beantwortet Abstand zur Sitzecke

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  • Hallo Ihr,

    hab meinen Kleingartennachbarn erzählt, dass ich bei mir eine BK aufstellen will. Ist relativ nah (3-4m) zu Ihrer Sitzecke.
    Welcher Abstand ist in so einem Fall sinnvoll ?
    Wie gefährlich ist es, eine BK in der Nähe von Menschen aufzustellen ?

    Was meint Ihr dazu ?

    viele Grüße aus Augsburg

    werni

    Diese Frage wurde von KMP beantwortet. Siehe erste Antwort.

    • discuss.answer
      Hallo Werni,

      welcher Abstand? Es kommt darauf an wie gerne man zuschaut. Anderthalb Meter ist ein guter Anfang, aber später wird man sein Stuhl näher rücken wollen. smiley

      Abgesehen davon, dass Bienen zum Kleingarten gehören und gewünscht sind...

      Wichtiger als Abstand ist die Flugschneise -- der Abflug (in menschlicher Höhe) soll am liebsten über deinen Garten erfolgen. Das kann man mit Hilfe von Hecken, Sträuchern usw. beeinflussen. Es ist relativ leicht allgemeine Informationen zu diesem Thema im Netz zu finden. Hier ein Beispiel: Ratschläge zur Bienenhaltung in Wohngebieten:
      Das erste Gebot bei der Bienenhaltung... ist die Schaffung von Verständnis und Akzeptanz
      durch die Nachbarn. In Orten, in denen die Bienenhaltung ortsüblich ist, müssen Nachbarn die Haltung von Bienenvölkern dulden, sofern bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sind.... Die meisten Probleme mit Bienenhaltung können durch eine offene, gesprächsbereite Haltung des Imkers vermieden werden.

      Gefährlich ist es auch nicht*, zumindest nicht 'gefährlicher' als "im Garten sitzen". Bienen sind keine Fleischfresser wie die Wespen, sondern Vegetarier. Sie interessieren sich in der Regel weder für Menschen noch den Frühstückstisch.

      -K

      * Doch, es gibt imkerliche Risiken: auf eine Leiter steigen, auf eine Leiter steigen...

        Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
      • Hallo,Ihr Bienenfreunde, lese Eure Beiträge und bin ganz "neidisch", daß es auch vernünftige Nachbarn gibt,die Verständnis und Akzeptanz aufbringen,was hier, bei mir leider nicht der Fall ist. Bin "Frischling" und habe mich so auf das naturgemäße Halten von einem Schwarm Bienchen in der Mellifera Bienenkiste, hier bei uns im Schrebergarten, gefreut.Dazu mußte ich die drei angrenzenden Nachbarn um Zustimmung bitten und natürlich macht Einer nen Strich durch die Rechnung. Seine Frau ist allergisch, was ich auch per Attest, bestätigt bekomme und er verweigert die Zustimmung. Damit soll nun Alles zu Ende sein, obwohl es noch nicht mal angefangen hat und ich auch schon, bis auf die Bienen, Alles zusammen hab!?!?
        • Jemand die eine Bienengiftallergie hat, verbringt ihre Zeit in einem Schrebergarten? Vielleicht findet ihr einen anderen Schrebergarten oder Standort.

          Das tut mir Leid.

          Schöne Grüße

          Kevin
            Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
          • Hallo Jule,
            ist schon komisch, wie viele Menschen heutzutage Bienenallergie haben. Die verwechseln da was.
            Wenn die Biene sticht, schwillt`s an. Und die Ärzte verdienen an diesen unwissenden
            und überängstlichen "Patienten", attestieren ihnen dann auch noch Bienenallergie!
            Meiner Erfahrung nach sind das die unbequemsten Zeitgenossen. Die haben auch noch andere
            "Allergien", gegen alles , was ihnen nicht passt.

            Wieso brauchst du die Zustimmung der Nachbarn, um eine Bienenkiste aufzustellen.
            Steht das so in den Statuten des Schrebergartenvereins?

            Du musst wissen: Bienenhaltung ist priviligiert. Mich würde da keine Nachbar/in
            von abhalten.

