beantwortet Nosema

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  • Hallo in die Runde,
    …ich habe offenbar ein richtiges Problem – Nosema.
    Das betroffene Volk sitzt auf Waben im dritten Jahr, hat sich letztes Jahr durch einen Schwarmabgang verjüngt und ist auch bis Ende Februar (Reinigungsflug mit Verkehr wie im Sommer) gut durch diverse Säurebehandlungen und den Wintergekommen.
    Danach kam eine ca. sechswöchige, mit überwiegend feuchten Tagen und Nachtfrösten gekennzeichnete Periode. Anfang April fiel mir auf, dass zwar die ersten Pollen eingetragen wurden, der erwartete Babyboom und Bautrieb aber ausblieben. Weiterhin fielen mir Schwächeln und Orientierungslosigkeit der Damen ins Auge, die z.T. direkt vor der Kiste verenden. Bis heute fliegen auch bei bestem Flugwetter vielleicht 5 Bienen die Minute ab bzw. kommen zurück. Honig ist noch reichlich vorhanden vom letzten Jahr.

    Die Öffnung der Kiste ergab dann die anhängenden Bilder.

    Zunächst habe ich das Flugloch auf 3cm eingeengt und im I-Net und Verein nach Ratschlägen gesucht. Die gefundenen Lösungen


    • Antibiotikumg Fumagillin (verboten in Deutschland) als Futterbeigabe
    • Flüssig füttern und abwarten, dass sich das Volk erholt (ausprobiert über April-Mai, Futter wurde nicht angenommen)
    • Erhöhung des Bienendurchsatzes durch mehr Pollenanagebot, Einhängen von Brutwaben
    • Erneuern der Waben/vollständige Bauerneuerung,
    • Kunstschwarmbildung
    • Volks- und Beutenvernichtung oder -ausbrennen
    bringen mich alle nicht wirklich weiter, und ich trage mich jetzt mit der Entscheidung zur untersten Lösung, da mir keine anderen Standorte zu Verfügung stehen und ich akute Ansteckungsgefahr für die übrigen Völker an diesem und benachbarten Standorten sehe.

    Nager können nicht in der BK gewesen sein, da ich das Gitter erst Anfang April entfernt habe.
    Hat hier schon einmal jemand dieses Problem gemeistert?

    Beste Grüße aus dem Bergischen Land

    Daniel

    Diese Frage wurde von bacalhau beantwortet. Siehe erste Antwort.

    • Hallo Daniel,

      zur Ursache bzw. Diagnose fühle ich mich nicht qualifiziert etwas zu sagen, aber das Volk ist aus meiner Sicht nicht mehr zu retten und wird am besten aufgelöst (Suchfunktion wird hier damit helfen, denke ich). Es tut mir leid!

      -Kevin
        Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
      • Hallo Kevin,

        ...danke für Deine Sichtweise - ich befürchte langsam dasselbe und gehe vom Schlimmsten aus....Schwefel zum Wochenende....
        Aber ich lasse den Thread bis dahin noch mal als "unbeantwortet" offen - vielleicht finden sich in der Bundesgemeinde noch Ideen.

        VG Daniel

        • bacalhau schrieb am 21.05.2015, 12:12
          und gehe vom Schlimmsten aus....Schwefel zum Wochenende....
          Aber ich lasse den Thread bis dahin noch mal als "unbeantwortet" offen

          Oder Abfegen ins warmen Wasser mit Spülmittel drin. Und, ja klar, ich würde auch gerne die Meinungen der Erfahrenen dazu hören, was das sein könnte (bzw. gewesen war)...

          -Kevin
            Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
          • Ich kenne mich mit Nosema auch nicht aus, aber es wundert mich dass das Volk nie richtig ausbaute in den 3 Jahren.
            Als wären sie nicht richtig indiegänge gekommen.
              Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
              -Stefan Brotbeck
            • Hallo Theophanu,

              ...dies ist eher auf die Trachtlage hier oben zurückzuführen - Wald-, Kuh-/Gülle-, Pferdeweiden-, Maisfelder-Dominanz und ein paar Anwohner mit Rhodendron, Flieder und anderem Gewächs, das nur wenige Honigbienen interessiert - daher überwiegt in meinem Verein die Wander- oder heimatferne Imkerei, und die Standorttreuen mit ähnlicher Lage nehmen ebenfalls geringere Ernten in Kauf, sei es denn mit Magazin oder mit der Bienenkiste.
              Einen Vollausbau hat keines meiner drei BK-Völker (Start Mitte Mai, Einfütterung 4 Wo) im ersten Jahr geschafft. 20km westlich in Köln sieht es schon ganz anders aus -> www.geisibee.de --> ...im Mai sind die dort, wo ich mit Glück im Juli bin.

