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  • Hallo,
    ich hatte ein schwaches Volk, welches nur ca. 1/3 ausgebaut hatte. Meine letzte Kontrolle war Anfang Dez. 16, da waren noch Bienen in einer Traube in der Kiste. Bei dem schönen Wetter der letzten Tage bemerkte ich erstaunlicherweiße keinen Flugbetrieb. Am vergangenen Sonntag war dann plötzlich "die Hölle" los, vor, in und um meine Kiste. Gestern bemerkte ich, dass es aussah wie "auf einem Schlachtfeld" und meine Bienenkiste ist nun leer. Kann mir jemand sagen, was ich ev. falsch gemacht hatte ? Der Mäuseschutz war noch bis Sonntag früh vor dem Loch, dann hatte ich ihn entfernt. Was mir vor ein paar Wochen aufgefallen war, ist, dass plötzlich eine wässrige, klebrige Masse aus dem Flugloch lief und ich dies nicht sauber entfernt hatte. Was war das für eine Masse und weshalb lief die aus ?
    Danke schon mal für Eure Antworten.
    • Hallo,

      das du bei schönem Wetter keinerlei Flugbetrieb hattest, deutet für mich darauf hin, dass das Volk zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr existierte. Varroa? Hast du behandelt?

      Und dann kamen Räuber, wie du ja schon vermutest. Hast du am Sonntag, als du den Mäuseschutz entfernt hast, denn überhaupt nichts Ungewöhnliches bemerkt?

      Gruß
      Petra
      • Hallo amsel,

        wie zum Beitrag bei deiner Besiedelung von Jutta schon angemerkt, hattest du mit deinem Ableger-Experiement schon keine guten Voraussetzungen.
        Aus deinem nächsten Beitrag geht hervor, dass du nicht mit Ameisensäure behandelt hast, aufgrund einer (nicht korrekt durchgeführten) Puderzuckerdiagnose und der "Volksstärke"(?). Gerade weil du fremde Brut (inklusive der darin enthaltenen Varroa) in deine Kiste "gepflanzt" hast, wäre eine Behandlung wohl sinnvoll gewesen.

        Weiter schreibst du, dass deine letzte "Kontrolle" Anfang Dezember stattfand, zu diesem Zeitpunkt sollte man die Bienen schon so wenig wie möglich stören, warum hast du die Kiste überhaupt zu diesem Zeitpunkt geöffnet? Was mich außerdem wundert: Wenn du seit dem die Kiste nicht mehr "kontrolliert" hast, hast du dann auch keine Winterbehandlung mit Oxalsäure durchgeführt?

        Von daher kann ich mich Petra leider nur anschließen, dass dein Volk beim Einsetzten des schönen Wetters schon längst an der Varroa zugrunde gegangen war. Es tut mir Leid um dein Volk, aber leider scheint es so, als hättest du alles getan, um die Varroa zu fördern, anstatt sie zu bekämpfen. Nicht umsonst wird hier im Forum immer und immer wieder darauf aufmerksam gemacht als Anfänger die Varroaproblematik ernst zu nehmen.
        Dass früher oder später ein anderes Volk die nun unbewachten Honigreserven plündert, dürfte einleuchten.

        Falls du dieses Jahr einen Neustart planst, solltest du dich genauer und gewissenhafter an die Empfehlungen in der Betriebsweise halten, du hast du Verantwortung für Lebewesen. Dann klappt das auch mit der Überwinterung. Ich wünsche dir dafür alles Gute.

        Grüße
        Micha
          Michael Wirth, Waldmohr
          - 1x BK aus 2016
          - 1x BK aus 2017

          "Klug zu fragen, ist schwieriger, als klug zu antworten."
        • Honigwabe schrieb am 17.03.2017, 09:56
          das du bei schönem Wetter keinerlei Flugbetrieb hattest, deutet für mich darauf hin, dass das Volk zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr existierte. [...]
          Und dann kamen Räuber, wie du ja schon vermutest.

          Liebe Amsel, bitte beachtet, dass Du verpflichtet bist, um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern, die leere Kiste stets geschlossen zu halten.

          -Kevin
            Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Visitenkarte
          • Hallo,

            zunächst herzlichen Dank für die vielen, schnellen Rückmeldungen.

