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  • Damit man den Beitrag später leichter findet, mache ich diesen neuen Faden auf.


    Heute Nachmittag war Basteln angesagt: zwei offene Gitterböden für den kommenden Winter!

    Da Morgen, spätestens Übermorgen meine 2. AS-Behandlung zu Ende ist, bin ich bis zur Oxalsäurebehandlung mit allem durch.
    Das bedeutet, dass nach Entnahme der Nassenheider Verdunster die Bienenkisten-Böden versuchsweise
    bei zwei Beuten gegen offene Gitterböden ausgetauscht werden können. So musste ich welche bauen.

    - erst mal ne Schubkarre mit alten Fussbodenbrettern und Kantkölzern aus dem Schuppen genommen.
    - Das Holz so zurecht geschnitten, dass daraus Böden mit gleichen Maßen wie meine Biki-
    Böden werden
    - alles zugeschnitten, zusammengeleimt, verschraubt und dann im Bereich des Brutraums ein
    Lichschachtnetz aus Aluminium zurecht geschnitten und aufgetackert.
    - geschlossene Trennschiede geschnitten und Holzschablonen zur Einengung des Fluglochs auf max.
    5 cm während der gesamten Wintersaison
    - 8 Verschlusshaken geschnitten, gehämmert, gefeilt (kommen auf die gleichen Stellen wie bei den
    geschlossenen Böden)

    Von dieser Maßnahme verspreche ich mir folgende positive Effekte:

    - Völker sitzen trocken, kalt,
    - sie gehen vermutlich eher aus der Brut
    - möglicherweise wenig bis keine Schimmelbildung, da Schwitzwasser vermieden wird
    - weniger Futterverbrauch
    - gesundes Brutverhalten, da evtl. Kalkbrut vermieden werden kann
    - Nestwärmebindung bleibt erhalten, weil die vorgesetzte Fluglocheingengung Stoßwinde und
    plötzliche Kälteeinbrüche verhindert
    - Einfall von Sonnenlicht während des Winters wird weitestgehend vermieden,
    (verhindert möglicherweise unnötiges Rausfliegen und Erstarren von Bienen)

    Ich werde zwei Kisten mit herkömmlichen Böden und zwei Kisten mit offenen Gitterböden vergleichen
    können.

    Entgegen meiner ersten Handskizze im vorausgegangenen Beitrag bleiben die Honigräume unten komplett
    offen. Die offenen Trennschiede werden hingegen gegen geschlossene Trennschiede ausgetauscht,
    so dass der Brutraum nun in sich einen geschlossenen Raum ergibt.

    Vielleich gibt's Interesse am Nachbau.

    Meinungen sind gerne erwünscht.

    gruss bf




      Abyssus abyssum invocat
    • Hallo Werner,

      es wäre sehr schön, wenn Du die Völker gewichtsmäßig vor und nach dem Winter vergleichen würdest. Mich würden sehr interessieren, ob der Futterverbrauch bei den offenen Böden merklich von den geschlossenen Kisten abweicht. Ausprobieren werde ich offene Böden aber nicht.

      Ansonsten werde ich wie Du die Fluglöcher während des Überwinterns einengen, bei mir auf etwa 10 cm. Ich habe aber auch über den Sommer die Fluglöcher immer mindestens halb geschlossen.

      Die Trennschiede, die bis zum Boden reichen, habe ich auch schon fertig. Auf den Totraum hinten können die Bienen meiner Meinung nach sehr gut verzichten.

      Viele Grüße

      Michael
      • Hallo Michael,
        ich werde die Kisten wiegen, wenn der Gitterboden drauf kommt, und wenn ich ihn wieder runter
        nehme. Mich interessiert aber mehr, wie sie durch den Winter kommen.
        Im Übrigen habe ich, wie du, seit Anfang August die Fluglöcher auf ca. 7 cm eingeengt, dies durchgehend. Und habe bisher keinen Schaden durch Wespen oder Räuberei erkennen können.

        gruss bf [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 3 Jahren, 10 Monaten geändert.]
          Abyssus abyssum invocat
        • Hi BF
          Finde ich super das Du den Versuch startest. Werde mit Spannung den Verlauf verfolgen.
          Immer mehr Imker in meiner Region gehen dazu ueber Ihre Voelker mit offenen Boeden zu ueberwintern. Weniger Futterverbrauch und weniger/kaum Schimmel sind die Hauptargumente. Allerdings stehen deren Beuten, in der Regel, im Freien.
          Wenn mich nicht alles tauescht stehen deine BK*s in einem Bienenhaus? Und wenn ja :Hat das denn einen Boden oder ist der offen? Du wirst ja sicher gemessen haben ,ob sich die Luftfeutigkeit & Temperatur im Haus erheblich von der draussen unterscheidet?

