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  • Ich lese im Moment " Bienendemokratie" von Seeley......ein tolles Buch, dass mich einige Zusammenhänge besser verstehen lässt. Schade, dass ich Tom Seeley nicht live an der Fischermühle erleben konnte.
    Aber zu meiner Überlegung / Frage:
    Im Kapitel "Einigung auf die beste Stelle" geht es u.a. darum, welche Nisthöhlen für Bienen annehmbar sind und welche Faktoren eine Nisthöhle attraktiv oder weniger attraktiv machen. Unter anderem scheint die Fluglochgröße von extrem entscheidender Bedeutung und eine Fläche vom 15qcm optimal zu sein. Nun frage ich mich, warum bei fast allen Beutesystemen, auch bei der Bienenkiste, immer mit deutlich größeren Fluglöchern ( bei der Biki sind's ja alleine ca. 40cm Breite) gearbeitet wird?! Wo liegt der Grund?!
    Sollte man sich nicht an solch fundierten Forschungsergebnissen orientieren wenn man Beutesysteme konstruiert?!
    Bei der Mellifera-Einraumbeute und der Bienenkugel (3 Löcher mit jeweils ca. 7 qcm) wurde das
    doch auch umgesetzt?!
    Eine praktische Erfahrung bei meinen Bienen, die das Bevorzugen des kleinen Fluglochs greifbar macht: zur Wespenhochzeit im August musste ich um den den Bienen eine Chance zur Verteidigung zu geben, das Flugloch an der Biki stark einengen. Bei meiner Bienenkugel war das nicht nötig. Bei Räuberei wird das ähnlich sein (hatte ich bis jetzt nicht).
    Es gibt sicher noch andere Gründe für ein kleines Flugloch.......

    Frank
    [Hinweis: FrankT hat den Beitrag zuletzt am vor 1 Jahr geändert.]
    • Die größeren Fluglöcher verbessern den Luftaustausch und damit den Feuchtigkeitshaushalt in der Beute und sollen der Optimierung des Nektar- und Polleneintrags dienen - es gibt keinen Rückstau bei starkem Flugverkehr. Bei Räubereigefahr wird dann der von den Bienen genau aus diesem Grund bevorzugten geringeren Fluglochgröße wieder Rechnung getragen.

      Imkerei (als Honigproduktion) ist immer ein Kompromiss zwischen den Präferenzen der Bienen und denen des Imkers und ein Herumfummeln an der Natur...

      • Hallo Jutta,
        ich war noch ein "paar Tage" in Urlaub, deswegen jetzt erst meine Reaktion, sorry.

        Hm, mit dem Luftaustausch, das ist sicher ein guter Grund für breite "Einflugschneisen", aber ich hatte ja schon geschrieben, dass die Fluglöcher der Bienenkugel auch sehr klein sind und auch die Einraumbeute hat sehr kleine Fluglöcher. Letzte Woche auf der LaGa in BW (Oehringen) habe ich (das erste mal)eine Klotzbeute gesehen. Auch da war das Anflugloch extrem schmal (vielleicht 10 cm breit und 8-9 mm hoch) In diesen Beutesystemen scheint das ja auch zu funktionieren.....und bestätigt Prof. Seeley. Von einem befreundeten Imker, der seit einigen Jahren mit der Bienenkugel imkert (15 Völker in BiKu)) weis ich, dass der keinerlei Probleme mit Feuchte in den Beuten hat. Im Gegenteil schließt er 2 der 3 Löcher im Winter sogar noch mit dicken Korken. Es kann natürlich sein, dass die extrem dickwandige Kugelbeute besser in der Lage ist, Feuchte abzuleiten, als eine normale Magazinbeute oder die BiKi mit ihren relativ dünnen Wänden?!?! Das müsste man fast mal messtechnisch erfassen.......

        LG
        Frank
        • Hallo Frank,

          die Kugelform ist für die Bienen energetisch sowieso die günstigste, so dass in einer solchen Beute - die ja auch der natürlichen Wabenform im hohlen Baum am nächsten kommt - wahrscheinlich nie mit Feuchtigkeit gerechnet werden muss. Ebensowenig bei dicken Beutenwänden oder solchen aus Stroh oder Stroh-Lehmgemischen.

          Bei den üblichen Magazinbeuten muss ja teilweise auf den offenen Boden ausgewichen werden, damit der Feuchtigkeitshaushalt einigermaßen stimmt. Selbst dann kommt es noch auf den einzelnen Standort der Beute an.
          Die Wände der Bienenkiste sind ja wohl etwas dicker als die der "normalen" Beuten, wenn ich das richtig sehe, aber die Form und evtl. auch die Ausrichtung weniger günstig als in einer kugelförmigen oder aufrechtstehenden Bienenwohnung. So behilft man sich mit dem breiten Flugloch.

          Ich habe in meiner ersten Kiste noch nie Feuchtigkeit oder gar Schimmel gehabt. Der Standort ist offenbar gut, das Volk vital, sodass sie die Feutchtigkeit prima regulieren können.

