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  • Anfang des Jahres gab es einen interessanten Artikel in der ADIZ (siehe Anhang). Dort wird beschrieben, wie man im Magazin per Inforot-Thermomenter feststellen kann, ob ein Volk brutfrei ist, ohne Waben ziehen zu müssen. Warum ist das nützlich? Zur Oxalsäurebehandlung im Winter soll das Volk ja brutfrei sein, damit die Behandlung einen guten Wirkungsgrad hat. Da wir in der Bienenkiste die Waben nicht ziehen könnnen (und das im Winter ohnehin keine so gute Idee ist), können wir den Zustand der Brutfreiheit nur indirekt ermitteln (Faustregel: drei Wochen nach den ersten richtigen Nachtfrösten). Es wäre also sehr schön, wenn es eine sichere Methode gäbe, die Brutfreiheit in der Bienenkiste zu bestimmen. Aber auch das Gegenteil ist interessant: Brütet ein Volk nach einem Schwarmabgang wieder - ist es also mutmaßlich weiselrichtig?

    Die Ergebnisse aus dem Magazin, lassen sich nicht 1:1 auf die Bienenkiste übertragen. Im Magazin wird von oben gemessen, wohin bekanntermaßen die Wärme steigt. In der Bienenkiste würde man von unten in die Wabengassen hinein messen.

    Meine ersten Versuche zeigen, dass es evtl. möglich ist, auch in der Bienenkiste die Brutfreiheit so zu bestimmen, der Abstand zwischen Brutfreiheit und Brut ist aber nicht so groß, wie im Artikel beschrieben. Wenn man in der geöffneten/aufgestellten Kiste mit dem IR-Thermometer die Wabengassen entlang misst und dann dort, wo die Temperatur am höchsten ist (ca. 30 Grad) die Bienen mit etwas Rauch zurückdrängt, dann sieht man vielleicht schon verdeckelte Brutzellen. Außerdem habe ich, wenn ich in die Wabengassen tiefer hinein gemessen habe, Temperaturen von 32 bis 33 Grad zu messen.

    Ich werde in den nächsten Wochen weitere Messungen durchführen und möchte Euch bitten, sofern Ihr ein IR-Thermometer habt, Euch daran zu beteiligen und hier die Ergebnisse mitzuteilen.

    Was auf jeden Fall funktioniert, ist zielgerichtet das Brutnest zu finden (=höchste Temperatur). Ob man auch eine einigermaßen sichere Aussage treffen kann, dass das Volk nicht mehr brütet, ist mir bisher noch nicht klar.

    Falls es funktioniert, könnte man beim Öffnen der Kiste für die OS-Behandlung vorher noch einmal "Fieber" messen. Falls sich dabei herausstellen sollte, dass das Volk noch brütet, würde man die Kiste wieder schließen und es ein paar Wochen später erneut versuchen.

    Ich verwende folgendes Thermometer (wichtig ist, dass es eine Optik hat und punktgenau misst und dass es auch bei ca. Null Grad Lufttemperatur noch halbwegs korrekte Werte liefert):
    TFA 31.1122 Infrarot-Thermometer ScanTemp 380

    ADIZ-Artikel [Hinweis: emk hat den Beitrag zuletzt am vor 6 Jahren, 1 Monat geändert.]
      Erhard Maria Klein - Hamburg
    • emk schrieb am 10.10.2013, 10:30
      Was auf jeden Fall funktioniert, ist zielgerichtet das Brutnest zu finden (=höchste Temperatur). Ob man auch eine einigermaßen sichere Aussage treffen kann, dass das Volk nicht mehr brütet, ist mir bisher noch nicht klar.

      Erhard,

      kennst Du dieses Bild von mir?



      Ich konnte letztes Jahr unter bestimmten Wetterumständen an die Verschmelzung der Reifbedeckung erkennen wo die Wintertraube sich aufhält. Findet dein Gerät das Brutnest auch bei Abmessungen von außerhalb der Kiste? (Nicht unbedingt durch das Dach, meine ich.) [ Aha, die Antwort steht schon im Artikel. Und man (ich) muss hier zwischen Brutraum und Wintertraube unterscheiden. ]

      Schöne Grüße

      Kevin
      [Hinweis: KMP hat den Beitrag zuletzt am vor 6 Jahren, 1 Monat geändert.]
        Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Stockwaage - Visitenkarte
      • emk schrieb am 10.10.2013, 10:30
        Ich werde in den nächsten Wochen weitere Messungen durchführen und möchte Euch bitten, sofern Ihr ein IR-Thermometer habt, Euch daran zu beteiligen und hier die Ergebnisse mitzuteilen.
        Gern, ein passendes IR-Thermometer ist vorhanden. Bisher verwende ich es eigentlich zum Backen und da ist es ziemlich egal ob die angezeigte Temperatur von z.B. 252°C tatsächlich doch eher 250°C oder 254°C beträgt. Wie gut es wirklich kalibriert ist, muss ich erst einmal überprüfen. Mal schauen, was es bei Null und 100°C anzeigt.