          beste gruesse
          massel
            " An Stelle der kostspieligen, zum Sport ausgearteten Kunstimkerei hat eine naturverbundene, einfache Erfolgsimkerei zu treten."
            Siedlern und Bauern als berufene Bienenzuechter muss es moeglich gemacht werden, mit einer leicht selbst herstellbaren einfachen Bienenwohnung, ohne besonderen Aufwand an Material, Fachkenntnisse, Geld und Arbeit, ohne Maschinen und Geraete, ohne Zuckerverbrauch und Kunstwaben, auf rein naturgemaesse Art, erfolgreich zu imkern.

          • hallo Massel,
            wenn das Zeitfenster (Sonnenschein statt Regen) es heute zulässt, werde ich heute
            Spätnachmittag die Böden auswechseln. Foto werde ich einstellen und auch auf deine
            Fragen noch eingehen.

            bf
              Abyssus abyssum invocat
            • Hallo Massel,
              die Böden sind ausgewechselt. Ging nicht ohne Stiche in die Arme ab. Einesteils habe ich ein
              gutes Gefühl. Die Bienen sitzen jetzt kompakt, da der offene Honigraum entfällt. Andererseits
              lasse ich mich überraschen, wie die Bienen sich nun weiter verhalten.

              Die Kisten wollte ich wiegen, aber sie waren so schwer, dass ich sie nicht auf die Personenwaage
              stellen konnte. Hinzu kam, dass die Sonne das Display der Waage geblendet hat und ein Ablesen
              der Daten unmöglich gewesen wäre. Ich hätte eine zweite Person als Hilfe gebrauchen können.

              Meine Bienenkisten stehen im Stall absolut trocken, aber kalt. Da ist keine Feuchtigkeit drin.
              Und weitestgehend dunkel stehen sie auch.

              Nun bitte die Fotos im Anhang betrachten.

              Gruss bf

                Abyssus abyssum invocat
              • Ich hätte eine zweite Person als Hilfe gebrauchen können.

                Warum nicht Drohn verknechtet ? smiley Spass!

                Ja dann mal gutes Gelingen !



                  " An Stelle der kostspieligen, zum Sport ausgearteten Kunstimkerei hat eine naturverbundene, einfache Erfolgsimkerei zu treten."
                  Siedlern und Bauern als berufene Bienenzuechter muss es moeglich gemacht werden, mit einer leicht selbst herstellbaren einfachen Bienenwohnung, ohne besonderen Aufwand an Material, Fachkenntnisse, Geld und Arbeit, ohne Maschinen und Geraete, ohne Zuckerverbrauch und Kunstwaben, auf rein naturgemaesse Art, erfolgreich zu imkern.

                • Hallo Ihr beide

                  kann ich Hellsehen.....- nein lach

                  und mein zweiter Imker ist auch nieeeee da wenn ich Ihn brauche...- kennst das ja bf

                  Viele Grüße
                  Drohn

                  • hallo drohn,

                    ja, für ne einfache schnelle Handreichung liegen unsere Dörfer nun doch etwas weit auseinander.

                    Ich bin mit der Einwinterung durch. Wie sieht es bei Euch aus?

                    gruss bf
                      Abyssus abyssum invocat
                    • Hinweis für Bauwillige:

                      Aldi Nord bekommt ab Do. 24.09.15 wieder die Lichtschacht-Abdeckung aus hochwertigem, engmaschigem Aluminiumgewebe ins Angebot. Preis pro Rolle (120 x 60 cm) beträgt 3,49 Euro.

                      Werde mir welche auf Vorrat kaufen.

                      bf
                        Abyssus abyssum invocat
                      • Morgen früh kaufe ich mir 3 oder 4 Rollen von diesem engmaschigen Alu-Drahtgewebe auf Vorrat.
                        Kann sein, dass ich nächstes Jahr alle 4 Bienenkisten auf offene Winterböden setzte.

                        Die Folie kann man aber auch für andere Zwecke gut gebrauchen, wie z. B.

                        - als Wanderboden (wenn man die Kiste mal transportieren muss, aus welchen Gründen auch immer,
                        um ein Verbrausen zu vermeiden)
                        - bei Erstbesiedlung oder Neubesiedlung, wenn ich die Kiste zum Imker bringe und mir einen
                        Schwarm einsetzen lasse
                        - beim Bau einer Schwarmfangkiste (als Lüftungsgitter verwenden)
                          Abyssus abyssum invocat
                        • Ich bin kein Freund von offenen Böden. Es widerspricht der Natur des Bien. Wildvölker suchen sich Wohnungen, die geschlossen sind. Die Argumente "kalter Sitz, weniger Feuchtigkeit" sind zwar nachvollziehbar und letztlich auch der Grund für die Überwinterung auf offenem Boden im Magazin. Mein Gefühl sagt mir aber, dass die Bienenwohnung trotzdem geschlossen sein sollte. Bei der Bienenkiste möchte ich noch die Geometrie zu bedenken geben. Durch die flache Bauweise ist ein offener Boden ein viel stärkerer Eingriff, als im Magazin.

