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  • Hallo, ich bin Anne und habe seit 2012 ein Bienenvolk im Havelland in einer Bienenkiste. Vor ca. 2 Wochen habe ich im Honigraum eine tote Königin gefunden. Eine befreundete Imkerin hat mit mir zusammen nach Brut und Nachschaffungszellen geguckt. Es gab Brut, wir konnten aber nicht sehen, ob es Arbeiterinnenbrut ist. Eine Nachschaffungszelle haben wir nicht gesehen, hatten aber auch schlechte Sicht zwischen die Waben. Wir haben entschieden, erst einmal abzuwarten, weil die Bienen sehr ruhig und friedlich waren. Das Volk ist jetzt aber noch immer sehr klein, es wird zwar Pollen eingetragen, aber sehr wenig. Würde es Sinn machen, jetzt noch Brut dazu zu geben, und wie macht man das?

    Anne

    Diese Frage wurde von emk beantwortet. Siehe erste Antwort.

    • discuss.answer
      anne schrieb am 03.05.2013, 21:27
      Würde es Sinn machen, jetzt noch Brut dazu zu geben, und wie macht man das?
      Man nennt das "Weiselprobe". Dazu schneidet man aus einem Bienenvolk mit Brut ein Stück Wabe heraus und setzt das in das Volk, das mutmaßlich keine Königin hat.
      Das Wabenstück sollte Eier und sehr junge Larven enthalten. Deine befreundete Imkerin hat ja vermutlich Mobilbau. Dann ist es kein Problem, eine passende Stelle auf einer Brutwabe zu finden.
      Schneidet am besten ein dreieckiges Stück Wabe heraus. Nicht zu klein. Besser 10cm Kantenlänge als 5cm. Je größer das Stück ist und je mehr Zellen mit Eiern und jungen Larven auf der Wabe sind, desto größer ist die Chance, dass es klappt. Ich würde dieses Wabenstück möglichst schnell in die Bienenkiste hineinbauen und nicht überflüssig lange lagern.

      Wie kommt das Wabenstück in die Kiste? Du öffnest die Bienenkiste, gibst in der Mitte einer zentralen Brutwabe kräftig Rauch und schneidest ein entsprechendes Stück dreieckige Wabe heraus. Dann setzt Du Dein Wabenstück ein und drückst am Rand das Wachs vorsichtig etwas zusammen, um das neue Wabenstück mit der Bienenkiste zu verbinden. Dabei sollte natürlich die neue Wabe möglichst wenig beschädigt werden.

      Dann machst Du die Kiste zu und wartest ein paar Tage. Wenn Du die Kiste nach ca. 3-4 Tagen wieder öffnest, suchst Du nach Nachschaffungszellen auf dem eingesetzten Wabenstück. Wenn es welche gibt, war Dein Volk weisellos und wird auf diesem Wege eine neue Königin bekommen. Wenn es keine Nachschaffungszellen gibt, ist man immer noch nicht schlauer. Es kann sein, dass die Weiselprobe nicht geklappt hat, oder dass es doch eine Königin gibt. Man könnte dann die Weiselprobe noch mal wiederholen, oder aber müsste das Volk auflösen.

      Eine Weiselprobe kann man immer machen. Nur wenn das Volk drohnenbrütig ist - also die Arbeiterinnen anfangen Eier zu legen - dann ist es zu spät und sinnlos.
        Erhard Maria Klein - Hamburg
      • Hallo Anne,

        hast Du die Antwort von Erhard nicht gesehen? Wie sieht es denn heute aus?

        Könntest Du bitte auch die Kopie-Beiträge löschen? Vielen Dank!



