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  • Hallo Michael,
    zu Deiner Nachricht von vorhin (Kunstschwarm im Sperrbezirk machen lassen), die du offensichtlich wieder gelöscht hast, möchte ich doch
    reagieren und anmerken, dass genau dieser Fall, nämlich die Abgabe eines Kunstschwarm im
    Sperrbezirk unter die Bußgeldvorschrift des § 26 Nr. 10 der BSVO fällt und mit einem Bußgeld belegt werden kann.
    10.
    entgegen § 8 Absatz 1 Nummer 2, § 11 Absatz 1 Nummer 3, § 17 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1, § 18 Absatz 1 Nummer 2, § 22 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 oder § 23 Absatz 1 Nummer 1 ein Bienenvolk, eine Biene oder einen dort genannten Gegenstand entfernt,

    Deshalb ist es schon wichtig, die Gesetze genau zu lesen und anzuwenden. Denn hier wie anders
    gilt der Satz:
    Das Gesetz ist ein Netz mit weiten und engen Maschen. Durch die weiten schlüpfen die Gescheiten, in den engen bleiben die Dummen hängen.

    Nun aber gute Nacht
    bf
      Abyssus abyssum invocat
    • Hallo Werner,

      genau deshalb hab' ich's auch wieder gelöscht. Vielleicht noch etwas zum ebenfalls gelöschten P.S.:

      1. Die Maßnahmen sind im Ganzen nicht sinnlos, auch wenn nicht jede einzelne im speziellen Fall immer sinnvoll erscheint.
      2. Amtsveterinären sollte man auch nicht pauschal Unkenntnis vorwerfen, das sind fähige Leute, die schließlich Verantwortung für ihren Bereich tragen.
      3. AFB ist Mist und wenn die erste Handlung als angehender Imker ist, Maßnahmen zum Bekämpfung zu umgehen bzw. sich Gedanken darüber zu machen, sollte man das Hobby wechseln.

      Ehrlich gesagt möchte ich keine Imker in der Nachbarschaft haben, die versuchen, den Amtsvet. in Sachen AFB auszutricksen. (auch wenn die Gründe noch so dolle sind)

      Besser ist: Warten bis die Ampel wieder auf grün steht.

      Viel Spaß beim Nachfragen
      Michael
      • Mir geht es eigentlich nicht nur um Südthüringen, bei TSI sind noch ältere Fälle nicht aufgehoben.
        Und da darf die Frage erlaubt sein, warum berät der Vet nicht und kontrolliert die Anschaffung NEUER Beutesysteme und Werkzeugs?
        Was will er nachkontrollieren wenn alle Bienen tot sind?
        Für diese Fälle ist ja die TSK da, um die Sache erträglich zu gestalten. Sind diese Fälle nur auf Grund mangelnden Informationsflusses noch verzeichnet, hat auch wer etwas versäumt, an welcher Stelle auch immer.
        Da scheint es Gebiete zu geben, die dem Außenstehenden den Eindruck vermitteln, hier wird nie wieder eine Ampel auf Grün geschaltet. Keine Bienen, kein Ärger mit Faulbrut mehr. Es mag auch Veterinäre geben, die ihre Aufgabe wirklich zum Wohl der Tiere wahr nehmen, das sieht man ja an den schnell aufgehobenen und bereinigten Sperrbezirken. Aber in Einzelfällen halt vielleicht nicht immer.

        Liebe Grüße
        • Hallo tannenblick,
          Hallo Michael,

          kein Imker legt einem Veterinär einen Stein in den Weg bei der Bekämpfung der AFB.
          Die betroffenen Imker kommen den Anordnungen in der Regel mit Verständnis und ohne Murren
          nach. Die AFB ist zu infektiös, und sie muss konsequent ausgelöscht werden, so weh das im
          Einzelfalle auch tut.
          Das Problem hierbei sind nicht die Imker, sondern im Einzelfalle rechts- und fachunkundige, überfordere Veterinäre, die zwar kraft ihres Amtes die Bekämpfungsmaßnahmen anordnen und
          durchführen müssen, dabei jedoch auch übers Ziel hinausschießen bzw. die Sache nicht zu
          Ende bringen, weil sie z. B. die Sperre nicht aufheben.
          Das Gefühl des Ausgeliefertseins gegenüber diesen Amtspersonen führt dann zu Empörung!

          Oftmals ist mangelnde Transparenz, fehlende Information und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Grund für Irritationen auf Seiten der betroffenen Imker.
          Es geht hier im Falle von Tannenblick nicht um ein Austricksen, sondern darum, dass der Imker seine Rechte und Möglichkeiten kennt (im Einzelfalle auch Schlupflöcher), für den Fall,dass die Behörde sich inkompetent, nachlässig, desinteressiert oder unwillig zeigt. Solches Rechtswissen hat der normale Imker ja auch nicht, will ich mal so sagen, aber er hat eine
          Intuition und ein allgemeines Rechtsempfinden, nach welchem er mit gutem Grund seine
          Ansprüche gegenüber dieser Behörde vorbringen kann.