                          Um Schimmelbildung vorzubeugen, wären kleine vergitterte, im Sommer mit einem Korken verschließbare Löcher in den oberen Ecken, evtl. noch im hinteren Bereich des Bodenbretts ausreichend.

                          Interessant dagegen finde ich die Idee, im Winter das Rückbrett zu versetzen, dorthin, wo das Trennschied ist und den hinteren Raum quasi offen zu lassen (evtl. hinten Wetterschutz gegen Schlagregen und Schnee anbringen). Das würde mögliche Schimmelbildung im hinteren Raum zumindest sicher vermeiden und ein der Volksgröße angepasster Raum hat sicherlich eher positive Effekte.

                          Übrigens: wenn es tatsächlich so wäre, dass die "Nestduftwärmebindung" durch den offenen Boden nicht gestört wird, wird es kaum einen positiven Effekt im Blick auf mögliche Schimmelbildung geben. Wenige Zentimeter außerhalb der Wintertraube schlägt sich das Kondenswasser (hinten/oben) nieder.
                            Erhard Maria Klein - Hamburg
                          • Hallo Erhard,
                            der Grund dafür, warum ich offene Böden austesten möchte, ist die evtl. Vermeidung
                            von Kalkbrut im zeitigen Frühjahr.
                            Was ich momentan bei den beiden Kisten mit offenen Böden feststellen kann, ist

                            - ein agileres Flugverhalten gegenüber den beiden geschlossenen Kisten
                            - eine erhöhte Sensibilität bei Geräuschen / Kontakt mit der Kiste.
                            Schon beim kleinsten Kratzer an der Kiste brausen sie auf.

                            Auch bin ich auf die weitere Entwicklung der Völker gespannt.

                            Durch die flache Bauweise ist ein offener Boden ein viel stärkerer Eingriff, als im Magazin.
                            Dem stimme ich zu.
                            Wenn ich erkenne, dass die offenen Böden für die Völker keine Verbesserung mit sich bringen,
                            lass ich`s wieder sein.
                            Schau`n wir mal. Werde berichten.

                            bruss bf

                              Abyssus abyssum invocat
                            • emk schrieb am 24.09.2015, 09:24
                              Ich bin kein Freund von offenen Böden. Es widerspricht der Natur des Bien. Wildvölker suchen sich Wohnungen, die geschlossen sind. Die Argumente "kalter Sitz, weniger Feuchtigkeit" sind zwar nachvollziehbar und letztlich auch der Grund für die Überwinterung auf offenem Boden im Magazin. Mein Gefühl sagt mir aber, dass die Bienenwohnung trotzdem geschlossen sein sollte.

                              Dazu möchte ich ein schönes Zitat ergänzen, dass Deinem Gefühl entspricht:
                              Immlein ist ein Sonnenvöglein, das der Wärme bedarf. Ein kühler Lufthauch nur, es erstarrt,
                              er bringt ihm den sicheren Tod. Und vor dem wollen wir es ja nach Möglichkeit bewahren.


                              Diese Aussage ist sicherlich im Hinblick auf einen offenen Gitterboden in der Größe des Brutraumes der Bienenkiste zu berücksichtigen.

                              Möglicherweise kann man den Erfordernissen des Bien dadurch Rechnung tragen, dass man eine
                              frühe Wintereinfütterung vornimmt, so dass man um den 8. September rum seine Völker winterständig hat.
                              Wenn bis dahin die Völker durch den geschlossenen Boden schön warm gehalten wurden, so
                              konnten sie auch bei schlechtem Wetter das dargereichte Futter wunderbar verdeckeln, weil
                              die Nestwärme gebunden war.
                              Meine Überlegung geht dahin, dass diese Wärme anschließend für die Bienen nicht mehr
                              so von Bedeutung sein könnte, weil sie bereits die Brut reduzieren und den nahenden Winter
                              spüren.
                              Im Frühjahr aber, wenn das Volk erwacht, bekommt es wieder seinen festen Boden, um die
                              junge Brut vor allen Witterungsunbilden zu schützen.