              Vielleicht kann auch dieses Mitauslöser für die Nosemose-Anfälligkeit sein....kurz vor dem Auftreten des Bienendurchfalls wurde die Weide 20m neben dem Bienenstand mehrfach mit Gülle besprenkelt.


              • bacalhau schrieb am 21.05.2015, 14:46


                Einen Vollausbau hat keines meiner drei BK-Völker (Start Mitte Mai, Einfütterung 4 Wo) im ersten Jahr geschafft.

                Bei mir haben das in all den Jahren auch erst zwei Völker geschafft. Und da ich ja auch noch Warré-Völker
                habe, bin ich immer erstaunt, dass andere Imker so früh 4 Zargen aufeinander stellen (gell Drohn, Theophanou) und meine teilweise mit der 3. Zarge noch im Juli Probleme haben. In überwiegend ausgeräumten Landschaften ist das leider so.


                Vielleicht kann auch dieses Mitauslöser für die Nosemose-Anfälligkeit sein....
                Hat es im Winter störende Geräusche, Katzen, Marder oder Sturm gegeben, schlagende Äste o. ähnliches?

                bf
                  Abyssus abyssum invocat
                • Hallo bf
                  die Überwinterung ( Warre`s ) erfolgte auf 2 Zargen

                  und in der Warre sind schon bei der 4 Zarge 2 komplette Reihen ausgebaut -rechtes Volk (- linkes Volk bestimmt noch mehr)...
                  Bei mir in der BIKI sind 3 Reihen ausgebaut

                  Die BIKI die 3 km weiter steht, haben die Biens schon die halbe Kiste ausgebaut....
                  Auch der letzte Schwarm baut die BIKI auch gut aus....

                  Viele Grüße
                  Drohn

                  • So unterschiedlich bauen Schwärme, woran auch immer das liegen mag.

                    Dein Schwarm in der Biki wird aber noch etwas weiterbauen. Ist halt zur Zeit kalt bei uns.

                    gruss bf
                      Abyssus abyssum invocat
                    • Meine 1.Warré platzt auf 4 Zargen. Die 2. hat derweil gar nicht gebaut - die sind drohnenbrütig gewesen und jetzt (hoffentlich) saniert.
                      Meine neuen Trogbeuter haben ohne Füttern letztens eine ganze Zargengröße in einer Woche fast vollständig vollgebaut, das sind echte Turbobienen. Die BiKis haben aber auch ein zweites Jahr für die Vollständigkeit gebraucht.

                      Sorry Daniel, das hilft dir alles nicht weiter.
                      Ich selber würde versuchen Dr. Eich zu fragen - allerdings habe ich zZ keine Kontaktdaten.
                      Er hält (wirklich) sehr interessante Vorträge und ist Bienensachverständiger in Celle.
                        Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                        -Stefan Brotbeck
                      • Hallo Daniel
                        Wie war der Zustand dieses Volkes bei der Winterbehandlung? Wieviele Bienen hatte es? Und: War es eine kompakte Traube und genügend kalt? War der Zeitpunkt richtig um sichere Brutfreiheit zu haben?
                        Also ich heisse ja nicht Eich, aber auf dem einen Bild sehen alle toten Bienen extrem verkürzt aus, und ich würde auf Varroaschaden tippen mit darauffolgender Räuberei.
                        Wie hast du davor behandelt? Nur jeweils eine So Behandlung und ohne Kontrolle?
                        Gruss Bindi
                        • discuss.answer
                          Hallo in die Runde,

                          …ich war im Pfingsttrubel unterwegs, daher melde ich mich etwas später zu Wort.

                          Ich beantworte erstmal die gestellten Fragen:
                          Hat es im Winter störende Geräusche, Katzen, Marder oder Sturm gegeben, schlagende Äste o. ähnliches?

                          Die Kiste steht frei auf an einemWaldrand (alter Steinbruch), daher sind Dauerstörer unwahrscheinlich – allenfalls das aus Kunststoffwellbahn bestehende Dach bei Wind/Regen.

                          Wie war der Zustand dieses Volkes bei der Winterbehandlung? Wieviele Bienen hatte es? Und: War es eine kompakte Traube und genügend kalt? War der Zeitpunkt richtig um sichere Brutfreiheit zu haben?

