auf
              Wärmeisolation ankommt, dann ist meines Erachtens nach auch die Bienenkiste mit einem offenen Gitterboden zu betreiben.

              Hat denn schon jemand damit Erfahrungen gemacht?
                Abyssus abyssum invocat
              • Hallo zusammen,

                auf den Videos von geisibee ist -so meine ich- ein Gitterboden zu sehen.
                Vielleicht kann er dazu etwas sagen.

                Liebe Grüße

                Thomas
                • Seinen Boden -- glaube ich -- (und die Bauanleitung) kann man hier finden: http://www.bienenkiste.de/doku/bauanleitung/varroaboden/index.html

                  Und einige Infos aus dem FAQ: http://www.bienenkiste.de/rat/faq/faq.45/index.html

                  -K
                    Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                  • KMP schrieb am 12.06.2015, 10:23
                    Seinen Boden -- glaube ich -- (und die Bauanleitung) kann man hier finden: http://www.bienenkiste.de/doku/bauanleitung/varroaboden/index.html

                    Und einige Infos aus dem FAQ: http://www.bienenkiste.de/rat/faq/faq.45/index.html

                    -K

                    Richtig, es ist nur ein Varroa-Zwischenboden, d.h. die Kiste hat immer noch einen geschlossenen Boden bei mir.
                    Gruß
                    Andreas (geisibee)
                    • Hallo,

                      zur Wärmeisolation kann ich nur von 3 Erfahrungen berichten:

                      1.)
                      In einer Magazinbeute hatte ich letztes Jahr ein Volk auf einer Zanderbeute ohne Varroaschieber überwintert.
                      D.h. nur mit Gitterboden und nach unten komplett offen (also Beute stand nur hinten und vorne auf 2 Kanthölzern 30 cm über der Wiese).
                      Das Volk ist genauso gut und schnell aus dem Winter gekommen wie alle anderen auch.
                      Am Vorratsverbrauch konnte ich auch keine großen Unterschiede erkennen.

                      2.)
                      In meiner Bienenkiste hatte ich noch nie den Trennschied drin.
                      Ist aus 21 mm Lerchenholz gemacht und im Winter nur mit Dachpappe abgedeckt.
                      War auch nie eine zusätzliche Decke oder Isolierung drauf.
                      Der Brutraum war vor dem Winter höchstens zur Hälfte ausgebaut.
                      Die Bienen haben den Winter trotzdem problemlos überstanden.

                      3.)
                      in einer TBH habe ich ein Volk auf 10 Oberträgern in Zandermaß-Länge überwintert.
                      Platz in der selbstgebauten TBH ist sicher für 22 Oberträger.
                      Auch dieser Platz wurde nicht eingeengt oder isoliert und die Bienen sind trotzdem gut über den Winter gekommen.


                      Gruß
                      Andreas
                      • Hallo Andreas (Geisibee)

                        Danke für Deine Rückmeldung. Wie du richtigerweise schreibst, handelt es sich bei deinem Varroaboden
                        um eine Zwischeneinlage, die auf das geschlossene Bodenbrett aufgelegt wird. Die Biki kann anschließend
                        nicht mehr gekippt werden. Der Boden dient ausschließlich der Gemülldiagnose (Varroa) und nicht der
                        Belüftung!.

                        Der hier im Faden angedachte und zur Kalkbrutvermeidung vorgesehene offene Gitternetzboden wäre gänzlich
                        anders, auch mit anderer Zielsetzung.
                        Ausgehend von den physikalischen Gesetzen, dass warme Luft aufsteigt, CO2 belastete verbrauchte Luft
                        nach unten sinkt, wird es in einer Beute mit offenem Gitternetzboden nicht wirklich kalt.
                        Das bedeutet, dass ein kontinuierlicher Luftstrom von unten nach oben steigt , je nachdem wieviel Sauerstoff
                        die Bienen verbrauchen und als CO2 beladene schwerere Luft nach unten sinkt (so meine laienhafte
                        Beschreibung).
                        Das Wärmeduftklima bleibt natürlicherweise im Bereich der Wintertraube erhalten.

