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  • Gift in meinem Garten?

    Pflanzen aus Gärtnerei, Baumarkt & Co können Bienen gefährden, warnen Umweltaktivisten

    Hobby-Gärtnern ist voll im Trend. Die Jung-Pflanzen für Balkon und Garten holen sich viele Menschen aus Gartencentern, Super- oder Baumärkten. Dass sie dabei oft auch "Bienenkiller" mit nach Hause nehmen, sei den wenigsten bewusst, moniert die Umweltschutzorganisation Greenpeace anlässlich des neu vorgestellten Reports: "Giftiger Garten Eden",

    Quer durch Europa gingen die Aktivisten auf Einkaufstour und erwarben Lavendel, Veilchen und noch dreiundreißig weitere Pflanzenarten, die für Bienen attraktiv sind. Rund achtzig Prozent der getesteten Pflanzen wiesen Rückstände von "bienengefährlichen Pestiziden" auf, so die Greenpeace-Analyse. Vierzehn Prozent der Proben enthielten sogar Pestizide, die in Europa überhaupt keine Zulassung im Zierpflanzenanbau haben. Nur zwei Proben waren unbelastet.

    Der ganze Artikel zum weiterlesen: http://www.heise.de/tp/artikel/41/41592/1.html
      Abyssus abyssum invocat
    • Hab ich letztes Jahr auch falsch gemacht und für "viel Geld" einen Haufen Pflanzen gekauft.Dann wurde ich auf den Artikel aufmerksam mit den Blühpflanzen die Pestizide in sich tragen für einen langen Blühspaß!
      Also hab ich alle Pflanzen jeden zweiten Tag geköpft ,da ich ja meine Bienen Erfreuen wollte und sie nicht Umbringen.Die Letale Dosis für Bienen ist so gering das Ich lieber die Pflanzen am Blühen hindere als nachher vor einem Scherbenhaufen zu stehen.Auf einigen Pflanzen stand sogar drauf "zum Verzehr geeignet" aber wohl eben nur für Menschen ....da hilft uns Paracelsus"Alles ist Gift..."
      Keiner meiner Verwandten (Gärtner ,Landwirt, Florist,Rettungsassistent) konnte mir sagen, wie lange das Gift in den Pflanzen verbleibt......aber wenn man alles selber aufisst sind die Bienen ja in Sicherheit. Mahlzeit Menschheit!
      Emil
      • Dann bin ja ja froh, dass ich nur Samen gekauft habe,
        aber hoffentlich nicht Gen. verändert oder ähnliches

        Drohn
        • Hallo zusammen!

          Das Problem an diesen ganzen Artikeln ist, dass die Analysen immer nur die Abbauprodukte der Pestizide nachweisen.
          Diese sind aber nicht mehr bienengefährlich, nur sagt das leider niemand von den "Experten".
          Dies soll jetzt nicht als Aussage pro Pestizide verstanden werden, aber es soll auf eine allgemeine Problematik in der deutschen Wahrnehmung hinweisen.
          Viele Aussagen bzgl. des Nachweises von irgendwelchen Stoffen enden immer dort, wo der Stoff nachgewiesen wurde. Aber über die nachgewiesenen Konzentrationen und die tatsächlich nachgewiesenen Stoffe wird nie berichtet. Das ist aber entscheidend für die Aussage gefährlich oder nicht gefährlich.
          Die Pestizide werden äußerlich auf die Pflanzen aufgebracht. Diese nehmen sie auf und der Abbau beginnt. Die äußerlich anhanftenden Reste werden von Regen oder von der Beregnungsanlage oder der Gießkanne abgewaschen.
          Folglich bringst Du auch keine Bienen um, wennDu solche Pflanzen in den Garten setzt.
          Zum Schluss vielleicht noch etwas zu den Nachweisgrenzen. Diese liegen heute so extrem niedrig, dass man teilweise in der Lage ist, einen Zuckerwürfel im Wasser des Bodensees nachzuweisen.
          Die Presse oder entsprechenden NGOs schreiben aber häufig nur, es wurde etwas nachgewiesen. Dies reicht aber leider als quantitative Aussage nicht aus, um die vorhandene Gefahr tatsächlich darzustellen.
          Die tatsächliche Gefahr muss man sich dann leider selber raussuchen, auf irgendwelchen Transparenzportalen oder durch sonstige Recherche. Und das macht leider fast niemand. So kommt es dann zu pauschalen Aussagen, dieses oder jenes ist gefährlich und sollte nicht mehr gekauft oder gepflanzt oder was auch immer werden.
          Just my 2 cents...