                              gruss bf
                                Abyssus abyssum invocat
                              • Nachdem was im nachgehängten Artikel über die Verwendung eines offenen Gitterbodens geschrieben steht, wäre ein geschlossener Boden - übertragen auf das Biki-Konzept - eigentlich nur in drei Kurzzeitperioden zweckmäßig:

                                - im März, weil dort starke Witterungsschwankungen und Kaltlufteintrag die Brut schädigen könnte
                                - und im Sommer, während einer oder zwei Varrobehandlungs-Zyklen (dafür muss auch bei der Biki
                                der Boden geschlossen sein.

                                Weil meine Kisten jedoch in einem geschlossenen Raum stehen und keiner direkten Witterung ausgesetzt sind, überlege ich, ob ich den offenen Boden im März auch drin lasse könnte.
                                  Abyssus abyssum invocat
                                • Hallo bf

                                  wäre es nicht besser immer den offenen Gitterboden in der Biki zulassen und den geschlossene Boden mit Seitenteile ( so hoch wie das Kantholz unter dem Gitterboden) einfach wenn es gebraucht wird drunterzustellen.
                                  Biki hochziehen, geschlossener Boden drunterstellen- biki nach unten ablassen - fertig
                                  Du kannst ja einen Seilzug benutzen um die Biki nach oben und nach unten zubewegen und das ganz alleine.
                                  So erspart man sich halt das Wechseln der Böden
                                  Nachteil: die Biki wird dadurch höher

                                  oder hat jemand eine bessere Idee um es umzusetzen ohne Seilzug

                                  Viele Grüße
                                  Drohn
                                  • Hallo

                                    die einfachsten Ideen bekomme ich beim Schreiben....
                                    zB.: der geschlossene Boden bleibt unter der Kiste stehen und die Seitenteile, die werden drangesetzt und verriegelt.
                                    Wenn man die Seitenteile entfernt ist die Biki unten offen zum Gitterboden
                                    - es werden keine Transportbewegungen gemacht

                                    Viele Grüße

                                    Drohn
                                    • hallo drohn,

                                      die Sache mit dem offenen Gitterboden möchte ich ja möglichst einfach und möglichst unkompliziert
                                      betreiben. Deshalb habe ich zwei Böden, einen geschlossenen(den ja jeder von uns hat!) und einen offenen, den ich zusätzlich baute. Dieser kann ohne viel Mühe, ohne Seilzug und sonstige Kraftanstrengung untereinander ausgewechselt werden.
                                      Kiste kippen, Verschlüsse auf, Boden abnehmen, Wechselboden aufsetzen, Verschlüsse schließen und
                                      fertig.

                                      Wenn ich eine neue Kiste zu bauen gehabt hätte, dann hätte ich den Boden sowohl für offene Betriebsweise als auch für die geschlossene konstruiert.
                                      Nachzurüsten:
                                      Bretter im Bereich des Honigraums einfügen und im Bedarfsfalle unter dem Gitterboden passende
                                      Einsätze aus Holz einlegen und mit Verschlüssen befestigen. Dann bräuchte man, wenn man so imkern möchte, nur noch diesen einen Kombiboden.

                                      Der offene Gitterboden wurde - man möge mich gerne berichtigen - bisher nicht getestet. Deshalb kann ich jetzt auch noch nicht sagen, ob er tatsächlich sinnvoll ist und die Effekte erzielt, die ich eingangs im ersten Beitrag vorgestellt habe.

                                      gruss bf
                                        Abyssus abyssum invocat
                                      • Lieber Bienenflug,

                                        bei Mellifera geht zur Zeit gerade der Trend zum geschlossenen Boden, damit die Bienen den Raum besser klimatisieren können.
                                        Gitterböden wurden angeblich erst für die schwitzigen Styroporkästen erfunden.
                                        Feuchtigkeit und Schimmel habe ich in der Bienenkiste bisher nicht als Problem empfunden.

                                        Berichte gerne über Deine Ergebnisse, aber für alle die Dir hier folgen eine Warnung:
                                        Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass der offene Boden den Bienen nützt.

                                        Gruß, Gunnar
                                        • Hallo Gunnar,

                                          Deine Skepsis ist angebracht. Ich kann im Moment auch niemandem empfehlen, mir zu folgen und möchte
                                          ungern dem Testergebnis vorgreifen.
                                          Aber gespannt bin ich schon sehr, wie sich beide Völker entwickeln und was die Begleitumstände
                                          sein werden.

                                          Erste Fotos gibt's bei der Oxalsäurebehandlung.

                                          Feuchtigkeit und Schimmel habe ich in der Bienenkiste bisher nicht als Problem empfunden.

                                          Die Anfragenden hier im Forum sehen das jedoch anders.

                                          gruss bf

                                            Abyssus abyssum invocat