            Nein, ich habe nicht Varoa behandelt, weil mir befreundete Imker davon abgeraten hatten, da mein Volk anscheinend zu klein war, zudem hatte ich bei der Puderzuckerprüfung wohl einige Probleme, aber das Ergebnis lies für mich keinen Varoabefall vermuten.
            Ich hatte die Kiste Anfang Dez. geöffnet zur Oxalsäurebehandlung, was ja überall so beschrieben steht.
            Natürlich hatte ich mir Gedanken gemacht, als bei dem guten Wetter kein Flugbetrieb war, aber wir wohnen hier in einer sehr kalten Ecke und ich hatte Gedacht die Fieger brauchen halt noch ein paar Tage...
            Ich habe die Kiste gestern geöffnet alles sauber gemacht, ungut aussehende Wabenteile rausgeschnitten und die Kiste kpl. verschlossen.
            Wie kann ich an den rausgeschnittenen Waben erkennen, was ev. die Ursache meines Problemes war ?
            Wie verfahre ich nun weiter bis ich einen neuen Ableger oder Schwarm bekomme ? Kann ich die gut aussehenden bereits gebauten Waben drin lassen ?
            • Nein, das ist in deinem konkreten Falle wirklich nicht zu empfehlen.

              Saubermachen bedeutet hier, dass du alle Waben entfernen, die Bienenkiste mit einem
              Bunsenbrenner ausbrennen und sie dann mit Anfangsstreifen neu bestücken solltest.
              Anfangsstreifen, die intakt sind, kannst du weiter verwenden.
              Im Ausbau befindliche Anfangsstreifen würde ich neu bestücken. So viele dürften das in deinem
              Falle ja nicht sei.

              Dann wünsche ich die im Mai/Juni einen schönen Naturscharm und ein glückliches Händchen mit
              deinen Bienen.
              Als Anfänger empfehle ich dir grundsätzlich, stets konsequent gegen die Varro zu behandeln und dich
              nicht vom Ergebnis einer PZM in die Irre leiten zu lassen.
              gruß bf [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 5 Monaten geändert.]
                Abyssus abyssum invocat
              • Die Varroa-Milbe: der Todfeind der Biene

                Hallo Amsel, hier noch eine ergänzende Info, die dich als Anfänger zum Nachdecknen anregen könnte:

                Blutsauger: Neben schädlichen Umwelteinflüssen etwa durch den Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft ist die Varroa-Milbe der gefährlichste Feind der Honigbiene. Die rund einen Millimeter große Milbe wurde in den 70er Jahren von Asien nach Deutschland eingeschleppt und hat sich seitdem unaufhaltsam vermehrt. Der Parasit befällt Brut und Biene und saugt an ihrem Opfer wie eine Zecke. Die Folge sind verkrüppelte Brut und geschwächte Bienen, die damit auch anfälliger sind für Krankheiten.


                Gefahr: Im Frühling und im Sommer, wenn die ­Völker auf 30.000 bis ­­ 40.000 Bienen anwachsen, fällt die Varroa weniger ins Gewicht. Im Herbst und Winter, wenn die Königin aus der Brut geht, kehrt sich das Verhältnis aber um: Die Bienen werden weniger, die Milben dagegen immer mehr.


                Bekämpfung: Es gibt mittlerweile zwar recht wirksame Methoden zur Bekämpfung der Varroa, ausgerottet werden konnte der Parasit bislang aber nicht. Deswegen beginnt der Kampf für Imker und Bienen jedes Jahr aufs Neue

                Also: Neben!!!!! den Insektiziden ist die Varroa der gefährlichste Feind der Bienen.
                Bis vor wenigen Jahren hatte die Aussage Gültigkeit. Heute gilt folgender Satz:
                Neben der Varroa sind die Insektizide der gefährlichste Feind der Bienen.

                Die Insektizide sind inzwischen die Verursacher eines riesigen Artensterbens in Europa, dies
                flächendeckend. Unsere Bienen sind nicht ausgenommen.

                Gegen die Varroa können wir Imker uns wehren, indem wir die Völker behandeln. Jedoch haben wir
                gegen Insektizide nicht ein einziges Hilfsmittel.
                Hier müssen wir Imker uns nicht gegen die Insektizide wehren, sondern gegen diejenigen, die sie zulassen und gegen diejenigen, die sie ausbringen.
                Beides ist sehr sehr schwierig, langwierig, nervtötend und ernüchternd. So wie die meisten Imker
                das machen - Augen zu und durch - funktioniert das nicht mehr.

                gruß bf

                [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 5 Monaten geändert.]
                  Abyssus abyssum invocat
                • hallo hier zu dem unerfreulichen thema.
                  ich habe einen ganz ähnlichen fall auf meinem blog [1] in text und bild dokumentiert.
                  zusammengefasst: bei varroabehandlung ende dezember noch alles gut, dann im märz flugloch zu weit zu früh aufgemacht, bei ersten anzeichen von räuberei nichts unternommen, drei tage später totalverlust.