            Gruss bf
              Abyssus abyssum invocat
            • das Thema hatten wir bereits verschiedentlich diskutiert. Hier ein Auszug aus
              http://www.mellifera-netzwerk.de/forum/thread/3102/bienenhaltung-auf-dem-balkon-urteil-ag-hamburg-harburg-az-641-c-377-13#dis-post-18195

              Ein Nachbar wollte einem Imker die Bienenhaltung auf dem Grundstück nebenan verbieten. Er leide unter einer Bienengiftallergie, die nach Auskunft seiner Ärzte lebensbedrohlich sei, und er sei schon mehrfach gestochen worden, seit die Bienen auf dem Nachbargrundstück seien, begründete er sein Anliegen. Das Amtsgericht Dippoldiswalde entschied mit Urteil vom 26. November 2010 zugunsten des Imkers (AZ: 3 C 412/09) und wies die Klage ab. Die Beeinträchtigung sei für einen durchschnittlichen Grundstückseigentümer unwesentlich.
                Abyssus abyssum invocat
              • Hallo Jule,
                eine von meinen Nachbarn wollte auch nicht, dass ich meine Bienenkiste an der Grundstücksseite aufstelle, welche an ihren Garten grenzt. Erst traurig, habe ich dann doch noch eine Alternative auf der anderen Seite des Hauses gefunden (was sich im Nachhinein als viel günstigerer Standort herausgestellt hat).
                Als ich nach einem Jahr ein Glas Honig zu diesen Nachbarn brachte, waren sie ganz erstaunt, dass ich nun offensichtlich doch Bienen hatte und haben noch verwunderter geschaut, als ich sagte wie lange schon.
                Noch mehrmals schwärmten Sie von meinem Honig und alles ist gut.

                In einem Kleingarten gibt es sicher nicht so viele Alternativen, aber manchmal dafür leere Partzellen. Frag doch mal beim Vorstand nach. Beziehungsweise könntest du ihn auch um Schlichtung bitten. Mit den Trumpf der Bestäubungsleistung solltst du eigentlich die besseren Karten haben.
                • bienenflug schrieb am 10.04.2016, 20:56

                  ist schon komisch, wie viele Menschen heutzutage Bienenallergie haben. Die verwechseln da was.
                  Wenn die Biene sticht, schwillt`s an. Und die Ärzte verdienen an diesen unwissenden
                  und überängstlichen "Patienten", attestieren ihnen dann auch noch Bienenallergie!
                  Das halte ich für eine ziemlich steile These. Allergietests sind kein Hexenwerk und allergische Reaktionen auf Bienengifte sind nicht einfach Schwellungen sondern lebensbedrohliche Zustände. Eine befreundete Imkerin hat jahrelang ohne Probleme geimkert und eines Tages hat sie nach einem Stich rote Flecken am ganzen Körper und akute Atemnot bekommen => Transport mit dem NEF in's nächste Krankenhaus. Da das Ergebnis reproduzierbar ist, imkert sie seither nur noch mit Vollschutz und Notfall-Set.
                  Meiner Erfahrung nach sind das die unbequemsten Zeitgenossen. Die haben auch noch andere
                  "Allergien", gegen alles , was ihnen nicht passt.
                  Wieso brauchst du die Zustimmung der Nachbarn, um eine Bienenkiste aufzustellen.
                  Steht das so in den Statuten des Schrebergartenvereins?
                  So ist es und das ist an sich auch gut so. Bienenhaltung ist an sich in der Kleingartenanlage erwünscht, aber wer in seinem Kleingarten Bienen halten will, muss auch Acht darauf geben, dass das mit den Nachbarn verträglich ist.
                  Du musst wissen: Bienenhaltung ist priviligiert. Mich würde da keine Nachbar/in
                  von abhalten.
                  Wie oben geschrieben: Erwünscht, aber unter Bedingungen. So eine "Ich will hier um jeden Preis imkern"-zentrierte Ansicht würde den Vorstand aber auch nicht davon abhalten, Dir das Pachtverhältnis zu kündigen. Die Begründung hättest Du dann schon selbst geliefert.

                  cookie
                  • Die Beziehungen zu den Nachbarn sind auch wichtig, vielleicht um so mehr im Kleingarten, wo man denen regelmäßig begegnen wird.