                        @ Thomas
                        @ Kevin

                        Ich danke für Eure Hinweise und möchte folgendes im Sinne der Kalkbrutvermeidung aufgreifen:

                        EMK schreibt: http://www.bienenkiste.de/rat/faq/faq.45/index.html
                        Offener Boden
                        Warum hat die Bienenkiste keinen Gitterboden, so wie das bei Magazin-Bienenkästen heute üblich ist? Soll/kann man das nachrüsten?

                        Zunächst mal vorweg: In der Natur bevorzugen Bienen geschlossene Behausungen, die nur ein relativ kleines Flugloch haben. Das reicht zur Klimatisierung vollkommen aus. Das Flugloch der Bienenkiste ist mehr als ausreichend groß.

                        In der Natur ziehen Bienenvölker in morsches Holz ein. Dieses morsche Holz hat ein Vielfaches an
                        Feuchte-Aufnahmevermögen gegenüber getrocknetem, verarbeiteten Holz. Wir müssten eigentlich eine
                        Bienenbeute aus morschem Holz herstellen!.
                        Da dies nicht der Fall ist, haben wir im Winter feuchte Innenräume (insbesondere beim Übergang Winter-Frühjahr). Auch wenn in der Natur kein offener Boden vorgesehen ist, so bedeutet dies nicht, dass wir
                        einen solchen im Sinne der Gesundheit unserer Völker nicht anbieten können oder gar sollten.

                        Ich habe im Dateianhang eine einfache Handskizze beigefügt, wie ich mir einen solchen offenen Boden
                        vorstellen könnte:

                        - die Bodenfläche des Honigraums bleibt geschlossen
                        - der gesamte Brutraum bleibt offen
                        - das Trennschied wird durch ein geschlossenes rückwärtiges Brett ersetzt, so dass der kühle
                        Honigraum keinen Kontakt mehr mit dem Brutraum hat.

                        Vorteile:
                        - keine Zugluft im Brutraum
                        - Nestduftwärme bleibt erhalten
                        - feuchte Wände entfallen
                        - möglicherweise auch keine Schimmelbildung auf Waben
                        - geringes Kalkbrutrisiko (hoffentlich gar keines)
                        - Bienenkiste kann weiterhin gekippt werden
                        - der offene Boden lässt sich genau an den Stellen des geschlossenen Bodens befestigen
                        - Oxalsäure-Behandlung wie beim geschlossenen Boden möglich
                        - einfachste Bauweise (mit Restholz), kostengünstig bis kostenneutral, kein besonderes Werkzeug erforderlich

                        Nachteile: momentan keine erkennbar!

                        Für den der möchte, hätten wir somit zwei Bienenkisten-Böden: einen für das Sommerhalbjahr und
                        einen für das Winterhalbjahr.

                        bf


                        [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 10 Monaten geändert.]
                          Abyssus abyssum invocat
                        • Ich habe jetzt im dritten Jahr immer noch kein Prob mit Schimmel in der Biki. Offenbar haben das nur ein paar wenige Nutzer.
                          Warum sollte ich also einen Gitterboden gut finden?

                          Ich mag den Gedanken überhaupt nicht.
                          Egal wie toll die Bienen damit klarkommen, die kommen auch ganz toll mit allen anderen Imkereinfällen klar:
                          ZB Dadantformate und magnetische Kistendeckel, tägliches Rähmchenziehen, Reinzucht etc..^^

                          Ich will -zwingend- dass sie ihren eigenen Raum und seine Atmosphäre selbst kontrollieren können. Ich halte das für immens wichtig.
                          Darum bekommen meine armen Bienen mit Sicherheit keine Gitterböden, keine ganzjährigen Varroaböden (darauf bildet sich übrigens sehr gerne Schimmel)
                          wenig Zucker, keine neuen Klamotten, keine Konsole, kein App.
                          Rückständig!
                            Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                            -Stefan Brotbeck
                          • Theophanu schrieb am 12.06.2015, 16:59
                            Ich habe jetzt im dritten Jahr immer noch kein Prob mit Schimmel in der Biki. Offenbar haben das nur ein paar wenige Nutzer.