        -K
          Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
        • Lieber Kevin, vielen dank für den Hinweis. Ich habe den Beitrag gelesen und versucht mit Foto den Fortgang zu berichten, aber stattdessen waren nur plötzlich die Kopien vom ersten Brief geschickt und das andere gelöscht. Ich habe keinerlei Erfahrung mit diesen elektronischen Zaubereien, wahrscheinlich wird mir noch die eine oder andere Ungeschicklichkeit passieren.
          Am 6.5. habe ich Brut von der Imkerin bekommen und sie wie es beschrieben wurde eingesetzt. Im Vergleich zu 1 Woche davor hatte sich das Bild allerdings schon verändert: Es gab unten an der zentralen Wabe mindestens 1 geschlossene Weiselzelle und viele sehr, sehr stark gewölbte geschlossene Zellen. Das Volk schien etwas stärker zu sein. Ich habe das Stück Brut trotzdem eingesetzt, weil die befreundete Imkerin es mir mit viel Herzblut extra rausgeschnitten hatte.
          Am 10.5. habe ich nachgeguckt, habe das Stück Wabe mit verdeckelter Arbeiterinnenbrut ohne Weiselzelle und leider am Boden klebend vorgefunden. Die vorhandene große und eine kleine Weiselzelle an der zentralen Wabe waren offen s. Fotos.
          Das am Boden klebende Dreiecksstück muss sicher möglichst bald entfernt werden, wenn die Bienen geschlüpft sind?
          Was kann geschehen sein? Wie kommt die Weiselzelle an den unteren Rand der Wabe wo wir vor ca. 2 Wochen gar keine Brut gesehen hatten? Und daneben die vielen (nehme ich jedenfalls an) Drohnenzellen? Gab es doch noch eine Königin? Die Imkerin meinte, sie seien vielleicht schon geschwärmt. Würde ein zahlenmäßig so schwaches Volk überhaupt schwärmen?
          Die Welt ist voller Rätsel.
          Es grüßt Anne
          • Hallo Leute,
            ich heiße Günter (Spitzname Fossi) und bin ein Imkerei-Neueinsteiger und habe ein ähnliches Problem. Zuerst einmal zu mir und meiner Bienengeschichte: Ich bin Biologe und lebe und arbeite mit meiner Frau (auch Biologin) und meinen zwei Kindern in Südchile (in der Nähe von Puerto Montt). Wir haben seit ein paar Jahren ein eigenes Haus mit großem Grundstück außerhalb der Stadt. Schon bei Baubeginn haben wir Obstbäume gepflanzt, die inzwischen jedes Jahr super blühen, aber praktisch keine Ernte bringen. Da sich kaum eine Biene hierher verirrt habe ich das auf fehlende Bestäubung geschoben und beschlossen dem mit zwei Bienenvölkern in der Bienenkiste Abhilfe zu schaffen. Bienenkiste deshalb, weil sie am wenigsten zeitintensiv ist und ich leider nicht viel Zeit habe und mit allen anderen Verpflichtungen in Haus und Garten schon gut beschäftigt bin und wir oft länger auf Expedition oder sonst wie weg sind.

            Aus marinem Sperrholz habe ich mir zwei Bienenkisten gebaut. Hier im Süden gibt es viele Wanderimker aus Zentralchile, weil die Waldblüte (v.A. Ulmo) hier sehr ertragreich und begehrt ist. Man findet aber fast keine Imker, die einem Völker abtreten würden und wenn dann meist Bienen die genetisch nicht an die nasskalten Winter hier im Süden angepasst sind. Nach langem Suchen hatte ich einen gefunden, aber der verkauft nur "Nuklei". Ich weiß nicht ob es das in Deutschland auch gibt, aber zur Sicherheit: Ein Nukleus ist hier ein Volk mit 4 Langstroth-Rähmchen (3 Brutwaben und eine Honigwabe) und einer neuen Königin. Mein Problem war die Rahmen in die Bienenkiste zu bekommen. Deshalb habe ich die Bienenkisten speziell gebaut zur Aufnahme von 4 Langstroth-Rahmen. Diese Kisten sind höher als in der Anleitung, damit die Rahmen Platz haben. Außerdem habe ich eine weitere kleine Querleiste eingebaut, breit genug, um an einer Seite 4 Rahmen zu halten. Auf der Stirnseite werden die Rahmen mit der Trägerleiste unter die normale Stirnleiste geschoben, bzw. liegen danach auf der Stirnleiste (Fotos in ein paar Tagen). Ich habe mir dafür extra 2 Langstroth-Rahmen besorgt, um Maß zu nehmen. Da der Imker 100km Schlagloch-Rüttelpiste entfernt wohnt war der Transport für die Bienen eine Qual. Der Transport erfolgte in zwei Nukleus-Kisten vom Imker, gerade groß genug um 4 Rahmen aufzunehmen. Am nächsten Tag waren die Bienen eifrig dabei die Leichen vom Transport zu entsorgen aber sie sind auch schon ausgeflogen und haben Pollen eingetragen. Der Imker riet mir eine Woche zu warten bis ich sie umsetze. In dieser Woche habe ich bei einem der beiden Völker die "Drohnenschlacht" beobachten können.