          Mein zweites (winziges) Volk lebt seit Mai mit einem auf 2-3 cm eingeengten Flugloch. Da die Kiste weitgehend leer ist (sie haben weniger als ein Drittel ausgebaut), gleicht sich die Feuchtigkeit und Wärme aber bislang gut aus. Selbst wenn gefüttert oder mit Säure behandelt wird. Mal sehen, wie es im Winter weiter geht...
          • Hallo Jutta,
            zum Thema Feuchte: in der Bienenkugel wird ja in einem Hohlraum im "Deckel" (obere Hälfte der Kugel) und in einem Einschub unter der Kugel mit Totholz gearbeitet, was sehr viel Feuchte aufnehmen kann. "Mein" Imkerkollege, der seit Jahren mit der Kugel imkert ist davon total überzeugt.
            Eigentlich sollte es kein Problem sein, einige Stücke Totholz auch in die BiKi einzulegen. Im schlimmsten Falle würden die Bienen das festkitten oder abtragen. Aber man könnte es auf jeden Fall mal ausprobieren. Schaden tut´s auf keinen Fall.
            Allerdings: wenn Du eh keine Probleme bei Deinen Völkern mit Feuchte hast, spielt´s ja keine Rolle. Ich werde das bei meiner BiKi mal testen und beobachten....ist ja meine erste Überwinterung. Ich hoffe, ich habe alles richtig gemacht und die beiden Völker kommen gut durch.

            Frank
            • Hi,

              FrankT schrieb am 05.10.2016, 14:11
              Schaden tut´s auf keinen Fall.
              Tut's doch. Der Bien kleidet den gesamten Stock mit einer Schicht Propolis aus, um es - etwas menschlich ausgedrückt - schön sauber zu haben. Ein dickes Stück Totholz in die Beute zu legen ist so ziemlich das Gegenteil davon. Totraum verringern und schwachen Völkern die Klimatisierung zu erleichtern, vielleicht schon eher.

              Viele Grüße
              Michael

              • michfro schrieb am 06.10.2016, 12:02
                Tut's doch.

                Glaub ich auch nicht! Nach neuesten Forschungen (Seeley, Ritter u.a.) sollten die Bienen durch den Einsatz von "Rauen Wänden" in den Beuten sogar dazu animiert werden, diese mit Propolis zu überziehen, wie sie es in der freien Natur auch machen. Dieser Porpolisüberzug trägt zum Aufbau einer antibiotischen/aseptischen Hülle um den Bien bei, der ihn gesund hält. In unseren glattwändigen Beuten verzichten die Bienen auf den Überzug und sind so krankheitsanfälliger.

                Also Frank, mach das Experiment mit dem Totholz unbedingt und berichte! smiley

                • author=Jutta50 date=1475757999

                  Nach neuesten Forschungen (Seeley, Ritter u.a.) sollten die Bienen durch den Einsatz von "Rauen Wänden" in den Beuten sogar dazu animiert werden, diese mit Propolis zu überziehen, wie sie es in der freien Natur auch machen.

                  Hallo Jutta,
                  das kann ich aus eigenen Anschauungen bestätigen. Während meine glattwandigen Bienenkisten so gut wie gar nicht propolisiert werden (ausgenommen Trennschied)
                  werden meine sägerauen Warré-Beuten komplett mit einen Propolisüberzug versehen,
                  Ritze und Wände sind wunderbar propolisiert.
                  Leider habe ich meine Bienenkisten nicht aus sägerauem Holz gefertigt. Ich denkte,
                  dann wäre es vermutlich genau so.

                  Was die Feuchte in Bienenbeuten anbelangt möchte ich mit Blick auf die alten Imkermeister mit einem Hinweis beitragen, dass Dr. Armbruster und Dr. Zander seinerzeit
                  ihre Beuten aus billigen Baustoffen wie Gelotex (gepressten Zuckerrohrfasern) und Kapag
                  (Holzfaserstoff) herstellten. Ob man diese Stoffe heute noch beziehen kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

                  gruss bf
                  [Hinweis: bienenflug hat den Beitrag zuletzt am vor 11 Monaten, 2 Wochen geändert.]
                    Abyssus abyssum invocat
                  • Jutta50 schrieb am 06.10.2016, 14:46

                    Also Frank, mach das Experiment mit dem Totholz unbedingt und berichte! smiley
                    Ich werde das mit dem Totholz auf jeden Fall mal testen. Im schlimmsten Fall kitten die Mädels alles zu oder tragen´s einfach ab, aber das glaube ich nicht, denn in der Bienenkugel lassen sie das Totholz auch in Ruhe !!!
                    Ich werde dann im Frühjahr berichten.....

                    Die Bienenkugel ist innen übrigens auch bewußt rauh ausgefräst, eben damit die Bienen die Wandung mit Propolis überziehen.

                    An EMK: ist das vielleicht noch ein "Verbesserungsvorschlag" für die Bienenkiste?! Das wäre ja auch sehr einfach zu machen?!?!?
                    • Vielleicht wäre ein Trennschied aus einer gerahmten Stroh-Lehm-Mischung eine Möglichkeit zur unterstützten Klimaregulation ...
                      • Ich habe ja letzten Winter wie oben beschrieben, Totholz in die BiKi eingebracht um möglicherweise Feuche zu reduzieren. Mit einem Feuchtemessgerär für Brennholz etc. habe ich die Feuchte beim Einbringen und bei der Auswinterung im Frühjahr gemessen. Bei der Einwinterung waren es 12%, bei der Auswinterung 35% Feuchte im Totholz. Ob das tatsächlich was gebracht hat, ist schwer zu sagen. Geschadet hat's nicht, die Bienen hat's nicht gekümmert / gestört und Schimmel war keiner in der Kiste.

                        Ein Strohschied hat es von Mellifera mal für die Einraumbeute als Zubehör gegeben und in diversen Beiträgen wird es auch empfohlen. Allerdings kann man es über Mellifera nicht mehr bestellen?!

                        Frank