                            Hallo Theo,
                            Du vielleicht nicht. Aber andere, und das sind nicht wenige!
                            Ich habe auch nicht jedes Jahr Schimmel in den Kisten, aber dieses Jahr waren zwei meiner Kisten richtig
                            feucht und es entwickelte sich Kalkbrut.
                            Unser Forum ist voll mit Anfragen, was man gegen Schimmel machen kann!

                            Ich
                            will -zwingend- dass sie ihren eigenen Raum und seine Atmosphäre selbst kontrollieren können. Ich halte das für immens wichtig.

                            Ist es auch. Im Winter, auf der Traube sitzend, brauchen sie trockene, frische Luft, keine feuchte Kälte.
                            Die kontrollieren mehr sich selbst als den Raum. Es geht auch nicht darum, ihnen ihren Raum zu nehmen.
                            Der bleibt ja unverändert erhalten.

                            Darum bekommen meine armen Bienen mit Sicherheit keine Gitterböden!
                            Unsere Bienenbeuten sind menschengemacht und wir können ihnen nicht das Ideal anbieten, lediglich aus
                            unserer Annahme heraus versuchen, ihnen das naturgemäß naheliegende zu bieten. Sie bräuchten Beuten aus
                            morschem Holz. Alles glatte Holz neigt leider zur Schimmelbildung, da nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit
                            von Feuchte gegeben ist.

                            Rückständig!

                            Nein Theo,
                            dieses Mal nicht gleich Schelte austeilen. Der Gedanke eines Gitterbodens mag wider die Natur der Bienen sein. Wenn es dadurch jedoch dem Volk während des Winter besser geht, halte ich dies durchaus für vertretbar.
                            Die Bienen haben leider in den von uns zur Verfügung gestellten Ersatzwohnungen nicht in jedem Fall die
                            nötige Trockenheit. Das ist Fakt und ist nicht hinweg zu denken.

                            lieben gruss
                            bf
                              Abyssus abyssum invocat
                            • Ach du bist einfach zu gut für diese Welt smiley

                              Ich bin doch rückständig, weil ich drauf bestehe. Eher finde ich wichtig, zu gucken, warum ab und an Schimmel entsteht.
                              Und andermal eben nicht.

                              Hab zwei Gitterböden für Warré, willste?
                                Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                                -Stefan Brotbeck
                              • Bei mir schimmelt auch nix. Wenn ich damit ein Problem habe und das durch Gitterböden beheben möchte sowie einen Varoaboden für zwingend erforderlich halte, dann sollte ich vielleicht besser von der BK Abstand und eine der vielen Magazinbeuten nehmen. Nach all den ausgeklügelten "Verbesserungen", von denen hier im Forum zu lesen ist, gibt es am Ende sowieso keinen Unterschied mehr.
                                  Bienen machen glücklich!
                                • Hallo Jutta,
                                  du wohnst ja auch in einer Super-Trachtgegend und kannst dich glücklich schätzen.

                                  Das ist aber nicht überall und bei mir zu Hause auch nicht der Fall. In ausgeräumten Landschaften
                                  hat man mit diesem Problem zu kämpfen.
                                  Wo Kalkbrut entsteht, fehlt Wärme - keine wetterbedingte Wärme, sondern volkseigene Wärme.
                                  Wenn dann noch Feuchtigkeit hinzu kommt, sind das beste Wachstumsvoraussetzungen für
                                  Kalkbrutpilze.

                                  gruss bf
                                    Abyssus abyssum invocat
                                  • Hallo bf,

                                    das Problem ist wohl, dass die BK für die Stadt konzipiert wurde. Wenn sie auf dem monokultivierten Land nicht funktioniert, sollte man dort wohl besser auf wanderfähige Magazinbeuten setzen?