            Heute Mittag (Sonntag) war es dann soweit, die Bedingungen ideal (sonnig, kaum Wind). Ich wollte die Rahmen in die Bienenkisten befördern. Allein schon sie aus dem Transportkasten raus zu bekommen war mal gar nicht so leicht, weil während dieser Woche die Bienen die Waben miteinander und mit den Seitenwänden verbunden haben. Da musste ich mit dem Messer etwas nachhelfen. Dann musste ich aber feststellen, dass die Trägerleisten der Rahmen deutlich dicker waren als die meiner Vorlage (16mm statt 11mm) und deshalb nicht unter die Querleisten passten. Katastrophe! Mit einem Stemmeisen habe ich dann die Enden der Trägerleisten schmaler gemacht, Rahmen für Rahmen. Das war ein Stress (für mich und die Bienen) und extrem anstrengend. Nach 40 Minuten waren die Rahmen vom ersten Nukleus dann endlich in der Bienenkiste. Dabei sind leider etliche Bienen zerquetscht worden… Kaum war die Bienenkiste zu sehe ich, dass unter den Bienen, die draußen geblieben sind auch die Königin war. Also Kiste wieder auf, Königin vorsichtig hineingeschoben, Kiste zu. Uff!
            Bei der zweiten Kiste ging es schon schneller, anstrengend war es aber auch und die Bienen des zweiten Kastens waren schon etwas vorgestresst durch die Aktion bei den Nachbarn. Dummerweise war der letzte Rahmen dann auch noch etwas zu lang, so dass ich auch noch in der länge stutzen musste (wegschnitzen…). Nun zu meiner eigentlichen Frage: Beim ersten Rähmchen dieser Kiste hab ich nicht so genau geschaut, aber auf den letzten 3 Rahmen war definitiv keine Königin. Da ich wegen der Rahmenbearbeitung eh schon ziemlich lange gebraucht hatte, habe ich die Wabenuntersuchung vernachlässigt. Deshalb kann ich leider nicht sagen ob frische Eier da sind und auch Weiselzellen sind mir keine aufgefallen, es war aber auch alles voller Bienen.

            Was ratet ihr mir zu tun? Abwarten? Nochmal nachsehen, aber was könnte ich da sehen? Ich will die Rähmchen auch nicht nochmal rauspfriemeln, da zerquetsche ich nur wieder viele Bienen und Stress ist es ja auch für sie. Wie könnte ich erkennen ob da Brutzellen mit frischen Eiern sind? Zwischen den Waben ist es so eng, da sehe ich nicht dazwischen…Und wenn ich keine sehe, was könnte ich tun? Wenn das Volk sich nicht bei Zeiten eine neue Königin macht, gäbe es (bei meinen Rahmenbedingungen) da noch eine Möglichkeit das Volk zu retten?
            Für ein paar Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

            Liebe Grüße aus dem mitsommerlichen Patagonien,
            Fossi