          Die Imkerei gehört nicht zur Ausbildung eines amtlichen Kreisveterinärs, ferner ist er
          rechtlich, insbesondere verwaltungsrechtlich i.d.R. nicht geschult. Grundsätze wie Verhältnismäßigkeit der behördlichen Maßnahmen, Anwendung der gelindesten Mittel (und nicht der Käule), sowie Grundsätze der Geeignetheit und Erforderlichkeit bei der Auswahl der ihm zur Verfügung stehenden Mittel werden eher missachtet als beachtet und reine Amtsautorität kommt zum Vorschein.
          Das führt im Einzelfalle dazu, dass Völker abgetötet werden, obwohl sie z. B. mittels Kunstschwarmbildung saniert werden könnten.
          Desweiteren werden Naturschwärme mit in den gleichen Topf geworfen, obwohl das völliger
          Unsinn ist und dem Sinn der BienenseuchenVO widerspricht.

          Wenn ein Imker auf seine Anfrage beim Vet. keine oder nur eine missmutige Antwort und obendrein auch noch keine Entscheidung erfährt, so habe ich kein Problem damit, wenn ein
          angehender Jungimker sich sodann im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten - sofern er sie
          denn kennt - selbst hilft.

          gruss bf
            Abyssus abyssum invocat
          • Ein angehender Jungimker hat zwangsläufig wenig bis gar keine Erfahrung. Wenn sich so jemand auf Grundlage angelesenen Wissens bzw. Infos aus Foren seine eigene Meinung bildet und damit Anordnungen zur Seuchenbekämpfung mißachtet, bekommt er hoffentlich die Strafe seines Lebens.

            Wenn´s ein erfahrener Imker ist, kann er sich zum BSV qualifizieren oder Vorsitzender des örtlichen Imkervereins werden. Dann kann er auch mit dem Amtsvet. über Aufhebung oder Beibehaltung eines Sperrbezirks diskutieren.

            In jedem Kaff gibt´s einen Imkerverein, da kann jeder Mitglied werden und der Verein wird sicherlich die Interessen der Mitglieder vertreten, dafür ist er ja da. Man sollte weniger den Amtsvet. beschimpfen als die örtliche Interessengemeinschaft. Ich kann mir den armen Amtsvet. bildlich vorstellen, der Probleme mit AFB hat und dann kommt ein halbgescheiter BKler und erklärt ihm, wie er die Seuche zu bekämpfen hat, Naturschwärme ausgenommen werden sollen und der Sperrbezirk freilich schon längst aufgehoben gehört. Alles freilich aufgrund der Erfahrung eines Imkers, der am besten erst nächstes Jahr mit einem Volk anfangen möchte. Ich befürchte, dass selbst ich dann meine unendliche Freundlichkeit ein wenig einschränken würde. Bestenfalls fühlt er sich zu Recht vereimert.

            Auch kann ich mir kaum vorstellen, das zig erfahrene Imker im Sperrbezirk nichts für die Aufhebung tun, wenn der Grund dafür nicht mehr gegeben ist. Als ob diese nur auf einen BK-Anfänger warten, der ihnen zeigt wo der Hase in Bezug auf AFB langläuft. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Bienenkistler oft schief angeguckt werden: Nicht im Verein und ohne Erfahrung alles besser wissen und als I-Tüpfelchen auch noch die Anordnungen zur Seuchenbekämfung mißachten. Heiderdaus! Ich hab´ so die leise Ahnung, dass Deine Tipps diesbezüglich der Akzeptanz des BK-Projektes nicht gerade förderlich sind.

            Wie gesagt: allen Betroffenen viel Erfolg beim Nachhaken. Bin gespannt, ob die Vereine mit den Ämtern in Verbindung stehen und ob es vielleicht doch weitere Gründe für die Aufrechterhaltung der Sperrbezirke gibt. Bisher seh´ ich nur Spekulationen.

            Viele Grüße
            Michael
            • Hallo Michael,
              es ist ja gut, dass du dich so für die Kompetenz der Veterinäre einsetzt. Kann auch sein,
              dass ich die aus so manch anderem Grund "gefressen" habe.
              Was tun diese Leute sowie der Gesetzgeber nicht alles zur Bekämpfung der AFB. Da könne
              sie sich wirklich auf die eigene Brust klopfen.
              Hingegen ebnen sie andererseits alle Wege, um unsere Bienen großflächig zu bekämpfen und
              auszumerzen. Sei es durch zunehmende Genehmigungsverfahren von genmanipulierten Pflanzen und
              deren wachstumsfördernden für Insekten (Bienen) hochtoxischen Gifte, einschließlich
              der damit verbundenen Gesamtproblematik zur Ausrottung der ach so hinderlichen Natur.
              Suchst du hier Unterstützung, suchst du vergeblich.

              gruß bf
                Abyssus abyssum invocat
              • Ich möchte für mich zu diesem Thema ein kurzes Resumé ziehen:

                Begonnen hatte die Diskussion mit tannenblick´s interessanter Frage

                Schleusingen ist seit 12.6.2015 Sperrgebiet, lange darf die Sperre maximal dauern,
                Nachdem die Frage über Tage nicht beantwortet wurde, schieb ich ihr, dass sie
                sich beim Veterinäramt informieren möge.
                In einer PN gab mir tannenblick nachvollziehbare Informationen, warum sie
                sich scheut, mit diesem Amt in Kontakt zu treten. Ich habe daraufhin meine Antwort
                an Tannenblick öffentlich im Forum mitgeteilt.
                Es entwickelte sich daraufhin zwischen Michael und mir eine interessante Diskussion
                über die rechtlichen Verwicklungen zu den Bestimmungen der Bienenseuchenverordnung und
                des Tiergesundheitsgesetzes.

