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  • Hallo,
    mein Schwarm hat sich im Brutraum, aber hinten in einer Ecke am Trennschied niedergelassen.
    Obwohl ich die Kiste vorne erhöht hatte wink
    Ich bin mir sicher schonmal gelesen zu haben warum das nicht optimal ist, kann die Stelle aber jetzt nicht mehr finden...

    emk hat in einem anderen Beitrag eben geschrieben:
    " Es ist zwar in der Theorie nicht ganz so schön, wenn sie näher am Trennschied bauen, als vorne, in der Praxis würde ich aber nicht eingreifen. Ich habe im Moment auch zwei (Trommel-)Schwärme, die am Trennschied sitzen. Die Unruhe und die möglichen Komplikationen finde ich schlimmer, als den Baubeginn am Trennschied"
    (soory, wie das mit dem Verlinken geht weiss ich nicht...)

    Könnt ihr mir nochmal auf die Sprünge helfen, was daran nicht optimal ist?
    Ich hatte eigentlich auch nicht vor die Bienen jetzt noch in einer andere Ecke der Kiste zu befördern. Habe ihnen Futterteig im hinteren Bereich auf die andere Seite gelegt.


    Mercie Eva
    • Die Bienen bauen im ersten Jahr überwiegend Arbeiterinnenzellen. Im zweiten Jahr dann erst mal Drohnenbau. Wenn die Bienen hinten anfangen zu bauen, wird der Drohnenbau eher vorne erreichtet. Später eignen sich die Drohnenzellen gut dafür, Winterfutter einzulagern. Das Brutnest ist eigentlich flugloch-nah, die Vorräte hinten. Es kann sein, dass ein Baubeginn hinten es später begünstigt, dass stark in den Honigraum hineingebrütet wird und dann zum Erntezeitpunkt noch mehr Brut im Honigraum ist. Das ist aber mehr so ein Gefühl. Belegen kann ich das nicht.

      Insgesamt ist der Wunsch, dass sie vorne anfangen zu bauen, mehr ein Gefühl und ein allgemeines Bild von mir, wie Bienen idealerweise ihr Nest aufbauen sollten. Ich sage aber immer: Bienen haben offensichtlich noch keine Imkerbücher gelesen und verhalten sich oft nicht so, wie wir glauben, was normal ist wink

      Es gibt noch praktische Probleme für den Imker: Erstmal neigen die Bienen natürlich viel stärker dazu, unter dem Trennschied durchzubauen - besonders wenn man füttert. Da die Waben hinter dem Trennschied aber mittelfristig für die Bienen wieder verloren gehen (wenn wir das Trennschied entnehmen) und es für Anfänger nicht so angenehm ist, wilden Wabenbau zu entfernen, ist das nicht so schön. Sie sollen lieber erst mal den vorderen Raum komplett ausbauen.

      Unterbinden kann man das Bauen nach hinten, in dem man dort, wo die Bienentraube sitzt, das Trennschied mit einem vorgeschraubten Brettchen o.ä. bis zum Boden verlängert. Um aber weiter von hinten füttern zu können, muss es noch einen ausreichend großen Durchgang nach hinten geben. Komplett zumachen und dann im vorderen Raum füttern, kann auch zu Komplikationen führen, wie bacalhau gerade erleben musste.

      Außerdem kann es gefährlich werden, wenn man bei einem Volk, das am Trennschied anfängt zu bauen, das Trennschied zur Ameisensäurebehandlung entnimmt. Die Waben sind ja am Schied angebaut und bekommen dadurch eine zusätzliche Stabilisierung. Die Bienen "merken" das und knallen die Waben dort mit noch mehr Honig voll. Wenn das Schied plötzlich weg ist, können die Waben hinten durch ihr Eigengewicht abreißen. Daher würde ich im Zweifel das Schied bei einem jungen, diesjährigen Schwarm, der hinten baut, bei der AS-Behandlung drin lassen. Die Ameisensäure zieht auch durch den Spalt unter dem Trennschied in den vorderen Raum. Vielleicht ist der Wirkungsgrad gringfügig schlechter. Das ist aber im Zweifel immer noch besser, als wenn die Waben abreißen. In Folgejahren, wenn die Waben schon stärker bebrütet sind, ist das kein Problem mehr.
        Erhard Maria Klein - Hamburg
      • Vielen Dank Erhard!
        Dann bin ich gespannt was passiert...
        Ich habe das Trennschied nach unten hin mit Papkarton erweitert, eine Seite kann ich leicht auf machen um das Futter (Teig) hineinzustellen.

        Am Wochenende werde ich dann mal eine Stockkarte mit Fotos anlegen, dann könnt ihr nochmal einen fachmännischen Blick drauf werfen wink

        Mercie
        Eva