                  [1] http://www.euse.de/wp/blog/2017/04/fruehjahrsdurchsicht-2017-raeuberei/
                  • Die Bienen sind noch zu wenige, um es [das uneingeschränkte Flugloch] zu verteidigen.

                    Ich frage mich ob das Volk zu dem Zeitpunkt dann doch nicht so stark waren. Hast Du auch Räuberei tatsächlich gesehen?

                    Schöne Grüße

                    Kevin

                      Kevin M. Pfeiffer - Berlin (Mitglied, Imkerverein Kreuzberg e.V.) - Imkerbuch - Visitenkarte
                    • Hallo Mois

                      Zu deinem Rechtschreibverhalten hoffe ich, dass dein Künstlergen heute ausnahmsweise mit dir durchgegangen ist?
                      Ist hier aber nicht sehr respektvoll, finde ich.
                      Meine Meinung dazu:
                      http://www.mellifera-netzwerk.de/forum/thread/4344/schwarmtraube#dis-post-27891

                      Zu deinem Text.
                      Ich frage mich, für welche Menschen dein Text verständlich und nachvollziehbar sein soll?
                      Für den, der ohne Erfahrung mit Bienen ist oder dem Imker?
                      Ich selbst lese wohl aus der Sicht eines Anfänger, eher Hobby Bienenhalter.

                      Ich hoffe ich darf solche Fragen noch stellen.
                      Unklar ist mir, warum nach drei Tagen Räuberei, 7 Gläser Honig über bleiben?
                      Wenn die Bienen räubern, sind die soweit human und lassen noch etwas Honig über?

                      Wenn das Räubervolk raubt, lässt es die Königin am Leben und lässt dem alten Volk wenigstens
                      noch so viel Futter zum Überleben?
                      Oder, anders gefragt, wenn der Räuber die Königin tötet, warum raubt er nicht alle Vorräte?
                      Nach drei Tagen, da ist doch die Beute leer gefegt?

                      Macht das Sinn noch Vorräte drinne zu lassen? Ich glaube an dieser Stelle das Verhalten der Bienen nicht zu verstehen.
                      Oder verstehe ich am Text etwas falsch und muss erst den Begriff Nothonig recherchieren?

                      Woher hattest du nach drei Tagen räubern, vom geraubtem Wintervorrat, im April noch 7 Gläser, ich vermute 3,5 (500Gramm Gläser) bis 1,75 Kilo (250 Gramm Gläser)Honig?

                      Diese Fragen kommen in mir auf, wenn ich deinen Text lese.

                      Summender Gruß
                      Malemmy







                      [Hinweis: malemmy hat den Beitrag zuletzt am vor 1 Monat, 4 Wochen geändert.]
                      • Hallo zusammen
                        Sorry, aber für mich tönt das auch nicht (nur) nach Räuberei.
                        Könnte es nicht sein, dass es ein typischer Varroafall war?
                        Ich kenne diesen Verlauf (bei Winterbehandlung noch viele Bienen, dann im Frühling plötzlich alle Bienen tot oder weg, übrig nur die letzten Ausharrerinnen) v.a. von sehr starken Völkern.

                        Frage: Gab es die typ. Räuberspuren? Flügel und Einzelteile von Bienen? Viele Wachkrümel (aufgenagte Wachsdeckel), sieht aus wie Sägemehl?

                        Und: Hast du im Sommer davor ein oder 2x mit AS behandelt? Letztes Jahr hat bei meinem Imkernachbar 1x AS eben auch nicht gereicht. Die varroa (Virus)geschwächten Winterbienen schafften dann die Erneuerung der Arbeiterinnen im Frühling irgendwie nicht. Totalverlust nach scheinbar gutem Überwintern auf genügend Honig. Die Bienen lagen dann (bis auf ca 20Stk) nicht im Volk, sondern flogen zum Sterben raus.

                        3Tage sollten bei normalstarkem Volk für eine tödliche Räuberei niemals ausreichen FL hin oder her. Und dann wären die Waben leergeputzt. Oft versetzt halt ein starker Räuber einem eh schon todgeweihten Volk noch den letzten Stoss...