                                    (Dass ich ein riesen Glück habe mit meiner Gegend und den Standortbedingungen ist mir schon klar laugh )

                                    Beste Grüße,
                                    Jutta
                                      Bienen machen glücklich!
                                    • Jutta50 schrieb am 18.06.2015, 19:09


                                      das Problem ist wohl, dass die BK für die Stadt konzipiert wurde. Wenn sie auf dem monokultivierten Land nicht funktioniert, sollte man dort wohl besser auf wanderfähige Magazinbeuten setzen?(

                                      Das meinst Du nicht wirklich ernst, oder?
                                      Ich denke, dass ein solcher Gitterboden im ein oder andern Fall sehr wohl positive Effekte fürs
                                      Bienenvolk haben kann.
                                      In Gedanken habe im meine für den Winter vorgesehenen Gitterböden bereits fertig. Gedanken gestalten
                                      die Welt, indem sie letztlich umgesetzt werden.
                                      Fotos werde ich hier einstellen, und eventuell auch meine Erfahrungen.

                                      gruss bf
                                        Abyssus abyssum invocat
                                      • Heute Nachmittag war Basteln angesagt: zwei offene Gitterböden für den kommenden Winter!

                                        Da Morgen, spätestens Übermorgen meine 2. AS-Behandlung zu Ende ist, bin ich bis zur Oxalsäurebehandlung mit allem durch.
                                        Das bedeutet, dass nach Entnahme der Nassenheider Verdunster die Bienenkisten-Böden versuchsweise
                                        bei zwei Beuten gegen offene Gitterböden ausgetauscht werden können. So musste ich welche bauen.

                                        - erst mal ne Schubkarre mit alten Fussbodenbrettern und Kantkölzern aus dem Schuppen genommen.
                                        - Das Holz so zurecht geschnitten, dass daraus Böden mit gleichen Maßen wie meine Biki-
                                        Böden werden
                                        - alles zugeschnitten, zusammengeleimt, verschraubt und dann im Bereich des Brutraums ein
                                        Lichschachtnetz aus Aluminium zurecht geschnitten und aufgetackert.
                                        - geschlossene Trennschiede geschnitten und Holzschablonen zur Einengung des Fluglochs auf max.
                                        5 cm während der gesamten Wintersaison
                                        - 8 Verschlusshaken geschnitten, gehämmert, gefeilt (kommen auf die gleichen Stellen wie bei den
                                        geschlossenen Böden)

                                        Von dieser Maßnahme verspreche ich mir folgende positive Effekte:

                                        - Völker sitzen trocken, kalt,
                                        - sie gehen vermutlich eher aus der Brut
                                        - möglicherweise wenig bis keine Schimmelbildung, da Schwitzwasser vermieden wird
                                        - weniger Futterverbrauch
                                        - gesundes Brutverhalten, da evtl. Kalkbrut vermieden werden kann
                                        - Nestwärmebindung bleibt erhalten, weil die vorgesetzte Fluglocheingengung Stoßwinde und
                                        plötzliche Kälteeinbrüche verhindert
                                        - Einfall von Sonnenlicht während des Winters wird weitestgehend vermieden,
                                        (verhindert möglicherweise unnötiges Rausfliegen und Erstarren von Bienen)

                                        Ich werde zwei Kisten mit herkömmlichen Böden und zwei Kisten mit offenen Gitterböden vergleichen
                                        können.

                                        Entgegen meiner ersten Handskizze im vorausgegangenen Beitrag bleiben die Honigräume unten komplett
                                        offen. Die offenen Trennschiede werden hingegen gegen geschlossene Trennschiede ausgetauscht,
                                        so dass der Brutraum nun in sich einen geschlossenen Raum ergibt.

                                        Vielleich gibt's Interesse am Nachbau.

                                        Meinungen sind gerne erwünscht.

                                        gruss bf



                                          Abyssus abyssum invocat