          Ulrich
          • Hallo Ulrich,

            ich bin ein entschiedener Gegner von Pestizideinsatz, insbesondere von hochtoxischen Neonicotinoiden und
            ich bin davon überzeugt, dass weder Regen noch Gießkanne noch Berieselungsanlage an der toxischen Situation
            für die Bienen irgendetwas ändern. Denn Bienen trinken aus Pfützen, nehmen Wasser von Blättern und aus
            Ritzen auf und überall sitzt das Gift. Geringste Mengen führen zum Tode.

            Aus dem Artikel geht deutlich hervor dass mit dem Einsatz dieser Gifte nicht gespart wurde.


            Die in Deutschland von Greenpeace untersuchten neunzehn Pflanzenproben wiesen allesamt Chemikalienrückstände auf. Siebzehn davon waren mit bienenschädlichen Pestiziden belastetet. Gefunden wurden Rückstände von Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam.

            Die massive Belastung der gezogenen Stichproben stimmt bedenklich zumal der Einsatz dieser drei Wirkstoffe von der EU-Kommission 2013 aufgrund der EFSA-Prüfung für zwei Jahre stark eingeschränkt wurde. Auf der Website des Ministeriums für Verbraucherschutz sind die Regeln nachzulesen.

            Und an die folgenden gesetzlichen Auflagen und Einschränkungen bezogen auf den Einsatz von Neonicotinoiden halten sich Baumarkt & Co bzw. deren Zulieferer ebenfalls nicht:

            Durch zusätzliche Anwendungsbestimmungen sollen alle denkbaren Expositionspfade für Bienen ausgeschlossen werden:
            Für Zierpflanzen im Freiland: Behandlung nur an Pflanzen, die im Jahr der Behandlung nicht mehr blühen
            Für Zierpflanzen im Gewächshaus: Behandlung vor der Blüte nur an Pflanzen, die nicht zur späteren Verwendung im Freiland vorgesehen sind."

            Der Abbau von Neonikotinoiden kann bis zu 3 Jahren dauern. Letztlich nehmen wir selbst das Gift auf, über
            den Boden, über die Früchte, mit dem Trinkwasser.

            Da lässt sich nichts schön reden!

            Mein Apell: Finger weg von Diesem Dreck!
            Wer sich und der Umwelt, insbesondere auch seinen Bienen etwas Gutes tun möchte, der kauft seine Pflanzen beim Bio-Versand oder dort, wo sie garantiert pestizidfrei gezogen werden (z. b. Gärtnerei Jäsch) oder zieht sie sich selbst.

            gruss bf [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 11 Monaten geändert.]
              Abyssus abyssum invocat
            • Hallo bf!

              Was den Einsatz der Pestizide allgemein angeht, bin ich voll und ganz auf Deiner Seite, auch und speziell bei der Zierpflanzenzucht.
              Aber ein Zitat möchte ich doch etwas "umformatieren".

              Die in Deutschland von Greenpeace untersuchten neunzehn Pflanzenproben wiesen allesamt Chemikalienrückstände auf. Siebzehn davon waren mit bienenschädlichen Pestiziden belastetet. Gefunden wurden Rückstände von Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam.

              Und genau darum ging es mir. Das ursprüngliche Pestizid wird in keinem Fall nachgewiesen, weil es eben doch abgewaschen ist. Klar ist, wie Du auch schreibst, dass es dann in Pfutzen und sonstwo landet. Das will ich auch nicht gut heißen. Aber was ich sagen will, dass die Pflanzen an sich nicht mehr toxisch sind, auch wenn sie die Abbauprodukte in verschwindend geringer Menge enthalten. Wie gesagt, meiner Meinung nach müssen die erst garnicht behandelt werden, aber allein die Tatsache des Nachweises ist kein Grund jetzt seinen Garten kahl zu schlagen oder die Blüten abzuschneiden.
              Gruß!