                          Bei der Winter-OS-Behandlung (30ml) am 21.12.2014 saß die Traube auf 4 Wabengassen – aus meiner Sicht mittelprächtig, aber vital. Ende Februar der erste Reinigungsflug, mit sehr lebhaftem Flugverkehr vor der Kiste, wie ich ihn danach nicht mehr gesehen habe. Danach begannen Gülleaufbringung und Schlechtwetterperiode.
                          Jetzt hatte die Kiste immer noch über 40kg Gewicht –fast alles alt und verdeckelt, neuer Honig nur am Brutnest; Varroas konnte ich in Brut, auf dem Boden etc. nicht sehen.

                          Da sich die Bienen weiterhin auch bei wärmeren Temperaturen weiterhin auffällig apathisch verhalten haben und bei gutem Flugwetter sichtbarer „Besucheraustausch“ mit zwei neu einlogierten Schwärmen in den beiden Nachbarkisten bestand, hab ich das Volk am Freitag mit gelinde gesagt gemischten Gefühlen abgeschwefelt und die Kiste am nachfolgenden Samstag „zerlegt“ -das Ergebnis ist hier zu sehen. Bienennettogewicht noch ca. 300gr, Null Varroa.

                          Gebrütet haben sie also (Brutnest auf zwei Waben verteilt), aber die Bienen waren nicht die einzigen Bewohner – Boden, Waben und Trägerober(!)seiten (zum Kistendach) mit braunen „Stäbchen“ übersäht, die ich als Eier oder Kot von Wachsmotten identifiziere, auch ein einige dicke Maden darin – sowas erwarte ich eher in abgelagerten Honigwaben, nicht in der bewirtschafteten Kiste!

                          Ich habe gesehen, dass ein ähnlicher Fall unter
                          http://forum.bienenkiste.de/forums/thread?thread=2958#dis-post-17031
                          hier Thema war.

                          Ob es letztlich Nosema oder eine andere Infektion war (die „Hinterleibprobe“ – weißer Darminhalt bei Nosema, sonst gelb-braun), war für mich nicht eindeutig zu klären – aber mit dem Wabenverbiss der Motten allein war es wohl nicht getan. Das Interieur ist nur noch ein Fall für Dampfschmelzer und Brenner. Nun bin ich der Belassung der Brutwaben über ein zweites Jahr/mehr doch skeptischer geworden – eine Teilerneuerung war nicht machbar, da ich bei versetzter 45°-Bau teilweise vier auf einmal hätte ziehen müssen. Vielleicht hat die notwendige Rechtwinkligkeit auch etwas mit Trachtangebot und Bauschnelligkeit zu tun…jedenfalls probiere ich jetzt parallel zu BK die Mellifera Einraumbeute aus, evtl. nächstes Jahr auf den „einjährigen“ BiKis den Trommelschwarm.



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                          …ich habe offenbar ein ernstes Problem – Nosema.
                          Das betroffene Volk sitzt auf Waben im dritten Jahr, hat sich letztes Jahr durch einen Schwarmabgang verjüngt und ist auch bis Ende Februar (Reinigungsflug mit Verkehr wie im Sommer) gut durch diverse Säurebehandlungen und den Wintergekommen.
                          Danach kam eine ca. sechswöchige, mit überwiegend feuchten Tagen und Nachtfrösten gekennzeichnete Periode. Anfang April fiel mir auf, dass zwar die ersten Pollen eingetragen wurden, der erwartete Babyboom und Bautrieb aber ausblieben. Weiterhin fiel mir die Orientierungslosigkeit einiger Damen ins Auge, die z.T. direkt vor der Kiste verenden. Die Öffnung der Kiste ergab dann die anhängenden Bilder.
                          Zunächst habe ich das Flugloch eingeengt und im I-Net und Verein nach Ratschlägen gesucht. Die gefundenen Lösungen
                          - Antibiotikumg Fumagillin (verboten in Deutschland) als Futterbeigabe
                          - Flüssig füttern und abwarten, dass sich das Volk erholt (ausprobiert über April-Mai, Futter wurde nicht angenommen)
                          - Erhöhung des Bienendurchsatzes durch mehr Pollenanagebot, Einhängen von Brutwaben
                          - Erneuern der Waben/vollständige Bauerneuerung,
                          - Kunstschwarmbildung
                          - Volks- und Beutenvernichtung oder -ausbrennen
                          bringen mich alle nicht wirklich weiter, und ich trage mich gerade mit der Entscheidung zur untersten Lösung, da mir keine anderen Standorte zu Verfügung stehen und Ansteckungsgefahr für die übrigen Völker in der Nachbarschaft besteht.
                          Nager können nicht in der BK gewesen sein, da ich das Gitter erst Anfang April entfernt habe.
                          Hat hier schon einmal jemand dieses Problem gemeistert?
                          Beste Grüße aus dem Bergischen Land
                          Daniel
                          • traurige Bilder :-(