                Letztentlich konnten wir tannenblick folgendes aufzeigen:
                - das Verbringen von Bienen (auch Naturschwärme) in einen AFB-Sperrbezirk und aus
                ihm heraus ist verboten
                - das Hineinfliegen und Einsammeln eines Naturschwarms (herrenloser Schwarm) in einen AFB-Sperrbezirk ist nicht verboten und dessen Einfangen erlaubt.
                - Verboten ist es, einen herrenlosen Schwarm nach außerhalb des Sperrbezirks zu verbringen, weshalb man sich innerhalb des Sperrbezirks um den Schwarm kümmern darf
                - obwohl das verbringen von Bienen (auch Naturschwärme) in einen AFB-Bezirk
                verboten ist, so ist dieses Handeln, weder mit Strafe noch mit
                Bußgeld belegt (demnach ein Tatbestand ohne Rechtsfolgen - ein Schlupfloch sozusagen!)

                Zu Michaels Aussage
                Ein angehender Jungimker hat zwangsläufig wenig bis gar keine Erfahrung. Wenn sich so jemand auf Grundlage angelesenen Wissens bzw. Infos aus Foren seine eigene Meinung bildet und damit Anordnungen zur Seuchenbekämpfung mißachtet, bekommt er hoffentlich die Strafe seines Lebens.
                bin ich der Meinung, das man die Kirche im Dorf lassen muss. Wir diskutieren über
                Bienenhaltung und da ist die Nutzung eines rechtlichen Schlupfloches zum Start einer
                Bienenhaltung kein Verbrechenstatbestand, wofür man Zeit seines Lebens mit Strafe
                gezeichnet werden müsste. Eine Nutzung dieses Schlupfloches bleibt rechtlich folgenlos, was auch gut so ist.
                Aus moralischer Sicht habe ich damit kein Problem, da leider Naturschwärme mit dem Wort "Bienen" sinnwidrig unter die gesetzlichen Regelungen zur AFB-Bekämpfung zu subsumieren sind (obwohl sie sinnigerweise hätten herausgehalten werden müssen).

                Ich hab´ so die leise Ahnung, dass Deine Tipps diesbezüglich der Akzeptanz des BK-Projektes nicht gerade förderlich sind.

                Freie Meinungsäußerung ist ein hohes Rechtsgut und gerade in heutiger Zeit, wo ein eisiger(politischer)zerstörerischer Wind unserer überwiegend stillen, hilflosen, rechtlich eingezwängten und betrogenen Imkerschaft entgegenbläst, mehr als notwendig!

                geste grüße bf













                  Abyssus abyssum invocat
                • Vielen Dank für die Meinungen,

                  aber da möchte ich noch etwas anfügen.

                  1. Hat es dem Amtsvet völlig irrelevant sein, welche Haltungsform jemand (egal bei welcher Tierart) bevorzugt, solange sie dem Tierschutz konform ist. Es ließt sich ja fast so, als ob man sich mit der Bienenkiste verstecken müßte. Das kann es nicht sein. Wo gerade die Literatur, welche Bienenflug uns vor stellt, auf zeigt, dass es alter Väter Haltungsform, verändert und weiter entwickelt, ist mit einer Bienenkiste zu imkern.

                  Als Kind hörte ich in der Zeit der Obstbaumblüte die Apfelbäume summen, heute sind diese irgendwie still geworden. Es gibt oder ich erkenne ihn nicht, den Boom der Bienenhaltung, den sehe ich nicht. Auf keinen Fall in einer Zeit, wo sich Nachbarn bereits über 2 Bienen im Garten aufregen, ihre Wege mit Mittelchen unkrautfrei halten und sich über die schlechte Obsternte beschweren.
                  Unser aller Leben (Ernte) ist vom Bien abhängig. Da schaut der Landwirt schön dumm drein, wenn er Raps gesät hat und niemand zum Bestäuben da, der Obstbauer erfährt, dass die Gegend bienenleer. Dem Imker jedoch wird der Glascontainer vor die Tür gestellt. Da zeigt sich mir, wie wenig durchdacht das ganze System ist.

                  Niemand beabsichtigt Gesetze zu umgehen, aber darf erwarten, dass sich alle Seiten daran halten und auch zum Wohle aller handeln.

                  Wir haben in Deutschland auch keinen Vereinszwang. Es kann also nicht von Schaden sein, sich vor der Pflege irgend einer Tierart, über deren Bedürfnisse und Grundlagen zu informieren. Sollte einem das zum Vorwurf gemacht werden, leben wir in einer eigenartigen Welt.

                  Viele Grüße und vielen Dank.