        Wenn man in der geöffneten/aufgestellten Kiste mit dem IR-Thermometer die Wabengassen entlang misst und dann dort, wo die Temperatur am höchsten ist (ca. 30 Grad) die Bienen mit etwas Rauch zurückdrängt, dann sieht man vielleicht schon verdeckelte Brutzellen. Außerdem habe ich, wenn ich in die Wabengassen tiefer hinein gemessen habe, Temperaturen von 32 bis 33 Grad zu messen.
        Kühlt die Wabengasse bei den aktuellen Umgebungstemperaturen eigentlich sehr schnell aus, d.h. sehe ich bei wiederholten Messungen an der gleichen Stelle fallende Temperaturen und wäre das Auskühlen ein Problem, sofern die Bienen noch Brut haben?
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        • Bei der Frage nach der Genauigkeit geht es vor allem um die Umgebungtemperatur (nicht die Körpertemperatur, die man misst). Manche Thermometer zeigen grob falsche Werte an, wenn die Lufttemperatur nicht ungefähr Zimmmertemperatur ist. Auf jeden Fall sollte das Thermometer Zeit haben, sich auf an die Lufttemperatur anzugleichen.

          Das Auskühlen der Brut halte ich in dieser kurzen Zeit für kein Problem
            Erhard Maria Klein - Hamburg
          • Neulich hatte ich die zusätzliche Dachisolierung (Styropor, nicht unbedingt empfohlen aber war vorhanden) mal leicht angehoben und die Hand darunter geschoben. Meinem Eindruck, dass das Holz unter der Isolierung an verschiedenen Stellen unterschiedlich warm ist, bin ich dann mit dem IR-Thermometer nachgegangen, indem ich die Isolierung schrittweise zur Seite gezogen und jeweils unmittelbar die Oberflächentemperatur des freigelegten Holzes gemessen habe. Diese betrug an verschiedenen Stellen der Kistenoberseite 14°C, direkt über der Wintertraube jedoch 18°C. Möglicherweise läßt sich in der Saison die Lage des Brutnest in der Art auch indirekt von aussen ermitteln, indem man für eine Weile die Isolierung auflegt und dann an verschiedenen Stellen misst. Richtig gut wäre dazu eine Wärmebildkamera.
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            • Hallo cookie

              Richtig gut wäre dazu eine Wärmebildkamera.

              Ich könnte mir vorstellen dass es dazu eine app fürs Smartphone gibt. Bin darin leider nicht sehr
              bewandert.
                Abyssus abyssum invocat
              • cookie schrieb am 10.03.2014, 22:15
                Neulich hatte ich die zusätzliche Dachisolierung (Styropor, nicht unbedingt empfohlen aber war vorhanden) mal leicht angehoben ...
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                Wann ist denn "neulich" genau?
                Wirklich interessant wäre, wenn man den negativen Nachweis - Brutfreiheit - erbringen könnte.
                  Erhard Maria Klein - Hamburg

                • Wann ist denn "neulich" genau?
                  Wirklich interessant wäre, wenn man den negativen Nachweis - Brutfreiheit - erbringen könnte.
                  Ende letzter Woche habe ich die Oberflächentemperatur gemessen. Ich werde das beobachten und bin gespannt, wie sich die Temperaturen entwickeln, wenn das Volk wieder alle Wabengassen besetzt, ob dann noch signifikante Temperaturunterschiede zu messen sind. Das wird aber sowieso nur gehen, wenn ich die Isolierung drauf lasse. Andernfalls erwarte ich an der Aussenseite der Kiste überall mehr oder weniger Umgebungstemperatur. Vielleicht läßt sich an einer erhöhten Temperatur auf ein Brutnest schließen, ob das Fehlen so einer wärmeren Stelle im Deckel dazu ausreicht, von Brutfreiheit auszugehen, glaube ich aber eher nicht.
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                  • ja, deshalb sieht die Methode ja eigentlich vor, in die Wabengassen zu messen. Das Problem bei der Bienenkiste im Vergleich zum Magazin ist aber, dass man im Magazin von oben messen kann, wo ja bekanntlich die Wärme hin steigt und bei der Bienenkiste von unten. Bei meinen ersten Messungen in die Wabengassen habe ich zwar Unterschiede gefunden, bin mir aber nicht sicher, ob das signifikant ist.
                      Erhard Maria Klein - Hamburg