              Ulrich
              • author=Aurora date=1427105592]

                Wie gesagt, meiner Meinung nach müssen die erst gar nicht behandelt werden.

                Genau das ist es. Da bin mit Dir einer Meinung.

                Den Produzenten ist es scheißegal, was sie mit dem Gift anrichten. Es geht nur um den Profit.


                An mir verdient von diesen Leuten keiner auch nur einen Cent, weder bei Blumen noch bei
                Früchten oder Gemüse!

                gruss bf

                  Abyssus abyssum invocat
                • Dieses Thema ist zwar jetzt schon 2 Monate "alt", aber deswegen nicht minder brisant.

                  Eins vorweg: ich bin, wie wohl die meisten hier, ein absoluter Gegner jedweder Art von Pestizden, Herbiziden und Fungiziden, zumal es ja, besonders für den Hobbygärtner, ausreichend natürliche Alternativen gibt. ...und selbst im gewerblichen Pflanzenanbau hat inzwischen die Homöopathie (zumindest ansatzweise) Einzug gehalten.
                  Schlimm ist, dass Pflanzenschutzmittel in sehr vielen Fällen nicht vorschriftsmäßig angewendet werden und diese Vorschriften auch teilweise sehr weltfremd sind. Wie soll z.B. der Bauer der Anweisung folge leisten (können), seine Felder nach dem täglichen Bienenflug, also Abends, mit dem Pestizid XYZ zu besprühen?! Das geht nur in der Theorie. In der Praxis ist das nicht durchführbar.....und das wissen Bayer und Co. auch.....und bringen das Zeug trotzdem mit Genehmigung der "Lobby-hörigen" Behörden auf den Markt.
                  Änderungen und damit Verbote und ein Umdenken wird es wohl erst geben, wenn der Mensch so massiv gesundheitlich betroffen ist, dass die Behörden garnicht mehr anders können, als zu reagieren. Erste Auswirkungen sind ja jetzt schon immer wieder zu finden: letzte Woche war eine Kundin bei mir im Geschäft und fragte nach unseren Grüntees in Bio-Qualität. Wir kamen ins Gespräch und sie sagte mir, dass man bei ihr im Blut hohe Konzentrationen an Glyphosat gefunden habe!!! .....und sie deswegen jetzt nur noch Bio-Lebensmittel kaufe. Glyphosat ist nach jüngsten Tests der WHO als Krebs-erregend eingestuft.....und wird in Deutschland doch immer lustig weiter genehmigt und verkauft.
                  Aber hier sind wir auch alle als Verbraucher gefragt: wenn ich das Zeug nicht kaufe, wird's langfristig vom Markt verschwinden....Aber zu diesem Thema auch mal ein positives Beispiel: die TOOM-Baumärkte haben inzwischen sämtliche Glyphosat-haltigen Präparate aus dem Sortiment genommen!!!
                  Schlimm ist immer, dass das Kind erst in den Brunnen fallen muss, damit reagiert wird: die "Älteren" unter uns erinnern sich vielleich noch an DDT?!

                  Frank
                  • Ja, man hat mir erzählt, dass wir an der Grenze mit DDT gepudert wurden, wenn wir von Berlin aus durch 'die Zone' reisen wollten
                    und wir sind auch die, die den Fallout der oberirdischen Atomvesuche abbekommen haben. Kein Wunder, dass meine Generation auffällig früh an Krebs stirbt.

                    Wenn wir alle beginnen würden wenigstens teilweise den Dreck zu meiden
                    und unser Geld grundsätzlich nur noch denen zu geben, die sich um Alternativen mühen -dann sähe es hier längst anders aus.
                    Aber, wie geschrieben, die Selberdenker sind rar und die die danach Handelnden sind noch weniger!

                    (Wenn du Absätze machst, sind deine Texte besser lesbar. Nicht ärgern, isso smiley [Hinweis: Theophanu hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 9 Monaten geändert.]
                      Wenn für uns nur zählt, womit wir rechnen können, rechnen wir nicht mehr mit dem, was zählt.
                      -Stefan Brotbeck