                    Den Tipp von Bienaliena, beim Vorstand nach einer anderen Parzellen im Garten zu fragen -- oder jemanden im Kleingarten zu finden (an einer andren Ecke), der "mitmachen will" und Platz für die Kiste bieten kann, finde ich gut. Ja, die Bestäuber sind i.d.R. gerne gesehen.

                    -K


                      Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
                    • Das halte ich für eine ziemlich steile These

                      hallo Cookie,
                      die heutige Gesellschaft ist nicht mehr so wie vor 60 Jahren, als
                      Nachbarschaftshilfe noch täglich geübte Praxis war und als Nachbarn noch
                      gut miteinander auskommen mussten.
                      Heute sind wir ein Volk von Egoisten. Jeder ist sich selbst am nächsten.
                      Und oweh, wenn mir da jemand Unbequemes daherkommt. Leider werden Imker
                      als solche Unbequeme Nachbarn angesehen.

                      Wäre das Bienenhalten von der Einwilligung der Nachbarn abhängig, so würde sich die Zahl der Bienenstände sicher sehr stark vermindern. Ich kenne zwar Nachbarn von Imkern, welche volles Verständnis für die Bienenzucht an den Tag legen, leider aber auch solche, welche in ständigem Zank und Zwist mit dem Imker leben - - bloß deshalb weil er Bienen pflegt. Die verschiedenen Beweggründe hierfür wollen wir an dieser Stelle unerwogen lassen.
                      Könnten wir uns daher nicht auf verschiedene Vorrechte stützen, auf Rechte, die den Imkern eingeräumt werden mussten, weil die Biene im Haushalte der Natur unentbehrlich ist, so läge die Bienenzucht sicher heute noch arg darnieder.
                      Doch trotz dieser Privilegien findet hie und da ein Advokat einen Paragraphen, mit dem er den Imker in verschiedenen derartigen Streitfällen und Vorkommnissen sachfällig und verantwortlich zu machen glaubt. Wenn auch dann das Recht fast ausschließlich zugunsten des Imkers entscheidet, so bin ich doch der Meinung, daß man stets das Mögliche tun soll, um Streitfälle zu vermeiden.

                      gruss bf


                      @Massel
                      merkst du was?
                        Abyssus abyssum invocat
                      • Hallo
                        habe auch gemerkt das sich die Gesellschaft geaendert hat.Aber was hat mann uns da Anfang der Achtziger und dann weiter immer intensiver angetan ?Ist es nur dem System in den wir lebten und leben zuzuschreiben ?... aber das meintest Du bestimmt nicht...
                        lg
                        massel

                          " An Stelle der kostspieligen, zum Sport ausgearteten Kunstimkerei hat eine naturverbundene, einfache Erfolgsimkerei zu treten."
                          Siedlern und Bauern als berufene Bienenzuechter muss es moeglich gemacht werden, mit einer leicht selbst herstellbaren einfachen Bienenwohnung, ohne besonderen Aufwand an Material, Fachkenntnisse, Geld und Arbeit, ohne Maschinen und Geraete, ohne Zuckerverbrauch und Kunstwaben, auf rein naturgemaesse Art, erfolgreich zu imkern.

                        • Hallo massel,
                          du hast recht, das meine ich nicht.

                          Die beiden letzten Abschnitte ab " Wäre das Bienenhalten von der Einwilligung der Nachbarn abhängig,......"
                          stammen nicht von mir - - sondern von Heinrich Storch!!! sind sozusagen antiquarisch.
                          Es ist doch immer wieder erfrischend, wie weitsichtig die alten Imkermeister waren und
                          noch sind.
                          Es hat gerade so gut gepasst, dieses Zitat zu schreiben und nicht als Fotoausschnitt
                          einzustellen (So wird`s vielleicht auch nicht gleich als "alter Kram" abgetan.)

                          gruss bf
                            Abyssus abyssum invocat
                          • Hallo,Ihr Lieben und ganz herzlichen Dank für alle Infos,Ratschläge und Ideen!